Schlagwort-Archive: Diskriminierung

Schweiz: Kein Interesse an Jagdtouristen – 15.000 Franken für Jagdpatent

+++ Norwegen: Hunde sterben an rätselhafter Krankheit +++

760 Franken zahlen einheimische Jäger für ein Jagdpatent im Schweizer Kanton Graubünden. Wer als Ausländer in dem Kanton weidwerken wollte, müsste das Zwanzigfache, genauer 14.629 Franken (13.428 Euro) berappen. Dafür dürfte man immerhin 21 Tage an der Hochjagd im Kanton mitwirken. Die Preisgestaltung dient ausdrücklich dazu, Nicht-Einheimische Jäger abzuschrecken: “Wir sind nicht an Jagdtouristen interessiert, die nur zu uns kommen, um Tiere abzuschiessen”, erklärt der Bündner Jagdinspektor Adrian Arquint gegenüber dem Schweizer Fernsehsender SRF: Jagen heiße nicht nur Tiere schießen, jagen heiße auch hegen und pflegen – und dies das ganze Jahr hindurch, begründet Arquint.

David Clavadetscher, Geschäftsführer des Jagdverbands JagdSchweiz findet den Preis in Ordnung: “Wir brauchen keinen Jagdtourismus in der Schweiz”, sagt der Jagdfunktionär im SRF. In Graubünden gebe es genug einheimische Jäger, und wer in Österreich einen Hirsch schießen wolle, müsse schließlich auch 10.000 Franken bezahlen. Sogar der Einsatz ausländischer Jagdhunde kostet für Nicht-Einheimische das Dreifache.

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Wie Städter die Landbevölkerung diskriminieren

+++ 2. Prozesstag Jagdunfall Nittenau: Angeklagter konnte Bundesstraße wegen Bewuchses nicht sehen +++ NRW: 60-jährige soll Jäger beleidigt und mit Golfball beworfen haben +++ NRW: Naturschützer befürworten Waschbärbejagung +++ Österreich: Wildschwein verursacht Unfall auf Wiener Autobahn +++ Hessen: Naturschützer verlassen Nabu +++ NRW: Weidetierhalter fordern Bejagung des Wolfs, Tanja und Heike starten Petition für Wolfsschutz +++

Ob er verrückt sei, wurde der Autor Holger Siemann von einem Freund gefragt, als er ankündigte, im Radio über den Wolf sprechen zu wollen. Bei dem Thema sei “der Shitstorm vorprogrammiert.”

Siemann spricht im Deutschlandfunk trotzdem über den Wolf. Über den mutmaßlichen Wolfsangriff auf eines seiner Mutterschafe, über Wolfsbeauftragte, die insinuieren, dass die Wunden an der Kehle des Schafs ” ja im Prinzip auch von einem Schraubenzieher stammen” könnten. Ob man Feinde habe in der Nachbarschaft? Über “Städter in Hotlines, die nicht mal fragen, wie es dem Schaf geht.”

Die Bevölkerungsmehrheit in den Städten dominiert alle Diskurse, auch die über Naturschutz und Landwirtschaft, obwohl, wie man ergänzen muss, Kenntnisse und eigene Betroffenheit von “Leuchtturmprojekten wie der Wiederansiedlung des Wolfes” flächendeckend fehlen. Die Landbevölkerung sei dieser “subtilen Formen der Diskriminierung mehr oder weniger hilflos ausgeliefert.” Milliarden werden in die Städte investiert, während auf dem Land “Bahnlinien und Busverbindungen stillgelegt” werden und sich “Schulen, Gesundheitsversorgung, Verwaltungen […] sich mit jeder Konzentrationswelle weiter vom Dorf [entfernen] und so “Kristallisationspunkte der Identität, des Kulturlebens, des bürgerschaftlichen Engagements” auslöschen. Leseempfehlung! SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen Beitrags auf der Internetseite des Deutschlandfunks (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

 

Mongolei: Mit Jagdverboten nomadische Ureinwohner drangsalieren

+++ Schweiz: Nationalrat stimmt Verschärfung des Waffenrechts zu +++ Österreich: DNA-Beweis erbracht: Wolf riss 17 Tiere im Salzburger Land +++ Südtirol: Wolf auf der Seiser Alm nachgewiesen +++ Österreich: Wolf gefährdet traditionelle Almwirtschaft +++

