Schlagwort-Archive: FAZ

Gansheitliches Denken

Eine problematische, sich rasch ausbreitende Tierart, genervte Anwohner, geschädigte Landwirte, zerstrittene Experten, hitzige Diskussionen um Zaunschutz, Bejagung und die Gefährdung der Bevölkerung und natürlich grüne Politiker, denen der Rundumschutz noch der gewöhnlichsten Tierart wichtiger ist als jedes berechtigte menschliche Interesse. Nein, die Rede ist nicht vom Wolf – sondern von der Nilgans. In dem Beitrag “Nicht minder anziehend ist ihr Wesen” beschreibt Friederike Haupt in der FAZ das Leiden der Frankfurter an der Nilgans. Die Neozoen breiten sich massiv aus, die vom keimbelasteten Kot der Vögel verschmutzten Liege- und Badewiesen stellen eine Gesundheitsgefahr für Kinder dar, durch ihr aggressives Verhalten und ihre zahlenmäßige Übermacht vertreiben sie andere Vögel. Die Frankfurter Umweltdezernentin, laut FAZ “eine Grüne mit Biologie-Diplom und WWF-Vergangenheit”, lehnt die erwiesenermaßen effizienteste Vergrämungsmaßnahme ab: Auf keinen Fall sollen ein paar von den Vögeln abgeschossen werden – ein klarer Fall von gansheitlichem Denken.

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FAZ-Redakteur fordert Katzensteuer

“Gewaltiger ökologischer Fußabdruck”

Der FAZ-Redakteur Jörg Albrecht fordert in der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Katzensteuer. Er weist auf die durch diverse wissenschaftliche Studien hinlänglich erwiesenen katastrophalen Auswirkungen allzu vieler streunender und verwilderter Hauskatzen hin. Selbst bei vorsichtiger Interpretation der Zahlen fände “dort draußen ein beängstigendes Gemetzel” statt, schreibt Albrecht. Doch er bietet auch Lösungsvorschläge an, die von einer Chip- und Registrierungspflicht über vorgeschriebene Sterilisation mit Eintritt der Geschlechtsreife bis zur gewagten Idee reichen, “man könnte damit aufhören, den Holocaust zu beschwören, wenn sich ein Tierheim dazu entschließt, überzählige Katzen einzuschläfern.” Man könne sogar versuchen, wagt der den Shitstorm offenbar nicht fürchtende Journalist anzuregen, “dem Elend der verwilderten Katzen vorzubeugen, indem man die Jägerschaft ohne Anpöbeleien ihrer Aufgabe nachgehen lässt.” Hört, hört…

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Jagd vorbei in Hessen?

Andreas Mohr ist engagierter Pächter eines Niederwildreviers im hessischen Wetteraukreis. Zusammen mit seinen Mitstreitern hat er den ehemaligen Braunkohleabbau in ein Niederwildparadies verwandelt. Etliche bedrohte Arten vom Feldhasen bis zum Rebhuhn fühlen sich dort wohl. Auf eine Bejagung verzichtet Mohr wegen des spärlichen Besatzes weitgehend. Doch die pseudo-ökologische Jagdgesetzgebung der grünen Landesregierung wird privates Engagement dieser Art wohl zum Erliegen bringen: Die populistischen Einschränkungen z.B. bei der Fuchsbejagung werden dem Niederwild den Garaus bereiten, fürchtet Mohr, der ein Ingenieurbüro für Umweltschutz betreibt und folglich weiß, wovon er spricht. (Vermutlich sehr viel besser, als viele Grüne.) Und wer wolle schon ein Revier pachten, in dem es nichts mehr zu jagen gebe?, fragt Mohr. “Maßlos enttäuscht” sei er von der Landesregierung, sagt der Jagdpächter in der FAZ, für deren Beitrag “Ende der Jagd” von Sven Ebbing wir hiermit eine nachdrückliche Leseempfehlung aussprechen. “Die Schuld”, so heißt es in dem Beitrag, “sieht Mohr in erster Linie bei den Grünen, die zu dirigistisch dächten und deren Ideen realitätsfern seien.” Wer hätte das gedacht? SE

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FAZ verteidigt hessische Landesjagd

Der Bund der Steuerzahler Hessen hat die Gesellschaftsjagd des Landes Hessen kritisiert: Da würde ein “elitärer Personenkreis auf Kosten der Steuerzahler zu einer solch umstrittenen Veranstaltung” eingeladen – der Sozialneid trieft aus jeder Zeile des Pamphlets. Aus welcher Ecke der Steuerzahlerbund seine Munition bezieht, ist keine große Überraschung: “Die Kosten für die Veranstaltung im Forst von Groß-Gerau mit anschließendem Festessen in einem Fünf-Sterne-Hotel belaufen sich nach Angaben von Umweltministerin Priska Hinz auf insgesamt rund 22.000 Euro”, heißt es daselbst. Priska Hinz ist Grüne und steht wegen der umstrittenen und ideologisch motivierten Jagdverordnung in Hessen in der Kritik.

