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Der Wolf ist eine Ente

Der Wolf, der bei Boitze im niedersächsischen Landkreis Lüneburg einen Jäger angegriffen haben soll (wir berichteten höchst skeptisch) und sich angeblich erst nach Abgabe eines Pistolenschusses vertrieben ließ, hat sich nach eingehender Untersuchung des Falls als Ente ent-puppt: Als Zeitungsente. Das Hamburger Jäger(latein)Magazin, das sich gern einmal, wahrscheinlich einem innovativen Ansatz folgend, mit Geschichten hervortut, die die kleingeistigen Grenzen zwischen Journalismus und Fantasy niederreißen, hatte über den “Fall” berichtet.

Die CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag hatte eine Kleine Anfrage zu verschiedenen Wolfsthemen an das Ressort von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) gerichtet. Die Frage lautet: “Wie bewertet die Landesregierung den jüngsten Bericht über einen potenziellen Wolfsangriff auf einen Jäger in der Göhrde, über den das Jägermagazin auf seiner Internetseite mit Datum vom 08.04.2015 berichtet?”

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Niedersachen: Jäger angeblich von Wolf angegriffen

In Boitze (Landkreis Lüneburg) soll ein Wolf einen Jäger angegriffen haben. Der Weidmann hatte demnach am 5.4. gegen 0 Uhr seine Ansitzeinrichtung verlassen und beugte sich über seinen Rucksack, als er “ein seltsames Geräusch in seinem Rücken” hörte. Als er sich umdrehte, soll der Wolf nur noch zehn Meter von ihm entfernt gewesen und mit leicht geöffnetem Fang auf ihn zugerannt sein. Nur durch einen in den Boden abgegebenen Warnschuss sei der Wolf von seinen kulinarischen Plänen abzubringen gewesen. Der Redaktion Jawina sind Dokumente zugespielt worden, die der relativ unwahrscheinlich klingenden Geschichte zu einer gewissen Faktizität verhelfen (sollen). Denn es gibt zwar Wolfsangriffe auf Menschen (man beachte die Unterschiede der deutschen und englischen Version des Wikipedia-Artikels zu diesem Thema…), sie sind aber relativ selten, und es erstaunt doch, dass es so kurz nach der Wiederbesiedlung Deutschlands durch die Raubtiere zu einem solchen Angriff gekommen sein soll. Wir erliegen an dieser Stelle dem online-typischen Hang zur Voreiligkeit und stellen die Dokumente online mit dem deutlichen Warnhinweis, dass sich deren Authentizität bislang nicht verifizieren ließ. SE

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