Schlagwort-Archive: Brandenburg

Brandenburg: “Steinzeit im Ministerium” – Landestierschutzverband kritisiert Bogenjagd

“Seit in der letzten Woche bekannt wurde, dass das Agrar- und Umweltministerium Brandenburg in einem Modellversuch die Jagd auf Wildschweine mit Pfeil und Bogen in Stahnsdorf erlauben will, stehen beim Landestierschutzverband Brandenburg (LTVB) die Telefone nicht mehr still”, erklärt der LTVB in einer Pressemitteilung. Bürger wollten wissen, inwieweit diese Jagdmethode mit dem Tierschutz vereinbar ist. „Die Jagd mit Pfeil und Bogen stammt aus den Anfängen der menschlichen Geschichte“ sagt Ellen Schütze, Vorsitzende des Landesverbandes, „sie hat in der heutigen Zeit nichts zu suchen“.

Der Landestierschutzverband kritisiert scharf, “dass nicht die Ursachen der Wildschweinschwemme bekämpft werden, sondern die Politik nur noch hilflos blinden Aktionismus betreibt.” Unbestreitbar seien Wildschweine, die Felder und Gärten verwüsten, ein Problem. Doch dieses Problem verschwinde nicht, indem die Schweine abgeschossen werden – sie kommen wieder, und zwar in noch größerer Zahl. Dies werde sich auch nicht ändern, solange ein überreiches Nahrungsangebot, wie z.B. auf den zahlreichen Maisfeldern, ständig zur Verfügung steht, meint der Verband.

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Brandenburg: “Schwere Zeiten für das Wild”

+++ Brandenburg: Wolf reißt Mutterschaf Lämmer aus dem Bauch +++ Thüringen: Radfahrer bei Kollision mit Alttier schwer verletzt +++

Nach dem Zusammenschluss von Oberster Jagd- und Forstbehörde in Brandenburg unter der Ägide schalenwildfeindlicher Forstleute verschärft sich, wie zu erwarten, der Konflikt um die Jagd. Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) richtet sich jetzt mit einem Offenen Brief an seine Mitglieder und appelliert an die Landesregierung, bei bevorstehenden Jagdrechtsänderungen die Belange der Wildtiere und Jäger zu berücksichtigen.

Wir dokumentieren den Offenen Brief im Wortlaut:

Liebe Jäger im Landesjagdverband Brandenburg e.V.,

seit wenigen Monaten ist die Oberste Jagdbehörde der Obersten Forstbehörde im Referat 34 zugeordnet.

Der jagdliche Schwerpunkt im Land liegt nunmehr ausschließlich auf der Reduzierung von Schalenwild, Wald vor Wild soll im ganzen Land konsequent umgesetzt werden. Unserem Rot-, Dam-, Reh- und Muffelwild stehen schwere Zeiten bevor. Hegegemeinschaften sollen zu Abschussgemeinschaften verkümmern oder werden durch Gruppenabschüsse mit Mindestabschuss in möglichst allen Altersklassen ersetzt.

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Brandenburg: 39 Saufänge genehmigt

Brandenburg: Wildschwein randaliert in Stahnsdorfer Friseursalon +++ Schweiz: Todesfallen für Wildtiere – St. Galler Jäger sammeln Unterschriften gegen Stacheldraht +++

In Brandenburg sind bislang 43 Saufänge beantragt und 39 davon genehmigt worden. Das berichtet der rbb. Als Begründung dient die Gefahr durch Afrikanische Schweinepest. Nach Informationen des rbb läuft auf Flächen des Landesforsts eine Modellprojekt im Nationalpark Unteres Odertal mit zwölf installierten Saufängen. Saufängen sind große Fallen aus stabilem Drahtgeflecht, in das die Wildschweine mit Ködern wie Eicheln oder Mais gelockt werden. Gefangene Tiere werden erschossen. Weil unter den Käfiginsassen spätestens nach den ersten Schüssen Panik ausbricht, sind Saufänge auch unter Jägern äußerst umstritten. Wie die angeblich “tierschutzgerechte Entnahme von Bachen mit ihren Frischlingen” in der Praxis aussieht, wollte auf Nachfrage von JAWINA kein befragter Experte ausführen oder gar vorführen. SE

Beitragsbild: Brandenburger Leitfaden zu Saufängen (Screenshot).

Mehr zum Thema hier.

“Der Wolf ist ein Horror für die ganze Tierwelt”

“Ein Spiel, das die Grünen gegen den Rest der Gesellschaft und die Jäger spielen” – der holländische Jagdgast verteidigt seinen Abschuss eines Wolfs in Brandenburg

Der Jäger, der auf einer Drückjagd in Brandenburg einen Wolf geschossen hat, nachdem dieser Jagdhunde angegriffen hatte, verteidigt seine Vorgehensweise. Gegenüber der niederländischen News-Plattform Tubantia bezeichnete der 68-jährige “sehr erfahrene Jäger” den Wolf als “Pest” und “Horror für die gesamte Tierwelt.” Er bestätigte, den Wolf “aus Notwehr” geschossen zu haben, da er den Jagdterrier eines deutschen Treibers gegen den Wolfsangriff verteidigen musste. Die Polizei führt ein Ermittlungsverfahren gegen den Schützen. Der Mann erklärte, er hätte es vorgezogen, nicht medial in Erscheinung zu treten, aber er verstehe die Aufmerksamkeit: Der Wolf sei “ein heißes Thema”, da könne man “eine schöne Geschichte draus machen”.

Die Rückkehr des Wolfs hält er für eine Katastrophe: In Deutschland sei das “ein ganz großes Problem”, es sei schrecklich, in diesen Filmen zu sehen, was die Wölfe alles zerstörten: “Kühe, Pferde, Schafe, Wild, Tiere, die die Menschen in ihren Gärten hielten.”

