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EuGH verbietet Finkenfang auf Malta

+++ Niedersachsen: Pferde auf der Weide durch Bisswunden verletzt – Wölfe unter Verdacht +++ Bayern: Wilderer lässt erlegtes Schmalreh auf Parkplatz liegen +++ Bayern: Aufregung um geschmackloses Jagdvideo +++

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in einem Urteil vom 21. Juni entschieden, dass der traditionelle Fang von Finken auf Malta illegal ist. Auch wenn es auf den ersten Blick nur um den Vogelfang geht, ist das Urteil für die gesamte Jagd in Europa von einiger Brisanz. Denn zum einen beruft sich der EuGH zur Begründung seines Urteils u.a. auf eine Studie einer Vogelschutzorganisation, zum anderen bewertet der EuGH eine “Entnahme von Vögeln zu Freizeitzwecken nicht als vernünftig”.

FACE: “Eine weitere extrem restriktive Auslegung der EU-Vogelschutzrichtlinie” – Nabu begrüßt Urteil

Zur Begründung des Urteils gegen Malta führt das Gericht aus: “Malta hat dadurch gegen Unionsrecht verstoßen, dass es eine abweichende Regelung erlassen hat, mit der der Fang von sieben wildlebenden Vogelarten erlaubt wird. Diese Regelung steht nicht mit den strengen Voraussetzungen im Einklang, die die Richtlinie über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten vorsieht. Eine Unionsrichtlinie [gemeint ist die Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten, üblicherweise als EU-Vogelschutzrichtlinie bezeichnet. Hier geht es vor allem um Artikel 9, 1c]  bestimmt, dass die Mitgliedstaaten alle erforderlichen Maßnahmen zur Schaffung einer allgemeinen Regelung zum Schutz bestimmter Vogelarten erlassen. Die Mitgliedstaaten können allerdings in Abweichung von dieser Pflicht unter streng überwachten Bedingungen selektiv den Fang, die Haltung oder jede andere vernünftige Nutzung bestimmter Vogelarten in geringen Mengen ermöglichen, sofern es keine andere zufriedenstellende Lösung gibt.

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Wie man Umfragen manipuliert…

Die EU-Kommission führt zur Zeit einen sogenannten “Fitness-Check” für die europäischen Naturschutzrichtlinien, der Vogel-Richtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) durch. Zahlreiche Verbände, darunter der Deutsche Jagdverband (DJV) haben ihre Mitglieder aufgerufen, sich an der Umfrage zu beteiligen. Einige Verbände, darunter der WWF und Friends od the Earth Europe, gehen einen – anrüchigen – Schritt weiter. Auf der Internetseite naturealert.eu haben die Verbände für den Teil ihrer Anhängerschaft, der mit dem eigenständigen Denken so seine Probleme hat, genehme Antworten im Sinne der Verbandspolitik vorformuliert. Nur noch Namen und Adresse eintragen und “Los geht’s!” drücken – und schon übernehmen die freundlichen Spendensammlervereine das Denken für Sie. Aus einer Umfrage wird auf diese Weise eine Unterschriftensammlung, wie die Jägerstiftung Natur & Mensch zu Recht moniert.

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Falsche (Tier-)Freunde

“Tierfreunde” sollen es diversen Medienberichten zufolge sein, die sich über die Bekämpfung “eingeschleppter Beutegreifer” – darunter auch verwilderte und streunende Hauskatzen – in niedersächsischen Vogelschutzgebieten ereifern. Mit Uferschnepfe, Wachtelkönig, Kiebitz, Bekassine, Großem Brachvogel und Rotschenkel sind diese Leute aber anscheinend nicht so gut befreundet. Alle diese Vögel sind stark gefährdet – unter anderem, weil ihnen opportunistische Arten und (teils eingeschleppte) Kulturfolger wie Füchse, Marderhunde, Waschbären, Ratten und eben auch Hauskatzen immer intensiver nachstellen. Diverse wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass bei dem bestehenden hohen Prädationsdruck, streunende Katzen über den Bruterfolg und damit das Überleben bedrohter Vogelarten entscheiden können. Glauben unsere wie gewohnt lautstark protestierenden Katzenfreunde, sie hätten ein Recht, ihre Stubentiger auf Rote-Listen-Arten weidwerken zu lassen?

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