Schlagwort-Archive: Enten

Vogelwarten: Ringfunde melden!

Werden beringte Gänse oder Enten erlegt, liefern die Daten der Vogelringe wichtige Erkenntnisse, beispielsweise über ihr Zugverhalten. Erfolgt diese Weitergabe von Ringdaten an die zuständigen Vogelwarten nicht, gehen viele wertvolle Informationen unnötigerweise verloren. Der DJV ruft dazu auf, Ringfunde konsequent zu melden und verweist auf seine aktualisierte Empfehlung zur Jagd auf Wildgänse.

Im Jagdjahr 2016/2017 wurden deutschlandweit knapp 95.000 Wildgänse und circa 318.000 Wildenten im Rahmen ihrer nachhaltigen Nutzung oder zur Wildschadensabwehr erlegt. Darunter finden sich bisweilen Exemplare, die den Ring einer Vogelwarte tragen. Die Informationen, die mit den Vogelringen verbunden sind, lassen beispielsweise Rückschlüsse über das Zugverhalten und Zugwege oder auch die Ortstreue von Brutpaaren zu. Zur guten fachlichen Praxis bei der Bejagung von Wasserwild wie Graugans oder der invasiven Nilgans gehört, dass die Ringdaten an die für das jeweilige Bundesland zuständige Vogelwarte gemeldet werden. Hierdurch lassen sich für die Jagd relevante Entwicklungen einzelner Wildvogelbestände ableiten. Der Deutsche Jagdverband (DJV) klärt im Interview mit Simon Hinrichs, einem ehrenamtlichen Beringer der Vogelwarte Helgoland, welche Bedeutung die Ringe für die Forschung haben und wie man Funde meldet.

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Österreich: Vorarlberg verbietet Jagd auf ausgesetzte Fasane

Das österreichische Bundesland Vorarlberg will die Jagd auf unmittelbar zuvor ausgesetzte Fasane verbieten lassen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liege bis Oktober zur Begutachtung vor, wie die Kleine Zeitung unter Berufung auf eine Presseinformation der Tierrechtler-Vereins “Verein gegen Tierfabriken (VGT)” meldet. Demnach soll das Aussetzen von Fasanen genehmigungspflichtig werden, die Jagd auf kurz zuvor ausgesetztes Federwild ganz verboten werden. Die Genehmigung zum Aussetzen von Fasanen solle grundsätzlich nicht erteilt werden, wenn dies lediglich der Erhöhung der Jagdstrecke diene. Vorarlberg ist nach Wien das zweite Bundesland, das eine entsprechende Regelung einführt. Die geplante Neuregelung ist ein schöner Erfolg für die Jagdgegner vom VGT – zu verdanken haben die österreichischen Jäger diese neuerliche Einschränkung ihrer Möglichkeiten jedoch, das muss man ganz klar sagen, vor allem jenen einschlägig bekannten Gatterbetreibern, die das bislang legale Aussetzen von Federwild für lukrative Abschussorgien auf halbzahmes Wild (Jagd kann man das nicht nennen) in exzessiver und das Ansehen von Jagd und Jägern massiv schädigender Weise missbraucht haben. SE

Beitragsbild: Deutsch Drahthaar apportiert Fasan – wir Jäger sollten nicht zulassen, dass skrupellose Gatterschießer diese faszinierende Jagdart in Verruf bringen. Foto: SE

Bayern: Fischer am Ammersee wollen Jagdrecht

Die Überpopulation von Enten und Gänsen auf dem Ammersee erfüllt die Fischer mit Sorge: Verunreinigung der Badestrände und Gewässer mit Kot, Verbiss der verbleibenden Schilfgürtel, und wenn dann noch Badegäste an Entenbilharziose erkranken, dann “wirkten sich hygienische Bedenken zur Wasserqualität auch negativ auf den Fischverkauf aus”, erklärt Bernhard Ernst von der Fischereigenossenschaft Ammersee gegenüber der Süddeutschen Zeitung. 2008 sei die Jagd am Ammersee an “auswärtige Pächter” vergeben worden, klagt der Fischer, seitdem sei die Strecke auf zehn Prozent zurückgegangen. Die Wasservogeljagd sei über Jahrhunderte ein Allmenderecht der Fischer gewesen, die “diese Aufgabe im Sinne eines ökologischen Gleichgewichts erfüllt hätten.” Der Ammersee brauche eine effektive Jagd vom Boot aus, so Ernst in der SZ, der offenbar fürchtet, dass die anstehende Neuvergabe der Jagdpachtverträge von der Schlösser- und Seenverwaltung genutzt werde, um weitgehende Einschränkungen der Jagd auf Wasservögel durchzusetzen. Das wäre ein bequemer Weg, die heftigen medialen Kontroversen um die Jagd an dem auch von Touristen und Erholungsuchenden intensiv genutzten Gewässer zu vermeiden. Die Bürgermeister der Ammersee-Gemeinden unterstützen die Fischer bei der “hochpolitischen Frage” der Wasservogeljagd. SE

