Schlagwort-Archive: Gams

Bayern: Die Gamsschlächter stoppen!

Der Naturschutzverein “Wildes Bayern e.V.” hat eine Petition gegen die Ausrottung der Gämsen in der Kürnach gestartet. “Die Alpengämsen sind im Anhang V der FFH-Richtlinie aufgeführt. Jeder EU-Staat ist daher verpflichtet, alles zu tun, damit es den Gams gut geht und sie in allen ihren natürlichen Lebensräumen überleben können”, stellt der Verein auf der Petitionsseite fest. Die Realität vor Ort sieht anders aus. Mit der Situation vor Ort vertraute JAWINA-Leser reden von einem “unbarmherzigen Vernichtungskrieg gegen die Gams”, der von den Bayerischen Staatsforsten geführt werde. Diesem “schändlichen Treiben” gelte es Einhalt zu gebieten. Wildes Bayern e.V. warnt: “Wird der neue Abschussplan erfüllt, gibt es in der Kürnach in kürzester Zeit keine Gams mehr. Und somit ein weiteres Stück Heimat weniger. Wildes Bayern e.V. fordert deshalb mit einem dringenden Appell den sofortigen Stopp der Ausrottung der Gämsen in der Kürnach!”

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Deutsche Wildtier Stiftung und Verein Wildes Bayern verklagen Bayern wegen der Aufhebung von Schonzeiten

+++ NRW: Reh gewildert +++ RLP: Reh misshandelt +++ Bayern: Fuchs an Straßenschild gehängt +++ Niedersachsen: Landvolk fordert “bundesweites, aktives Wolfsmanagement” +++

Am 1. August ist es wieder soweit. Die Jagdzeit auf die Gämse beginnt. Fast 5.000 Gämsen wurden im vergangenen Jagdjahr in Deutschland erlegt. 90 Prozent davon in Bayern. Und den Mammutanteil des Abschusses verantworten die Bayerischen Staatsforste. „Dort wird noch immer der Grundsatz „Wald vor Wild“ mit dem Brecheisen durchgesetzt“, kritisiert Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Dabei reicht den Bayerischen Staatsforsten nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Jagdzeit vom 1. August bis zum 15. Dezember. Allein im Bezirk Oberbayern wird die Schonzeit auf knapp 26.000 Hektar vollständig aufgehoben und das ganze Jahr gejagt. Die Bayerischen Staatsforste erlegen fast jede fünfte Gämse im eigentlich als Schonzeit ausgewiesenen Zeitraum. Gegen die Aufhebung der Schonzeit hat der Verein Wildes Bayern unterstützt von der Deutschen Wildtier Stiftung jetzt beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einen Normenkontrollantrag gestellt. „Damit kommt die wildfeindliche Politik Bayerns auf den juristischen Prüfstand“, erklärt Münchhausen. Selbst im Nationalpark Berchtesgaden gibt es ein Gebiet, in dem die Schonzeit aufgehoben wird. „Jagd während der Schonzeit in einem Nationalpark ist nicht vereinbar mit dem Ziel eines derartigen Schutzgebietes, in dem Natur und Wildtiere Vorrang haben sollen“, so Münchhausen.

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DeWiSt: Für eine bessere Gamspolitik in Europa

Die Deutsche Wildtier Stiftung und der CIC starten Studie zum Gämsen-Management in den Alpenstaaten

Sonntag ist Europawahl. Die Gämse geht zwar nicht zur Wahl, aber sie ist als Bewohnerin des Alpenraumes eine echte Europäerin und betroffen von europäischer Naturschutzpolitik. Der wildfeindliche Umgang der Bayerischen Staatsforsten mit dem Charakterwild der Alpen ist bekannt. Er zeigt sich in dem Grundsatz „Wald vor Wild“, in der Aufhebung der Schonzeit in umfangreichen Gebieten und einem zu hohen Abschuss in der mittleren Altersklasse. Wie andere Alpenländer mit der Gams umgehen soll jetzt in einer, gemeinsam von der Deutschen Wildtier Stiftung und dem Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC), in Auftrag gegebenen Studie geklärt werden.

