Schlagwort-Archive: Bundesverband der Berufsjäger (BDB)

Berufsjäger “enttäuscht” über Vorverlegung der Jagdzeiten

Mit großem Befremden und fachlich basiertem Entsetzen hat der BDB Vorstand die Vorverlegung der Jagdzeiten für Wildwiederkäuer in einigen Bundesländern zur Kenntnis genommen.

Seit Jahren beteiligt sich der Bundesverband Deutscher Berufsjäger e.V. mit Erfahrungen aus der jagdlichen Praxis, in Verbindung mit wildbiologischen Erkenntnissen, an der politischen Diskussion um die effiziente, wildschadensreduzierende Bejagung und damit auch um geeignete sowie ethisch vertretbare Jagdzeiten der wiederkäuenden Schalenwildarten.
Es ist also kein gutes Zeugnis für den aktuellen Politikstil, die Corona-Krise dafür zu nutzen, kontroverse Themen ohne Rückkopplung zu den Fachverbänden durchzuboxen.

Der wissenschaftlich fundierte und oft publizierte Konsens zu Jagdzeiten für Wildwiederkäuer fordert, dem Mutterschutz höchste Priorität einzuräumen. Kontraproduktiv und somit abzulehnen ist die Vorverlegung der Jagdzeit für Wildwiederkäuer auf den 1. April, da sich das Wild im Stoffwechseltief des Winters befindet und noch auf „Winterbetrieb“ eingestellt ist.

Weiterlesen

Brandenburg: Berufsjäger protestieren gegen Schonzeitaufhebungen

Der Brandenburger Landesverband der Berufsjäger (BdB) protestiert in einem Offenen Brief gegen die Genehmigung “von Anträgen auf Schonzeitaufhebung zur Bejagung von wiederkäuendem Schalenwild bis 29.02.2020 durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz”. Das Schreiben ist an den Brandenburger Landwirtschaftsminister Axel Vogel gerichtet. Vogel stammt aus Bayern, ist Gründungsmitglied der Grünen und hat laut Wikipedia “von 1980 bis 1991” ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Fernuni Hagen absolviert.

Im Folgenden dokumentieren wir das Schreiben der Berufsjäger im Wortlaut:

“Widerspruch zum Genehmigen von Anträgen auf Schonzeitaufhebung zur Bejagung von wiederkäuendem Schalenwild im Februar

Sehr geehrter Herr Minister,

der Landesverband der Berufsjäger Brandenburg widerspricht hiermit den von Ihrem Ministerium in Aussicht gestellten pauschalen Genehmigungen von Schonzeitaufhebung auf wiederkäuendes Schalenwild bis 29.02.2020 und fordert Sie dazu auf, die Jagd- und Schonzeitenregelung nach der erst am 05. Juli in Kraft getretenen Verordnung zur Durchführung des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg aufrechtzuerhalten.

Mit der Verordnung zur Durchführung des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg (BbgJagdDV) vom 28. Juni 2019 wurde die Jagd in Brandenburg an gesellschaftliche und insbesondere auch an wirtschaftliche Bedürfnisse der Landnutzer angepasst.

Weiterlesen

Berufsjäger: Auch Wildtiere haben ein Recht auf Tierschutz

Schwarzwild-Sonderbejagung im ASP-Fall: “Grobe, nicht zu tolerierende Verletzung des Tierschutzes”

Die Landesregierung in NRW plant ein Sonderjagdrecht zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest bei einem entsprechenden Seuchenausbruch. Unter anderem soll die Aufhebung der Schonzeit für Bachen, auch wenn diese, noch kleine gestreifte Frischlinge säugen und der Abschuss mit Schrotmunition erlaubt werden.

Der Bundesverband Deutscher Berufsjäger e.V. (BDB) sieht in diesen Maßnahmen eine grobe, nicht zu tolerierende Verletzung des Tierschutzes. „Bei einem Seuchenausbruch in Hausschwein-beständen müssen gesetzlich vorgeschrieben, höchste Ansprüche an Personal und Methode zur Keulung der erkrankten Tierbestände angewendet werden. Dies muss doch selbstverständlich auch für die Seuchenbekämpfung bei Wildtieren als Mindeststandard gelten! Der Wald ist kein rechtsfreier Raum und Wildtiere empfinden ebenso Schmerz und Leid wie Haustiere. Natürlich müssen infizierte Tiere sehr schnell und möglichst effizient der Wildbahn entnommen werden, aber professionell und unter strikter Beachtung des Tierschutzes.“ führt Peter Markett, stellvertretender Vorsitzender des BDB aus.