Beitragsbild: Entenjagd vom Boot aus. Foto: SE

 

 

Letztinstanzliches Urteil: Massenhaftes Aussetzen und Füttern von Enten ist rechtswidrig

Der 4. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts hat durch Beschluss vom 9. Juli 2015 (Az. 4 ME 66/15) entschieden, dass das von der Inhaberin des Jagdbezirks in Lüdersburg in der Vergangenheit praktizierte Aussetzen von 2.000 bis 4.000 Wildenten im Frühjahr eines jeden Jahres mit anschließender durchgängiger Fütterung bis zur Bejagung der ausgesetzten Enten zum Jahresende sowohl gegen die bei der Hege von Wild nach dem Jagdrecht zu beachtenden Anforderungen als auch gegen das Gebot artgerechter Fütterung verstößt, die vom Landkreis Lüneburg getroffenen Anordnungen zur Untersagung dieser Praxis aber fehlerhaft sind.

Die Inhaberin des Jagdbezirkes in Lüdersburg führt dort einen Betrieb mit Hotel, Golfplatz, Land- und Forstwirtschaft sowie ein Jagdgatter. Sie setzt jährlich an sieben Teichen nach kurzer Anzucht in Folientunneln einige Tausend Enten im Frühjahr aus und füttert diese über mehrere Monate bis zu ihrer Bejagung am Jahresende. In der Jagdsaison werden mehrere Entenjagden durchgeführt, bei denen jährlich ca. 2.000 Enten erlegt werden. Nachdem der Landkreis Lüneburg aufgrund von Hinweisen des NABU Mitte 2014 eine Untersuchung von Wasserproben der Teiche durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Auftrag gegeben und diese ergeben hatte, dass die Teiche einen viel zu hohen Nährstoffgehalt aufwiesen und ein „Umkippen” der Gewässer drohte, untersagte der Landkreis der Inhaberin des Jagdbezirks das Aussetzen der Enten sowie die Fütterung von Wasservögeln im gesamten Jagdbezirk und gab ihr auf, ein fachgutachterliches Konzept zur Sanierung der sieben Teiche erstellen zu lassen. Gleichzeitig ordnete er den Sofortvollzug an, d. h. die Anordnungen des Landkreises wurden sofort wirksam.

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Gericht verbietet massenhaftes Aussetzen von Enten

Es sind genau solche Dinge, die die Jagd in Verruf bringen und uns Jäger als Naturschützer unglaubwürdig machen: Über Jahre hinweg hatten die Betreiber eines Jagdgeheges alljährlich “mehrere tausend” Enten gekauft und auf sieben Teichen durchgefüttert, äh, “ausgewildert”. Naturschützer (So kommt der vermeintliche Gegensatz zwischen Jägern und Naturschützern zustande, der sich so trefflich zu Ungunsten der Jagd ausschlachten lässt…) hatten die Zustände aufgedeckt und die verheerenden Auswirkungen dieser Umtriebe auf die Gewässerqualität dokumentiert.

Ein Gericht hat diese Praxis jetzt untersagt. Der stellvertretende Vorsitzende der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst, Helmut Blauth, äußerte sich in der Hannoverschen Allgemeinen angewidert über diesen “Schießsport auf lebende Tiere, der mit Jagd nichts zu tun hat.” Natürlich wird jeder wirkliche Jäger es ablehnen, halbzahme Viecher abzuschießen. Schade, dass es offenbar genügend Ahnungslose oder sonstwie Minderbemittelte gibt, die den lukrativen Betrieb von “Jagdgehegen” ermöglichen. Im Interesse der Jagd wäre zu hoffen, dass den verbliebenen Jagdpuffs in Deutschland umgehend die Betriebsgrundlage entzogen wird. SE

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“Tausende” Enten ausgesetzt? “Komitee gegen Vogelmord” erstattet Anzeige

Die Jagdgegner vom “Komitee gegen den Vogelmord e.V.” beschuldigen Revierpächter im Kreis Kleve (NRW), “tausende” von Hochbrutflugenten in Gewässern am Niederrhein und im Münsterland ausgesetzt zu haben. Die Vogelschützer haben alle betroffenen Revierpächter wegen Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz sowie gegen Bestimmungen des Landesjagdgesetzes angezeigt. Die Pressesprecherin des Kreises Kleve bestätigte den Eingang der Anzeigen bei Unteren Jagdbehörde. Das Komitee gegen den Vogelmord hat auf seiner Internetseite eine “Dokumentation” veröffentlicht, auf der nicht nur von Enten überbevölkerte Gewässer, sondern auch massive Fütterungen zu sehen sind.

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