Schlagwort-Archive: Entschädigung

EU-Kommission: 100 Prozent Entschädigung bei Wolfsrissen keine unzulässige Beihilfe

Hundertprozentige staatliche Unterstützung für Vorsorge und Entschädigung bei Wolfsrissen möglich – Landwirte können ihre Investitionen in Vorsorgemaßnahmen gegen Wolfsrisse künftig zu 100 Prozent erstattet bekommen. Das entschied die Europäische Kommission gestern und verbesserte die Entschädigungsquote damit um 20 Prozentpunkte.

Die Europäische Kommission hat gestern entschieden, dass Investitionen in Vorsorgemaßnahmen gegen Risse von Weidetieren durch Wölfe zu 100 Prozent durch die Länder finanziert werden können, ohne dass dies als unzulässige Beihilfe gilt. Bislang konnten Schafhaltern und Landwirten nur 80 Prozent der Vorsorgekosten, etwa für die Anschaffung von wolfssicheren Zäunen oder von Herdenschutzhunden erstattet werden. Auch solche Schäden, die infolge eines Wolfsrisses auftreten, dürfen fortan vollständig erstattet werden. Neu ist, dass dies auch für indirekte Schäden gilt, wie zum Beispiel für die Behandlungskosten gerissener Tiere beim Veterinär oder für die Arbeitskosten bei der Suche versprengter Tiere nach einem Angriff. Auch hier waren vorher nur 80 Prozent staatliche Erstattung zulässig.

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Belgien: Jäger fordern Entschädigung für ASP-Bekämpfung

Belgische Jäger leisten einen großen Beitrag bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien, wo bisher 104 Fälle der Tierseuche offiziell registriert wurden: Sie suchen und bergen Kadaver und transportieren tote Wildschweine zur Entsorgung ab. Zuvor haben viele Jäger an den geforderten Schulungen in Biosicherheit teilgenommen, wie der belgische Jagdverband Royal Saint Hubert Club de Belgique (RSHB) in einer Pressemitteilung schreibt. Dies koste viel Zeit und Energie, auch fielen Kosten für den Transport an, für die die belgischen Jäger bislang keine Kompensation erhalten. Der RSHB schlägt deshalb eine Entschädigung für Jäger vor, wie sie etwa Tschechien seinen an der ASP-Bekämpfung beteiligten Jägern gewährt. Für Frischlinge und Überläufer bis 50 Kilogramm, die in der Restriktionszone zur Ausdünnung des Bestands erlegt werden, würden dort 153 Euro für Frischlinge und Überläufer bis 50 Kilogramm bezahlt, für ausgewachsene Wildschweine 306 Euro und für tot gefundene Sauen 192 Euro. Darüber hinaus entschädige der tschechische Staat die Weidleute für Wildbretverluste (38 Euro für Frischlinge, 76 Euro für Überläufer, 123 für mehrjährige Stücke) und zahle für jedes Wildschwein, das über die durchschnittliche Strecke der letzten drei Jahre hinaus erlegt wird, eine Prämie von 78 Euro.

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Sachsen: Ministerpräsident stellt Schafzüchtern Hilfe gegen Wölfe in Aussicht

“Wölfe, die Weidetiere reißen, müssen erschossen werden dürfen” – “Kein Artenschutz für Hybriden”

Der sächsische Ministerpräsdient Michael Kretschmer (CDU) hat sich bei Cunnewitz (Landkreis Bautzen) mit Schafzüchtern getroffen und Hilfe für Weidetierhalter in Aussicht gestellt. Mehr als 220 Schafe und Ziegen wurden von den Wölfen des Rosenthaler Rudels bereits gerissen, ein Schäfer hat alleine bereits fast 80 Schafe an die Wölfe verloren, berichtet die Sächsische Zeitung (SZ). Ministerpräsident Kretschmer erklärte der SZ zufolge, dass es zulässig sein müsse, Wölfe, die Weidetiere reißen, zu schießen. Dies sei auch die Meinung der Landesregierung, die daher eine Überprüfung des Schutzstatus von Wölfen und bundeseinheitlich geltende Regeln für den Abschuss von Problemwölfen fordere. Für Wolfshybriden, also Kreuzungen von Wölfen und Hunden, dürfe es keinen Artenschutz geben. Die Schäfer im Streifgebiet des Rosenthaler Rudels haben in einer Petition an den Landtag die Entnahme des Rudels gefordert. Die immer aufwändigeren Herdenschutzmaßnahmen erwiesen sich zunehmend als unpraktikabel, kritisierten die Schäfer, die Entschädigungen, wenn sie denn gezahlt werden, würden nicht den tatsächlichen Wert der gerissenen Tiere ersetzen. Kretschmer versprach, dass die “Art und Weise” und die Höhe der Entschädigungen überprüft werde. red.