Doch es geschehen noch Zeichen und Wunder: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), ein ziemlich einsamer Leuchtturm in der deutschen Medienlandschaft, springt der Jagd bei. In seinem Kommentar “Schnellschuss auf die Jagd” sagt Matthias Alexander, was zu dem Thema zu sagen ist. Weshalb an dieser Stelle der Hinweis auf diesen Beitrag genügen soll. SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen Beitrags in der FAZonline.

Leseempfehlung: Die Rückkehr der Wölfe – nach Kalifornien

Auch in Kalifornien, wo der Wolf 1924 lokal ausgerottet wurde, löst die Rückkehr des Raubtiers einerseits Euphorie, andererseits Ängste und Konflikte aus. Christiane Heil berichtet in der FAZ in einem lesenswerten Beitrag über die Stimmungslage in dem US-Bundesstaat. Vieles wird dem deutschen Leser vertraut vorkommen, einen großen Unterschied haben wir ausgemacht: Ehrlichkeit. Anstatt den Betroffenen Gewissheiten vorzugaukeln und beispielsweise das alte Lied von der “natürlichen Scheu” der Wölfe anzustimmen, sagt die in dem Beitrag ausführlich zitierte Naturschützerin und Leiterin der Wolfssschutzorganisation California Wolf Center, Karin Vardaman: „Wir können nicht absehen, welche Rolle der Wolf für das Ökosystem des Bundesstaates spielen wird. Wir wissen auch nicht, wie groß die Population in ein paar Jahren oder Jahrzehnten sein wird.” Vorbildlich. SE

Beitragsbild: Bildschirmfoto des empfohlenen Beitrags in der FAZ online.

Unbedingt lesen: Björn Lomborg über “Deutschlands gescheiterte Klimapolitik” in der FAZ

Wer glaubt oder im Zweifel darüber ist, dass bzw. ob Windräder im Wald und Solarkollektoren auf deutschen Äcker doch eine gute Sache sind, sollte diesen Artikel lesen. Und alle anderen auch.

“Die einfache unbequeme Wahrheit lautet”, schreibt Björn Lomborg in der FAZ online, “dass Solar- und Windenergie noch nicht ausgereift sind: Sie sind zu teuer und benötigen teure Reserven, wenn der Wind nicht bläst oder die Sonne nicht scheint. Solange wir es nicht schaffen, Kosten und Effizienz erneuerbarer Technologien dramatisch zu verbessern, bleibt es bei selbstgefälliger Schönfärberei für westliche Gutmenschen.”

Die Subventionen für erneuerbare Energien in Deutschland erreichten dieses Jahr “sagenhafte 21,8 Milliarden Euro oder 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.”, so Lomborg: “Allein für Solaranlagen habe Deutschland insgesamt Förderzusagen von mehr als 100 Milliarden Euro gemacht. Das habe zum “schwindelerregenden Anstieg der deutschen Strompreise geführt. Den Daten der OECD und der Internationalen Energieagentur zufolge sind die Strompreise für deutsche Haushalte zwischen 2000 und 2013 inflationsbereinigt um 80 Prozent gestiegen.”

Doch: “Für all diese Milliarden erreicht Deutschland sehr wenig Nutzen für das Klima. Die veranschlagten 100 Milliarden Euro für Solaranlagen sollen in den kommenden 20 Jahren die CO2-Emissionen jährlich um schätzungsweise 12,8 Megatonnen (Mt) senken. Wird diese Rechnung in einem Standard-Klimamodell durchgeführt, ist das Ergebnis eine verschwindend geringe Temperatursenkung von weniger als 0,0001 Grad Celsius bis zum Jahr 2100. Anders gesagt: Die 100 Milliarden Euro, die Deutschland in Subventionen für Solaranlagen steckt, werden die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts um 37 Stunden verzögern.”

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Jagd und Medien: Juchhe, ein Klischee!

