Schlagwort-Archive: Geldstrafe

Erntejagd: Statt Wildschwein Traktorist getroffen – Jäger verurteilt

+++ Thüringen: Drei Wolfshybriden weiterhin auf freiem Fuß +++ Sachsen-Anhalt: Elch bleibt seiner Kuhherde treu +++ Brandenburg: Wölfe reißen fünf Stück Damwild im Gatter +++ Schweiz: Jagdhund hetzt Fuchs in Straßenschacht – Jäger muss Tierrettung nicht bezahlen +++ WWF: Afrikanische Schweinepest (ASP) bedroht Sibirischen Tiger +++ Hessen: Toten Fuchs an Autobahnbrücke gehängt +++ Kenntnisfrei, aber selbstbewusst: Tierschützer hetzen gegen Bejagung invasiver Arten +++ NRW: Vier Jäger klagen erfolgreich gegen Jagdabgabe +++

Ein 70-jähriger Jäger, der bei einer Erntejagd im Kreischaer Ortsteil Bärenklause (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) einen Traktoristen angeschossen hatte, ist vom Amtsgericht Dippoldiswalde zu einer Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro verurteilt worden. Jagdschein, WBK und die Jagdwaffe waren bereits nach der Tat eingezogen worden. Die Waffe, ein Drilling im Wert von 4500 Euro, bleibt als Tatmittel eingezogen, wie die Sächsische Zeitung (SZ) berichtet. Außerdem muss der Jäger die Gerichtskosten tragen. Der Jäger hatte beim Maishäckseln ein Wildschwein beschossen, dieses aber verfehlt. Das Projektil durchschlug mehrere Bahnen Mais, traf den Traktor und verletzte den Fahrer der Erntemaschine am Fuß. Während der Verurteilte beteuerte, nicht in Richtung der Fahrzeuge geschossen zu haben, kam das Gericht zu der Auffassung, dass der Jäger den Traktor von seinem Sitz aus gar nicht sehen konnte, weil der hoch stehende Mais diesen verdeckte. Zudem habe das ansteigende Maisfeld keinen ausreichenden Kugelfang abgegeben. red.

Beitragsbild: Erntejagd (Archivbild)

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS für den Hinweis!

Sachsen: 80-jähriger Rentner entwaffnet

Und wieder ist Deutschland ein Stückchen sicherer geworden: Weil er im Februar 2017 seine Schreckschusspistole nach einer Reparatur auf einem vermeintlich menschenleeren Parkplatz im sächsischen Erzgebirgskreis ausprobierte, ist ein 80 Jahre alter Rentner wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Geldauflage in Höhe von 500 Euro verurteilt worden. Außerdem wird die Waffe eingezogen. Ursprünglich sollten es sogar 600 Euro sein, aber der Angeklagte hielt dem Richter erfolgreich vor, dass seine konfiszierte Schreckschusswaffe schließlich auch Geld gekostet habe. Ein Bauhof-Mitarbeiter hatte den alten Mann dabei beobachtet, wie er ordentlich die Hülsen der verschossenen Platzpatronen aufsammelte und einer hiesigen Tradition folgend die Polizei verständigt. Der Besitz einer Gas- oder Schreckschusspistole ist in Deutschland Personen ab 18 Jahr zwar erlaubt, für das Führen außerhalb des eigenen Grundstücks ist seit 2003 ein sogenannter Kleiner Waffenschein erforderlich. Dies war dem Rentner wohl entgangen.

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Niedersachsen: Katze angeschossen und in Maisfeld geworfen – 3500 Euro Geldstrafe

Vor dem Landgericht Oldenburg musste sich am Freitag ein 56 Jahre alter Jäger verantworten, der in Höltinghausen (Landkreis Cloppenburg) eine Katze beschossen und noch lebend in ein Maisfeld geworfen hat. Die Katze soll “friedlich” auf einer Böschung gegenüber der Hofeinfahrt ihrer Besitzer gesessen haben, als der Schuss abgegeben wurde. Die Besitzer der Katze konnten das weitere Vorgehen verfolgen. Einem Bericht der Nordwest-Zeitung (NWZ) zufolge, musste der Besitzer der Katze mit ansehen, wie der Jäger das krank geschossene Tier ins Maisfeld schleuderte. Er habe ihn daraufhin “ermahnt”, dass die Katze doch noch leben würde – was wohl die denkbar mildeste Reaktion auf den solcherart erfolgten Abschuss eines Haustiers darstellen dürfte. Darauf soll der Jäger laut NWZ geantwortet haben, dass sich das mit dem Noch-Leben bald erledigt habe. Womit er Recht behalten sollte: Die Familie, der die Katze gehörte, barg sie aus dem Maisfeld und brachte sie zum Tierarzt, wo sie eingeschläfert werden musste. Der Kopf des Tiers sei von 50 Schrotkugeln getroffen worden. Der Jäger war in der Vorinstanz, dem Amtsgericht Cloppenburg, zu 70 Tagessätzen à 70 Euro, also 4900 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Dies hätte, da hiermit die im Waffengesetz § 2, Buchstabe c, festegelegte Grenze von 60 Tagessätzen überschritten gewesen wäre, den Verlust der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit und eine Entziehung von WBK und Jagdschein für mindestens fünf Jahre zur Folge gehabt.

