Schlagwort-Archive: Drückjagden

Hessen: Vereinfachtes Aufstellen von Verkehrszeichen bei Bewegungsjagden

Das hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL) hat ein Rundschreiben betr. die “Anordnung und Anbringung von Verkehrszeichen bei Bewegungsjagden” versandt. Darin heißt es, dass mit dem “zwischenzeitlich abgelaufenen HMWVL-Erlass vom 13.01.2011 Vereinfachungen bei der Anordnung und Aufstellung von Verkehrszeichen bei Bewegungsjagden eingeführt” wurden. Aufgrund “der seit Jahren zunehmenden Population insbesondere des Schwarzwildbestands [sic], den daraus resultierenden Gefahren durch Wildunfälle sowie den zusätzlichen Gefahren durch die Afrikanische Schweinepest liegt es weiterhin im öffentlichen Interesse, weiterhin eine einheitliche, vereinfachte Verfahrensweise bei der Anordnung und Anbringung von Verkehrszeichen im Zusammenhang mit Bewegungsjagden sicherzustellen.”

Und die “einheitliche, vereinfachte Verfahrensweise” geht so:

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Tierfreunde gegen Drückjagden zur ASP-Vorbeugung

Der Bund für Tier- und Naturschutz Ostwestfalen (BfTuN), offenbar nicht identisch mit dem BUND) äußert dem Westfalen-Blatt zufolge “Kritik” an der heute stattfindenden Drückjagd auf Schwarzwild in Bielefeld, an der mehr als 100 Jäger teilnehmen sollen. Die Jagden dienen der Reduktion der Schwarzwildpopulation, um das Seuchenrisiko im Fall eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu reduzieren. Ob “Kritik” tatsächlich die passende Bezeichnung für die von der Provinzzeitung kritiklos übernommenen Anschuldigungen darstellt oder Mode-Termini wie “Hetze” oder “Hassrede” nicht vielleicht doch eher zutreffen, möge der geneigte Leser selbst entscheiden: Bei Drückjagden auf Wildschweine in Hessen würden nur etwa ein Drittel der Tiere mit Blattschuss erlegt, so die Tierfreunde: “Mehr als 60 Prozent der Tiere habe man “am Rückenmark schwer verletzt, ein Bein zersplittert oder den Kiefer weggeschossen”. “Viele der angeschossenen Tiere würden auch bei Nachsuchen nicht aufgefunden, so dass “schwer verletzte Schweine irgendwo im Dickicht verbluten, verhungern oder ihr Leben als Krüppel” weiterfristen müssten. Versprengte Frischlinge fänden oft nach ihrer panischen Flucht nicht zur Rotte zurück, die für sie lebenswichtig ist.” Als Belege für diese Behauptung führt der BfTuN die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) an.

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Rheinland-Pfalz: Morddrohungen gegen Jagdveranstalter

Die zwei Geschäftsführer eines Jagdveranstalters haben anonyme Morddrohungen erhalten. Das berichtet der SWR.  Zuvor waren von der Firma organisierte Drückjagden bei Windsberg, einem Stadtteil von Pirmasens, in die Schlagzeilen geraten. Auf den zwei Drückjagden waren 134 Rehe erlegt worden, 52 Stück allein auf der letzten Jagd am 12. Januar. Anwohner hatten gegenüber der Lokalpresse (etwa in der Pirmasenser Zeitung) beklagt, dass die Rehe an einem viel besuchten Wanderweg aufgebrochen worden waren, Spaziergänger hätten durch Blutlachen waten müssen, so das Onlineportal Die Rheinpfalz. Einer der beteiligten Jäger räumte gegenüber dem SWR ein, dass der Anblick, der sich auf dem Parkplatz, wo aufgebrochen wurde, bot, infolge des Schnees “heftig” gewesen sei. Die Verantwortlichen der Firma Pro Jagdkonzept, die die Drückjagden organisiert hatte, waren nicht nur von Tierschützern, sondern auch aus von einzelnen Jägern für die angeblich zu hohen Abschusszahlen kritisiert worden. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt. SE

Beitragsbild: Erlegtes Wild – für Nichtjäger ein gewöhnungsbedürftiger Anblick. Foto: SE

Bayern: Proteste gegen Drückjagden der Staatsforsten

“Immer lauter und mehrstimmiger” werden einem Bericht des Alt-Neuöttinger Anzeigers zufolge die Proteste gegen Drückjagden auf Rehwild, die in Staatswäldern im oberbayerischen Landkreis Altötting betrieben werden. Am vergangenen Freitag haben sich ca. 30 Drückjagd-Gegner zu einer “Mahnwache” an einer Straße eingefunden. Auf Transparenten waren Parolen wie “Drückjagd ist Massenmord” zu lesen. Die Jagdgegner behaupten, dass bei den Drückjagden “Tiere gehetzt” und unsauber geschossen würden. Die örtliche Jägerschaft ließ sich dem Zeitungsbericht zufolge nicht die Gelegenheit entgehen, die Aussagekraft des Vegetationsgutachtens anzuzweifeln, auf dessen Grundlage die Abschusszahlen festgelegt werden. Zugleich wurde aber betont, dass gegen die Jagdmethode grundsätzlich nichts einzuwenden sei, wenn “sauber gearbeitet” werde.

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Heult nicht, schießt!

Brandenburger Jäger sind verärgert, ja, entrüstet, der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) protestiert, man könnte meinen, den Weidmännern wäre schweres Unrecht widerfahren. Doch was ist geschehen? Das Landwirtschaftsministerium hat die Jagdzeit für Rehböcke verlängert. Endete die Jagdzeit bisher am 15. Oktober, so können Böcke nun bis zum 15. Januar und damit auf den Drückjagden im Spätherbst und Winter erlegt werden. “Der Rehbock wird zum Sündenbock gemacht und zum Waldschädling degradiert”, klagt Werner Glanzer, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Oberhavel, in der MOZ. Und: “Nur um zu sparen, wird geschossen”, regt sich Werner Glanzer auf, der Zaunbau zum Schutz der Kulturen sei den Waldbesitzern zu teuer.” Dabei habe doch “Rehwild wie jede andere Tierart eine Existenzberechtigung und dürfe nicht Opfer von Wirtschaftsinteressen werden.”, barmt Glanzer. Ins selbe Horn stößt LJVB-Präsident Dr. Wolfgang Bethe auf der Internetseite des Verbandes: “Wir fürchten, dass diese Regelung einer geistigen Haltung Vorschub leistet, die Rehe als Schädlinge betrachtet.“

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