Schlagwort-Archive: Feuchtgebiete

Bleihaltige Schrotmunition über Feuchtgebieten verboten

REACH-Ausschuss der Europäischen Kommission beschließt Verbot bleihaltiger Schrotmunition in und über Feuchtgebieten. Die Übergangsfrist beträgt zwei Jahre.

Der Ausschuss für Chemikalienzulassung (REACH-Ausschuss) der Europäischen Kommission hat die Verordnung zur Beschränkung von Bleischrot in und über Feuchtgebieten mit einer Übergangszeit von zwei Jahren beschlossen. Grundsätzlich begrüßt der Deutsche Jagdverband (DJV) eine europaweite Regelung zum Bleischrotverbot an und über Gewässern. Allerdings geht der nun beschlossene Entwurf komplett an der Praxis vorbei. Kernproblem hierbei ist die Definition von Feuchtgebieten: Demnach kann jede Pfütze auf einem Acker ein solches sein. In 14 Bundesländern gibt es dagegen bereits seit vielen Jahren praxisgerechte Regelungen, die Bleischrot an und über Gewässern verbieten. Der DJV fordert Politik und Munitionshersteller auf, die Entwicklung von alternativer Schrotmunition in der kurzen Übergangszeit zügig voranzutreiben. Insbesondere die Tötungswirkung bei Säugetieren muss untersucht werden. Einen entsprechenden Vorstoß des Bundeslandwirtschaftsministeriums begrüßt der DJV.

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BMEL und BMU einigen sich in der Frage zur Bleimunition

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesumweltministerium (BMU) haben sich im zur Debatte stehenden pauschalen Verbot von bleihaltiger Schrotmunition in und über Feuchtgebieten geeinigt. Die Übergangsfrist soll nun drei Jahre betragen. Diese Zeit gilt es nun zur Entwicklung alternativer Schrotmunition im Sinne der Vermeidung von Tierleid zu nutzen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des BMEL.

Dazu erklärt die Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Beate Kasch: „Ziel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist es, den Bleieintrag in die Umwelt zu verhindern. Umweltauswirkungen von Blei sollen minimiert werden. Das derzeit aber zur Debatte stehende pauschale Verbot von bleihaltiger Schrotmunition in und über Feuchtgebieten wirft aktuell gravierende Fragen, wie zum Beispiel eine Tierschutzproblematik, auf. Es kann nicht akzeptiert werden, wenn ein Tier länger leidet, weil die Tötungswirkung der Munition nicht unmittelbar zum Tod führt und stattdessen das Tier qualvoll verendet. Solchen Bedenken muss nachgegangen werden. Ziel muss es sein, den Ausstieg aus dem Material Blei mit dem Anliegen des Tierschutzes bei der Bejagung von Wild zu verbinden.“ PM

Beitragsbild: Schrotmunition. Foto: SE

BMEL: “Mehr Umweltschutz – aber nicht auf Kosten von Tierschutz und Biodiversität”

Das BMEL äußert sich zum Vorschlag der EU-Kommission, bleihaltige Schrotmunition in und über Feuchtgebieten zu verbieten

Ziel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist es, den Blei­eintrag in die Umwelt zu verhindern. Umweltauswirkungen von Blei sollen minimiert werden. Das derzeit aber zur Debatte stehende pauschale Verbot von bleihaltiger Schrotmuni­tion in und über Feuchtgebieten wirft aktuell gravierende Fragen, wie zum Beispiel eine Tierschutzproblematik, auf.

Tierschutz darf nicht zurückstehen

Studien der Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sport­waffen (DEVA) weisen auf das Problem hin, dass durch die vorgeschlagene Alternative Stahlschrot nur eine verzögerte Tötungswirkung eintritt aufgrund des erheblich leichteren Materials. Leichtere Munition birgt das Risiko für das Tier, dass der Schuss nicht unmittelbar zum Tod des Tieres führt, aber stattdessen zu einem langen und schmerzhaften Tod. Das gilt vor allem mit Blick auf schwerere (größere Tiere) invasive Arten wie Kanadagans, Nilgans, Marderhund, Waschbär, die vorwiegend in Feuchtgebieten vorkommen und nach EU- und nationalem Recht an und für sich strikt zu bejagen sind. Für das BMEL ist essentiell, dass bei der Bejagung Tierschutz nicht hintenansteht.

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Bleimunition: FACE lehnt Kriminalisierung von Jägern ab

Stellungnahme von FACE, dem Dachverband der europäischen Jagdverbände, zu der Diskussion über Bleimunition im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI-Ausschuss)

Am 18. Februar 2020 fand ein Meinungsaustausch mit der Europäischen Kommission (EK) zu Bleimunition im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) statt. Dabei wurde FACE verschiedentlich von Mitgliedern des Europäischen Parlaments und der EK erwähnt.

FACE möchte folgende Punkte klarstellen:

FACE unterstützt die schrittweise Einstellung der Verwendung von Bleischrot für die Jagd über Feuchtgebieten.

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