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Brandenburg: Selbstgenehmigender Antrag auf Schonzeitaufhebung für Rehböcke

+++ Norwegen: Wolfsdemos mobilisieren Tausende +++ Niedersachsen: Grüne wollen Wölfe vor Wildunfällen schützen +++ Mecklenburg-Vorpommern: Backhaus warnt vor illegalen Wolfsabschüssen +++ Sachsen: Wolf bei Oschatz gesichtet +++ Bayern: Bauern und Naturschützer kritisieren Aktionsplan Wolf +++

Mitte 2018 wurden Oberste Jagdbehörde (OJB) und Landesforst (LFB) im Brandenburger Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) zusammengelegt (JAWINA berichtete). Damals befürchteten Kritiker, dass damit “der Bock zum Gärtner” gemacht und einer rücksichtslosen Wald-vor-Wild-Politik der Weg geebnet werde – sie sollten Recht behalten, wie von der OJB dem LFB genehmigte Schonzeitaufhebungen für Rehböcke im Januar zeigen.

Mit einem Bescheid vom 21.12. 2018 gibt die OJB dem Antrag einer Brandenburger Oberförsterei auf Schonzeitaufhebung für Rehböcke auf Drückjagden im Januar statt. Nach bislang unbestätigten Informationen von JAWINA sollen sämtliche Brandenburger Oberförstereien von der OJB unter Androhung von Konsequenzen gedrängt worden sein, gleichlautende Anträge zu stellen. Die angeführten Begründungen für die Genehmigung lassen aufhorchen.

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Brandenburg: Erlass zur Erlegerprämie für Schwarzwild veröffentlicht

Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) Brandenburg hat den Erlass zur Auszahlung einer Erlegungsprämie für Schwarzwild veröffentlicht. Mit der Prämie soll ein Anreiz zur Erlegung von Wildschweinen zum Zweck der ASP-Prävention gesetzt werden.

Auf der Internetseite des MLUL heißt es dazu: “Als Reaktion auf die drohende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) führte Minister Vogelsänger die landesweite Erlegungsprämie mit Beginn des Jagdjahres 2018/2019 in Brandenburg ein. Jagdausübungsberechtigten (JAB) können eine Erlegungsprämie beantragen, die als Ausgleich für den entstandenen Mehraufwand zur Reduzierung der Schwarzwildbestände gewährt wird. Gleichzeitig soll ein Anreiz geschaffen werden, verstärkt Schwarzwild zu bejagen.

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Anwalt des Wolfsschützen veröffentlicht Presseerklärung

+++ Sachsen-Anhalt: Wolf streift durch Magdeburger Wohngebiet +++

Der Anwalt des Holländers, der auf einer Jagd In Brandenburg einen Wolf geschossen hat, weil er Jagdhunde attackierte (JAWINA berichtete), hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der er den Vorfall aus der Sicht seines Mandanten schildert. Die Darstellung deckt sich weitgehend mit dem Schilderung des Vorfalls durch den Jagdleiter gegenüber JAWINA. Teilweise werden aber weitere Details genannt, auch die Aussage des Augenzeugen wird wiedergegeben. Wir stellen die PM des Anwalts zum Download bereit.

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Brandenburg: Notwehr – Holländischer Jagdgast erschiesst Wolf

Kein Fake: Ein holländischer Jagdgast hat am Freitag (18.01.) gegen 14 Uhr bei Rädigke (Landkreis Potsdam-Mittelmark) einen Wolf geschossen. Der Wolf hatte Jagdhunde attackiert und ließ sich nicht vertreiben.

Wie der Jagdleiter gegenüber JAWINA bestätigte, fand an dem Tag eine Drückjagd statt. Nach den Schilderungen des Jagdleiters hat sich der Vorfall wie folgt zugetragen: Schon kurz nach Beginn der Jagd gingen Meldungen über Wölfe im Treiben ein. Ein Wolf zog auf zehn Meter an einem holländischen Jagdgast vorbei. Selbstverständlich schoss der Jäger in dieser Situation nicht. Zuvor waren drei bis vier Stück Rehwild etwas weiter entfernt angewechselt. Rehwild war jedoch nicht freigegeben, weshalb kein Schuss auf die Rehe abgegeben wurde. Der Wolf zog weiter und drehte kurz darauf einen kleinen Bogen, vermutlich hatte er Witterung von dem Rehwild bekommen. Kurz darauf kamen Stöberhunde an, die die Rehwildfährte arbeiteten. Der Wolf machte sofort kehrt und griff die Jagdhunde an. Der Jäger versuchte den Wolf durch lautes Pfeifen und Schreien zu vertreiben, gab schließlich einen Warnschuss ab. Auch von diesem ließ sich der Wolf nicht beeindrucken – ein Verhalten, das auch auf anderen Jagden in Brandenburg beobachtet und geschildert worden ist.

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Bauernbund: Immer mehr “wolfsfreie Zonen” in Brandenburg

Dombrowski: SPD darf praxistauglichem Wolfsmanagement nicht länger im Weg stehen

43 brandenburgische Städte und Gemeinden haben sich plakativ zur wolfsfreien Zone erklärt, seit der Bauernbund Brandenburg die Initiative im August letzten Jahres gestartet hat. Bei weiteren 14 Kommunen steht der Antrag derzeit auf der Tagesordnung. “Es gibt eine riesige Unterstützung für unser Anliegen im ländlichen Raum. Wir haben sehr viele einstimmige Beschlüsse, quer durch alle Parteien”, sagte der Bauernbund-Wolfsbeauftragte Frank Michelchen, Ökolandwirt aus Leibsch im Spreewald, der bereits drei Kälber durch den Wolf verloren hat: “Die Menschen wollen auch in Zukunft ohne Angst auf dem Lande leben und erklären sich solidarisch mit uns Weidetierhaltern. Es wird Zeit, dass Potsdam dieses Signal ernst nimmt und aufhört, vor den Naturschutzkonzernen zu kuschen.”