Neulich unterhielt ich mich mit einem Journalisten-Kollegen, der für ein Berliner Revolverblatt als Lokalreporter unterwegs ist. Seine Job Description sieht ungefähr so aus: Polizeifunk abhören, vor der Rettungswache rumlungern und bei einem vielversprechendem Vorfall den Einsatzkräften hinterherbrettern, um möglichst als erster am Ort des Geschehens zu sein. Am Tat- oder Unfallort angelangt gilt es dann, sich mit Edelstahlellenbogen durch die Horden der Gaffer und Retter zu drängen (man ist nämlich nie als erster da), um schöne scharfe Farbfotos von geschockten Zeugen, blutüberströmten Opfern und rauchenden Wracks zu machen und dabei möglichst noch ein paar O-Töne einzufangen. Wobei es zunehmend zum Problem wird, dass die Gaffer die Bilder und Filmchen von ihren Smartphones dann schon längst ins Netz geladen haben.

Der Kollege erzählte von einem Unfall, den er letztens im Rahmen seiner beruflichen Pflichten dokumentiert hat: Manta-Manni war mit seiner Breiter-härter-tiefer-Karre im tiefsten Wedding unterwegs, hatte die die Wirkung von ein paar Bierchen auf seine Reaktionsfähigkeit unter-, die Straßenlage seines Opels überschätzt, und war infolgedessen mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Betonpoller gerast. Die Kiste überschlug sich und blieb übelst zerknautscht mit dem hilflos eingequetschten Manta-Manni darin auf dem Dach liegen. Die Feuerwehr schnitt ein Loch in die Tür, zerrte den blutüberströmten Typen heraus, worauf der sagte: “Alles klar Jungs, ich bin okay!” Köstlich, fanden der Kollege und ich, da weiß man gleich, welchen Fernsehsender der guckt. “Aber das ist ja so klischeemäßig, das kann man ja nicht schreiben.”, sagte der Kollege.

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Überzeugungstäter

Wie eine Metzger eine Vegetarierin überzeugt, wieder Fleisch zu essen: Durch handwerkliche Methoden und Maßstäbe, durch handwerkliches Können, durch verantwortungsvolle Produktion und die so erzeugte Qualität. In dem Beitrag “Der Metzger” von Autorin Franziska Jäger (!) geht es zwar um das Berufsbild des Fleischers, aber Jäger als Wildbretproduzenten geht das auch an. Weil wir mit den gleichen Qualitäten, mit Transparenz und sauberem Handwerk, punkten und überzeugen können. Weil die EU-Vorschriften, die das Metzgerhandwerk bedrohen, uns auch einschränken – zu Gunsten der Fleischindustrie. “Der Metzger” von Franziska Jäger in der FAZ online – eine Leseempfehlung von www.jawina.de. Weiterlesen

“Alles andere als ein Nachwuchsproblem”

Jetzt hat es auch die FAZ gemerkt: In Deutschland gibt es immer mehr Jäger. “Kurios” sei das, schreibt Redakteurin Jennifer Wiebking in ihrem Beitrag “Der eine isst kein Fleisch, der andere schießt es selbst”, einer bemerkenswert unvoreingenommenen Annäherung an Jagd und Jäger: Immer mehr Deutsche entschieden sich, Vegetarier zu werden – und doch gebe es hierzulande inzwischen so viele Jäger wie noch nie zuvor, wundert sich die Autorin. Einen Tag hat sie zu Recherchezwecken auf dem Hochsitz verbracht und dabei eine Gemeinsamkeit (!) zwischen Jägern und Vegetariern (!!) entdeckt: Auch Jäger sehnten sich nach einer Veränderung im Leben. Werden jetzt doch noch alle Menschen Brüder? Jedenfalls: Leseempfehlung! SE

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Städter verklären Landleben

Immer weniger Menschen leben und arbeiten auf dem Land – möglicherweise gerade deshalb glauben immer mehr Menschen, auf dem Land lebe es sich besser. Das ist jedenfalls eines der Ergebnisse einer vom Allensbach-Institut im Auftrag der FAZ durchgeführten Studie. Während im Jahr 1956 noch 59 Prozent der Befragten der Ansicht waren, man habe in der Stadt “mehr vom Leben”, und nur 19 Prozent dem Landleben dem Vorzug gaben, votierten bereits 1977 nur noch 39 Prozent für die Stadt und 43 für das Land. Heute sind nur noch 20 Prozent der Befragten überzeugte Städter.

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