Schlagwort-Archive: Bundesumweltministerium

Märchenstunde über Löwenschutz

DJV kritisiert Aussagen des Umweltministeriums zum Tag des Artenschutzes

Afrika ohne Löwen? Das Bundesumweltministerium verbreitet anlässlich des Weltartenschutztages ein Schreckensszenario. Eine stärkere Regulierung der legalen Trophäenjagd soll’s richten.

Zum diesjährigen Weltartenschutztag hat das Bundesumweltministerium in einer Presseerklärung das Schreckensszenario eines Afrikas ohne Löwen gezeichnet. Schuld an ihrem Rückgang seien Lebensraumzerstörung, Wilderei, Mensch-Wildtier-Konflikte sowie nicht nachhaltige Jagd. Das Ministerium feiert sich anschließend für seine Erfolge bei der stärkeren Regulierung und Kontrolle der Trophäenjagd auf Löwen. Dafür werde das Ministerium weiter kämpfen. Indem das Umweltministerium seinen Kampf gegen die nachhaltige Jagd  als seinen wichtigsten Beitrag zum Löwenschutz hervorhebt, verschleiert es nur seine eigene Ideenlosigkeit und seine ideologische Orientierung in Sachen Auslandsjagd. Dass dieses jagdpolitische Signal kurz vor der Regierungsbildung gesetzt wird, ist sicher kein Zufall, sondern erscheint wie eine Positionsbestimmung für die nächsten vier Jahre. Nach der gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesregierung ist das Landwirtschaftsministerium an Entscheidungen zu beteiligen. Eigentlich. Dies ist in der Vergangenheit oft nicht geschehen.

Weiterlesen

Insektensterben: Fake-News aus dem Bundesumweltministerium?

Sind Meldungen über das Insektensterben eine “grün-rote Wahlkampffalle”?

Vor wenigen Tagen hat das Bundesumweltministerium (BMUB) vor dem Insektenschwund gewarnt: Um 80 Prozent habe sich der Bestand an Insekten seit 1982 reduziert. Auch JAWINA hat die Meldung aufgegriffen. Dass es weniger Insekten gibt als früher, deckt sich mit dem empirischen Befund vieler aufmerksamer Naturbeobachter, eine viel zitiertes Indiz ist die Menge an Insekten, die nach einer Überlandfahrt von der Windschutzscheibe geschrubbt werden muss. Das zur Holtzbrinck-Mediengruppe gehörende Internetportal meedia.de äußert massive Zweifel am Realitätsgehalt der Meldung: Die Zahlen seien alt und nicht belegt, der “angebliche Insektenschwund” eine “grün-rote Wahlkampffalle”, die sich die “Kommunikationsprofis der Grünen haben einfallen lassen.” Unter Berufung auf einen ursprünglich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) erschienenen Artikel schreibt meedia.de, dass die Zahl von 80 Prozent von einem “Verein von Hobbyforschern in Krefeld” stamme und sich die Zahl lediglich auf “zwei Standorte im Krefelder Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch” beziehe. Das Operieren mit Zahlen aus derart fragwürdiger Quelle, wirft meedia dem BMUB vor, schade nicht nur der Sache, sondern vor allem der Glaubwürdigkeit aller Beteiligten.

JAWINA hat beim BMUB aufgefordert, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Wir haben gefragt: Verbreitet das BMUB wissentlich oder versehentlich Fake-News? Betreibt das von einer SPD-Ministerin geführte BMUB Wahlkampfhilfe für die Grünen? Inwieweit sieht das BMUB die eigene Unabhängigkeit von Naturschutzverbänden wie Nabu und Bund noch gegeben, deren Positionen das BMUB offenbar ungeprüft und unreflektiert übernimmt und verstärkt?

Weiterlesen

Deutschland: Dramatischer Insektenschwund

Seit 1982 hat sich der Bestand von Insekten in Deutschland um 80 Prozent verringert. Das geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums (BMUB) auf eine Anfrage der Grünen hervor, wie die FAZ berichtet. Ursache für den Insektenschwund ist dem BMUB zufolge die intensive Landwirtschaft: Es würden zu viele Pestizide eingesetzt und gebe zu wenig Blühstreifen und Hecken, erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Da sich keine Änderung der Situation abzeichne, werde sich die Bestandsabnahme fortsetzen. Besonders gefährdet seien Falter, Heuschrecken und Schwebfliegen, einige Arten seien vom Aussterben bedroht. Das BMUB wies auf die dramatischen Konsequenzen des Insektenschwunds hin, durch den auch die Nahrungsgrundlage vieler Vögel und Fledermäuse gefährdet sei.

Da sich diese Entwicklung erst seit 1982 abzeichnet, stellt sie für die Politik vermutlich noch “Neuland” dar, vermutlich fehlte bisher schlicht die Zeit, etwas daran zu ändern, schließlich kann niemand erwarten, dass unser riesiger und Unsummen verschlingender Apparat von Politik- und Verwaltungskräften innerhalb so weniger Jahrzehnte geeignete Maßnahmen umsetzt, wie etwa die Vergabe der vielen Milliarden an Agrarsubventionen nach ökologischen Kriterien auszurichten… SE

Beitragsbild: Falter. Foto: SE

EU-Staaten lehnen Einfuhrverbot für Jagdtrophäen ab

Die Dachorganisation der europäischen Jagdverbände, FACE, äußerst sich erleichtert darüber, dass die Mehrheit der EU-Staaten die vom deutschen Bundesumweltministerium vorgeschlagenen massiven Einfuhrbeschränkungen für Jagdtrophäen nicht-bedrohter CITES-Arten (CITES Anhang B) mehrheitlich abgelehnt hat. Der deutsche Vorschlag sei von den CITES-Beauftragten der Mitgliedsstaaten vom 20. bis 21. Juni in nicht-öffentlichen Gesprächen in Brüssel diskutiert worden, so FACE in einer Pressemitteilung. Der deutsche Vorstoß sei wegen des offensichtlichen Mangels an wissenschaftlichen Belegen abgelehnt worden, so FACE. Der Vorschlag sei allem Anschein nach nur eingebracht worden, um die Tierschutz-Lobby zufrieden zu stellen, die im Mai 2017 eine entsprechende Petition an die deutsche Regierung gerichtet habe.

Weiterlesen