Schlagwort-Archive: Frankreich

Frankreich: Jäger erschiesst Treiber

Bei Mauvages (Département Meuse, Region Grand Est) im Osten Frankreich hat ein Jäger einen Mitjäger erschossen, der zum Zeitpunkt des Unglücks als Treiber fungierte. Bei der Schussabgabe befand sich das Opfer in dichtem Gestrüpp. Französischen Medienberichten zufolge ist es bislang unklar, ob der Verstorbene von einem Büchsen- oder Flintenlaufgeschoss, einem Abpraller oder einer Schrotgarbe getroffen wurde. Die sterblichen Überreste des Mannes werden im rechtsmedizinischen Institut in Nancy untersucht. Der Unglücksschütze hat sich nach der Tat selbst den bald darauf eintreffenden Gendarmen überstellt. Er wurde festgenommen und erhält wegen des erlittenen Schocks medizinische Behandlung. Erst vor gut einer Woche ist in Frankreich ein Mountainbiker von einem Jäger erschossen worden (JAWINA berichtete). red.

Beitragsbild: Gestrüpp (Foto: SE)

Frankreich baut ASP-Schutzzaun an Grenze zu Belgien

Jagdverbote und Waldbetretungsverbote verhängt, alle forstwirtschaftlichen Aktivitäten untersagt

Der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Travert hat die Präventionsmaßnahmen gegen eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Frankreich verschärft. In den fünf an Belgien grenzenden Departements Ardennes, Meuse, Moselle and Meurthe-Moselle wurden zunächst 134 Gemeinden zu Gebieten mit verstärkter Beobachtung (zone d’observation renforcée) erklärt. Mittlerweile wurde dieser Status für die 21 am wenigsten gefährdeten Gemeinden wieder aufgehoben. In den verbleibenden 112 Gemeinden gilt ein Jagdverbot. In weiteren 91 Gemeinden der Departements Meuse und Meurthe-Moselle wurde zudem ein Waldbetretungsverbot verhängt und die Einstellung der Forstwirtschaft angeordnet. Außerdem soll mit der Errichtung eines ASP-Schutzzauns an der Grenze zu Belgien begonnen werden. Ist der Zaun installiert, so soll in den Hochrisikogebieten mit der Ausdünnung der Wildschweinpopulation durch verstärkte Bejagung begonnen werden. Schweinehaltende Betriebe müssen ab sofort strenge Biosicherheitsregeln einhalten, so sind alle Transportfahrzeuge nach jedem Einsatz gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, Freilandbetriebe müssen doppelt eingezäunt werden. Das belgische ASP-Infektionsgebiet ist nur zehn Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Mittlerweile wurde ASP in Belgien bei 75 verendeten Wildschweinen nachgewiesen. red.

Beitragsbild: Zaun mit Nato-Stacheldraht. Autor: Joe Mabel, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

Neues aus der Gerüchteküche: Import von Wildschweinen von Polen nach Belgien?

Große Aufregung herrscht zur Zeit in manchen Jägerforen im Internet über einen Bericht, demzufolge angeblich belgische Jäger hunderte Wildschweine aus Polen – also einem ASP-Infektionsgebiet – nach Belgien transportiert hätten. Grund für die Aufregung ist dieser Bericht des belgischen öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsenders RTBF – und mangelhafte Französischkenntnisse. Denn abgesehen davon, dass die abenteuerliche Geschichte sich auf die Aussage eines einzigen Zeugen stützt, der anonym bleiben will, wird ausdrücklich gesagt, dass die Wildschweine bzw. die sie transportierenden Sattelschlepper NICHT aus Polen kommen, sondern aus Spanien und Frankreich: ““Ce sont des semi-remorques qui ne viennent pas [!] de Pologne je pense mais plutôt d’Espagne ou de France avec une centaine de sangliers. Cela dure depuis plusieurs années.”

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Frankreich erlaubt Tötung von Wölfen zur Bestandsregulierung

+++ Heute: Informationsveranstaltung für Jäger zur ASP in Dresden +++

Schleswig-Holstein: AfD scheitert mit Antrag, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen

Im französischen Département Alpes-de-Haute-Provence ist ab 1. September das Erlegen von Wölfen zum Zweck der Bestandsregulierung erlaubt.  Dies habe der für das Wolfsmanagement zuständige Präfekt Stéphane Bouillon entschieden, nachdem er bei einer Ortsbegehung Wolfsschäden im Département besichtigt hatte, wie die Landwirtschaftszeitung Schweizer Bauer berichtet. Bisher habe der Wolfsmanagementplan der lediglich den Abschuss von 40 Wölfen “zur unmittelbaren Verteidigung” vorgesehen. Schäfer und Landwirtschaftsverbände begrüßten den Schritt als einen “ersten Erfolg”, dem weitere Schritte folgen müssten. Die Verbände fordern, dass Weidetierhaltern in Frankreich ermöglicht werden solle, ihre Herden ohne Einschränkungen mit der Schusswaffe gegen Wölfe zu verteidigen. Dies soll nach dem Willen der Verbände auch in Nationalparks gelten. Eine weitere Forderung ist die Freigabe von Nachtzielgeräten. Der Zeitung zufolge haben Wolfsangriffe auf Nutztiere in Frankreich von 2016 bis 2017 um 18 Prozent zugenommen. Der Wolfsbestand in Frankreich wird auf insgesamt ca. 430 Tiere geschätzt.

