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Diskussion über den Wolf: Pfannenstiel vs. Fuhr

Im Deutschlandsfunk diskutierten der Wildbiologe Prof. Dr. Pfannenstiel und der Journalist und Brandenburger ÖJV-Vize Eckhard Fuhr über den Wolf. Die Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?” steht in der Mediathek des Senders zum Nachhören bereit. Die Wolfspopulation, die Aufwendungen für den Herdenschutz und die Zahl der gerissenen Nutztiere steigen parallel an – angesichts dieses eindeutigen Zusammenhangs hält Prof. Pfannenstiel die Strategie, ausschließlich auf Herdenschutzmaßnahmen zu setzen, für gescheitert und plädiert für eine reguläre, maßvolle Bejagung des Wolfs. Dies würde die Scheu des Wolfs vor dem Menschen, menschlichen Siedlungen und Nutztieren wiederherstellen und die Situation der Weidetierhalter entschärfen. Fuhr bestreitet, dass eine Bejagung des Wolfs zu einer Lösung der Probleme beitragen würde. Eine spannende Diskussion – Hörempfehlung! SE

Beitragsbild: Internetseite des Deutschlandfunks zur Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?”(Screenshot, Ausschnitt)

Schweiz: Hitzige Debatte um Jagdgesetz-Novellierung im Ständerat

+++ Italien: Südtirol erarbeitet Regeln für Wolfsabschüsse +++

Erleichterter Wolfsabschuss beschlossen – Verbände drohen mit Referendum

Die geplante Novellierung des eidgenössischen Jagdgesetzes (JAWINA berichtete) ist im Schweizer Ständerat in einer mehr als vierstündigen Sitzung hitzig diskutiert worden. Nicht in allen Punkten wurde daher eine abschließende Entscheidung erreicht. Die Debatte soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Die Kernpunkte der Novellierung wurden vom Ständerat jedoch bereits mit 25 zu 20 Stimmen Mehrheit beschlossen: So dürfen Schweizer Behörden künftig nicht nur einzelne Individuen geschützter Arten zum Abschuss freigeben, sondern die Dezimierung ganzer Bestände erlauben. Die Bedingungen dafür sollen festgeschrieben werden. Wölfe sollen auch dann geschossen werden können, wenn sie zuvor keinen großen Schaden angerichtet haben, es soll zudem “keine absolute Pflicht zu Herdenschutzmassnahmen” geben. Auch Biber und Luchse können in der Schweiz in Zukunft einfacher zum Abschuss freigegeben werden.

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DDR 2.0 oder Pegida für Jäger? Ein Streitgespräch.

Es begann mit einer Mail, deren Verfasser sich über tendenziöses Nabu-Lehrmaterial für Grundschüler zum Thema Wolf ärgerte. Daraus entwickelte sich ein so spannender wie leidenschaftlich geführter Mailwechsel über den ewigen Konflikt zwischen Naturschützern und -nutzern, über den Umgang mit problematischen Arten wie Kormoran oder Wolf, über mediale Macht der Naturschutzverbände und deren Missbrauch, über die Verquickung von Ideologie, Wissenschaft und wirtschaftlichen Interessen.

Den Auftakt bildete eine Mail von MH, die zwei Links enthielt: Einen auf die Seite des Vereins “Für Jagd in Deutschland e.V”, auf der sich Dennis Lorenz mit dem Thema “Naturschützer oder Menschenfänger?” auseinandersetzt. Es geht darin um Unterrichtsmaterialien, die der Nabu für verschiedene Schulfächer im Grundschulunterricht zur Verfügung stellt. Wie könne es sein, fragt der Autor, dass “diese vom Staat bezahlten (“Selbstverständlich finanziert durch das Bundesamt für Naturschutz, eine staatliche Behörde!, schreibt Lorenz) “Unterrichtsmaterialien” nicht nur mit fachlichen Fehlern gespickt sind, sondern auch höchst offensiv verschiedene Interessensgruppen in eine Ecke drängen und ihnen bestimmte Positionen unterstellen? Neben dem Schafzüchter und dem verängstigten Anwohner bekommt natürlich auch der Jäger sein Fett weg.”

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