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Österreich: Nationalpark Hohe Tauern fördert bleifreie Munition

Den Pinzgauer Bezirksjägertag, der am 5. Februar 2017 in Saalfelden stattfand, hat die Nationalparkverwaltung zum Anlass genommen, um für 17 der Pinzgauer Gemeinden und  für die Pongauer und Lungauer Nationalparkgemeinden eine Förderaktion für die Umstellung auf bleifreie Büchsenmunition zu starten. Das teilt der Nationalpark Hohe Tauern mit. Vor fünf Jahren startete die Nationalparkverwaltung in den beiden Forschungsrevieren Habachtal in Bramberg und Anlauftal in Bad Gastein eine umfangreiche Testphase für die Verwendung bleifreier Büchsenmunition. Neue Waffen für die drei Berufsjäger des Nationalparks wurden angeschafft und jeder Regulierungsabschuss hinsichtlich etlicher Parameter wie Ballistik, Tötungswirkung, Nachsuche, Wildbretzerstörung, Schäden an den Gewehrläufen genau dokumentiert, um beim damals noch sehr umstrittenen und kontrovers diskutierten Thema an Objektivität zu gewinnen.

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Bleifreie Büchsenmunition: Problematische Alternativen

Eine Arbeit zur “Ökotoxizität von Jagdbüchsengeschossen” kommt zu überraschenden Ergebnissen: Manche “bleifreien” Geschosse setzen große Mengen Blei frei – bleifreie Alternativen werden teilweise schlechter bewertet als konventionelle Bleigeschosse.

In Heft 22/2015 der Forstfachzeitschrift “AFZ-Der Wald” ist ein bemerkenswerter und hoch interessanter Beitrag mit dem Titel “Ökotoxizität von Jagdbüchsengeschossen” von Julian Fäth und Prof. Dr. Axel Göttlein erschienen (Download am Ende dieses Beitrags). Es handelt sich um eine Zusammenfassung der ambitionierten Bachelorarbeit von Julian Fäth, die am von Prof. Dr. Göttlein geleiteten Fachgebiet für Waldernährung und Wasserhaushalt des Wissenschaftszentrums Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der TU München angefertigt wurde.

Für die Arbeit wurden elf bleifreie Geschosse nach einem standardisierten Verfahren, “mit dem sich die Schwermetallionenfreisetzung von Jagdbüchsengeschossen im Boden möglichst realitätsnah simulieren lässt,” im Hinblick auf ihre Ökotoxizität untersucht. Zum Vergleich wurden auch zwei konventionelle Bleigeschosse (Brenneke TUG, RWS DK) herangezogen.

Bei den bleifreien Projektilen handelt es sich um vier Geschosse, die lt. Hersteller aus Reinkupfer oder Kupferlegierungen bestehen (Barnes TTSX, Lapua Naturalis LR, Sax KJG-HS, Sellier & Bellot Exergy), vier beschichtete Kupfergeschosse (Norma Kalahari, RWS HIT, Brenneke TAG, Reichenberg HDB), ein Messinggeschoss (Möller MJG) und zwei Zinngeschosse (Brenneke TUGnature, Geco Zero).

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