Schlagwort-Archive: Frank N. Möller

DAS (!) Buch zum Thema Wolf

Der Diplom-Politologe Frank N. Möller hat DAS Buch zum Thema Wölfe geschrieben: Denn anders als der vielleicht etwas unglücklich gewählte Titel “Zur Hölle mit den Wölfen” vermuten lässt, handelt es sich eben nicht um eine emotionale Auseinandersetzung mit dem Großraubtier in Form flammender Wutrede oder empört vorgebrachter Verwünschungen. Im Gegenteil: Möller behandelt seinen Gegenstand auf der Basis profunder Sachkenntnis, seine zwingende Argumentation belegt er mit wissenschaftlicher Akribie durch Quellennachweise und Zitatangaben. Bei all dem lässt sich das Buch auch noch flüssig und genussvoll lesen, es ist einfach gut geschrieben.

Möller ist Hobby-Astronom. Seinem Hobby geht er “in finsterer Nacht an irgendwelchen Feldwegen” nach, um der Lichtverschmutzung der Städte zu entgehen. Wie ist “die Situation einzuschätzen, wenn sich jemand allein und ungeschützt in der Dunkelheit aufhält, wo sich auch frei lebende Wölfe bewegen?” Das ist Möllers Ausgangsfrage. Um eine rational begründete Antwort zu finden, hat er die verfügbare Fachliteratur durchgearbeitet, die daraus gezogenen Erkenntnisse sind beunruhigend. In den ersten Kapiteln entkräftet Möller die unablässig wiederholten Mythen und Lügen von der “natürlichen Scheu” und der Ungefährlichkeit des Wolfs (an die JAWINA-Leser schon lange nicht mehr glauben…) durch eine beeindruckende Fallsammlung, um dann die Auswirkungen der Wiederbesiedlung der ländlichen Gegenden durch Wölfe zu beschreiben: Während den Menschen in den Städten weisgemacht werde, dass die Bevölkerung vor Ort die Wölfe akzeptiert habe, “weil ja nichts Schlimmes geschehe” (Möller, S. 446f.), handle es sich dabei in Wahrheit um eine Vertauschung von Ursache und Wirkung: “Es passiert eben nur deshalb nichts, weil die Menschen vorsichtig werden und sich nicht mehr frei bewegen. Sie ziehen sich zurück, d.h. sie führen ihre Hunde nicht mehr außerhalb des Dorfes aus, sie joggen nicht mehr, die Pferde werden in der Halle geritten, Kinder dürfen nicht mehr draußen spielen usw. Von Akzeptanz ist das weit entfernt – es ist schlicht das Gegenteil.”

Weiterlesen