Schlagwort-Archive: Bogenjagd

Brandenburg: Stahnsdorf hält an Bogenjagd fest

+++ Rehe verenden am dänischen ASP-Schutzzaun +++ Hessen/Sachsen: Wölfe bei Bad Orb und bei Neustadt überfahren +++

Die von Wildschweinen im Stadtgebiet geplagte Gemeinde Stahnsdorf will den im Juni 2019 gescheiterten Vorstoß, die Bogenjagd zu genehmigen (JAWINA berichtete), weiter verfolgen. Nach massiven Protesten hatte das Brandenburger Landwirtschaftsministerium seinerzeit die geplante Erprobung der Bogenjagd in der Gemeinde mit der Begründung abgesagt, dass sich kein Unternehmen um die ausgeschriebene wissenschaftliche Begleitung des Projekts beworben habe. Nach den Brandenburger Landtagswahlen hofft die Gemeinde nun auf den neuen Landwirtschaftsminister. Sobald dieser im Amt sei, werde er einen neuen Anlauf für die Genehmigung der Bogenjagd unternehmen, kündigte der Stahnsdorfer Bürgermeister Bernd Albers gegenüber den Medien an. Die Bogenjagd auf Wildschweine wird von Tierschützern abgelehnt, weil sie die Methode nicht für tierschutzkonform halten. Auch viele Jäger haben Zweifel an der Tötungswirkung der Jagdpfeile und fürchten negative Auswirkungen auf das Image der gesamten Jagd.

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Utah: Wapiti-Kalb hautnah

Ein wirklich ungewöhnliches Jagderlebnis haben die Bogenjäger Chad Bassett und Lindsay Christensen in San Juan County im US-Bundesstaat Utah in einem Video festgehalten, dass die Jagd- und Wildtierbehörde (Utah Division of Wildlife Resources) auf Facebook geteilt hat. In dem während der Bogenjagdsaison 2019 aufgenommenen Video ist zu sehen, wie ein unerschrockenes Wapiti-Kalb sich dem mucksmäuschenstill stehenden Jäger annähert und schließlich beginnt, an seinem Bogen herumzuknabbern und zu -lecken. “Für Bogenjäger ist es das wichtigste, nahe ans Wild heranzukommen”, erklärte Lindsay Christensen gegenüber Fox News, “Aber so nahe heranzukommen – das war eine Erfahrung, die schwer mit Worten zu beschreiben ist.

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Russland erlaubt Bogenjagd

Das russische Parlament hat einen Gesetzesentwurf angenommen, der die Bogenjagd in Russland legalisiert. Dazu sollen Pfeil und Bogen in die Liste erlaubter Jagdwaffen aufgenommen werden. Bislang war dies in Russland verboten, die Verwendung von Armbrüsten bleibt weiterhin illegal, wie rt.com berichtet.

Abgeordnete der Duma wiesen laut rt.com darauf hin, dass die Bogenjagd in 20 europäischen Ländern, den USA, Kanada, Australien und Weißrussland erlaubt sei. Die Freigabe des Bogens als Jagdwaffe werde sich positiv auf die russische Jagdwirtschaft auswirken und Russlands Image als einer “großartigen Jagdnation” förderlich sein, hoffen die Parlamentarier.

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Brandenburg: Nun doch keine Bogenjagd in Stahnsdorf

Antragsverfahren zum Einsatz von Jagdbögen abgebrochen

Nach Mitteilung der Obersten Jagdbehörde (OJB) im Agrar- und Umweltministerium Brandenburg kann der Stahnsdorfer Antrag zur Jagd mit einem Jagdbogen nicht genehmigt werden. Wichtigste Voraussetzung für die Genehmigung dieses Pilotprojekts war für die Behörde die Begleitung durch eine wissenschaftliche Einrichtung. Hierzu gab es im Vorfeld bereits Kontakte zu Interessenten. Die notwendige Ausschreibung, die in dieser Woche abgeschlossen wurde, hat kein zuschlagfähiges Ergebnis gebracht.

Hintergrund des Antrags ist die grassierende Wildschweinplage in den Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow, die bereits zu Sachschäden und immer wieder zu Ängsten bei Bewohnern in beiden Gemeinden geführt hat. Der Einsatz von Schusswaffen bei der Jagd ist in Siedlungsbereichen verboten.

