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Frankreich: Wolfspopulation erreicht Zielgröße

+++ NRW: LANUV bestätigt Wolfssichtung im Kreis Minden-Lübbecke +++ Baden-Württemberg: Umweltminister Untersteller fordert jährliche Bestandserhebung der Wolfspopulation +++ Sachsen: Bei Bautzen gefundener Wolfswelpe soll ausgewildert werden +++

In Frankreich hat die Wolfspopulation die angestrebte Zielgröße von 500 Individuen erreicht. Das teilte die Nationale Jagd- und Wildtierbehörde (Office national de la chasse et de la faune sauvage, ONCFS) mit. Die Daten des Wolfsmanagements zeigten gemäß der Überwinterungsbilanz für 2018/19 einen geschätzten Bestand von mindesten 479 und höchstens 578 Individuen. Das Erreichen der Schwelle von 500 Wölfen werde “zur Aktivierung neuer Bewirtschaftungsmaßnahmen” führen, teilte das ONCFS mit. Der Präfekt des Département Rhône gab als Koordinator des Wolfsmanagement dann auch umgehend bekannt, dass die Zahl von genehmigten Wolfsentnahmen für das Jahr 2019 auf 53 Stück angehoben werde. 38 Wölfe sind seit Jahresbeginn bereits von den Wolfsbrigaden erlegt worden. SE

Beitragsbild: Entwicklung der Wolfspopulation in Frankreich. Grafik: ONCFS

Michael Stübgen: „Es geht nicht um die Ausrottung des Wolfes“

+++ Niedersachsen: Abschussgenehmigung für Wolf GW717m soll nachmals verlängert werden +++

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium plädiert auf dem Internationalen Symposium „Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit“ für ein gemäßigtes Bestandsmanagement

Der Parlamentarische Staatsekretär beim Bundeslandwirtschaftsministerium, Michael Stübgen, hält die rechtlichen Möglichkeiten zum gemäßigten Bestandsmanagement zur Kontrolle von Wölfen in Deutschland für nicht ausreichend. Das Bundesministerium will erreichen, dass Wölfe auch vorbeugend geschossen werden können, um Rudel zu vergrämen. Diese Position machte er anlässlich des Internationalen Symposiums „Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit“ am 26. April in Halberstadt deutlich.

Vor dem Hintergrund, dass die Wolfsbestände jährlich um rund 30 Prozent wachsen, sich also alle drei bis vier Jahre verdoppeln, werde die Debatte um den Wolf zu emotional geführt, so Stübgen. Dabei sei es wichtig, wieder zu mehr Sachlichkeit zu kommen. „Dass der Wolf zurück nach Deutschland gefunden hat, ist ein Erfolg des Artenschutzes. Gleichzeitig darf das nicht dazu führen, dass die Weidetierhaltung in bestimmten Regionen eingestellt werden muss oder Deichpflege durch Schafe nicht mehr möglich ist. Die Menschen in den ländlichen Räumen fühlen sich durch die Wölfe verunsichert. Weidetiere werden – trotz bestmöglicher Herdenschutzmaßnahmen – in zunehmender Zahl von Wölfen gerissen, ebenso Rinder und Pferde. Wir setzen uns dafür ein, dass entstandene Schäden vollständig ausgeglichen werden. Das darf aber nicht die einzige Lösung sein. Damit Weidetierhaltung auch in Zukunft weiterhin möglich ist, müssen wir den Schutz vor allem der Schafe sicherstellen. Dafür müssen wir den Wolfsbestand und die Größe der Rudel präventiv kontrollieren können – europarechtskonform und rechtssicher für alle Beteiligten“, so der Parlamentarische Staatssekretär.

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