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Privatfirma für Wolfsentnahmen – Brandenburger Geheimwirtschaft

Wie JAWINA bereits am 5.12. berichtete, ist eine Privatfirma vom Umweltministerium mit der Entnahme von sog. Problemwölfen in Brandenburg beauftragt worden. Um welche Firma es sich dabei handelt, soll – angeblich aus Datenschutzgründen – verschwiegen werden. Das beredte Schweigen der Brandenburger Behörden wirft Fragen auf:

Frage 1: Um welche Firma handelt es sich?

Unbestreitbar haben Brandenburger Jäger ein gerechtfertigtes Interesse daran zu erfahren, welche ominöse Privatfirma künftig möglicherweise in den Jagdrevieren des Landes umherstreifen, Fallen stellen und Problemwölfe “entnehmen” soll. Ebenso hat aber auch jeder Steuerbürger dieses Landes das Recht zu erfahren, ob bei der Auftragsvergabe alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Denn daran bestehen starke und berechtigte Zweifel, wie man sehen wird.

Bislang unbestätigten und, wie zu betonen ist, auch nicht verifizierbaren Gerüchten zufolge soll ein einschlägig bekanntes Institut mit der Entnahme etwaiger Brandenburger Problemwölfe betraut worden sein, das umfangreiche Erfahrung mit dem Monitoring, dem Fang und der Besenderung von Wölfen nachweisen kann. Eine entsprechende Anfrage von JAWINA beantwortete das fragliche Institut mit dem lapidaren Satz: “Bitte setzen Sie sich für derlei Anfragen mit dem Landesamt für Umwelt oder dem Umweltministerium in Brandenburg in Verbindung.” Das ist keine Antwort, aber auch kein Dementi.

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Brandenburg: Privatfirma soll “Problemwölfe” fangen und entnehmen

Mitarbeiter eines privaten Unternehmens, die in fremden Revieren Fallen stellen oder gar mit der Waffe auf “Problemwölfe” ansitzen – möglicherweise müssen sich Brandenburger Jäger an diese Vorstellung gewöhnen.

Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) hat einem Medienbericht zufolge eine Privatfirma damit beauftragt, sogenannte Problemwölfe zu fangen und zu entnehmen. Im November 2017 hatte das Land  eine Ausschreibung für einen Werkvertrag zur “Ermittlung und Bewertung verhaltensauffälliger Wölfe und Vergrämung, Fang und Entnahme verhaltensauffälliger Wölfe im Land Brandenburg” ausgeschrieben (JAWINA berichtete). Nach Informationen von JAWINA hat sich das Forum Natur Brandenburg (FNB) an der Ausschreibung beteiligt und angeboten, in Zusammenarbeit mit den FNB-Mitgliedsverbänden, insbesondere dem Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) und dem Berufsjägerverband Brandenburg, die ausgeschriebenen Dienstleistungen mit je drei qualifizierten Beauftragten pro Landkreis zu übernehmen – und zwar kostenneutral. Insofern stellt sich die Frage, inwieweit die Vergabe der ausgeschriebenen Leistungen an eine Privatfirma mit den Ausschreibungsrichtlinien des Landes Brandenburg und der EU in Einklang zu bringen ist.

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Brandenburg: Wolf attackiert Jagdhund

Im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald hat ein Wolf am 24.09. eine Laika im jagdlichen Einsatz attackiert und durch einen Biss verletzt. Der Vorfall spielte sich gegen 10 Uhr morgens in einem Waldgebiet in unmittelbarer Nähe des Besitzers ab. Aufgrund der dichten Vegetation in der Dickung hörte der Hundeführer lediglich, dass sein Jagdhund plötzlich laut klagte und lief in Richtung des Kampflärms. Es gelang ihm, den Wolf zu vertreiben, indem er laut schreiend auf die kämpfenden Tiere zurannte. Der Jagdhund hatte eine tiefe Bissverletzung an der Innenseite des Hinterlaufs erlitten und musste in einer Tierklinik operiert werden. Die Behandlungskosten belaufen sich auf über 600 Euro.

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Forum Natur Brandenburg: “Letzte Chance für ein zukunftsorientiertes Wolfsmanagement”

Wendorff: „Wir wollen ein praxisgerechtes Wolfsmanagement, halbgare Absichtserklärungen werden wir nicht mehr mittragen!“

Anlässlich der für den morgigen Dienstag einberufenen Gremienberatung zum „Brandenburgischen Wolfsmanagement“ haben die Verbände im Forum Natur Brandenburg ihre Erwartungen an die Sitzung formuliert. Der morgige Termin sei entscheidend für den gesamten weiteren Verlauf des Prozesses. „Wir verhehlen nicht, dass wir selten zuvor mit einer so großen Erwartungshaltung in Beratungen gegangen sind“, betont Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes und Vorstand im Forum Natur. Das Anwachsen des Wolfsbestandes im Land und der Umstand, dass sich immer mehr vermeintliche Lösungsansätze für eine praktikable Konfliktlösung als Wunschträume erwiesen haben, die der Wolfswirklichkeit nicht Stand hielten, mache intelligentes wie entschlossenes Handeln notwendig.

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Brandenburg: Jäger durch Geschosssplitter verletzt

+++ Hessen: Demo gegen Drückjagd +++

Am Samstag ist auf einer Drückjagd bei Leuenberg, einem Ortsteil der Gemeinde Höhenland im Landkreis Märkisch Oderland ein Jäger durch einen Geschosssplitter verletzt worden. Das meldet die Polizei. Demnach hat ein anderer Jäger ein Tier beschossen, ein Splitter traf den Geschädigten am Oberarm. Der Verletzte wurde noch am Samstag Abend im Krankenhaus operiert. Der Verletzte war nach Angaben der Polizei ein Mitglied der Jagdgesellschaft. Zum Zeitpunkt der Schussabgabe befand er sich auf einem Sitz. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang laufen noch. red.

Beitragsbild: Deformierte Geschosse und Splitter. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser GU für den Hinweis!