Da in der Bundesrepublik im Gegensatz zu anderen EU-Mitgliedsstaaten bislang noch keine eigenen Erfahrungen mit der Jagdbogenjagd vorliegen, sollte der wissenschaftliche Partner insbesondere Fragen des Tierschutzes, der Streckenentwicklung, der Gefährdungssituation, aber auch der öffentlichen Akzeptanz für diese Jagdmethode untersuchen.

Fachliche Hilfe

Die Oberste Jagdbehörde nimmt die Sorgen der Stahnsdorfer und Kleinmachnower ernst und bietet vor Ort weiterhin ihre besondere Unterstützung an, um hier den Problemen mit den großen Wildschweinrotten Herr zu werden.

Fachleute der Wildökologischen Forschungsstelle Eberswalde werden mit örtlichen Jägern und Kommunalpolitikern prüfen, wie die seit Jahren wachsende Wildschweinpopulation in Siedlungsbereichen wirksamer reduziert werden kann. So sollen Vorschläge, Jagdwaffen mit modifizierter Munition und Schalldämpfer einzusetzen, nochmals diskutiert werden. PM

Beitragsbild: Jagdpfeil. Foto: privat

Brandenburg: Wegen Bogenjagd – Landestierschutzverband fordert Vogelsänger zum Rücktritt auf

+++ Spiegelonline: Dr. Carsten Leßner – bei der OJB für die Bogenjagd-Genehmigungen zuständig – lernt schon mal Bogenschießen +++

Wegen der Genehmigung der Bogenjagd in den Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow hat der Brandenburger Landestierschutzverband den Rücktritt von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) gefordert. Vogelsänger sei nicht mehr haltbar, da er den Tierschutz mit Füßen trete, erklärte die Sprecherin des Verbandes, Ellen Schütze, der Märkischen Allgemeinen (MAZ) zufolge. Der Verband kündigte zudem an, dass er Strafanzeige gegen den Minister stellen werde, wenn die Bogenjagd in Brandenburg beginnt und die ersten Tiere mit Pfeil und Bogen erlegt wurden. Nach Auffassung der Tierschützer gibt es keine Rechtsgrundlage für die Genehmigung der Bogenjagd, dies ergebe sich aus dem Bundesjagdgesetz sowie dem Waffengesetz. red.

Beitragsbild: Jagdpfeil. Foto: privat

Sachsen-Anhalt: Jäger erlegt Wildschwein und findet Pfeil in der Schulter

Ein Jäger hat bei Cörmigk (Salzlandkreis) am vergangenen Freitag ein Wildschwein erlegt. Bei der Inbesitznahme der Sau entdeckte er, dass ein Pfeil in der Schulter des Tiers steckte. So etwas Grausames habe er “selten erlebt”, sagte der Vorsitzende der Bernburger Jägerschaft, Michael Warthemann, gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung (MZ). Das Wildschwein müsse nach diesem Schuss starke Schmerzen gelitten haben, so der Jägerschaftsvorsitzende. Bei dem Pfeil habe es sich um einen Jagdpfeil gehandelt, der mit seinen rasiermesserscharfen Spitzen tiefe Wunden ins Fleisch schneide. Wer dem Tier die Verletzung beigebracht haben könnte, ist unklar. Die Jäger haben Anzeige bei der Polizei wegen Jagdwilderei erstattet. red.

Beitragsbild: Jagdpfeil. Foto: privat

Brandenburg: Landestierschutzbeauftragter lehnt Bogenjagd ab

Der Brandenburger Tierschutzbeauftragte Stefan Heidrich hat in einem Statement die Bogenjagd auf Wildschweine abgelehnt. Die Oberste Jagdbehörde (OJB) Brandenburgs will den Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow die Bogenjagd unter wissenschaftlicher Begleitung zur Dezimierung von Stadtsauen erlauben. Die Tötungswirkung sei um ein Vielfaches geringer als bei der zugelassenen Jagd- beziehungsweise Tötungsmethode mit Geschossen, erklärte Heidrich gegenüber der Deutschen Presseagentur. Beschossene Tiere könnten auch nach einem guten Schuss noch viele Meter flüchten, teils auch weite Strecken, so der Tierschutzbeauftragte. Diese Fluchtstrecke bedeute Schmerzen und Leiden für die Tiere.