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Frankreich: Schweizer Jäger erschießt vier Esel

Ein Schweizer Jäger hat am Sonntag bei Arith im französischen Département Savoie in der Region Auvergne-Rhône-Alpes vier Esel geschossen. Die Tiere gehörten zu einem kleinen Hof, der insgesamt fünf Esel hielt. Wie 20min.ch berichtet, mussten die Tiere eingeschläfert werden, weil sie von Kugeln im Bereich der Beine verletzt worden waren. Der Mann hatte mit seinem Bruder bei der örtlichen Jagdgenossenschaft eine Lizenz zur Jagd auf Rehe, Hirsche und Wildschweine gelöst. Der Bruder des Schießers entschuldigte sich bei der Besitzerin der Esel, ohne Gründe für das Verhalten anzugeben. Die Besitzerin der getöteten Esel erhebt laut 20min.ch schwere Vorwürfe gegen den Schützen: Er habe gesehen, dass es keine wilde Tiere sind, hätte aber keinen Tierarzt gerufen: “Man versteckt sich und lässt die Tiere leiden, man haut ab und lässt die anderen das regeln.” Der Direktor des Jagdverbandes Savoyen sagte dem Radiosender France Bleu Pays de Savoie, dass es sich bei dieser Tat nicht um einen Jagdunfall handle. Das Verhalten sei unverständlich und schade dem Ansehen der Jagd. SE

Cideo: France Bleu Pays de Savoie / YouTube

Frankreich: Aufgebrachte Schäfer nehmen Behördenvertreter unter Beschuss

Andere Länder, andere Sitten: In Auzat, einer Gemeinde im Département Ariège ganz im Süden Frankreichs an der Grenze zu Andorra und Spanien, haben aufgebrachte Bauern einer Abordnung von vier Emissären der Nationalen Jagd- und Wildtierbehörde (Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage, ONCFS) einen unvergesslichen Empfang bereitet: Als die vier Angestellten der ONCFS in dem malerischen Ort in den Pyrenäen anrückten, um sich ein Bild von den Schäden zu machen, die Bären an den Schafherden der Bauern angerichtet hatten, fanden sie sich in einer aggressionsgeladenen Atmosphäre wieder. Etwa dreißig aggressive Personen machten bedrohliche Bemerkungen und verbreiteten ein feindseliges Klima, berichten zahlreiche französische Medien, wie etwa die Tageszeitung Le Figaro. Beiläufig wurde den staatlichen Gutachtern dann mitgeteilt, dass alle vier Reifen ihres Autos zerstochen worden seien. Der Vorfall gipfelte darin, dass mehr als fünfzig Schüsse abgefeuert wurden, als die Beamten auf die Bergweiden vorrückten – verletzt wurde dabei niemand. Dies sei offensichtlich geschehen, um sie einzuschüchtern, mutmaßte die französische Oberstaatsanwältin (Procureur de la République) Karline Bouisset gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

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Finnland: Null Toleranz für Problemwölfe

Der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN), Helmut Dammann-Tamke hat mit weiteren LJV-Präsidenten eine Bildungsreise nach Finnland unternommen, um sich über das Wolfsmanagement im hohen Norden zu informieren. In der Kreiszeitung beschreibt Dammann-Tamke seine Eindrücke: So hätten die Finnen eine Null-Toleranz-Strategie im Umgang mit “verhaltensauffälligen” Wölfen und solchen, die durch die Dörfer streiften: Diese würden im Zuge einer sofort anberaumten Polizeijagd von Amts wegen erschossen. Zwar werde das Thema Wolf auch in Finnland kontrovers diskutiert, grundsätzlich sei man sich jedoch einig, dass es eine Obergrenze für einen “verträglichen” Wolfsbestand gebe. Diese belaufe sich auf 250 Wölfe in 25 Rudeln. In Finnland werde der Wolf regulär bejagt, im Norden Finnlands gehöre es überdies zu den verbrieften Rechten der Lappen und Samen, dass zum Schutz ihrer Rentierherden auf Antrag jeder Wolf geschossen werden dürfe. Trotz der Bejagung wachse die Wolfspopulation – aber eben nicht exponentiell, wie in Deutschland, so Dammann-Tamke.

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Schweden diskutiert Obergrenze für Wölfe – Frankreich erleichtert Wolfsjagd

Die schwedische Umweltschutzbehörde Naturvårdsverket hat der Regierung zwei Studien zum Wolf vorgelegt. Zwei Forscherteams, eins aus Schweden und eins aus den USA, haben sich im Auftrag der Behörde mit der Frage befasst, was erforderlich ist, um den gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geforderten “günstigen Erhaltungszustand” der schwedischen Wolfspopulation zu garantieren. Die Studien kommen zu dem Schluss, dass ein günstiger Erhaltungszustand u.a. dann gegeben ist, wenn die schwedische Wolfspopulation 300 Individuen zählt, was ziemlich nah am derzeitigen Referenzwert von 270 Tieren liegt, wie die Behörde feststellt. Im zweiten Teil befasst sich die Studie mit den sozioökonomischen Auswirkungen einer Wolfspopulation der geforderten Größe. Doch auch um die Schutzjagd zwecks Verhinderung von Nutztierrissen geht es dabei.

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Frankreich: Militärkaliber legalisiert

Im Zuge einer Vereinfachung des Waffenrechts hat Frankreich die gängigsten der dort bislang verbotenen Militärkaliber legalisiert. Mit den weit verbreiteten Kailbern .308 Win, .30-06 oder 8×57 darf jetzt auch in Frankreich gejagt werden. Eine Übersicht über die wichtigsten Neuregelungen findet sich auf der Seite der französischen Jägervereinigung Fédération Nationale des Chasseurs. SE

Foto: Patrone in .308 Win. Copyright: SE