Die Dukha sind ein kleiner, zum Volk der Tuwiner zählender Stamm, einer der letzten, der die ursprüngliche nomadische Lebensweise noch nicht aufgegeben hat. Sie leben im Norden der Mongolei und sind die Ureinwohner dieses Gebiets. Von ursprünglich 200 Familien sind nur noch etwa 40 übrig. Jüngere Dukha zieht es in die Städte, ihr Jagd- und Streifgebiet ist zunehmend durch Rohstoffabbau, insbesondere Goldschürfer, bedroht. Die Rentierzucht und die Jagd prägen die Kultur und Lebensweise der Dukha. Doch 2012 hat die Regierung der Mongolei weite Teile des angestammten Lebensraums der Dukha zum Nationalpark erklärt – womit ein striktes Jagdverbot einhergeht. Und wie immer, wenn große Ungerechtigkeiten und Verbrechen begangen werden, mangelt es nicht an hehren ideologischen Begründungen: Das Jagdverbot diene dem Schutz des empfindlichen Ökosystems, das zunehmend Schaden genommen habe, heißt es zur Begründung auf einer beeindruckenden Fotostrecke über die Dukha auf ntv – wobei jedem klar sein dürfte, dass das Ökosystem nicht durch die paar verbliebenen Dukha Schaden nimmt, die seit jeher nachhaltig und im Einklang mit der Natur in dem Gebiet leben.

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Von Gutmenschen und Schmuddelkindern

Gefährliche Tendenz: Wie die Legalwaffenbranche diskriminiert wird

Jungjäger Kevin B. [Name geändert] wollte sich etwas gönnen: Bei einem bekannten Büchsenmacher im norddeutschen Raum hatte er sich seine Traumwaffe zusammengestellt: Ein Repetierer eines deutschen Premiumherstellers, eine hochwertige Montage, ein Zielfernrohr der Spitzenklasse. Da kommt ein hübsches Sümmchen zusammen, und eigentlich kann Kevin sich das gar nicht leisten. Das stört ihn aber nicht, denn der Büchsenmacher bietet eine günstige Finanzierung ohne Anzahlung an: Nach nur 48 bequemen Monatsraten wird die neue Jagdwaffe endlich ihm gehören. Doch daraus wird vorerst nichts: Der Kreditantrag ist ausgefüllt, der Verkäufer verschwindet im Hinterzimmer, um den Antrag dem Kreditfinanzierer des Jagdausstatters zu übermitteln. Nach einigen Minuten tritt der Verkäufer mit verstörtem Gesicht wieder hinter den Verkaufstresen: “Äh, es ist mir wirklich sehr peinlich, aber können Sie die Waffe vielleicht doch bar bezahlen? Unsere Kreditbank hat uns gekündigt.” Der Traum vom auf Pump gekauften Luxus-Repetierer ist für Kevin B. vorläufig geplatzt.

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“Parteifilzdurchsetztes DJV-Präsidium”?

Eine Gruppe von “AfD-nahen Jägerinnen und Jägern aus Hessen” fühlt sich vom Deutschen Jagdverband (DJV) diskriminiert, weil dieser die Partei bei seinen Wahlprüfsteinen nicht berücksichtigt hat. Wir dokumentieren die Beschwerde der AfDler und die Entgegnung des DJV.

Am 9.6 ging folgende Mail in der JAWINA-Redaktion ein:

Sehr geehrte Damen und Herren der Jagdpresse,

im Zuge der Bundestagswahl wird der Deutsche Jagdverband wie üblich seine  Wahlprüfsteine veröffentlichen. Wie zu erfahren war , hat der DJV die Alternative für Deutschland (AfD) , die mittlerweile in 13 Landtagen mit zum Teil bis zu 25 % Stimmenanteil gewählt wurde und gute Chancen hat,in den nächsten Bundestag einzuziehen , aus fadenscheinigen Gründen von der Befragung ausgeklammert. Die ebenfalls derzeit nicht im Bundestag vertretene FDP/DVP  hingegen wohl beteiligt.

Wir , eine Gruppe aus AfD nahen Jägerinnen und Jägern aus Hessen und z.T.  Mitglieder, sind  über diese willkürlichen Vorgehensweise eines angeblich neutralen Verbandes entsetzt und unglaublich enttäuscht; gerade weil die AfD bisher immer auf Betreiben von uns Jägern und Schützen in der Partei deutlich jagd-und waffenrechtsfreundliche Positionen in Ihrem Programm vertritt. Es zeigt hier  doch das schwarz-gelb und evtl. auch rot parteienfilzdurchsetzte DJV- Präsidium sein wahres,undemokratisches Gesicht. Wir werden uns dieses satzungswidrige Verhalten nicht gefallen lassen und hoffen , dass Sie dies ähnlich sehen und das Thema entsprechend aufgreifen !  Wir werden hier am Ball bleiben.

i.A.

Fritz Müller, Frankfurt a.M.

Wir haben diese Mail mit der Bitte um Stellungnahme an die Pressestelle des Deutschen Jagdverbands (DJV) weitergeleitet. Die Antwort des DJV geben wir im Folgenden im Wortlaut wieder:

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