Schlagwort-Archive: Berner Konvention

Österreichischer Politiker will Absenkung des Schutzstatus von Wölfen beantragen

DNA-Untersuchungen bestätigen: Wölfe für gerissene Schafe im Schwarzwald und gerissene Kälber im Allgäu verantwortlich

Nachdem die Schweiz bei der Berner Konvention die Rückstufung des Schutzstatus von Wölfen gefordert hat (JAWINA berichtete), will nun auch der stellvertretende Landeshauptmann Niederösterreichs, Stephan Pernkopf, die EU-Kommission auffordern, “den Wolf von der Artenschutzliste zu streichen”, wie heute.at berichtet. Wegen des zu erwartenden exponentiellen Wachstums der Wolfspopulation sei kein Schutzstatus mehr notwendig, so Pernkopf. Regulierungsmaßnahmen hingegen seien “unbedingt nötig”. Im Interview mit dem ORF ergänzte Pernkopf: “Der Wolf ist in Europa kein gefährdetes Tier, es gibt etwa 30.000 Wölfe. Die Sicherheit der Menschen muss oberste Priorität haben.” Die Kritik von Naturschutzverbänden an der in Niederösterreich neuerdings zulässigen Vergrämung von Wölfen mit Schreckschüssen und Gummigeschossen (JAWINA berichtete), bezeichnete Pernkopf als “zynisch und ignorant”. Die 31 zuletzt vom Wolf gerissenen Schafe seien durch Zäune geschützt gewesen. “Was soll man da noch mehr machen?”, fragt Pernkopf. Dies seien ” theoretische Diskussionen”, die er zurückweise.

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Berner Konvention: Schweiz beantragt Rückstufung des Schutzstatus des Wolfs

Die Schweiz hat am 16. August 2018 bei der Berner Konvention des Europarates einen Antrag um Rückstufung des Wolfs von «streng geschützt» zu «geschützt» eingereicht. Dies entspricht einem Auftrag der UREK des Ständerats. Würde diesem Antrag stattgegeben, bliebe der Wolf zwar ein geschütztes Tier. Die Vertragsstaaten der Berner Konvention würden aber mehr Handlungsspielraum beim nachhaltigen Management des Wolfs erhalten. Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention wird den Antrag an seiner jährlichen Sitzung im November beraten.

Die Schweiz beantragt beim Ständigen Ausschuss der Berner Konvention, dass der Wolf nicht mehr in Anhang II «streng geschützt», sondern neu in Anhang III «geschützt» aufgeführt wird. Die Wolfsbestände in Europa sind in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen, insbesondere in jenen Ländern, wo der Wolf vor vierzig Jahren – zur Zeit der Erarbeitung des internationalen Vertragswerks – nicht mehr in der Natur vorkam. In der Schweiz wanderten die ersten Wölfe 1995 zu. Vor sieben Jahren bildete sich in Graubünden das erste Rudel. In der Folge wuchs der Wolfsbestand auch in den Schweizer Alpen rasch an, auf heute drei bis vier Rudel und insgesamt ca. 50 Wölfe.

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Schweiz will Schutzstatus des Wolfs lockern

Schweizer Abgeordnete (Räte) sind sich mehrheitlich einig darüber, dass der Schutzstatus des Wolfs gelockert werden soll. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet (ein JAWINA-Leser schrieb neulich in einer Mail an die Red., die Schweizer Zeitungen seien ja heute das, was das Westfernsehen früher für DDR-Bürger war), hätte das Parlament bereits eine Motion des Bündner CVP-Ständerats Stefan Engler angenommen, Diese verlange, dass die Wolfspopulation unabhängig von einem Schaden dezimiert werden könne, beispielsweise um die Bildung von Rudeln zu verhindern, so die NZZ.

Eine Standesinitiative des Kantons Wallis mit dem Titel “Wolf. Fertig lustig!” fordert überdies, dass die Schweiz die Berner Konvention, den völkerrechtlichen Vertrag über den Artenschutz, neu verhandelt. Ziel sei, den Schutz des Wolfes aufzuheben. Zudem solle der Wolf ganzjährig gejagt werden dürfen. Diese Initiative ist vom Ständerat abgelehnt, vom Nationalrat hingegen angenommen worden (Ständerat und Nationalrat sind die zwei Kammern der Schweizer Bundesversammlung, die gemeinsam die Legislative bilden). Der Bundesrat suche nun nach einem mit der Berner Konvention vereinbaren Mittelweg. Ziel ist, den Schutzstatus des Wolfes in der Konvention von “streng geschützt” auf “geschützt” zurückstufen. Die würde eine kontrollierte Bejagung wie bei anderen geschützten Arten – Luchs und Steinbock werden als Beispiele genannt – ermöglichen.

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