Demo “Aktives Wolfsmanagement jetzt!”

DJV ruft zur Teilnahme an Kundgebung am 10. November 2018 in Potsdam auf

„Aktives Wolfsmanagement jetzt!“: Der Deutsche Jagdverband (DJV) erklärt sich solidarisch mit dem Forum Natur Brandenburg und dem Bauernbund Brandenburg, die am 10. November 2018 zu einer Kundgebung vor dem Brandenburgischen Landtag in Potsdam aufrufen. Die Verbände wollen mit der Kundgebung deutlich machen, dass die Zukunft von „Mensch, Weidetier und Wolf“ nur gemeinsam gedacht werden kann.

Die Forderung für die Neuorientierung des brandenburgischen Wolfsmanagements haben die Verbände im Forum Natur im Rahmen eines „8 Punkte-Planes“ deutlich gemacht. Unverhandelbar sind dabei die folgenden drei Punkte:

Es muss zukünftig einen hundertprozentigen Schadens- und Präventionsausgleich mit verbindlichem Rechtsanspruch für die durch Wölfe verursachten Schäden geben. Die Ausbreitung der Wölfe in Brandenburg darf nicht auf Kosten der betroffenen Weidetierhalter erfolgen. Weidetierhaltung ist aktiver Naturschutz!

Der Wolf ist unverzüglich in das „Brandenburgische Jagdrecht“ aufzunehmen und parallel dazu ist eine auf naturschutzrechtlichen Einzelfallentscheidungen beruhende Schutzjagd nach skandinavischem Vorbild zu etablieren.

Für das Land Brandenburg ist unverzüglich ein gesellschaftlich breit diskutierter Wolfszielbestand festzulegen, dessen aktives Management zukünftig die Gewähr dafür bietet, dass der Schutz des Wolfes im Einklang mit allen anderen Interessen an und in unserer Kulturlandschaft steht.

Weitere Infos zur Kundgebung gibt es im Internet (Forum Natur Brandenburg).

Beitragsbild: Die Kundgebung findet am 10. November vor dem Brandenburgischen Landtag in Potsdam statt. Quelle: below/ljv bw

Brandenburg: Neue Rekordstrecke beim Schwarzwild

Ergebnisse des Jagdjahres 2017/2018 in Brandenburg – Rekorde auch beim Waschbären, zum Teil deutlich sinkende Strecken bei allen anderen Schalenwildarten

Brandenburgs Jägerschaft hat im vergangenen Jagdjahr wieder für neue Rekorde gesorgt: Niemals zuvor wurde so viel Schalenwild erlegt: „In Anbetracht des Auftretens der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien gilt es, die Intensivierung der Schwarzwildbejagung fortzuführen. Politiker und Jägerschaft stehen hier gemeinsam in der Verantwortung”, erklärte der Brandenburgische Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger. Laut Jagdstatistik für das Land Brandenburg liegt die Gesamtstrecke im Jagdjahr 2017/2018 an erlegtem Schalenwild mit 176.418 Stück noch einmal um vier Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Für das Streckenplus sorgte allein die enorm hohe Schwarzwildstrecke, die Brandenburgs Grünröcke im Streckenbuch verzeichnen konnten. Mit 89.819 Stück Schwarzwild wurde eine neue Rekordstrecke erreicht. „Das gab es in Brandenburg noch nie, bereits jedes zweite erlegte Stück Schalenwild zählt zu den Schwarzkitteln“, so Vogelsänger, der sich über diese hohe Strecke sichtlich erfreut zeigte.

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Brandenburg und Sachsen bringen Entschließungsantrag zum Wolf in den Bundesrat

Bundesratsinitiative zielt auf praktikables Wolfsmanagement in ganz Deutschland

Brandenburg wird im Bundesrat gemeinsam mit Niedersachsen und Sachsen einen zehn Punkte umfassenden Entschließungsantrag zum Umgang mit dem Wolf einbringen. Als hauptbetroffenes Bundesland, was die Zahl der Wölfe betrifft, drängt Brandenburg seit Langem darauf, bundesweit bessere Regelungen für den Umgang mit der streng geschützten Tierart zu schaffen, die rechtssicher und im Konfliktfall schnell umsetzbar sind.

Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger: „Die Bundesratsentschließung soll zu einem praktikablen, bundesweiten Wolfmanagement nach europäischem Recht führen, das die Bewertung und Beobachtung der Wolfspopulation, die Finanzierung von Präventionsmaßnahmen und Entschädigungsregeln einschließt. Dies sind auch die zentralen Säulen Wolfsmanagements in Brandenburg. Die Bundesratsinitiative ist eine Stärkung für unser Brandenburger Wolfsmanagement.“

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Brandenburg: Verbesserter Schutz für Rotmilane

Die flächendeckende Verspargelung der Landschaft fordert immer mehr Opfer – das müssen jetzt auch Befürworter der Windenergie einsehen. Das Brandenburger Umweltministerium hat jetzt überfällige Änderungen der so genannten Tierökologischen Abstandskriterien (TAK) und Änderungen im Niststättenerlass vorgenommen. Dadurch soll der Rotmilan besser geschützt werden.

In Brandenburg sorgen etwa 1.800 Rotmilan-Paare für Nachwuchs, ein Zehntel des deutschlandweiten Bestands und damit ein erheblicher Anteil der Art. In ganz Europa leben 50.000 bis 67.000 Gabelweihen, wie der Rotmilan auch genannt wird. Immer wieder wird diskutiert, ob der Rote Adler im Landeswappen nicht auch ein Rotmilan sein könnte – zwar stimmt die Färbung, nicht jedoch die Flügelform. Ursprünglich ging man davon aus, dass sein Fortbestand nicht gefährdet ist, zumal in Brandenburg die großflächigen Landschaftsschutzgebiete nicht für die Windenergienutzung zur Verfügung stehen. Folglich fehlte es an seiner Berücksichtigung im Rahmen der Tierökologischen Abstandskriterien des Landes Brandenburg, mit denen zum Schutz gefährdeter Arten ein Mindestabstand zwischen dem Horst und der Windenergieanlage festgelegt werden kann.

