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Lesefrüchte 2: Jagdkritiker machen es sich zu leicht

Ein Reporter der Süddeutschen Zeitung hat einen Brandenburger Jäger auf eine Jagdreise nach Namibia begleitet und ist dabei zu einer bahnbrechenden Erkenntnis gelangt: “Am Ende der Reise stand die Erkenntnis, dass es sich viele Kritiker der Großwildjagd tatsächlich zu leicht machen. Ohne das Geld der Jäger aus dem Ausland wäre der Naturschutz vielerorts unmöglich.” Sieh an, sieh an… Die vollständige Reportage bleibt leider zahlenden Kunden der SZ vorbehalten. SE

Beitragsbild: Der zitierte Beitrag in der SZ

Leseempfehlung 2: “Löwen nicht gefährdeter als gewöhnliche Feldmaus”

Die Erlegung des Löwen “Cecil” durch einen amerikanischen Zahnarzt sorgt noch immer für Diskussionen. Wir hatten bereits auf einen Artikel hingewiesen, der die Geschichte aus der Perspektive eines Einheimischen behandelt. Auf der Nachrichtenseite news24voices beschreibt Ron Thomson die Angelegenheit aus jagdlicher Sicht. Ron Thomson ist pensionierter Wildhüter und war 24 Jahre lang in leitender Position im Hwange-Wildpark in Simbabwe tätig. Die Aufregung um den Abschuss des Löwen Cecil sieht er als “Schande für die menschliche Intelligenz” an, als “eine weitere Episode der fortgesetzten Reihe verzerrter Jagdgeschichten”, die von “ruchlosen Leuten” verbreitet würden.

Thomson kontert mit Fakten: Eine Löwin, schreibt er, wird mit 30 Monaten geschlechtsreif und bleibt fortpflanzungsfähig, bis sie 15 Jahre alt ist. Die Tragzeit beträgt drei Monate. Jeder Wurf besteht aus drei bis vier Jungtieren. Mit 22 Monaten sind die männlichen Junglöwen größer als die Muttertiere und werden aus dem elterlichen Rudel vertrieben. Sie ziehen umher und suchen nach einem “eigenen Zuhause”. Doch da alle Territorien von adulten Löwen besetzt sind, werden die Younster ständig umhergejagt. Viele werden von größeren Löwen getötet, viele sterben aufgrund ihrer Unerfahrenheit im Beutemachen. Einige der Junglöwen verlassen das Gebiet des Nationalparks und siedeln sich auf privaten Farmen an, wo sie keine Konkurrenz durch ausgewachsene Löwen fürchten müssen und genug leicht zu erbeutende Nahrung finden – in den Viehherden der Farmer. Manche werden zu Menschenfressern.

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“In Simbabwe weinen wir nicht um Löwen”

In der wie üblich hysterisch, lobbyistengesteuert und sachkenntnisfrei geführten Diskussion um die Erlegung des Löwen “Cecil” durch einen amerikanischen Zahnarzt, ragt ein Beitrag heraus, schon weil er aus der Perspektive eines Einheimischen geschrieben wurde: Der Biochemiker und Musiker Goodwell Nzou wuchs in Zimbabwe auf, heute lebt und arbeitet er in Rochester im US-Bundesstaat New York. Den meisten Lesern dürfte er unbekannt sein, deshalb zuerst ein paar Informationen über den Autor: Goodwell Nzou wuchs in dem Dörfchen Chitsungo im Tal des Sambesi auf. Eines Tages, er war elf Jahre alt, ging er mit seinem Bruder zum einem Fluss in der Nähe, um sich abzukühlen. Eine Puffotter, eine der gefährlichsten Giftschlangen Afrikas, biss den Jungen ins Bein. Das gelbe Gift der Puffotter zerstört Gewebe und Blut und löst massive Nekrosen aus. Goodwell Nzous Bein schwoll sofort an, die Schmerzen müssen entsetzlich gewesen sein. Seine Familie hatte kein Geld für einen Krankentransport, so setzten sie das Kind in eine Schubkarre und brachten ihn in die nächste, zwölf Meilen entfernte Klinik. Sechs Wochen lang wurde er von Krankenhaus zu Krankenhaus gekarrt (wortwörtlich, wie in seiner Lebensbeschreibung auf der Internetseite des Nazareth College in Rochester, NY, betont wird) – doch der Zustand von Bein und Fuß verschlimmerte sich zusehends. Als seine Familie endlich das Geld zusammen bekommen hatte, um ihn in ein großes, 250 Meilen von seinem Wohnort entferntes Krankenhaus zu bringen, hatte bereits Wundbrand eingesetzt. Die Ärzte hatte keine Wahl, sie mussten amputieren: “Goodwell Nzou war froh, dass der schlimmste Schmerz vorbei war, aber der schwerste Teil seiner Reise sollte noch kommen”, heißt es in seiner Lebensbeschreibung.

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Toter Löwe Cecil: Berufsjägerverband schmeißt Guide raus

Die Zimbabwe Professional Hunters & Guides Association (ZPHGA) hat Zane Bronkhorst, einen der Guides, der den amerikanischen Zahnarzt Walter Palmer auf einen als Touristenattraktion bekannten Löwen namens Cecil führte, mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit ausgeschlossen. Das teilte die ZPHGA dem Guide in einem Jawina vorliegenden Schreiben mit. Der andere beteiligte Professional Hunter (PH), Theo Bronkhorst, ist nicht Mitglied der ZPHGA. In einem weiteren Schreiben, das der Jawina-Redaktion ebenfalls vorliegt, kündigt die ZPHGA gegenüber der Nationalpark- und Wildtier-Behörde Zimbabwes (Zimbabwe Parks & Wildlife Management Authority) eine eigene, unabhängige Untersuchung des Falls an.

Das Verhalten Zane Bronkhorsts stelle einen Verstoß gegen die mit der Mitgliedschaft in der ZPHGA verbundenen Pflichten dar, heißt es in ersterem Schreiben, und verletze den Ehrenkodex der Berufsjägervereinigung. Die beiden Guides hatten den Löwen mit einem Köder aus dem angrenzenden Nationalpark gelockt. Walter P. hatte den Löwen durch einen Schuss mit einer Armbrust nur verletzt, erst nach einer 40stündigen Nachsuche wurde er von den Guides erschossen. Der Fall hatte weltweit Abscheu und Empörung ausgelöst. Walter Palmer hat Medienberichten zufolge massive Morddrohungen erhalten und seine Zahnarztpraxis mittlerweile geschlossen.

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