Schlagwort-Archive: Brandenburg

Erster ASP-Fall in Deutschland bestätigt

DJV und LJV Brandenburg fordern Behörden zur Zusammenarbeit mit Jägern auf. Jäger, Landwirte und Förster sollen jeden Wildschwein-Kadaver umgehend melden – etwa über Tierfund-Kataster-App. Verdächtige Tiere sollten nicht angefasst werden – es droht eine Verschleppung des Virus.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat heute morgen den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg bestätigt. Der stark verweste Kadaver eines Wildschweins wurde wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neiße-Kreis gefunden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Landesjagdverband Brandenburg (LJV) rufen die zuständige Veterinärbehörde auf, mit Landwirten und Jägern vor Ort die Strategie zur Eindämmung transparent zu erarbeiten und umzusetzen. “Es geht jetzt darum, ohne Hektik jeden Fundort zügig zu isolieren und damit eine weitere Ausbreitung zu verhindern”, sagte DJV-Präsident Dr. Volker Böhning. “Die Jäger vor Ort haben die beste Orts- und Fachkenntnis und sind bereit, sich einzubringen”, ergänzte LJV-Präsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff. DJV und FLI haben gemeinsam einen Maßnahmenkatalog entwickelt. Die Behörden müssten jetzt Maßnahmen aus diesem Werkzeugkasten intelligent kombinieren, so Dr. Böhning.

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Amtlicher Verdachtsfall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft informiert, dass es in Brandenburg einen amtlichen Verdachtsfall der Afrikanischen Schweinepest gibt. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hat den Verdacht bei einem Wildschwein-Kadaver festgestellt, der wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neiße-Kreis gefunden wurde.

Eine Probe des betreffenden Kadavers ist derzeit auf dem Weg zum Friedrich-Loeffler-Institut, dem nationalen Referenzlabor. Dort wird sie virologisch untersucht.

Sobald die Analyse abgeschlossen ist, wird Bundesministerin Julia Klöckner über das Ergebnis informieren. PM

Beitragsbild: Wildschwein (Symbolbild). Foto: SE

“Alles wiederkäuende Schalenwild gnadenlos zusammenzuschießen” keine Lösung für die Probleme des Waldes

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel hat aus Anlass der geplanten Novellierung des Brandenburger Landesjagdgesetzes einen Offenen Brief an die Abgeordneten des Landtags Brandenburg geschrieben. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrte Abgeordnete,

erlauben Sie mir bitte, Sie im Zusammenhang mit der geplanten Novellierung des Landesjagdgesetzes auf einige Sachverhalte aufmerksam zu machen. Ich tue das aus meiner Sicht nach 40-jähriger Berufserfahrung als Biologe der Fachrichtung Zoologie. Außerdem bin ich seit mehr als 50 Jahren Jäger und seit 28 Jahren Jagdausübungsberechtigter in Brandenburg. Ich weiß mich mit meiner Einstellung zum Jagdwesen in unserem Bundesland in Übereinstimmung mit der großen Mehrheit der Jägerschaft des Landes.

Durch Trockenschäden und Käferkalamitäten sind laut Waldzustandsbericht 2019 Wälder unseres Bundeslandes stark in Mitleidenschaft gezogen. Niemand bestreitet das. Niemand kann allerdings dafür das im Land lebende Wild verantwortlich machen. Auf den Zustand von adulten Bäumen hat Wild keinerlei Einfluss. Trockenheit und Wassermangel sind die Hauptursachen für den derzeitigen Waldzustand. Nach wie vor sind 70 Prozent der Bäume auf den 1,1 Millionen Hektar Waldfläche trotz des seit Jahren laufenden Waldumbaus zu Mischwäldern Kiefern. Dass solche Monokulturen dem Klimawandel und auch dem Befall mit Schadinsekten nicht genügend Widerstand bieten, ist nachvollziehbar.