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Brandenburg: Erschossener Wolf gefunden

Update: Wolf wurde doch nicht erschossen

Am Dienstag (2.10.) hat ein Jagdausübungsberechtigter auf einem Waldweg bei Zitz, einem Ortsteil der Gemeinde Rosenau im Landkreis Potsdam-Mittelmark einen toten Wolf gefunden. Der Anruf des Jägers ging gegen 17.10 bei der Polizei ein. Der Wolf wurde dem zuständigen Wolfsbeauftragten übergeben, von diesem wurde der Weitertransport an das Institut für Zoo- und Wildtierforschung zur weiteren Untersuchung veranlasst. Nach Informationen von JAWINA handelt es sich um einem Wolfswelpen von diesem Jahr. Der Wolf ist nicht eines natürlichen Todes und auch nicht bei einem Verkehrsunfall gestorben, wie ein Polizeisprecher gegenüber JAWINA bestätigte: Eine Schussverletzung sei deutlich zu erkennen gewesen. Die Polizei hat Anzeige wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz erlassen.

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Brandenburg: Calau und Kyritz erklären sich zu wolfsfreien Zonen

Die brandenburgischen Städte Calau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) und Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) haben sich zu wolfsfreien Zonen erklärt. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Stadtverordnetenversammlung der Städte am Mittwoch. In den entsprechenden Beschlüssen wird die Landesregierung aufgefordert, die Städte als “für die Besiedlung durch Wölfe nicht geeignete Gebiete” auszuweisen, da dieser “überwiegende öffentliche Interessen” entgegen stünden. Genannt werden in der Calauer Beschlussvorlage etwa die der Schutz der Bevölkerung, die “unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus, und die natur- und artgerechte Weidetierhaltung. Die Stadt Calau fordert die Landesregierung desweiteren dazu auf, sich bei der EU für eine Lockerung des Wolfsschutzes einzusetzen, da der Wolf keine bedrohte Art (mehr) ist. Außerdem wird die Aufnahme des Wolfs ind Jagdrecht gefordert.

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Brandenburg: CDU-Antrag gescheitert – keine Schutzjagden auf Wölfe

Ein Antrag der Brandenburger CDU-Fraktion, der Schutzjagden auf Wölfe und die Aufnahme des Wolfs ins Landesjagdrecht forderte, ist im Potsdamer Landtag gescheitert. CDU und AfD stimmten für, SPD, Linke und Grüne gegen den Antrag. In der Begründung des Antrags wies die CDU-Fraktion darauf hin, dass “Brandenburg im Vergleich zu anderen Bundesländern mittlerweile das Land mit dem höchsten Wolfsbestand” sei. Der Wolfsmanagementplan 2018 aber enthalte “bislang nur bekannte Informationen zur Schadensprävention, zum Schadensausgleich und zur Brandenburgischen Wolfsverordnung”. Neben reinen Informationen müsse ein praxistauglicher und für die nächsten Jahre wirkungsvoller Wolfsmanagementplan auch Hilfe und Unterstützung für Weidetierhalter und weitere Betroffene geben sowie insbesondere Ziele und Maßnahmen für ein mittelfristig zu erarbeitendes Bestands- und Konfliktmanagement beinhalten, um potenzielle Gefahren für Menschen durch Wölfe zu reduzieren, die Weidetierhaltung auch in Zukunft zu sichern und die Akzeptanz für den Artenschutz und damit den Wolf in der Kulturlandschaft zu erhalten.”

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Brandenburg: Landnutzerverbände beklagen Stillstand

Die im Forum Natur Brandenburg (FNB) zusammengeschlossenen Landnutzerverbände (z.B. Jäger, Angler, Fischer, Waldbesitzer, Bauern und Förster) mahnen eine Beendigung des “umwelt- und agrarpolitischen Stillstands” in Brandenburg an. Die “rechtlich fragwürdige und fachlich katastrophale Umsetzung des Schutzgebietsnetzes  “NATURA 2000″ durch die Umweltverwaltung” müsse angegangen, die Weidetierhaltung gestärkt und das Wolfsmanagement weiterentwickelt , das Jagdgesetz novelliert werden, lauten drei der sechs zentralen Forderungen des FNB. Heftige Kritik müssen bei einem Pressegespräch des FNB am 3. September vor allem die Verwaltungen im Umwelt-, Jagd-, Forst- und Landwirtschaftsbereich einstecken, die ein ideologisch motiviertes Eigenleben entwickelt hätten: “Wenn sich bestimmte Dinge im Landtag durchsetzen, die nicht dem Mainstream im Fachministerium entsprechen, sitzt man sehr lange in den Mühlen”, sagte der Präsident des Forum Natur, der Landrat von Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt (SPD) gegenüber der Lausitzer Rundschau. Das Primat des Parlamentes müsse wieder Vorrang haben, fordert Schmidt, letztlich müssten die Landnutzer und die Menschen, die auf dem Lande wohnten, wieder stärker in die Entscheidungen eingebunden werden, wenn es um Dinge gehe, die sie betreffen.”