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Österreich: Jäger erwischt Wilderer beim Gamsabschuss

Am 03.05.2019 gegen 21 Uhr beobachtete ein Jäger in Buchen bei Telfs (Bundesland Tirol, Bezirk Innsbruck) einen Wilderer beim Abschuss einer Gams. Während der Jäger die Polizei verständigte, beobachtete eine zweite Auskunftsperson den vermeintlichen Wilderer, wobei es “auch zum Kontakt kam”, wie die Polizei formuliert. Medienberichten zufolge bedrohte der Wilderer die Person, von der er zur Rede gestellt wurde, mit einer Waffe, was der Wilderer später jedoch bestritt. Nach dem Zusammentreffen flüchtete der Wilderer in den Wald, die geschossene Gams ließ er zurück. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Tatortbereichsfahndung unter Beteiligung des Sondereinheitskommandos Cobra, mehreren Streifen des Bezirkes Innsbruck Land sowie Diensthundestreifen, konnte um 22:04 Uhr bei einer Fahrzeugkontrolle in Bairbach der 31 Jahre alte Tatverdächtige samt Langwaffe mit Schalldämpfer im Laderaum des kontrollierten PKWs festgestellt werden. Er hatte sich von seiner Freundin zum Wildern fahren und von einem Freund wieder abholen lassen, berichtet die Tiroler Tageszeitung.

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Bayern: Bergwild in Not – BJV fordert Jagdstopp

Wildtiere in den bayerischen Bergen sind den Schneemassen ausgeliefert. Der Bayerische Jagdverband (BJV) appelliert an die Politik, jetzt Artenschutz ernst zu nehmen und fordert Taten statt Worte: Jagd muss jetzt bedingungslos eingestellt werden.

Gams, Steinbock, Rot- und Rehwild kämpfen jetzt ums Überleben. Der dramatische Wintereinbruch in den Bergen mit riesigen Schneemengen stellt in vielen Bergregionen Bayerns eine lebensgefährliche Bedrohung für viele Wildtieren dar. Sie finden keine Nahrung und sind vielerorts in den Schneemassen gefangen. Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), appelliert an die bayerische Staatsregierung: „Helfen Sie jetzt den Wildtieren in den Bergregionen, denn auch sie unterliegen dem Artenschutz. Den gilt es aktiv anzupacken, so wie es sich unser Ministerpräsident in seiner Neujahrsansprache auf die Fahnen geschrieben hat. Zumal zumindest in Oberbayern die Bergregionen vielerorts in der Hand der Bayerischen Staatsforsten liegen. Lassen sie den guten Worten Taten folgen!“ Vorstellbar ist etwa der Abwurf von Heuballen aus dem Hubschrauber, wie er früher unter solchen schwierigen Bedingungen schon einige Male praktiziert wurde.

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Österreich: Polizei schnappt Gamswilderer

Am 31. Dezember 2018, gegen 09:00 Uhr wurde bei der Polizeiinspektion (Tirol) Zirl angezeigt, dass im Bereich der Martinswand in Zirl jemand wildere. Im Zuge einer sofortigen Fahndung konnte im Bereich des Inns ein 59-jähriger tatverdächtiger Österreicher festgenommen werden. Mit Unterstützung eines Polizeidiensthundes wurden ein Rucksack mit einer Jagdwaffe, sowie eine gewilderte Gamsgeiß aufgefunden. Nach anfänglichem Leugnen gestand der Mann die Tat. Ein später ausgeforschter zweiter tatverdächtiger Österreicher bestreitet eine Beteiligung. Über beide wurde ein vorläufiges Waffenverbot verhängt und Anzeige wegen Schweren Eingriffs in fremdes Jagd- oder Fischereirecht erstattet. PM Polizei

Beitragsbild: Bergjagd in Österreich (Symbolbild). Foto: SE

Bayern: Jäger stürzt bei Gamsbergung ab und landet im Bachbett

Ein 53-jähriger einheimischer Jäger ist am Samstagnachmittag im östlichen Lattengebirge rund 30 Meter tief über einen mit Felsstufen durchsetzten Steilhang in den Kotbergriedlbach abgerutscht und im Wasser gelandet, als er eine geschossene Gams bergen wollte und auf dem glatten und schneebedeckten Laub-Untergrund den Halt verlor.

Der Jäger hatte bereits kurz zuvor per Handy einen Angehörigen angerufen, damit ihm jemand hilft, das geschossene Tier zu bergen. Kurz darauf rief er erneut an und meldete, dass er abgerutscht sei und verletzt im Bachbett gelandet sei. Der bereits verständigte Angehörige stieg dann mit zwei weiteren Familienmitgliedern rund zehn Minuten lang 500 Meter zu dem Verunfallten auf, wobei die drei Männer den 53-Jährigen trotz der schwierigen, winterlichen Verhältnisse durch das steile Absturzgelände rund eine Stunde lang talwärts führten. Der Verletzte war dabei hart im Nehmen und lehnte eine organisierte Rettung zunächst ab.

