Schlagwort-Archive: Fohlen

Thüringen: Ohrdrufer Wölfin reisst fünftes Fohlen

+++ Niedersachsen: Wolf illegal geschossen +++ Südtirol: Polizei schnappt Wilderer +++ NRW: Auto einer Treiberin beschädigt – Täter verurteilt +++ Südtirol: Wolf reißt sieben Schafe im Jaufental, weitere Tiere vermisst +++

Seit 19. März sind fünf Fohlen bei Wolfsangriffen in der Umgebung von Crawinkel (Landkreis Gotha) gerissen worden. Am vergangenen Freitag hat es das fünfte Fohlen auf den Flächen des Agrarbetriebs erwischt. Auf den weitläufigen Weiden mit Rindern und Pferden praktiziert der “zertifizierte Betrieb des ökologischen Landbaus und Mitglied im Biokreis e. V.” ökologischen Landbau und artgerechte Tierhaltung. Ganzjährig im Freien gehaltene Rinder und Pferde prägen “auf großen Standweiden die Landschaft. 130 Schafe und Ziegen tragen zur Pflege der einzigartigen Hecken- und Karstlandschaft der Ohrdrufer Muschelkalkplatte bei”, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Neuerdings sind auch 20 Esel als Abschreckung für die Wölfe bzw. die Wölfin dabei – bislang ist nur die Ohrdrufer Wölfin in der Gegend nachgewiesen, die sich mit einem Hunderüden verpaart und im März 2018 sechs Wolfshybriden gewölft hatte – doch auch die als Allheilmittel des Herdenschutzes gepriesenen Langohren konnten den neuerlichen Riss eines Fohlens nicht verhindern.

Weiterlesen

Thüringen: Wölfe reissen vier Fohlen innerhalb von sieben Wochen

+++ DJV fordert Rechtssicherheit-bei-Wolfsmanagement +++ Sachsen-Anhalt: Wolfsriss in Weißenfels? +++ Dorfbewohner haben genug vom Wolf +++ ASP: FLI aktualisiert Risikobewertung +++

Seit Mitte März sind in der Umgebung von Ohrdruf vier Fohlen von Wölfen gerissen worden. Am 19. März wurde der erste Riss eines Fohlens aus dem Ilmkreis vermeldet (JAWINA berichtete), seitdem scheinen der oder die Wölfe auf den Geschmack an Pferdefleisch gekommen zu sein. In Thüringen ist bisher nur die auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf ansässige Wölfin als territoriales Einzeltier nachgewiesen. Die Ohrdrufer Wölfin hatte sich mit einem Haushund gepaart und 2018 Hybriden gewölft, die zum Teil entnommen wurden (JAWINA berichtete). Experten zufolge, so die Thüringer Allgemeine, könnten jedoch möglicherweise auch durchziehende Wölfe für den einen oder anderen Riss verantwortlich sein. Bei dem nun am Montag (06.05.) gerissenen Pferd handelt es sich um ein erst anderthalb Tage altes Sportpferdefohlen (Warmblut), wie der betroffene Züchter gegenüber JAWINA bestätigte.

Weiterlesen

Thüringen: Ohrdrufer Wölfin reisst Fohlen

Auf einer eingezäunten Weide bei Liebenstein (Ilm-Kreis) ist ein erst wenige Tage altes Fohlen von einem Wolf gerissen worden. Der betroffene Landwirt und der zuständige Rissgutachter gehen davon aus, dass der Fohlenriss auf das Konto der Ohrdrufer Wölfin geht. Die Wölfin hatte sich mit einem Hunderüden verpaart und im März 2018 sechs Wolfshybriden gewölft. Das Fohlen wurde zum großen Teil gefressen, der Landwirt und Züchter fand am Morgen nach dem Riss nur etwa ein Drittel des Tiers. red.