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Brandenburg: Hundebesitzer muss Irish Setter mit Knüppel gegen Wolf verteidigen

Hündin bei Attacke durch Wolfsrudel schwer verletzt – Tollwut Antikörper bei Wölfin nach Hundeangriff in Tschechien nachgewiesen

In der Bücknitzer Heide bei Ziesar (Landkreis Potsdam Mittelmark) ist eine frei laufende Irish Setter Hündin am Rand einer Dickung von drei Wölfen attackiert worden. Der Setter war zum Zeitpunkt des Angriffs nur 10 bis zwanzig Meter von dem Besitzer entfernt. Als die Hündin auf die Wölfe stieß, griffen diese sofort an. Der Hundebesitzer ging mit einem Knüppel auf die Wölfe los und konnte sie schließlich in die Flucht schlagen. Wie die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet, erlitt die Hündin tiefe Bisswunden und musste operiert werden. Sie hat die OP wohl gut überstanden. Der Amtsdirektor von Ziesar, Norbert Bartels, sprach gegenüber der MAZ von “einer neuen Qualität von Begegnungen zwischen Wolf, Mensch sowie Haus- beziehungsweise Nutztieren”. Bartels geht von einer weiteren Zunahme der Konflikte aus, wenn sich die Wolfspopulation weiter ungehemmt vermehrt. Der Brandenburger Wolfsbeauftragte Steffen Hinze empfiehlt in der MAZ, Hunde im Wald stets an der Leine zu führen. Eine interessante Frage stellte ein Schafhalter, der bereits mehrere Schafe durch Wölfe verloren hat, in der MAZ: “Was machen eigentlich Pilzsammler, wenn sie in einer Dickung auf ein Wolfsrudel stoßen?“

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“Ende der Geduld ist erreicht”: Verbände fordern Zurückziehen des Wolfsmanagementplans

„Acht-Punkte-Plan“ zum Umgang mit dem Wolf vorgelegt – Wendorff: „Der Wolf ist in Brandenburg unumkehrbar angekommen, die Verwaltung offenbar nicht! Das zukünftige Wolfsmanagement muss langfristig auch auf ein aktives Bestands- und Konfliktmanagement ausgerichtet sein!“

Die Verbände im ländlichen Raum zeigen sich vom Inhalt des vom Umweltministerium in Umlauf gebrachten Wolfsmanagementplans (JAWINA berichtete) entsetzt. „Wir waren das erste deutsche Bundesland mit einem eigenen Wolfsmanagementplan. Und selbst der zweite Managementplan, trotz eines Kapitels ungelöster Probleme, war wenigstens noch ein Managementplan. Nun wird eine Loseblattsammlung bereits bestehender Verordnungen und Informationen als Grundlage für die Evaluierung zusammengeheftet: ziellos, visionslos, kraftlos“, fasst Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes und Vorstand im Forum Natur, den Eindruck der Verbände zusammen.

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Brandenburg: Umweltministerium legt Entwurf des neuen Wolfsmanagementplans vor

Fünf Handlungsansätze für den Umgang mit dem Wolf in der Kulturlandschaft

Das Brandenburger Umweltministerium hat den Entwurf des neuen Wolfsmanagementplans erarbeitet und wird diesen Anfang September mit Naturschutz- und Landnutzerverbänden erörtern. Der Plan ist als Arbeitsinstrument gedacht. Auf der Basis der derzeit geltenden Rechtslage enthält er Informationen über Angebote der Beratung/ Information/ Aufklärung, zum Monitoring zum Wolf, über die Maßnahmen der Prävention und des Schadensausgleiches für gerissene Weidetiere sowie zum Umgang mit Wölfen mit auffälligem Verhalten. Informationen über Fördermöglichkeiten in der Wolfsprävention und für Schadensausgleichregelungen sowie die Regelungen im Umgang mit Problemwölfen, umfasst. Er enthält die entsprechenden Richtlinien und Verordnungen, nennt Ansprechpartner, Telefonnummern und Adressen. Der Plan ist kompakt und auf die wesentlichen Elemente konzentriert, eben anwendungsorientiert.

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Sachsen: Zwei neue Wolfsterritorien nachgewiesen

Brandenburg: Dritter Wolf innerhalb weniger Wochen erschossen

In den Landkreisen Bautzen und Görlitz konnte aktuell jeweils ein neues Wolfsrudel nachgewiesen werden. Bereits seit dem Monitoringjahr (MJ) 2014/15 gab es im Bereich zwischen Löbau und Zittau (LK Görlitz) und seit dem MJ 2016/17 im Bereich der Massenei (LK Bautzen) einzelne Nachweise von Wölfen, ohne dass bisher territoriale Tiere bestätigt werden konnten.
So wurde im Raum Großhennersdorf, nördlich von Zittau, im Februar 2018 durch Fotofallenaufnahmen ein Rüde bestätigt. Im Juni 2018 konnten dann eine Wölfin mit Gesäuge und zwei Welpen (s. Foto) nachgewiesen werden.

Im Waldgebiet Massenei gab es bereits im Februar 2017 den genetischen Nachweis einer aus dem Daubaner Rudel stammenden Wölfin, die sich anschließend im Hohwald niederließ und dort im Mai 2017 Welpen bekam. Darüber hinaus wurde nordöstlich der Massenei bei Rammenau ein männlicher Wolf im April 2017 überfahren, dessen Herkunftsrudel bisher unbekannt ist. Zudem kam westlich der Massenei nahe Radeberg ein weiblicher Wolf, der aus der Laußnitzer Heide stammte, bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Nun zeigten Fotofallenaufnahmen von Anfang Mai 2018 eine Fähe mit Gesäuge in diesem Gebiet.
Beide Vorkommen werden somit rückwirkend für das letzte Monitoringjahr 2017/18 als Wolfspaare geführt.

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Brandenburg: Zwei illegal geschossene Wölfe gefunden

+++ Reiter-Präsident fordert Wolfsabschüsse +++ Thüringen: Nach tödlichen Jagdunfällen Debatten um Erntejagd +++ Bayern: Versuchter Überweisungsbetrug bei Kreisgruppe Nabburg des Bayerischen Jagdverbands +++ Waren es Wölfe? Schockvideo von angefressenem Rind erregt die Gemüter +++

Im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree sind zwei illegal geschossene Wölfe innerhalb von zwei Wochen gefunden worden. Ein ca. einjähriger Wolfsrüde wurde am 9. Juli von Mitarbeitern der Landesförsterei Müllrose im Forstrevier Schwarzheide in der Nähe eines Waldwegs entdeckt, wie die Märkische Oderzeitung (MOZ) berichtet. Ein weiterer Wolf wurde am vergangenen Wochenende in der Nähe von Fürstenwalde entdeckt. In beiden Fällen ergaben Untersuchungen der Kadaver, dass die Tiere geschossen wurden. Der Landkreis hat in beiden Fällen Strafanzeige wegen illegalen Abschusses eines streng geschützten Tiers gestellt. red.