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Brandenburg: Verbände kritisieren Versuch, die Novellierung des Landesjagdgesetzes “durchzupeitschen”

Die im Forum Natur Brandenburg (FNB) zusammengeschlossenen Verbände¹ werfen dem grünen Landwirtschaftsminister Vogel vor, das novellierte Landesjagdgesetz während der Corona-Krise “durchpeitschen” zu wollen.

In einem Schreiben des FNB vom 29.05 an das Brandenburger Landwirtschaftsministerium heißt es dazu:

Eckpunkte zur Novellierung des Landesjagdgesetzes Brandenburg
hier: Ihr Schreiben vom 08.05.2020 mit Fristsetzung zum 29.05.2020

Sehr geehrter Herr Minister Vogel,

vor einigen Tagen erreichte die Mitgliedsverbände des Landesjagdbeirates mit kurzer Fristsetzung ein erneutes Schreiben der Obersten Jagdbehörde bzgl. der Übersendung von Hinweisen und Anregungen für eine Novellierung des Landesjagdgesetzes unsererseits. Dieses Ansinnen weisen wir mit aller Entschiedenheit zurück!

Bereits in allen unseren Antwortschreiben auf den ersten Brief der OJB in dieser Angelegenheit haben wir unsere Gründe in aller Deutlichkeit dargelegt:
Das Landesjagdgesetz ist ein für den gesamten ländlichen Raum überaus wichtiges Gesetz. Für die Jägerinnen und Jäger im Land ist es DAS Gesetz, welches die rechtliche Grundlage ihres Handelns und Tuns bestimmt. Es ist gleichzeitig ein essenzieller Rahmen für das gesamte Portfolio der Landnutzung in der Kulturlandschaft!

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Brandenburg: Empfehlungen der OJB zu vorübergehender Einstellung der Jagd überarbeitet

Peinlich, peinlich: Nachdem die Empfehlung der Brandenburger OJB, sämtliche Jagdausübung vorerst ruhen zu lassen, Befremden und Protest auslöste (JAWINA berichtete), rudert die Behörde nun zurück: Jetzt ist eine überarbeitete Version der Empfehlung an die Unteren Jagdbehörden versandt worden. Diese lautet:

“Empfehlungen zur Jagdausübung im Rahmen der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung

Schreiben vom 23.03.2020, Geschäftszeichen MLUL-35-2130/26+25#81965/2020

Die Eindämmungsverordnung sagt, dass alle angehalten sind, soziale Kontakte außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. In diesem Sinne sind alle gebeten, sich für die nächsten zwei Wochen bis zum 5. April 2020 in ihrem Alltagsverhalten einzuschränken. Mit diesem Schreiben gebe ich eine Empfehlung zum weiteren Verhalten ab.

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Brandenburg: Kein Jagdverbot, nur eine Empfehlung

Die beim Brandenburger Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) angesiedelte Oberste Jagdbehörde hat mit ihrem Rundschreiben zum Thema Jagd in der Corona-Krise (JAWINA berichtete) für erhebliche Verunsicherung gesorgt. JAWINA-Leser MS hat bei der OJB angefragt und folgende Antwort erhalten: “[…] es handelt sich nur um eine Empfehlung der obersten Jagdbehörde. Zuständig für Verbote sind Gesundheitsministerium/Gesundheitsämter. Wenn Sie wirklich kontaktlos die Einzeljagd auch nach dem Schuss durchführen können, spricht nichts dagegen, weiterhin jagdlich tätig zu werden.” Aha.

JAWINA-Leser Anko bringt es in einer Mail an die Red. auf den Punkt: “Das Landwirtschaftsministerium ist weder für die Durchsetzung der Corona-Verordnung, noch für die nun erbetene Klarstellung zuständig. Man kann die Empfehlung des unzuständigen Ministeriums genauso getrost ignorieren, wie die nun erfolgte Klarstellung.” red.

