Schlagwort-Archive: Entnahme

Neue Regelungen zum Umgang mit dem Wolf treten in Kraft

Morgen tritt eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes in Kraft, die die Entnahme von problematischen Wölfen zu leichteren Bedingungen möglich macht. Denn mit der Ausbreitung des Wolfsbestandes in Deutschland haben auch die wolfsbedingten Nutztierrisse deutlich zugenommen. Die Anzahl von Nutztierschäden – diese umfassen verwundete und getötete Tiere – steigerte sich von 40 Tieren im Jahr 2006 auf rund 2050 Tiere im Jahr 2018. Darunter leiden die Weidetiere und die Weidetierhalter haben mit starken wirtschaftliche Einbußen zu kämpfen, sie sind massiv verunsichert sowie teils in ihrer Existenz bedroht – einige Schäfer mussten bereits aufgeben.

Um Weidetierhaltung weiter zu ermöglichen, sieht die Novellierung, die heute verkündet wurde, daher vor, dass für Nutztierhalter als Grundlage für eine Abschussgenehmigung zukünftig ausreicht, dass ihnen ernste wirtschaftliche Schäden drohen. Das soll es auch Hobbyschäfern ermöglichen, Entschädigungen zu bekommen. Bisher musste der betroffene Tierhalter in seiner Existenz bedroht sein. Zudem ist nun ein Abschuss auch dann möglich, wenn unklar ist, welcher Wolf genau für Nutztierrisse verantwortlich ist. Es dürfen so lange einzelne Rudelmitglieder in der jeweiligen Gegend entnommen werden, bis es keine Angriffe auf Nutztiere mehr gibt.

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Thüringen: Weiterer Wolfshybride erlegt

+++ Weitere Verschärfung des Waffenrechts gefordertDeutscher Schützenbund skeptisch +++ Wölfe in Sachsen und Sachsen-Anhalt überfahren +++ Österreich: Mit Fuchs verwechselt – Jäger erschießt Hund +++ 

Eilantrag des Nabu erfolgreich: Ohrdrufer Wölfin darf vorerst nicht geschossen werden

Am Freitag wurde in der Region Ohrdruf ein männlicher, schwarzer Wolf-Hund-Hybrid geschossen. Der Kadaver wird im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung weiter untersucht. Nach dem Abschuss von nun drei Exemplaren binnen 8 Tagen gehen die Behörden von zwei verbliebenen Wolf-Hund-Mischlingen im Revier um Ohrdruf aus.

Die im Frühjahr 2019 geborenen Mischlinge waren aus der Verpaarung der Ohrdufer Wölfin GW267f und ihrem 2017 geborenen Sohn GW 07xm hervorgegangen. Das hatten Auswertungen von DNA-Material ergeben. Der Thüringer Wolfmanagementplan sieht das Entnehmen von Wolf-Hund-Mischlingen aus der freien Natur vor. Das Umweltministerium hatte im September 2019 die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme der Wolf-Hund-Mischlinge erwirkt.

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Thüringen: Weiterer Hybrid-Abschuss bei Ohrdruf

Am Mittwoch wurde in der Region Ohrdruf ein weiblicher Hund-Wolf-Hybrid geschossen. Das tote Tier wird – wie auch der am vergangenen Freitag geschossene Hybrid – im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung weiter untersucht. Die Behörden gehen von drei verbliebenen Wolf-Hund-Mischlingen im Revier um Ohrdruf aus. Der Thüringer Wolfmanagementplan sieht das Entnehmen von Wolf-Hund-Mischlingen aus der freien Natur vor. Das Umweltministerium hatte im September 2019 die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme der Wolf-Hund-Mischlinge erwirkt. PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

 

Thüringen: Allgemeinverfügung zur Entnahme der Wolf-Hund-Hybriden

Umweltstaatssekretär Möller informiert Jagdverbände und Jagdausübungsberechtigte über weiteres Vorgehen um den Standortübungsplatz Ohrdruf

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) erlässt in den kommenden Tagen eine Allgemeinverfügung zur Entnahme der Wolf-Hund-Hybriden im Umfeld des Standortübungsplatzes Ohrdruf. Darüber informierte Umweltstaatssekretär Olaf Möller heute bei einem Treffen mit Thüringer Jagdverbänden und örtlichen Jagdausübungs-berechtigten in Crawinkel (Ilmkreis). Die Verfügung soll im Thüringer Staatsanzeiger vom 24.02.2020 erscheinen und am Folgetag in Kraft treten.

“Trotz großen Einsatzes aller Beteiligten ist es bislang nicht gelungen, die Wolf-Hund-Hybride zu entnehmen. Die Allgemeinverfügung wird die Möglichkeit zum Abschuss erweitern. Dadurch ergeben sich bessere Chancen, die Hybride noch vor einem möglichen Abwandern zu erlegen“, so Umweltstaatssekretär Möller heute in Crawinkel.

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Niedersachsen: Der Dauerbrenner – Genehmigung zur Tötung des Wolfsrüden GW717m wird nochmals erneuert

+++ Österreich: Betrunkener Jäger nimmt Gastwirt mit Jagdmesser an +++ Belgien: Wolf gönnt sich zu Weihnachten ein Känguru +++ Thüringen: Jäger fängt Brief ins Jenseits ab +++ Brandenburg: 1,40-m-Zaun überwunden, vier Schafe gerissen +++ 

Die bis Ende Dezember befristete artenschutzrechtliche Genehmigung zur Entnahme des Wolfsrüden GW717m wird bis zum 31.01.2020 verlängert und das Verfahren zur Entnahme weiter unter Hochdruck vorangetrieben. Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken besteht unverändert fort, wie das Niedersächsische Umweltministerium mitteilt. PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Thüringen: Umweltministerium bereitet Antrag auf Entnahme der Wölfin GW267f vor

Das Thüringer Umweltministerium erarbeitet aktuell einen Antrag auf die letale Entnahme von GW267f, der Wölfin von Ohrdruf. Das inzwischen belegte mehrfache Überwinden des Herdenschutzes, auch optimaler Schutzzäune, ist nach Einschätzung von Experten als problematisch einzustufen. Der Antrag durch das zuständige Ministerium ist notwendig, um nun koordiniertes staatliches Handeln zu sichern. Die zuständige Bewilligungsbehörde für den Antrag ist das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz.