Beitragsbild: Munition (Symbolbild). Foto: SE

 

 

Brandenburg: Das Schlaubetal wird verspargelt

Wer die bislang noch malerische Natur und Kulturlandschaft im Schlaubetal noch halbwegs intakt erleben will, sollte sich beeilen: SPD, Linke und Grüne (!) haben im Brandenburger Landtag einen Antrag der Freien Wähler abgelehnt, den rücksichtslosen Ausbau der Windkraft in Brandenburg zu beschränken und unter Beachtung neuer wissenschaftlicher Studien zu überprüfen. Konkret ging es den Freien Wählern unter anderem um die Errichtung eines Windparks im Schlaubetal: “Wir glauben, dass gewachsene Kulturlandschaften geschützt werden müssen. Insbesondere im ländlichen Raum muss darauf geachtet werden, dass die Tier- und Pflanzenwelt erhalten bleibt und nicht durch riesige Windkraftanlagen verdrängt wird. Hinzukommt, dass der geplante Windpark auch für die touristische Attraktivität des Schlaubetals von Nachteil ist”, erklären die Freien Wähler.

Schon heute hat Deutschland die höchsten Strompreise Europas, nicht benötigter Ökostrom wird ins Ausland nicht nur verschenkt, es werden Jahr für Jahr dreistellige Millionenbeträge für die Abnahme bezahlt, die Kosten für Netzeingriffe stiegen von 660 Millionen im Jahr 2016 auf knapp eine Milliarde in 2017, trotz Subventionierung energieintensiver Branchen auf Kosten der Verbraucher droht eine Abwanderung ganzer Industrien. Trotzdem scheint es für viele Politiker nur ein “Weiter so” beim Ökostrom-Ausbau zu geben, die Probleme werden ignoriert.

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Brandenburg: Dr. Carsten Leßner für Landesforst und OJB in Personalunion zuständig

+++ Schweiz: Abschussplan für Rotwild im Kanton Graubünden auf Rekordhöhe +++

Im Brandenburger Ministerium für Ländliche Entwicklung,Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) dreht sich das Personalkarussel: Bisher wurde die Oberste Jagdbehörde (OJB) Brandenburgs durch den Referatsleiter Ulrich Hardt verkörpert, der nach längerer Krankheit an die “Stabsstelle Digitalisierung, Betreuung parlamentarischer Angelegenheiten” versetzt wurde. Seine Nachfolge tritt Dr. Carsten Leßner an, der JAWINA-Lesern vor allem als Unterzeichner des berühmt-berüchtigten “Maulkorberlasses” bekannt sein dürfte, der von Staatssekretärin Dr. Carolin Schilde nach massiven Protesten von Forstleuten wieder zurückgenommen wurde. Leßner gilt, wie auch schon sein Vorgänger, eher als Vertreter einer “Wald-vor-Wild”-Position. Anders als sein Vorgänger Ulrich Hardt, der nur die OJB verantwortete, ist Leßner in dem neu zugeschnittenen Referat 35 am MLUL für Wald und Forstwirtschaft – also vor allem den Brandenburger Landesforst – und die Oberste Jagdbehörde (OJB) des Landes in Personalunion verantwortlich. Es bleibt abzuwarten, ob die jagdlichen Belange Brandenburgs damit noch stärker als bisher schon an den Interessen der Landesforst ausgerichtet werden. SE

Beitragsbild: Das neu zugeschnittene Referat 35 auf einem Organigramm des MLUL. (Screenshot)

Brandenburg: Polizei verschlampt erlaubnispflichtige Waffen

Bei der Brandenburger Polizei sollen hunderte von Waffen abhanden gekommen. Das berichtet die Berliner Lokalzeitung Tagesspiegel. Demnach erhielt im Jahr 2013 der Zentraldienst der Polizei (ZDPol) von der Staatsanwaltschaft Neuruppin den Auftrag, den Verbleib von beschlagnahmten Waffen bei der Potsdamer Polizei zu überprüfen. Laut Tagesspiegel erfolgte dies, weil intern von “Bezügen zum NSU-Terrortrio” und einem mit Waffen handelnden Polizisten die Rede war. Der ZDPol kam zu dem Ergebnis, dass für 1550 Waffen, darunter 219 erlaubnispflichtige, “der Verbleib nicht vermerkt” sei. Beschlagnahmte oder im Rahmen der Amnestieregelung abgegebene WBK-pflichtige Waffen müssen vor der Zerstörung mit Fabrikat, Kaliber und Seriennummer erfasst werden. Doch diese Angaben seien “teils schon unvollständig gewesen, als die Polizei die Waffen an den Zentraldienst übergab.” Scharfe, geladene (!) Waffen seien als Spielzeug deklariert gewesen und umgekehrt. Die Untersuchung habe “zerrissene Waffenprotokolle, falsche Datensätze,  “massive Probleme” und “erhebliche Defizite” in der Dokumentation” zutage gefördert. Es sei versucht worden, die Nachweise nachträglich zu erbringen.

