Schlagwort-Archive: Gämsen

Deutsche Wildtier Stiftung und Verein Wildes Bayern verklagen Bayern wegen der Aufhebung von Schonzeiten

+++ NRW: Reh gewildert +++ RLP: Reh misshandelt +++ Bayern: Fuchs an Straßenschild gehängt +++ Niedersachsen: Landvolk fordert “bundesweites, aktives Wolfsmanagement” +++

Am 1. August ist es wieder soweit. Die Jagdzeit auf die Gämse beginnt. Fast 5.000 Gämsen wurden im vergangenen Jagdjahr in Deutschland erlegt. 90 Prozent davon in Bayern. Und den Mammutanteil des Abschusses verantworten die Bayerischen Staatsforste. „Dort wird noch immer der Grundsatz „Wald vor Wild“ mit dem Brecheisen durchgesetzt“, kritisiert Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Dabei reicht den Bayerischen Staatsforsten nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Jagdzeit vom 1. August bis zum 15. Dezember. Allein im Bezirk Oberbayern wird die Schonzeit auf knapp 26.000 Hektar vollständig aufgehoben und das ganze Jahr gejagt. Die Bayerischen Staatsforste erlegen fast jede fünfte Gämse im eigentlich als Schonzeit ausgewiesenen Zeitraum. Gegen die Aufhebung der Schonzeit hat der Verein Wildes Bayern unterstützt von der Deutschen Wildtier Stiftung jetzt beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einen Normenkontrollantrag gestellt. „Damit kommt die wildfeindliche Politik Bayerns auf den juristischen Prüfstand“, erklärt Münchhausen. Selbst im Nationalpark Berchtesgaden gibt es ein Gebiet, in dem die Schonzeit aufgehoben wird. „Jagd während der Schonzeit in einem Nationalpark ist nicht vereinbar mit dem Ziel eines derartigen Schutzgebietes, in dem Natur und Wildtiere Vorrang haben sollen“, so Münchhausen.

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DeWiSt: Für eine bessere Gamspolitik in Europa

Die Deutsche Wildtier Stiftung und der CIC starten Studie zum Gämsen-Management in den Alpenstaaten

Sonntag ist Europawahl. Die Gämse geht zwar nicht zur Wahl, aber sie ist als Bewohnerin des Alpenraumes eine echte Europäerin und betroffen von europäischer Naturschutzpolitik. Der wildfeindliche Umgang der Bayerischen Staatsforsten mit dem Charakterwild der Alpen ist bekannt. Er zeigt sich in dem Grundsatz „Wald vor Wild“, in der Aufhebung der Schonzeit in umfangreichen Gebieten und einem zu hohen Abschuss in der mittleren Altersklasse. Wie andere Alpenländer mit der Gams umgehen soll jetzt in einer, gemeinsam von der Deutschen Wildtier Stiftung und dem Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC), in Auftrag gegebenen Studie geklärt werden.

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Schweiz: Jäger sollen Gämsen schonen

“Zahlen heute den Preis für eine zu intensive Jagd”

Die Schweizer Gamspopulation ist seit Jahren rückläufig. Die Gamsstrecke hat sich in den letzten zwanzig Jahren nahezu halbiert. Als Gründe werden der Verlust von Lebensräumen infolge von zunehmenden Freizeitaktivitäten und Tourismus genannt, aber auch die verstärkte Konkurrenz durch Rothirsche und Steinwild, die Rückkehr von Großraubtieren sowie Erkrankungen wie Gamsblindheit und Räude. Einer der wichtigsten Faktoren ist nach Ansicht von Reinhard Schnidrig, der beim Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) für Wildtiere und Waldbiodiversität zuständig ist, jedoch “die falsche Jagdplanung in einigen Kantonen”, wie das Schweizer Nachrichtenportal FM1Today berichtet. Strenge Winter würden bei der Festsetzung der Abschusspläne unzureichend berücksichtigt: Der Jagddruck hab sich wegen der Förster erhöht,  sagt Schnidrig der Nachrichtenagentur sda: “Viele Regionen in der Schweiz zahlten heute den Preis für eine zu intensive Jagd.” Die Schweizer Jäger wollen nun ihren Teil zu einer Erholung der Gamspopulation beitragen:

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