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Bayern: Kritik an Aufhebung der Schonzeit für Bergwild

Am Freitag, dem 23. November 2018 endete die Frist, Einwände gegen die Aufhebung der Schonzeit – übrigens in über 90 Gebieten – für Bergwild in Bayern vorzubringen. Mit einem virtuellen “Adventskalender” macht der Verein Wildes Bayern e.V. auf seiner Internetseite darauf aufmerksam, “wie es unseren Wildtieren an den Kragen geht.” Denn: “In den lebensnotwendigen Überwinterungsgebieten dürfen dann die Tiere von Mitte Dezember bis Anfang August abgeschossen werden”, beklagt der Verein. “Sie sollen sogar abgeschossen werden. Und danach beginnt dann die „reguläre“ Jagdzeit.” Das Argument der oberbayerischen Forstbetriebe für diesen schonungslosen Abschuss bestehe darin, dass sie keine Forstwirtschaft betreiben können, wenn sie nicht rund um die Uhr Pflanzenfresser verfolgen und vernichten dürfen, so Wildes Bayern e.V.: Die Regierung von Oberbayern habe den Antrag der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) so schnell und geräuschlos wie möglich durchwinken wollen. Dieser Hinterzimmerpolitik mache der “Adventskalender” einen Strich durch die Rechnung, indem die Tatsachen und Fakten an die Öffentlichkeit gebracht werden. Der Adventskalender Wildes Bayern informiert über Ausmaß, Absicht und Folgen für Gams, aber auch Auer- und Birkwild, Steinadler und andere geschützte, aber im Staatsforst schutzlose, Naturschätze der bayerischen Bergwelt. PM

Beitragsbild: Gams. Quelle: M.Baudrexl / Archiv Wildes Bayern e.V.

Schweiz: Jäger sollen Gämsen schonen

“Zahlen heute den Preis für eine zu intensive Jagd”

Die Schweizer Gamspopulation ist seit Jahren rückläufig. Die Gamsstrecke hat sich in den letzten zwanzig Jahren nahezu halbiert. Als Gründe werden der Verlust von Lebensräumen infolge von zunehmenden Freizeitaktivitäten und Tourismus genannt, aber auch die verstärkte Konkurrenz durch Rothirsche und Steinwild, die Rückkehr von Großraubtieren sowie Erkrankungen wie Gamsblindheit und Räude. Einer der wichtigsten Faktoren ist nach Ansicht von Reinhard Schnidrig, der beim Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) für Wildtiere und Waldbiodiversität zuständig ist, jedoch “die falsche Jagdplanung in einigen Kantonen”, wie das Schweizer Nachrichtenportal FM1Today berichtet. Strenge Winter würden bei der Festsetzung der Abschusspläne unzureichend berücksichtigt: Der Jagddruck hab sich wegen der Förster erhöht,  sagt Schnidrig der Nachrichtenagentur sda: “Viele Regionen in der Schweiz zahlten heute den Preis für eine zu intensive Jagd.” Die Schweizer Jäger wollen nun ihren Teil zu einer Erholung der Gamspopulation beitragen:

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Bayern: Deutsche Wildtier-Stiftung startet Gamsprojekt

Die Gams ist ein Bayer, behauptet die Deutsche Wildtier-Stiftung in einer aktuellen Pressemitteilung: Müsste sich die Wildart für ein Bundesland entscheiden, wäre es demnach wohl der Freistaat. Denn vor allem in Bayern findet Gamswild den Lebensraum, in dem es sich am liebsten aufhält: Felsige Regionen für den Sommer und Wälder für den Winter. Doch das Verhältnis der Bayern zu ihrer Gams ist von Auseinandersetzungen um den Lebensraum getrübt. „Gamswild wird in Bayern gerade in öffentlichen Wäldern sehr intensiv gejagt, weil es durch seine Fraßeinwirkungen die sogenannte Schutzwaldsanierung gefährdet “, sagt Dr. Andreas Kinser, Referent für Forst- und Jagdpolitik bei der Deutschen Wildtier Stiftung.

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Tirol: Landesjägermeister fordert Jagdgast-Datenbank

Die Diskussion um ein grausames Gamsjagd-Video reisst nicht ab: Der Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher forderte jetzt die Einrichtung einer Datenbank, in der ausländische Jagdgäste erfasst werden sollen: “Damit wäre sichergestellt, dass wir und die Behörden vor dem Antritt einer Jagd wissen, wer bei uns in Tirol zu jagen gedenkt. Wer sich danebenbenimmt, dem steht keine Jagdkarte zu.”, sagte Larcher in der Tiroler Tageszeitung. Der Nutzen einer solchen Datenbank erscheint indes fraglich, denn zunächst müsste sich einer “daneben benehmen”, um im nächsten Schritt von Jagden in dem österreichischen Bundesland ausgeschlossen zu werden. Besser wäre es, wenn solche Vorkommnisse durch verantwortliches Handeln der beteiligten Jäger von vornherein ausgeschlossen würden.

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