Weiterlesen

Zwölf Teilnehmer bestehen Prüfung zum Revierjagdmeister in Springe

+++ Bayern: Immer mehr Waschbären gefährden Artenvielfalt +++ NRW: Landrat nimmt Stellung zu Pro-Wolf-Petition +++ Kanada: Tochter von Löwenjäger beschimpft Vater auf YouTube +++ Baden-Württemberg: Hund verletzt Reh so schwer, das Polizist es erlösen muss – Zeugen gesucht +++ Bayern: Biber auf der Speisekarte? +++ Sachsen: Motorradfahrer bei Kollision mit Wildschwein schwer verletzt +++ Philippinen untersagen Import von deutschem Schweinefleisch +++

Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit stellten sich im Juli 17 Revierjäger im Jägerlehrhof Jagdschloss Springe der praktischen und mündlichen Prüfung zum Revierjagdmeister. Zwölf Teilnehmer, die bereits im April ihre schriftliche Prüfung absolviert hatten, haben bestanden. Das beste Gesamtergebnis erzielte Elias Raiser aus Stieten, Mecklenburg-Vorpommern.
Zulassungsvoraussetzung zur Meisterprüfung war eine mindestens zweijährige Berufspraxis als Revierjäger und die Vorlage einer schriftlichen Meisterarbeit zu einem berufsbezogenen Thema. Damit sich die Prüflinge auf die vielen Bereiche der Meisterprüfung vorbereiten konnten, hatte der Deutsche Jagdverband und der Bundesverband Deutscher Berufsjäger in enger Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen drei 14-tägige Lehrgänge im Jägerlehrhof Jagdschloss Springe durchgeführt.

Weiterlesen

Azubi-Rekord bei den Berufsjägern

Zahlenmäßig stärkster Jahrgang beginnt die Ausbildung zum/r Revierjäger/in

Mitte August starteten 43 junge Leute – darunter drei Frauen – ihre Ausbildung zum Revierjäger/ zur Revierjägerin an den Berufsbildenden Schulen in Northeim. Dort wurden sie von der Schulleiterin Ines Puschmann sowie den Lehrkräften der BBS II Northeim und dem Ausbildungsberater des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger (BDB), Hermann Wolff begrüßt. “Wir freuen uns sehr, dass wir Sie für den Beruf des Revierjägers begeistern können“, sagte Hermann Wolff. Mit den 43 Auszubildenden ist es der stärkste Jahrgang, der je die Ausbildung zum Revierjäger/zur Revierjägerin aufgenommen hat.
Er wandte sich direkt an die neuen Auszubildenden: „Der Berufsstand hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Auch aus diesem Grund freuen wir uns, so viele junge Menschen für die klassischen Arbeitsgebiete, aber auch für neue Tätigkeitsfelder qualifizieren zu können.

Weiterlesen

Berufsjäger gegen Saufänge und Nachtzieltechnik

Der Bundesverband der Berufsjäger (BDB) hat ein Positionspapier zur Schwarzwildbejagung veröffentlicht. Unter anderem fordern die Berufsjäger, “den tierschutzgerechten Auswahlabschuss unter Wahrung der Sozialstrukturen der Wildart”, “die strikte Einhaltung des Muttertierschutzes und der waidgerechten Bejagung”, sowie “ein Verbot des Einsatzes von Frischlings- und Saufängen.” Sie fordern überdies “ein Aussetzen der weiteren Technisierung, zunehmend auch schon Militarisierung durch besondere Waffentechnik (z.B. Nachtzieltechnik).” Der Einsatz dieser Techniken liege außerhalb der für eine handwerkliche Jagd notwendigen Einsatzgebiete und werde von einer zunehmend jagdkritischen Öffentlichkeit in Zeiten von Terrorgefahren ablehnend betrachtet, so der BDB. Ausnahmen hierzu seien nur in Krisenfällen und/oder unter ganz besonderen Umständen besonders qualifizierten Personengruppen zu ermöglichen. Diese Techniken verschöben lediglich die Grenzen des Möglichen, lösten aber die Probleme sicher nicht und könnten dazu zu unkalkulierbaren Gefährdungen führen. PM

Weiterlesen