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Fohlen (Archivbild). Foto: privat

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Niedersachsen: Wölfe reißen Fohlen

In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar haben Wölfe auf einer Weide eines Islandpferdehofs bei Neustadt am Rübenberge ein Islandpferdefohlen gerissen. Das im Juni geborene, mehrere hundert Kilo schwere Fohlen wurde nahezu vollständig aufgefressen, es blieben nur das Haupt und die Skelettknochen übrig. Der Wolfsbeauftragte hat den Kadaver begutachtet und geht aufgrund der weitgehenden Verwertung des gerissenen Pferdes davon aus, dass es um einen Wolfsriss handelt. Es dürften vier bis fünf Wölfe an dem Riss beteiligt gewesen sein. Neustadt a.R. liegt im Bereich des Rodewalder Rudels, das sich auf Pferde spezialisiert zu haben scheint (JAWINA berichtete). Ein Rüde aus dem Rudel ist vom niedersächsischen Umweltministerium wegen zahlreicher Nutztierrisse bereits zum Abschuss freigegeben worden (JAWINA berichtete). Der Wolfsbeauftragte und ein Amtstierarzt haben DNA-Proben am Kadaver genommen. Die Weide war mit Koppeldraht und Stromzaun gesichert. SE

Weiterlesen

Fohlen von Wölfen gerissen – Nabu zur Umsiedlung von Konik-Pferden gezwungen

In der Oranienbaumer Heide in Sachsen-Anhalt sind drei Konik-Fohlen von Wölfen gerissen worden. Die Konik-Pferde wurden als vierbeinige Landschaftspfleger in einem Beweidungsprojekt der zum Nabu Köthen gehörenden Primigenius gGmbH eingesetzt. In einer Pressemitteilung der Primigenius gGmbH heißt es dazu: “Ein weiteres Fohlen wurde so schwer verletzt, dass es trotz tierärztlicher Behandlung noch in der Folgenacht verstarb. Zwei weitere Fohlen wiesen leichte Bissverletzungen auf und sind nach der tierärztlichen Behandlung wohlauf. Zwei Tiere sind verschollen, hier kann die Ursache nicht geklärt werden.” Nach dem Rissvorfall wurden Stuten mit bereits geborenen Fohlen und tragende Stuten aus dem Wolfsgebiet abtransportiert und anderweitig untergebracht. Es könne “nicht mehr davon ausgegangen werden, dass alle Stuten mit ihrem Herdenverband in der Lage sind, ihre Fohlen effektiv vor dem Wolf zu schützen.” Der Nabu ist in der Vergangenheit wiederholt in Kritik geraten, weil in ähnlichen Beweidungsprojekten Heckrinder qualvoll verhungert waren.

Weiterlesen

DNA-Nachweis erbracht: Fohlen in der Oranienbaumer Heide von Wolf angegriffen

Pressemitteilung des Landesamtes für Umweltschutz Musterbeispiel für Orwellsches Neusprech.

Im Juni dieses Jahres wurde auf einem ehemaligen Militärgelände in der Oranienbaumer Heide bei Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) ein verletztes, wenige Tage altes Fohlen angetroffen, das Bissverletzungen aufwies. Jetzt ist durch eine DNA-Analyse der Nachweis erbracht worden, dass das Fohlen von einem Wolf verletzt wurde. Das Fohlen wurde bei dem Angriff verletzt, ist inzwischen aber wieder wohlauf. Vermutlich konnten die Alttiere in der Pferdeherde den Wolfsangriff abwehren. Das teilt das Landesamt für Umweltschutz in einer Presseerklärung mit.

Weiterlesen

Mecklenburg-Vorpommern: Vermutlich weiterer Wolfsangriff auf Fohlen

Am Mittwoch kam es im Landkreis Vorpommern-Greifswald bei Ducherow zu einem Übergriff mit Bissverletzungen auf ein Fohlen. Ein im Auftrage des Landes handelnder Rissgutachter konnte nach erfolgter erster Bewertung einen Wolf als Verursacher nicht ausschließen. Das teilt das Landwirtschafts- und Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern (LU) mit. Es kann demnach gleichfalls nicht ausgeschlossen werden, dass ein Hund für den Übergriff verantwortlich war. Die Prüfung des Vorganges wird fortgeführt. Grundsätzlich können betroffene Nutztierhalter auf Grundlage der Förderrichtlinie Wolf unter bestimmten Voraussetzungen Unterstützungen erhalten, soweit ein Wolf als Schadensverursacher nicht ausgeschlossen werden kann.

Weiterlesen

Gerissenes Fohlen: War es doch kein Wolf?

