Schlagwort-Archive: Bisamjäger

Brandenburg: Wie das MLUL sich die künftige Bejagung von Bisam und Nutria vorstellt

Das Brandenburger Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hat per E-Mail ein  Schreiben (das der Red. vorliegt) an die Unteren Jagdbehörden (UJB) des Landes versandt, in dem erläutert wird, die die Bejagung von Nutria und Bisam ablaufen soll. Mit der Aufnahme von Nutria und Bisam und Jagdrecht durch die umstrittene Durchführungsverordnung (DVO) zum Landesjagdgesetz hat sich das MLUL ein so unnötiges wie vorhersehbares (da andere Bundesländer in der Vergangenheit ähnliche Erfahrungen gemacht haben) Riesenproblem eingehandelt (JAWINA berichtete). Die Schadnager unterliegen jetzt dem Elterntierschutz, und die erfahrenen und bewährten Bisamjäger und Nutriafänger des Landes sind arbeitslos, da sie nun einen Jagdschein und eine Jagderlaubnis des Revierinhabers benötigen, um die Deiche schützen zu dürfen. “Im MLUL geht ÖJV-Nähe vor Fachkompetenz”, ätzt ein Insider, “Das rächt sich jetzt.”

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Brandenburg: DVO Jagd wird zum Debakel für den Deichschutz

Die unsägliche Durchführungsverordnung (DVO) zum Brandenburger Landesjagdgesetz wächst sich zum Desaster für den Deichschutz aus. Weil Bisam und Nutria ins Jagdrecht aufgenommen wurden, dürfen die bisherigen Bisam- und Nutriafänger den Tieren nicht mehr nachstellen (JAWINA berichtete), die Schäden an den Deichen nehmen explosionsartig zu. Die MOZ schreibt von einem “Existenzproblem für den Oderbruch”. Über 400 Bisamschäden sind am Oderbruch aktenkundig. Bei einer vom Forum Natur Brandenburg (FNB) organisierten Veranstaltung berichteten Experten aus anderen (Bundes-)Ländern von ihren Erfahrungen mit dem Deichschutz. Die von der MOZ zitierten Deischschutz-Fachleute wiesen darauf hin, dass man im Oderbruch ebenso wie in Norddeutschland oder den Niederlanden “existentiell von der Sicherheit des Deiches” abhänge. Der Deichschutz, die Bekämpfung von Nutria und Bisam, die die Deiche unterwühlen und durchbohren, gehört deshalb in die Hände von Profis: Sonst “würden wir einfach absaufen”.

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Niedersachsen: Gesetzesentwurf zum Landesjagdgesetz rechtswidrig

Der Gesetzgebungs- und Beratungsdienst des niedersächsischen Landtags (GBD) hat den von der Regierungskoalition aus CDU und SPD vorgelegten Gesetzesentwurf zur Novellierung des Landesjagdgesetzes (LJG) (JAWINA berichtete) als rechtswidrig eingestuft. Das berichtet die NWZ. Grund für die verfassungsrechtlichen Bedenken ist die vorgesehene Regelung, die auch Nichtjägern das Töten von Nutrias erlauben soll. Konkret sollte den ca. 400 Bisamrattenjägern genehmigt werden, künftig auch Nutrias nachzustellen. Da jedoch die Nutrias in Niedersachsen als jagdbare Art dem Jagdrecht unterliegen, dürfen sie auch nur von Jägern erlegt werden. Auch gegen den verpflichtenden regelmäßigen Schießnachweis als Voraussetzung für die Verlängerung des Jagdscheins meldeten die Juristen des GBD Bedenken an, da sich der Bund das Recht der Jagdscheine ausdrücklich vorbehalten hat. Der Gesetzesentwurf soll noch in diesem Monat gesetzeskonform überarbeitet werden, damit die Neuregelungen zur ASP-Bekämpfung möglichst bald in Kraft treten können. red.

Beitragsbild: Nutria. Autor: Timo Sack. Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic Lizenz.