Schlagwort-Archive: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)

Baden-Württemberg: Führende Alttiere geschossen? Wildbiologin zeigt Jäger an

Ende Januar wurden im Rotwildgebiet drei von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) besenderte Hirsche – zwei Alttiere und ein Hirsch – im Abstand von wenigen Tagen von Jägern erlegt. Die dortigen Jäger waren im Vorfeld darüber informiert worden, dass sich besenderte Hirsche in ihren Revieren befinden, die auf keinen Fall abgeschossen werden dürften, berichtete die Pforzheimer Zeitung, Dr. Christine Miller, Wildbiologin und Vorsitzende des Vereins Wildes Bayern, hat, wie sie gegenüber JAWINA bestätigte, Anzeige gegen die Erleger gestellt. Hier sei “auf Tiere angelegt und abgedrückt worden, ohne zu wissen, auf was geschossen wird“, vermutet Miller. Sie gehe davon aus, dass die erlegten Alttiere Kälber führten, die durch den Abschuss verwaist wurden. Das Fleisch der erlegten Tiere kann wegen der vorausgegangenen Narkotisierung zwecks Anbringung der Senderhalsbänder nicht verwertet werden. Dr. Miller betonte gegenüber JAWINA, dass es bei der Anzeige nicht allein um die vermuteten Verstöße gegen Jagdgesetz, Tierschutz und Weidgerechtigkeit gehe, sondern auch darum, auf die Konsequenzen der im baden-württembergischen Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) erfolgten Aufweichung des Nachtjagdverbots für Alttiere und Kälber aufzuzeigen.

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Baden-Württemberg: Weiteres Luchsmännchen nachgewiesen

Das Donautal auf der Schwäbischen Alb hat sich in den vergangenen Jahren als geeigneter Luchslebensraum für einzelne Luchse herausgestellt: Nachdem der besenderte Luchs „Friedl“ bis April 2017 hier nachgewiesen wurde, hielt sich ein anderer Luchskuder, der „Immendinger Luchs“ von Juni bis November 2017 in dieser Gegend auf. Nun zeigen Fotofallen in der Gegend seit Januar 2018 erneut ein Tier, das dem Monitoringteam der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) bis dahin unbekannt war. In Zusammenarbeit mit KORA, der Institution, die in der Schweiz für das Monitoring der großen Beutegreifer zuständig ist, konnte die Identität dieses neuen Luchses geklärt werden: Das Luchsmännchen B600 wurde erstmals im Dezember 2016 nahe des Genfer Sees über Fotofallen nachgewiesen. Über den Vergleich der Fleckenmuster ließ sich nun eindeutig klären, dass es sich bei dem Tier im Donautal um denselben Luchs handelt.

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Studie: Wie beeinflussen Freizeitaktivitäten das Verhalten von Auerhühnern?

Freizeitaktivitäten im Wald, seien es Wandern,  Mountainbike-Fahren, Pilze- und Beerensammeln im Sommer oder Skilaufen und Schneeschuhwandern im Winter, nehmen räumlich und zeitlich an Intensität zu und können einen Einfluss auf die im Wald bewohnenden Tiere haben. Welchen Einfluss sie speziell auf das Verhalten von Auerhühnern haben, hat ein Forschungsteam der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) mit Hilfe von Funksendern im Schwarzwald untersucht. Im Mai hatte die FVA bereits eine Studie zu Einfluss von Freizeitaktivitäten auf das Rotwild vermeldet. Im Vordergrund stand bei der Auerhahn-Studie die Frage, wie Auerhühner von Erholungssuchenden beeinflusst werden, die sich auf klaren Linien oder Flächen bewegen, wie beispielsweise auf Wanderwegen, Loipen oder Pisten. Zudem wurde analysiert, wie dieser Einfluss im Verhältnis zu anderen Lebensraumfaktoren steht. Dabei wurde zwischen Sommer und Winter unterschieden.

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