Unklare Beweislage wegen “starker Nutzung des Kadavers”

Der Islandpferde-Züchter Götz George, auf dessen Hof Ende Mai ein Fohlen mutmaßlich vom Wolf gerissen wurde, ist ein bedächtiger Mensch. Unmittelbar nach dem Vorfall gab er zu Protokoll, dass er dem Wolf keinen Vorwurf machen könne. Jetzt, nachdem ihm der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in einem Schreiben lapidar mitgeteilt hat, dass er nicht die volle Entschädigung für das wertvolle Fohlen erhalten werde, äußert er sich ähnlich zurückhaltend: Er sei “etwas betreten, dass man das nicht anerkenne.” Angesichts der haarsträubenden Begründung des NLWKN würde manch anderer wohl weitaus drastischere Formulierungen wählen. Denn der Landesbetrieb verkündet, dass die “Todesursache des Fohlens aufgrund der starken Nutzung des Kadavers nicht mehr festgestellt werden” konnte. Sprich: Der Verursacher hat so viel von dem Fohlen gefressen, dass die kargen Überreste keine Rückschlüsse auf ihn erlauben. Eine Argumentationslinie, die das Wohlwollen von Tierhaltern gegenüber dem Wolf empfindlich schmälern dürfte.

Weiterlesen

Niedersachsen: Weiteres Fohlen von Wolf gerissen?

Auf einem Islandpferdehof in Bücken (Landkreis Nienburg) ist ein frisch geborenes Fohlen tot und angefressen aufgefunden worden. Nachdem wenige Wochen zuvor ein Fohlen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von Wölfen gerissen wurde, stellt sich auch hier die Frage: War es ein Wolf? Das Fohlen dürfte “nicht früher als sieben Uhr geboren worden sein, nach dem letzten Kontrollgang”, schätzt Züchterin Inga Müller. Zwischen acht und neun wurde der Vorfall entdeckt, und zwar weil die Mutterstute das andere Fohlen – es war eine Zwillingsgeburt – unter einem Zaun “durchgeschubst” hatte. So stand das kleinere der beiden Fohlen etwas verloren auf der Nachbarkoppel – das andere war tot, Hals, Brust und Schulter waren angefressen. Die Koppel liegt dicht hinter dem Haus, der Abfohlplatz ist ca. 80 Meter vom Haus entfernt. Da die Züchterfamilie von dem kurz zuvor gerissenen Fohlen erfahren hatte, wurde einer der Wolfsberater des Kreises hinzugezogen:

Fohlen3

Das verendet und angeschnitten aufgefundene Fohlen. Fotos: privat (mit freundlicher Genehmigung)

Weiterlesen

Niedersachsen: Wolf reißt Fohlen

In Hörpel, einem zur Gemeinde Bispingen gehörenden Dorf in der Lüneburger Heide, haben Wölfe in der Nacht auf Dienstag ein Fohlen gerissen. Das Fohlen, ein Islandpferd, wurde nur einen halben Tag alt. Bei der Attacke wurde die Zuchtstute durch einen Biss an der Kruppe verletzt. Der Wert des Fohlens beläuft sich auf etwa 5000 Euro. Der Züchter kann auf eine staatliche Entschädigung hoffen, wenn der Wolf als Verursacher feststeht. Ein frisch geborenes Islandpferde-Fohlen wiegt ungefähr 25 Kilo – von dem gerissenen Fohlen blieben nur der Kopf und ein Stück Wirbelsäule übrig.

DSC03987

Wolfsbeauftrage bei der Untersuchung der sterblichen Überreste des Fohlens. Copyright: Gestüt Norderheide

Jawina hat mit Götz George, dem Züchter und Inhaber des Gestüts Norderheide, gesprochen. Nicht mal zwei Tage nach dem Vorfall gibt er ein bemerkenswert unaufgeregtes, ausgewogenes und nachdenkliches Statement ab: “Ich kann dem Wolf – auch diesem speziellen – keinen Vorwurf machen. Es ist halt leichter, ein frisches, zartes Fohlen auf der eingezäunten Weide zu erbeuten, als einem Reh im Wald hinterher zu rennen.” George ist selber Jäger und “in der Natur zuhause”, wie er sagt: “Aber man muss jetzt anfangen, umzudenken”, mahnt der Züchter: “Die Wölfe sind jetzt in der 3. oder 4. Generation hier, sie wurden durch den strengen Schutzstatus gewissermaßen so erzogen, dass vom Menschen und menschlichen Ansiedlungen keine Gefahr ausgeht.” George hat zwölf Jahre in Kanada gelebt und gejagt und weiß: “In Nordamerika und Kanada kommt der Wolf höchst selten in menschliche Siedlungen – eben weil er dort bejagt wird und daher weiß, dass vom Menschen Gefahr ausgeht.”  George betont: “Ich sage das nicht, um gegen den Wolf zu hetzen. Aber wir müssen dem Wolf Grenzen setzen!”

Weiterlesen