Beitragsbild: Amtsschimmel, sich wälzend. Foto: SE

Die Red. dankt für die Hinweise!

Brandenburg: OJB empfiehlt, sämtliche Jagdausübung zu unterlassen

+++ Niedersachsen: Tödlicher Jagdunfall – Jäger von Jäger erschossen +++ Sachsen-Anhalt: 21-jähriger stirbt bei Wildunfall +++ Hessen: Wildschweine bei Einbruch gestohlen (Link zum YouTube-Video von NonstopNews Leer) +++ Niedersachsen: Wolfsriss am Deich +++

Die Oberste Jagdbehörde Brandenburg (OJB) hat ein Schreiben an die Unteren Jagdbehörden und den Jagdbeirat gesendet, in dem es um “Empfehlungen zur Jagdausübung und Kontaktverbot nach der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung – SARS-CoV-2-EindV ab 23. März 2020” geht. Die OJB empfiehlt, sämtliche Jagdausübung wegen der Corona-Epidemie bis zum 05. April zu unterlassen.

In dem Schreiben der OJB heißt es:

“Die getroffenen Maßnahmen mit den verschärften Regelungen zur Kontaktannäherung nach o. g. Rechtsverordnung sind jene nach dem Infektionsschutzgesetz. Die oberste Jagdbehörde gibt nachfolgende Empfehlungen zum Umgang mit dem Kontaktverbot im Zusammenhang mit der Jagdausübung. Eine Zuständigkeit für die Erteilung von Ausnahmen ergibt sich für die Jagdbehörden nicht.

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Brandenburg: Novellierung des Jagdgesetzes im Eiltempo

Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Novellierung des Brandenburger Landesjagdgesetzes soll offenbar im Eiltempo durch die Instanzen gedrückt werden: In einer Rundmail vom 16.03. an die Mitglieder des Landesjagdbeirats – und den ÖJV – fordert Dr. Carsten Leßner von der Obersten Jagdbehörde (OJB) des Landes die Akteure auf, ihre Änderungsvorschläge mitzuteilen. In dem Schreiben des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) heißt es: “Da aufgrund der aktuellen Corona-Krise die für den 18. März 2020 geplante Sitzung des Landesjagdbeirates abgesagt werden musste, bitte ich Sie mir Ihre Anmerkungen und Hinweise zum Änderungsbedarf des brandenburgischen Jagdrechts schriftlich mitzuteilen. “Änderungsbedarfe” sollen daher in eine beigefügte Tabelle eingetragen werden. Die Frist für die Einreichung der Antworten ist ziemlich knapp bemessen: Spätestens bis zum 30. April sollen die Interessenvertreter und Verbände ihre Vorschläge einreichen – und das in einer Zeit, in der wegen Corona sämtliche Verbands- und Gremiensitzungen abgesagt wurden.

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Brandenburg: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Wolfsabschuss

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat Anklage gegen den holländischen Jagdgast erhoben, der im Januar 2019 auf einer Drückjagd einen Wolf erschossen hatte (JAWINA berichtete). Der Wolf hatte Jagdhunde angegriffen und verletzt. Es handelt sich um das erste Verfahren dieser Art in Deutschland. Dem Jäger wird ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz vorgeworfen. Der Abschuss eines Wolfs kann mit einer Geld- oder Haftstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden. Die Einstellung des Verfahrens hatten der Jäger und sein Anwalt abgelehnt. red.

Beitragsbild: Der erschossene Wolf. Foto: privat

Spreewald-Jagd: Kahn fahn

An einem milden Dezembertag war es soweit: Meine erste richtige Spreewald-Jagd – “richtig” heißt: Das Jagdgebiet ist nur mit dem Kahn zu erreichen. Das Anstellen und Wieder-Einsammeln der Schützen, Wildbergung und Transport von Nachsuchen-Gespannen – alles findet mit den ortstypischen Wasserfahrzeugen statt.

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