Schlagwort-Archive: Duldungspflicht

Sachsen-Anhalt: Landtag stimmt Änderung des Landesjagdgesetzes zu

Nilgans wird jagdbar, Verbot von Schalldämpfern für Jagdwaffen gestrichen, Duldungspflicht für überjagende Jagdhunde eingeführt

Der Landtag in Magdeburg hat am Mittwoch dem Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Landesjagdgesetzes für Sachsen-Anhalt zugestimmt. Wesentliche Punkte des Gesetzesentwurfs sind die Aufnahme der Nilgans in den Katalog jagdbarer Arten, sowie die Aufhebung des Verbots von Schalldämpfern für Jagdwaffen. Neu eingeführt wurde die Duldungspflicht für überjagende Hunde. Dafür wurde in § 2 des LJG ein Absatz 4 eingeführt, der lautet:

“4) Bei einer Bewegungsjagd auf Schalenwild sind die Jagdausübungsbe-rechtigten benachbarter Jagdbezirke verpflichtet, das unbeabsichtigte Über-jagen von Jagdhunden zu dulden, wenn ihnen die Jagd mindestens zwei Wochen vorher angezeigt wurde und geeignete organisatorische Maßnah-men gegen ein Überjagen getroffen wurden. Bewegungsjagd ist eine Jagd, bei der Wild gezielt beunruhigt wird.”

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Thüringen: Jagdverbot für Jagdausübungsberechtigte

Die Entnahme von Wolfshybriden soll nach dem Willen des grünen-geführten Umweltministeriums mit weitgehender Entrechtung der Revierinhaber einhergehen, während Verbänden und Opposition die demokratische Mitwirkung an der Novellierung des Landesjagdgesetzes verwehrt wird.

Die Entnahme der Thüringer Wolfshybriden (JAWINA berichtete) wird vom Thüringer Umweltministerium unter Leitung der grünen Umweltministerin Anja Siegesmund als “geheime Kommandosache” durchgeführt, schreibt die Thüringer Allgemeine. Der martialische, eher an Putschversuch und Bürgerkrieg gemahnende Tonfall ist durchaus angemessen, denn nach dem Willen der rot-rot-grünen Landesregierung geht die Wolfsentnahme mit einer weitgehenden – und rechtstaatlichen Prinzipien Hohn sprechenden – Entmündigung der eigentlich Jagdausübungsberechtigten einher. Vor einigen Tagen wurden Schreiben an die betroffenen Revierpächter versandt, in denen ihnen die “Durchführung einer Maßnahme” auf den von ihnen gepachteten Flächen mitgeteilt wird.

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ÖJV und Naturschutzverbände fordern Duldungspflicht für überjagende Hunde

Das Nachbarrevier bei der Drückjagd gleich mitbejagen – davon träumen wohl so manche Jäger, und ganz besonders anscheinend Ökojäger: Der ÖJV Bayern fordert eine generelle “Duldungspflicht für überjagende Hunde bei angemeldeten Bewegungsjagden”. Denn eine “effektive, tierschutzgerechte Jagd dürfe nicht an Revieregoismen scheitern”.

Die Pflicht, überjagende Hunde bei Bewegungsjagden unter bestimmten Bedingungen dulden zu müssen, hat Eingang in einige Landesjagdgesetze (zum Beispiel Baden Württemberg, Saarland, Nordrhein-Westfalen, neuerdings Niedersachsen, geplant für Sachsen-Anhalt) gefunden. Der Bayerische Jagdverband (BJV) hatte gegen entsprechende Forderungen aus Niedersachsen und Brandenburg protestiert (JAWINA berichtete) und eine entsprechende Regelung im Bundesjagdgesetz erfolgreich verhindert – ein “riesiger Erfolg”, findet der BJV. Das sehen ANW, Bund Naturschutz und ÖJV Bayern erwartungsgemäß anders: Von einer “schallenden Ohrfeige für Waldbesitzer und Landwirte” ist in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Verbände die Rede. Ihre Empörung begründen Ökojäger und Waldbesitzer ausgerechnet mit der drohenden Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) – verlogener geht es wirklich nicht mehr.

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