Beitragsbild: Schafe (Symbolbild). Foto: SE

Sachsen: 765.000 Euro für den Wolf in 2017

+++ Österreich: “Wolf wird Millionen kosten” +++ Mecklenburg-Vorpommern: Jäger schießt 630-Gramm-Monsterbock +++ USA: Bundesstaat Wyoming erlaubt erstmals nach 44 Jahren Jagd auf Grizzlys +++

Knapp 765.000 Euro hat das Land Sachsen im Jahr 2017 für Entschädigungen und Forschung im Zusammenhang mit dem Wolf sowie die Tätigkeit des Kontaktbüros “Wölfe in Sachsen” ausgegeben. Das geht aus der Antwort des sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums (SMUL) auf eine Kleine Anfrage (Drs.-Nr.: 6/13130) des CDU-Abgeordneten Andreas Heinz hervor. Knapp 258.000 Euro wurden für Präventionsmaßnahmen, also den Schutz von Weidetieren vor Wolfsrissen ausgegeben, 254.000 Euro kosteten wissenschaftliche Begleitung und Wolfsmanagement. Allein an die umstrittene Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung mit Sitz Frankfurt/Main, die die DNA-Analysen bei Wolfsrissen durchführt, überwies der Freistaat Sachsen “2014 144,8 TEuro, 2015: 118,4TEuro, 2016 123,6 TEuro und 2017: 160,2 TEuro.”

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Schweden: 12,4 Millionen Entschädigung für Raubtierschäden in 2017

Im Jahr 2017 fielen in Schweden 44 Hunde Großraubtieren zum Opfer

Der schwedische Staat zahlte im Jahr 2017 für Entschädigungen an die betroffenen Eigentümer und Notfallmaßnahmen 12,4 Millionen Schwedische Kronen (SEK, ca. 1,2 Mio. Euro). Das berichtet die schwedische Jagdseite SvenskJakt. Demnach wurden in 2017 44 Hunde von großen Raubtieren getötet oder verletzt, wobei nur die Hunde gezählt werden, die nicht zur Jagd auf die Prädatoren eingesetzt wurden: 29 Hunde wurden von Wölfen getötet, 12 von Luchsen, zwei von Bären, in einem Fall ist der Verursacher unbekannt.

Die meisten Angriffe durch Raubtiere auf Hunde ereigneten sich in der schwedischen Provinz Värmland, dort wurden zehn Hunde attackiert, neun davon von Wölfen. 2017 wurden an Entschädigungen für von geschützten Raubtieren gerissene Hunde 354.000 SEK und weitere 516.000 SEK für Präventivmaßnahmen bezahlt. Die Zahl der gerissenen und getöteten Hunde schwankt in Schweden von 1997 bis 2017 zwischen 0 und 70 Stück. SE

Beitragsbild:

 

Mecklenburg-Vorpommern: Wolf reißt 14 Schafe bei Eldena

Am 31.08.2017 kam es zu einem Rissvorfall bei Eldena im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Dabei wurden 14 Schafe getötet und 3 weitere verletzt, wobei die Verletzungen teilweise so schwerwiegend waren, dass weitere Tiere getötet werden mussten. Im Ergebnis der Rissbegutachtung sind ein Wolf oder mehrere Wölfe als Verursacher wahrscheinlich. Zur weiteren Untersetzung des Befundes wurden Genetikproben genommen, wie das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (LUMV) mitteilt. Die Erfordernisse eines Grundschutzes der Nutztiere waren im vorliegenden Fall nicht erfüllt, so das LUMV – der Schäfer bleibt auf dem entstandenen Schaden also wohl sitzen.