Die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT) äußert sich ebenfalls kritisch zur Bogenjagd: “Das Verbot der Bogenjagd wurde bereits im Jahre 1976 in das BJagdG aufgenommen und damit lange bevor der Tierschutz zum Staatsziel erhoben wurde. An der grundsätzlichen Einschätzung, dass die Bogenjagd tierschutzwidrig ist, hat sich bisher auch nichts geändert.”

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Wellershoff: “Wölfe ins Saarland umsiedeln”

+++ Thüringen: Weiterer Wolfshybrid erlegt +++

Mit einem praxisgerechten Vorschlag meldet sich der Präsident des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB) , Dirk-Henner Wellershoff, in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zu Wort: In einem Interview mit dem Blatt schlägt Wellershoff vor, überzählige Wölfe aus Brandenburger Landen in Gegenden zu bringen, wo es noch keine gibt, “zum Beispiel ins Saarland oder nach Hessen”. Man müsse “die nicht umbringen.” An ihrem neuen Zielort angekommen sollten die Wölfe dann nach dem Willen Wellershoff “ausgebürgert” werden, was vermutlich heißen soll, dass sie nicht in ihre Brandenburger Heimat zurückkehren dürfen, falls sie in Hessen oder dem Saarland Probleme machen. Reaktionen Brandenburger Weidetierhalter bzw. von deren Kollegen aus dem Saarland oder Hessen liegen bislang nicht vor. Desweiteren spricht Wellershoff in dem Interview über den Schwenk von “Wald mit Wild” zu “Wald vor Wild” der Brandenburger Landesforst, die Zusammenführung von Forst- und Jagdbehörde und die Konsequenzen daraus, sowie die Bogenjagd und die Probleme bei der Wildschweinbejagung. SE

Beitragsbild: Headline des Interviews mit Wellershoff in der MAZ (Screenshot).

Schützenbund und Bogensportverband protestieren gegen Bogenjagd

Der Deutsche Bogensport-Verband (DBSV) und der Deutsche Schützenbund (DSB) protestieren in einem gemeinsamen Brief an das Landwirtschaftsministerium Brandenburg (MLUL) gegen die geplante Ausnahmegenehmigung für die Bogenjagd. In den Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow soll nach dem Willen der im MLUL angesiedelten Obersten Jagdbehörde (OJB) die Bogenjagd zur Bekämpfung von Wildschweinen im Siedlungsgebiet versuchsweise erlaubt werden (JAWINA berichtete). Die geplante Ausnahmegenehmigung würden die Verbände mit Sorge zur Kenntnis nehmen, schreiben DSB und DBSV, auch wenn diese “zeitlich befristet und personell beschränkt” sei. “Über die hinsichtlich Tierschutz und Hygienevorschriften vorgebrachten Bedenken des Bundeslandwirtschaftsministerium hinaus, das keinen Änderungsbedarf an den bestehenden Regelungen des Bundesjagdgesetzes erkennen kann, sehen der Deutsche Schützenbund und der Deutsche Bogensport-Verband eine große Gefahr darin, das Sportgerät Bogen als Jagdwaffe zuzulassen”, heißt es in dem Brief ans MLUL.

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Brandenburg: Stahnsdorfer Bürgermeister ruft zu Wachsamkeit wegen Jagdgegnern auf

“Fahrzeuge mit Tierschutzaufklebern melden”

Nachdem in Stahnsdorf das Gemeindezentrum von Bogenjagd-Gegnern beschmiert wurde (JAWINA berichtete) und kurz daraufhin ein Hochsitz in der Umgebung in Flammen aufging (JAWINA berichtete), ruft der Stahnsdorfer Bürgermeister in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zu Wachsamkeit auf: Wer abends noch seinen Hund ausführt, solle darauf achten, wen er sieht. Wer Personen, die sich verdächtig verhalten, in der Nähe jagdlicher Einrichtungen entdecke, solle die Polizei verständigen. “Fahrzeuge mit Tierschutzaufklebern aus fremden Landkreisen” sollten mit dem Handy fotografiert und der Gemeindeverwaltung gemeldet werden, wenn die Autos “im Dunkeln nahe von Feldern, innerörtlichen Grünflächen oder auch in Wohngebieten”, angetroffen werden. Der Jagdpächter des Gebiets, der sich für die Bogenjagd einsetzt, befürchtet laut MAZ nun, auch bei der Jagd behindert zu werden. red.

Beitragsbild: Gemeindezentrum Stahnsdorf mit bereits wieder übertünchten Parolen. Foto: privat