Schlagwort-Archive: Bußgeld

Urteil: Abschussentgelt kein Maßstab für Bußgeld bei Überschießen des Abschussplans

In einem Urteil vom 1. Juni 2016 hat das Amtsgericht Gelnhausen (Az. 44 OWi – 2250 Js 368/16) befunden, dass das Bußgeld für den fahrlässigen Abschuss eines Rothirschs von der Jagdbehörde sich nicht nach dem Preis richten darf, der im Staatsforst für den Abschuss eines entsprechenden Hirschs aufgerufen wird. Das Bußgeld wurde deutlich herabgesetzt. Die zuständige Behörde hatte nach dem Abschuss eines Rothirschs der Klasse 1 (Hirsche ab 10 Jahre gem. hessischer Schalenwildrichtlinie) außerhalb des Abschussplans das Bußgeld als “fiktives Abschussentgelt” gemäß der Jagdnutzungsanweisung der HessenForst bemessen.

In der Urteilsbegründung heißt es dazu: “Den Erwägungen der Bußgeldbehörde, welche im Bußgeldbescheid eine Geldbuße von 3.195 Euro festgesetzt hat und dabei das Abschussentgelt für den gestreckten Hirsch zu Grunde gelegt hat, ist nicht zu folgen. Diese verstoßen gegen das Doppelverwertungsverbot.

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“Schwein gehabt” – Abschuss eines Wildschweins bleibt für Jäger folgenlos

Beobachtet und erfasst ein Jäger alle äußeren Merkmale zur Altersbestimmung eines Wildschweins sorgfältig und irrt er sich trotzdem über das Alter des Tieres, so stellt dies keinen derart schwerwiegenden Verstoß gegen die Jagdgesetze dar, dass dieser Verstoß mit einer hohen Geldbuße zu bestrafen ist. Das hat der I. Senat für Bußgeldsachen des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts kürzlich entschieden und das Bußgeldverfahren gegen einen Jäger eingestellt.

Zum Sachverhalt: Ein 76jähriger Jäger war im Mai 2015 auf Wildschweinjagd in Ostholstein. Zu dieser Zeit ist nur die Jagd auf Wildschweine im ersten Lebensjahr (Frischlinge) und auf solche im zweiten Lebensjahr (Überläufer) erlaubt. Für alle übrigen Wildschweine besteht Schonzeit. Nachdem der Jäger mit seinem Fernglas ein einzelnes Wildschwein beobachtet hatte und es auf Grund seiner Größe, Statur und anderer Merkmale für einen weiblichen Überläufer (Überläuferbache) hielt, erlegte er das Tier. Der herbeigerufene Förster untersuchte später das Gebiss des Wildschweins. Er meinte, dass das Schwein älter als zwei Jahre sein müsse und zeigte den Jäger bei der Jagdbehörde an.

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Müritz-Nationalpark: Ehemaliger Jagdleiter zu Geldbuße verurteilt

Der ehemalige Jagdleiter des Müritz-Nationalparks, Falk Jagszent, ist gestern in einem Zivilprozess vor dem Amtsgericht Neubrandenburg zu einer Geldbuße in Höhe von 1450 Euro verurteilt worden. Jagszent hatte gegen eine gegen ihn verhängte Geldbuße der Unteren Jagdbehörde in Höhe von 5000 Euro geklagt. Ihm wird vorgeworfen, auf Großjagden Ende 2012 im Müritz-Nationalpark das Überschießen des Abschussplans für Damwild in Kauf genommen zu haben. So wurden auf Drückjagden noch 74 Stücke Damwild erlegt, obwohl der Abschuss mit 160 Stück bereits erfüllt war. Es kamen über 230 Stück zur Strecke. Außerdem sollen Stöberhunde eingesetzt worden sein, deren Brauchbarkeit in Mecklenburg-Vorpommern nicht anerkannt war, in einigen Fällen soll krank geschossenes Wild nicht ordnungsgemäß nachgesucht worden sein. Der Jagdleiter, der Mitglied im ÖJV ist, wurde aufgrund der Vorwürfe seines Amtes enthoben.

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