Schlagwort-Archive: Fotograf

Schiesser ohne Jagdschein

Claas Nowak bringt viele Eigenschaften mit, die ein wirklich guter Jäger braucht: Er liebt die Natur, ist fasziniert von Wildtieren. Er quält sich frühmorgens aus dem Bett, schlägt sich Nacht um Nacht auf dem Hochsitz um die Ohren. Tagelang verharrt er annähernd reglos im Tarnzelt,  starrt stundenlang auf Heuhaufen, in der Hoffnung, die darin hausenden Fuchswelpen zu erwischen oder robbt in Tarnklamotten durch den Wald. Seine Mühe wird reichlich entlohnt, Claas schießt eine Menge – Fotos. Einen Jagdschein hat er nicht, seine Leidenschaft ist die Natur- und Jagdfotografie. Seine besten Bilder versammelt er in dem von Freundin Lena – praktischerweise gelernte Kommunikationsdesignerin – gestalteten und auf hochwertigem Recyclingpapier gedruckten Kalender “Naturimpressionen”, den wir der geneigten Leserschaft ans Herz legen wollen, auch wenn die Jahreszeit für Kalenderempfehlungen nicht mehr ganz passt. SE

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Die menschliche Seite der Robbenjagd

Hakapik – ein eindrucksvolles Porträt der Robbenjäger Kanadas von dem schweizerisch-kanadischen Fotografen Yoanis Menge

Als Yoanis Menge in Paris auf einen Zug wartete, sah er das Plakat einer Kampagne gegen die Robbenjagd: Auf der Photoshop-Montage war eine ausgewachsene Robbe zu sehen, die einen Knüppel hielt und im Begriff war, einem menschlichen Baby, das auf dem Eis lag, den Schädel zu zertrümmern. Das Plakat schockierte ihn, wie die Washington Post berichtet. Denn der in der Schweiz geborene und in Kanada aufgewachsene Menge kennt – im Gegensatz zur Mehrzahl der Spendensammel-Organisationen und ihren Unterstützern, die gegen die Robbenjagd agitieren – die kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Hintergründe der Robbenjagd in Kanada und Neufundland aus eigener Anschauung. In diesen Teilen der Welt entwickle sich die Wirtschaft um die Robbe herum, um ihr Fleisch und ihren Pelz, sagt Menge. Das Importverbot der EU für Robbenprodukte aus Kanada hat insbesondere die Ureinwohners Kanadas getroffen und wütend gemacht. Menge wollte die Klischees überwinden, die blutrünstige Anti-Robbenjagd-Kampagnen begründet haben und die Menschen zeigen, die von der Robbenjagd (über)leben – in Gegenden, in denen Fischen und Jagden deren einzige Option darstellen.

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