Schlagwort-Archive: Fischer

EU-Parlament fordert “drastische Reduzierung der Kormoranbestände mit allen Mitteln”

Das EU-Parlament hat in einem Beschluss vom 12. Juni die EU-Kommission aufgefordert, “gemeinsam mit den Mitgliedstaaten Maßnahmen zu ergreifen, die die Kormoranbestände mit allen Mitteln drastisch auf ein derartiges Maß reduzieren, dass einerseits die Bestandserhaltung der Kormorane gewährleistet wird und andererseits keine Bedrohung für andere Artenentsteht und Schäden in den betroffenen Aquakulturen abgewendet werden.” Das EU-Parlament wies auf die schwierigen Lage von europäischen Fischern und Teichwirten hin, die “aufgrund von Räubern, wie Ottern, Fischreihern und Kormoranen, mit erheblichen Verlusten, die ihren gesamten Bestand betreffen, zu kämpfen haben; [das EU-Parlament] betont, dass diese Räuber auch den Laich von Zander und Karpfen töten und folglich die Zucht und die Reproduktion von Süßwasserfischen erheblich einschränken; fordert die Mitgliedstaaten deshalb auf, für Fischreiher und Kormorane von den geltenden Ausnahmeregelungen Gebrauch zu machen, und fordert die Kommission auf, den Erhaltungsstatus des Otters zu überprüfen und gegebenenfalls den Abbau und die Kontrolle der Bestände dieser Räuber zuzulassen.”

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Bodensee: Kormorane entnehmen fünfmal mehr Fische als die Angler

Bodensee-Obersee: 2017 zweitniedrigstes Fangergebnis seit 1936

Am 20. Juni tagte die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF)  unter dem Vorsitz Österreichs in Viktorsberg, Vorarlberg. Schwerpunktthemen waren die geringen Fangerträge aufgrund des niedrigen Nährstoffgehaltes im See, des hohen Fraßdruckes der Kormorane und des Einflusses der Stichlinge sowie die Umsetzung der Patentreduktion und die Anpassung einiger Befischungsregeln. Der Gesamtertrag der verbliebenen 100 Berufsfischer am Bodensee-Obersee erreichte im Jahr 2017 rund 298 Tonnen (6,3 kg/ha). Dieser Wert liegt 47 Prozent unter dem Mittelwert der letzten zehn Jahre (562,8 t) und ist das zweitniedrigste Ergebnis seit 1936. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

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Bayern: Fischer am Ammersee wollen Jagdrecht

Die Überpopulation von Enten und Gänsen auf dem Ammersee erfüllt die Fischer mit Sorge: Verunreinigung der Badestrände und Gewässer mit Kot, Verbiss der verbleibenden Schilfgürtel, und wenn dann noch Badegäste an Entenbilharziose erkranken, dann “wirkten sich hygienische Bedenken zur Wasserqualität auch negativ auf den Fischverkauf aus”, erklärt Bernhard Ernst von der Fischereigenossenschaft Ammersee gegenüber der Süddeutschen Zeitung. 2008 sei die Jagd am Ammersee an “auswärtige Pächter” vergeben worden, klagt der Fischer, seitdem sei die Strecke auf zehn Prozent zurückgegangen. Die Wasservogeljagd sei über Jahrhunderte ein Allmenderecht der Fischer gewesen, die “diese Aufgabe im Sinne eines ökologischen Gleichgewichts erfüllt hätten.” Der Ammersee brauche eine effektive Jagd vom Boot aus, so Ernst in der SZ, der offenbar fürchtet, dass die anstehende Neuvergabe der Jagdpachtverträge von der Schlösser- und Seenverwaltung genutzt werde, um weitgehende Einschränkungen der Jagd auf Wasservögel durchzusetzen. Das wäre ein bequemer Weg, die heftigen medialen Kontroversen um die Jagd an dem auch von Touristen und Erholungsuchenden intensiv genutzten Gewässer zu vermeiden. Die Bürgermeister der Ammersee-Gemeinden unterstützen die Fischer bei der “hochpolitischen Frage” der Wasservogeljagd. SE

Beitragsbild: Entenjagd vom Boot aus. Foto: SE

 

 

Bekämpfung invasiver Arten: Mehr Mitsprache für Jäger und Fischer

Jäger und Fischer sollen bei der Bekämpfung invasiver Arten mehr Mitsprache erhalten. Dies sieht die am Mittwoch im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit beschlossene Ausschussfassung eines Gesetzentwurfes der Bundesregierung (18/11942) vor. Für den Entwurf stimmten die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD. Die Oppositionsfraktionen stimmten dagegen. Die abschließende Beratung steht am heutigen Donnerstag [Anm d. Red.: Laut Tagesordnung allerdings erst um 0:25 Uhr, also morgen] auf der Tagesordnung.

Der Gesetzentwurf dient der Umsetzung und Durchführung der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. Ziel der Verordnung sei es, “die nachteiligen Auswirkungen invasiver gebietsfremder Arten auf die biologische Vielfalt und die mit ihr verbundenen Ökosystemdienstleistungen zu verhindern, zu minimieren und abzuschwächen”, schreibt die Bundesregierung.

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Angelverbot an hunderten von Flusskilometern, drastische Einschränkungen der Freizeitfischerei

Nachdem bislang vornehmlich Jäger und andere Legalwaffenbesitzer von der grassierenden Verbieteritis in der Politik betroffen waren, kriegen jetzt die Angler ihr Fett weg: In der vom NLWKN und Landkreistag erstellten Musterverordnung für Naturschutzgebiete sieht der niedersächsische CDU-Abgeordnete und umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer, ein “Misstrauensvotum gegen Niedersachsens Angler.” In einer Pressemeldung der Fraktion heißt es: „Bei der Erstellung einer weitreichenden Verordnung werden ausgerechnet die Experten für Gewässerschutz und Erhalt der Artenvielfalt – die Fischer und Angler – außen vor gelassen. Ihnen wird stattdessen eine Musterverordnung vorgesetzt, die ohne weiteres ein Angelverbot an hunderten von Flusskilometern bedeuten kann. Damit droht den Mitgliedern von Niedersachsens größtem Naturschutzverband von heute auf morgen der Ausschluss von ihren gepachteten Gewässern. Diejenigen, die mit großem finanziellen und personellen Aufwand zum Erhalt und zur Pflege unserer Natur beitragen, würden aus Gründen des Naturschutzes vom Gewässer verbannt – wie grotesk.“ Weiterlesen

Baasch legt Ämter nieder – Unverständnis beim DJV

Geht die Spaltung der Jägerschaft weiter?

Auf der 2-tägigen Klausursitzung des DJV-Präsidiums kündigte Dr. Klaus-Hinnerk Baasch, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein, an, seine Aufgabenbereiche im DJV nicht mehr wahrzunehmen. In einem Vorabschreiben an den DJV begründet Dr. Baasch diesen Schritt damit, „dass es seitens des DJV, der Geschäftsstelle und auch der Delegiertenversammlung keinerlei Solidarität und Vertrauen als Basis für eine solche Arbeit“ gebe. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein wolle die nationale und internationale Vertretung in die eigene Hand nehmen und eine Reduktion der DJV-Beiträge um 50 Prozent erwirken.

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