„Die aktuellen Bilder von 24 gerissenen Schafen bei einem Nutztierhalter in nur einer Nacht lassen niemanden kalt. Ich kann jeden Landwirt verstehen, der ein Handeln von Seiten der Behörden einfordert. Das Bundesnaturschutzgesetz gibt uns jetzt den nötigen Handlungsrahmen, um die Last von den betroffenen Nutztierhaltern zu nehmen“, so Umweltministerin Anja Siegesmund.

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Wolf GW924m in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen

Allgemeinverfügung zur Entnahme wird außer Kraft gesetzt

Der Wolf GW924m, der innerhalb eines festgelegten Entnahmegebietes in den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Segeberg im Rahmen einer Allgemeinverfügung von registrierten Jagdausübungsberichtigten geschossen werden darf, hält sich derzeit sehr wahrscheinlich nicht mehr im Entnahmegebiet auf. Eine DNA-Probe hat am 15. November bestätigt, dass GW924m am 26. Oktober bei Grambow/Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern Nutztiere gerissen hat. Bereits am 21. Oktober konnte GW924m mittels DNA-Analyse nach Nutztierrissen in Schwochel/Ostholstein nachgewiesen werden.

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DJV zum EuGH-Urteil: Wolfsentnahmen möglich, aber nur unter strengen Anforderungen

Der europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat sich mit einem Urteil zur Wolfsjagd in Finnland zu den Voraussetzungen einer Ausnahme vom strengen Schutz nach der FFH-Richtlinie geäußert. Ausnahmen sind danach aus vielen Gründen möglich, die Anforderungen an eine solche Entscheidung sind jedoch hoch. Zudem lässt das Urteil Raum für weitere juristische Auseinandersetzungen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in seinem heute veröffentlichten Urteil zur Wolfsjagd in Finnland klargestellt, dass eine behördliche Entscheidung über eine Ausnahme vom strengen Schutz nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) aus vielerlei Gründen möglich ist, aber strengen Anforderungen unterliegt. Finnland hatte eine Ausnahme zugelassen, um illegale Tötungen zu verhindern und der Bevölkerung Handlungsspielraum zu ermöglichen. Der EuGH sieht dieses Vorgehen kritisch.

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Schleswig-Holstein: LJV nimmt Stellung zu Beteiligung von Jägern an Wolfsabschuss

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV SH) hat auf Aufforderung des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Digitalisierung (MELUND) eine Stellungnahme zur geplanten Einbeziehung von Jägern bei der Entnahme des Problemwolfs GW924m abgegeben. Darin begrüßt der LJV das Vorhaben, “die Berechtigung zum Abschuss des Wolfs GW924m auf die Jagdausübungsberechtigten der betroffenen Jagdreviere durch eine Allgemeinverfügung auszudehnen.” Angesichts der Schwierigkeit der Entnahme spricht sich der LJV dafür aus, auch Begehungsscheininhaber und Jagdgäste einzubeziehen. Aus Sicht des LJV SH stellt der geplante EIngriff jedoch lediglich eine “situative Reaktion” dar. Um ein Akzeptanzproblem für große Beutegreifer im ländlichen Raum zu vermeiden, sei jedoch ein “vollumfängliches Wolfsmanagement” künftig unabdingbar.

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Niedersachsen: Wolfsentnahme wird etwas teurer

+++ Brandenburg: Hinterlauf gebrochen – Elch in Eberswalde geschossen +++ Österreich: Hund verendet in Conibear-Falle +++ Tödlicher Jagdunfall in der Schweiz: Täter und Opfer waren beste Freunde +++ Wölfe unter Verdacht: Schafe, Pferd, Kalb +++Schweiz: Jagdunfall – Jäger (79) schießt sich in die Hand +++ Südkorea: ASP-Ausbruch bei Hausschweinen +++

150.000 statt 83.000 Euro für externen Dienstleister

Die Kosten für die geplante, aber bislang erfolglose Entnahme des “Problemwolfs” GW717m laufen aus dem Ruder. Das ergibt sich aus der Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Stand bisher ein Betrag in Höhe von rund 83.000 Euro als Kosten für den externen Dienstleister im Raum, der das Land Niedersachsen “bei der “Individualisierung und dem Entnahme-Verfahren unterstützt”, so ist in der Antwort der Landesregierung von 150.000 Euro die Rede. Ohne die Präventionsmaßnahmen für den Herdenschutz einzurechnen, fallen für das Wolfsmanagement Kosten in Höhe von knapp 1,4 Millionen Euro an (siehe Beitragsbild). Diese werden unter anderem für Besenderungsversuche, eine “Eingreiftruppe Herdenschutzhunde”, DNA-Analysen oder Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben. Die Kosten für die Entnahme eines Wolfs überstiegen die Kosten für”alle Schäden durch Wölfe im ganzen Land”, bemerkte der Grünen-Politiker Christian Meyer süffisant gegenüber dem NDR. SE

Beitragsbild: Aus der Antwort der Niedersächsischen Landesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen (Screenshot, Ausschnitt).

Die Red. dankt JAWINA-Leser GM für den Hinweis!