Schlagwort-Archive: Blei

EU-Kommission macht Vorstoß für Verbot bleihaltiger Munition

Die EU-Kommission hat die Europäische Chemikalienagentur ECHA beauftragt, Vorschläge zur Minimierung des angeblich von bleihaltiger Munition ausgehenden Risikos für Menschen und Tiere zu erarbeiten. Das teilt der Dachverband der europäischen Jagdverbände FACE in einer Presseerklärung mit. Betroffen von dem Vorhaben sind Schrot- und Büchsenmunition, auch im Sportschießen, sowie Bleigewichte, die von Fischern und Anglern verwendet werden. Das Schreiben der EU-Kommission wurde am 21. August bekannt. Die ECHA soll auch etwaige Probleme der Tiergesundheit, mögliche Risiken für Jäger, die Bleimunition verwenden und der Alternativmaterialien bewerten.

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CIC: Falschmeldung – Jagdmunition soll in Afrika Geier vergiften

Die Deutsche Presseagentur hat eine Meldung verbreitet, die von Dutzenden Tageszeitungen und anderen Presseorganen nachgedruckt worden ist. Jäger würden in Afrika mit verbleiter Munition auf Elefanten und anderes Wild schießen. Geier würden von den mit Blei verseuchten Kadavern fressen und deshalb sterben. DPA bezieht sich dabei auf eine Studie der Universität Kapstadt. Die Wissenschaftler Rebecca Garbett et al. fanden demnach in dem Land Botswana im südlichen Afrika bei einer Untersuchung von 560 Weißrückengeiern erhöhte Bleigehalte. “Höchstwahrscheinlich” sei bleihaltige Munition Ursache dieser Vergiftungen folgern die Wissenschaftler und fordern ein Verbot bleihaltiger Munition.

Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) begrüßt jede Studie, die die möglichen Auswirkungen bleihaltiger Jagdmunition wissenschaftlich untersucht. Der CIC unterstützt in Übereinstimmung mit der Bundesregierung die Entwicklung von Jagdmunition mit optimaler Tötungswirkung bei gleichzeitiger Bleiminimierung im Wildbret. Gleichzeitig stellt der CIC aber fest, dass die in der Presse behaupteten Tötungswirkungen bei Geiern durch Jagdmunition in Afrika gar nicht festgestellt worden sind. Die zitierte Studie belegt dies in keiner Weise.

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“Es gibt keinen Grund, Blei in Jagdgeschossen zu verbieten”

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, ursprünglich veröffentlicht als Leserkommentar zum JAWINA-Betrag über die Novellierung des niedersächsischen Landesjagdgesetzes.

Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, Blei in Jagdgeschossen zu verbieten!

1. Obwohl jedes Jahr einige Seeadler an Bleivergiftung sterben, haben wir in Deutschland mehr Brutpaare als je zuvor (über 600), und das von den Vögeln aufgenommene Blei stammt keineswegs immer aus Jagdmunition.

2. Die EFSA (European Food Safety Authority – Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat Zahlen zur Herkunft des Bleis veröffentlicht, das wir Menschen täglich aufnehmen. Nur 0,04% der Bleiaufnahme beim Menschen stammt aus Wildbret!

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Grafik: HDP, Quelle: EFSA

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Bundesjagdgesetz: Bleiverbot kommt!

Wer jetzt noch größere Mengen Bleimunition bevorratet ist selber schuld: Der Bundestag hat die für vergangene Woche vorgesehene zweite und dritte Lesung der Novelle des Bundesjagdgesetzes abgesetzt, wie das Onlineportal topagrar.de berichtet. Begründung: Es sei erforderlich, “weitergehendere gesetzliche Anpassungen vorzunehmen als bislang vorgesehen.” Der Bundesrat, in dem die schwarz-rote Regierungskoalition keine Mehrheit mehr hat, hat sich topagrar zufolge in einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf dafür eingesetzt, das Verbot bleihaltiger Munition in die Neufassung des Bundesjagdgesetzes aufzunehmen. Ein bundesweit gültiges Verbot bleihaltiger Munition scheint somit bevor zu stehen. SE

Beitragsbild: Bleimunition, Copyright: SE

Schleswig-Holstein: Jäger klagen gegen Schonzeitenverordnung

Jäger in Schleswig-Holstein klagen gegen die neue Jagd- und Schonzeitenverordnung sowie gegen das Verbot bleihaltiger Munition. 14 Personen haben entsprechende Klageanträge bei Gericht eingereicht, wie die Lübecker Nachrichten berichten. Seit dem 1. April 2015 ist in Schleswig-Holstein die Verwendung bleihaltiger Schrot- und Büchsenmunition verboten, was der Landesjagdverband im Hinblick auf die angeblich ungenügende Tötungswirkung bleifreier Munition ablehnt. Im Vorfeld der Jahreshauptversammlung des LJV Schleswig-Holstein (LJV-SH) kündigte LJV-Präsident Dr. Klaus-Hinnerk Baasch weitere Proteste der Jägerschaft gegen Bleiverbot und die neue Jagd- und SchonzeitenVO an. SE

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„Verbot von bleihaltiger Munition nur durch Bundesgesetz“

Bund oder Länder: Wer entscheidet über Verbot von bleihaltiger Munition? / Antworten aus dem BMELV

Für einige Verwirrung in der Jägerschaft hat kürzlich ein Brief des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV) an die 16 Bundesländer gesorgt. Hintergrund war die Bemühung einiger Länder, die Jagd mit bleihaltiger Büchsenmunition zu verbieten. Der Bund ist überzeugt, dass die Länder durch ein solches Vorgehen ihre Kompetenz überschreiten. Denn eine entsprechende Regelung falle unter das Waffen- und Sprengstoffgesetz – und das ist Bundessache. Wie aber steht es dann um die Staatsforsten? Dürfen die – wie beispielsweise schon in Brandenburg die Regel – die bleifreie Jagd auf ihren Flächen vorschreiben? Muss der Begehungsscheininhaber Folge leisten? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Niederwildjagd an Gewässern mit bleifreien Schroten? Der DJV hat dazu Dr. Axel Heider vom BMELV befragt.

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