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Backhaus: “Weitere Überlegungen hinsichtlich des künftigen Umgangs mit dem Wolf erforderlich”

+++ Niedersachsen: Wolfsangriff am hellichten Tag +++ Mahnfeuer gegen Wölfe in Goldenstedt +++ MV: Bauernbund bekräftigt Forderung nach Obergrenze für Wölfe +++

Ein gerissenes Kalb hat der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, zum Anlass genommen, auf “offene Fragen” beim Wolfsmanagement hinzuweisen. Bei dem Rissvorfall am 4. April 2017 war ein totes Kalb bei Ramin südöstlich der Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aufgefunden und dem Wolfsmanagement gemeldet worden. Das neugeborene , ca. 40 Kilogramm schwere Kalb ist nach den vorliegenden Erkenntnissen außerhalb der Weide verendet, der Weidezaun bestand aus einer Litze, unter der das Kalb offenbar im Vorfeld durchgeschlüpft war. Zum Kadaver gehörte eine etwa 15 Meter lange Schleifspur.

Am Hals des Tieres fanden sich nach Bewertung des Rissgutachters Krallen-ähnliche Spuren, es war jedoch nicht klar, ob diese postmortal entstanden sind. Darüber hinaus war das Tier insbesondere im Bauchraum befressen, unter anderem auch von Nachnutzern wie Fuchs und Kolkrabe. Das Tier wurde geborgen und durch den Halter und seinen betreuenden Tierarzt der Transport zum Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit (LALLF) und Fischerei zur Untersuchung der tatsächlichen Todesursache organisiert. Im LALLF wurde das Kalb pathologisch untersucht. Demnach waren Hämatome im Halsbereich festzustellen und es besteht auch der Verdacht einer Fruchtwasseraspiration, welche das Tier im Vorfeld des Übergriffs geschwächt haben könnte. Vorsorglich wurde eine Tupferprobe genommen, die bislang nicht ausgewertet wurde.

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Sachsen-Anhalt: FDP fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Rechtsanspruch auf Entschädigung von Wolfsschäden für Weidetierhalter

„Die Population des Wolfes entwickelt sich rasant. Um die Art einerseits zu erhalten, andererseits bei Problemen mit Wölfen auch handeln zu können, schlagen wir ein bundesweit einheitliches Monitoringprogramm vor“, erklärt Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt.  Zudem solle der Wolf bei ganzjährigem Schutz in das Jagdrecht. In dem am 27. Ordentlichen Parteitag beschlossenen Antrag „Umgang mit Wölfen“, fordern die Freien Demokraten die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht.  Dieses Jagdrecht soll besonders sicherstellen, dass verletzten Wölfen der Fangschuss gegeben werden darf, etwa nach Unfällen mit Kraftfahrzeugen. Zugleich ermögliche dies auch zügiges Handeln, wenn etwa einzelne Wölfe zu Problemen werden, so die FDP Sachsen-Anhalt auf ihrer Internetseite.

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Gerissenes Fohlen: War es doch kein Wolf?

Unklare Beweislage wegen “starker Nutzung des Kadavers”

Der Islandpferde-Züchter Götz George, auf dessen Hof Ende Mai ein Fohlen mutmaßlich vom Wolf gerissen wurde, ist ein bedächtiger Mensch. Unmittelbar nach dem Vorfall gab er zu Protokoll, dass er dem Wolf keinen Vorwurf machen könne. Jetzt, nachdem ihm der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in einem Schreiben lapidar mitgeteilt hat, dass er nicht die volle Entschädigung für das wertvolle Fohlen erhalten werde, äußert er sich ähnlich zurückhaltend: Er sei “etwas betreten, dass man das nicht anerkenne.” Angesichts der haarsträubenden Begründung des NLWKN würde manch anderer wohl weitaus drastischere Formulierungen wählen. Denn der Landesbetrieb verkündet, dass die “Todesursache des Fohlens aufgrund der starken Nutzung des Kadavers nicht mehr festgestellt werden” konnte. Sprich: Der Verursacher hat so viel von dem Fohlen gefressen, dass die kargen Überreste keine Rückschlüsse auf ihn erlauben. Eine Argumentationslinie, die das Wohlwollen von Tierhaltern gegenüber dem Wolf empfindlich schmälern dürfte.

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