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Wölfe in Sachsen: “Nachsuche mit Hund völlig unmöglich”

Es mehren sich Berichte, denen zufolge die Nachsuchenarbeit in den Wolfsgebieten Sachsens und Brandenburgs durch die flächendeckende Anwesenheit von Wölfen schwierig bis unmöglich wird. In der Sächsischen Zeitung (SZ) berichtet ein Nachsuchenführer, dass die Wölfe zunehmend “zu einer echten Konkurrenz” werden. Demnach hätten die Wölfe gelernt, den Schuss mit dem Vorhandensein von Beute in Verbindung zu bringen – ein Phänomen, das unter dem Begriff “Schusshitzigkeit” in ähnlicher Weise bei Jagdhunden bekannt ist. Man müsse sich beeilen, so der Jäger in der SZ, nach dem Schuss vom Hochsitz zu kommen und den Hund aus dem Auto zu holen, sonst habe der Wolf das Stück bereits in Besitz genommen. In Gebieten mit besonders hoher Wolfsdichte seien Nachsuchen mit dem Hund “völlig unmöglich” geworden. Das Kontaktbüro “Wölfe in Sachsen” bestätigte gegenüber der Zeitung, dass entsprechende Berichte von Hundeführern vorliegen.

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Forum Natur Brandenburg: “UMK muss beim Wolf die Handlungsunfähigkeit überwinden”

Anlässlich der am heutigen Mittwoch beginnenden Umweltministerkonferenz (UMK) weisen die Mitgliedsverbände im Forum Natur Brandenburg (FNB) auf den dringenden Handlungsbedarf für eine Neuordnung des Wolfsmanagements im Bund wie auch im Land hin. Der Bund ist aufgerufen, schnellstmöglich eine Reihe von rechtlichen Fehljustierungen zu korrigieren, die sich aus der Umsetzung der FFH-Richtlinie in nationales Recht ergeben, fordert das FNB: „Wenn der Bund die Länder weiterhin alleine lässt und ihnen nicht den notwendigen Handlungsspielraum für ein aktives Wolfsmanagement gibt, wird die Rückkehr der Wölfe in einem Desaster für den Wolf und die Weidetierhaltung enden“, stellt Gernot Schmidt, Vorsitzender im Forum, mit Verweis auf die dramatisch ansteigende Zahl von Nutztierrissen klar. Dass die Politik dabei dieselben Fehler wiederhole, die sie schon bei Kormoran und Biber gemacht habe, sei besonders unverständlich.

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Brandenburg: Bauern fordern Schutzjagden auf Wölfe

Landwirt verliert 40 Kälber im Jahr durch Wolfsangriffe

Anlässlich eines Ortstermins, bei dem sich CDU-Bundestagsabgeordnete bei Brandenburger Landwirten über die Situation von Weidetierhaltern informierten, haben Bauern Schutzjagden auf Wölfe nach schwedischem Vorbild gefordert. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Die Landwirte beklagten den hohen Aufwand, der für die Absicherung der Weiden und die Instandhaltung der Einzäunung anfällt. Allein das regelmäßig Abmähen des Grases, das erforderlich ist, um den Stromzaun funktionstüchtig zu halten, kostet einen Weideviehbetrieb nach eigenen Angaben 19.500 Euro im Jahr. Diese kosten werden auch nicht ersetzt. Ein betroffener Landwirt berichtete, dass er im Jahr 2017 40 Kälber durch Wolfsrisse verloren habe, nur für 16 sei eine Entschädigung gezahlt worden. Von 21 Kälbern seien keine Überreste gefunden worden, das Dobbrikower Wolfsrudel habe sich zudem auf neugeborene Kälber spezialisiert, die noch keine Ohrmarken hätten.

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Brandenburg: Landesjägertag mit Jägerfest und Landeshegeschau

Am 26. und 27. Mai 2018 findet auf Schloss Diedersdorf der Brandenburger Landesjägertag statt, der als „Jägerfest“ fester Bestandteil im Veranstaltungskalender Brandenburgs ist.
Jagdhornbläsergruppen sorgen für eine besondere Stimmung. Die Jagdhundeschau, angeleitet von der Hundeführerin Alexandra Weibrecht, sowie Greifvogelvorführungen vom Waldhaus Potsdam, begeistern nicht nur die Jägerschaft, sondern lassen auch das Herz des Nicht-Jägers höherschlagen. Bis zu dreißig Kleine Münstlerländer betreten am Sonntag das Festareal, präsentiert von Michael Schmiedel vom Verband für Kleine Münsterländer Vorstehhunde, Landesgruppe Berlin-Brandenburg.

Ein Bühnenprogramm und über dreißig Aussteller bereichern das Jägerfest. Da gibt es erstmals einen Hirschrufer-Wettbewerb und die Kochshow – Wild aus Brandenburg, präsentiert von Daniel Reuner, Flairhotel Reuner. Jagdmaler, Messerschmied, Pfeifendoktor, Holzschnitzer und Präparator zeigen ihr handwerkliches Geschick. Und laden zum Mitmachen ein. Am Sonntag ab 15:30 Uhr heißt es „Vom Hirschfell zum Wildleder – Gerben wie die Indianer“, präsentiert von Elke Eisermann, Wildnisschule Wildpfade.

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Brandenburg: Landkreis oder-Spree fördert Schwarzwild-Vermarktung

Ankauf von Schwarzwild durch Wildhändler wird unter bestimmten Voraussetzungen subventioniert

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oder-Spree arbeitet intensiv daran, mit umfangreichen vorbeugenden Maßnahmen, die Risiken für ein Übergrei-fen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus dem Osten Europas zu minimieren. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Für den Menschen ist das Virus nicht gefährlich.

Eine Schlüsselrolle bei der Minimierung der Infektionsgefahr nimmt die Reduzierung der hohen Wildschweinbestände ein. „Wir haben in den vergangenen Monaten sehr konstruktive Gespräche mit den Jägern des Landkreises geführt, die letztlich in zwei ganz konkrete Maßnahmen münden, mit denen wir die Jäger motivieren wollen, die Abschusszahlen von Schwarzwild spürbar zu erhöhen“, erläutert Petra Senger, Amtstierärztin des Landkreises Oder-Spree. Der Landkreis werde es nicht bei Appellen belassen, sondern hat selbst zwei Programme aufgelegt, die im Kreishaushalt finanziell untersetzt sind.

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