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Erschossener Bärenhund Strudel: Verfahren gegen Geldbuße eingestellt

Fehlende Unterschrift wird Angeklagten zum Verhängnis

Das Verfahren um die im Juni 2015 von einem Jäger erschossene Bärenhündin “Strudel” scheint juristisch abgeschlossen zu sein. Wie ein Sprecher der Landgerichts Neubrandenburg auf Anfrage von JAWINA mitteilt, wurde  “mit Zustimmung des Angeklagten, seines Verteidigers und der Staatsanwaltschaft” das Strafverfahren “gegen Zahlung eines Betrages von 1.500,- € an den Tierschutzverein vorläufig eingestellt. Das Gericht wendet dabei einen § 153a der Strafprozessordnung an, der es ermöglicht, ein Strafverfahren dann gegen Zahlung einer Geldbuße einzustellen, wenn die „Schwere der Schuld“ des Täters dem nicht entgegensteht.”

In der Vorinstanz war der inzwischen 61 Jahre alte Jäger zu einer Geldbuße von 1.800 Euro und drei Monaten Jagdscheinentzug verurteilt worden. Der Hund war von dem Jäger von einer Ansitzeinrichtung aus erschossen worden, die 500 Meter von dem Ferienhof entfernt steht, der der Hund entstammte. Der Jäger gab an, dass der Bärenhund schon mehrfach bei Wildern beobachtet worden sei. Das Landesjagdgesetz Mecklenburg-Vorpommern erlaubt den Abschuss wildernder Hunde durch Jagdgschutzberechtigte, wenn diese “weiter als 200 Meter vom nächsten Hause angetroffen werden.” Dennoch hatte der zuständige Richter am Amtsgericht geurteilt, dass der Hund “ohne vernünftigen Grund” getötet worden sei, was einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstelle.

Zum Verhängnis wurde dem angeklagten Jäger vor dem Landgericht jedoch eine Formalie:

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Fuchs krankgeschossen und liegen gelassen: Jäger und Pächter verurteilt

Ein 54 Jahre alter Jäger, der in der Nacht auf Weihnachten 2015 einen Fuchs krankgeschossen und nicht nachgesucht hatte, sowie der zuständige Jagdpächter, der es unterließ, eine Nachsuche zu organisieren, sind vom Amtsgericht Göppingen zu Geldstrafen verurteilt worden. Das berichten die Göppinger Kreisnachrichten. Der Schütze behauptete zunächst, “intensiv nach dem Fuchs gesucht”, jedoch nichts gefunden zu haben, weshalb er nach Hause ging. Das nahm dem Schützen nicht einmal der Jagdpächter ab: Er habe gar nicht gesucht, sondern sei “zu faul zum Aufräumen” gewesen, so zitieren die Göppinger Kreisnachrichten den Pächter. Früh am darauf folgenden Tag fand eine Zeugin das schwer verletzte Tier. Sie verständigte den Jagdpächter, der bereits um 7.30 Uhr den Jäger informierte. Der Pächter vertrat die Ansicht, das derjenige “das zu Ende bringen müsse”, der geschossen habe.

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Kitze ausgemäht – harte Strafe für Landwirt

Ein Landwirt aus Hausach (Ortenaukreis, Baden-Württemberg) ist vom Landgericht Offenburg wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe in Höhe von 75 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt worden, weil er beim Mähen einer Wiese den Tod von zwei Rehkitzen “billigend in Kauf genommen” habe. Das berichtet der Schwarzwälder Bote. Zwei Anwohnerinnen und der Jagdpächter hatten zuvor versucht, den 50 Jahre alten Landwirt vom Mähen abzuhalten. Unmittelbar darauf wurden zwei Kitze durch die Mähmaschine so schwer verletzt, dass der Jäger sie erlösen musste. Der Landwirt bedauerte den Vorfall vor Gericht. Er sei verärgert gewesen, dass der vorab informierte Jäger erst während der Mäharbeiten am Feld erschienen sei. Es habe sich zudem um den ersten trockenen und daher hektischen Tag nach einer längeren Regenperiode gehandelt.

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