Schlagwort-Archive: Bejagung

Österreich: Niederösterreich will Nachtzielhilfen für Wildschweinbejagung freigeben

Aufgrund der zu erwartenden Zunahme bzw. der bereits teilweisen hohen Bestände in Niederösterreich ist eine Reduktion des Schwarzwildes unbedingt notwendig, um im Falle eines Ausbruchs die Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu erleichtern, meint der Landesjagdverband Niederösterreich. Das Schwarzwild sei besonders schwierig zu bejagen. Es ist überwiegend nachtaktiv, wehrhaft und extrem vorsichtig. Eine Reduktion des Bestandes ist daher nicht leicht. Aus diesem Grund wird nun in Niederösterreich für eine Dauer von vorerst vier Jahren der Einsatz von technischen Nachtzielhilfen flächendeckend zur Intensivierung der Wildschweinbejagung erlaubt. Im Seuchenfall dürfen zudem spezielle Fallen, die den Lebendfang von mehreren Wildschweinen ermöglichen, eingesetzt werden.
Jägerschaft unterstützt in der Seuchenprävention

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Brandenburg: Ganzjährige Bejagung von Bisam und Nutria

Ausnahmeregelungen für die Deichsicherung

Auf der Grundlage einer Allgemeinverfügung der Obersten Jagdbehörde im Brandenburger Agrar- und Umweltministerium dürfen Elterntiere von Bisam und Nutria nun landesweit ganzjährig bejagt werden. Damit sollen insbesondere Schäden an Hochwasserschutzanlagen und Gewässerufern durch Bisam und Nutria minimiert werden. Durch die Novellierung der Durchführungsverordnung zum Jagdgesetz Brandenburg (BbgJagdDV) wurden die Tierarten Bisam und Nutria in das Jagdrecht aufgenommen. Ziel der Neuregelung im Jagdrecht und der mit heutigem Datum in Kraft getretenen Ausnahmeregelung ist die Bejagung und Bestandsregulierung der Bisam und Nutria sowohl von den Jägern als auch von den Bisamjägern ganzjährig zu ermöglichen.

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DJV zum EuGH-Urteil: Wolfsentnahmen möglich, aber nur unter strengen Anforderungen

Der europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat sich mit einem Urteil zur Wolfsjagd in Finnland zu den Voraussetzungen einer Ausnahme vom strengen Schutz nach der FFH-Richtlinie geäußert. Ausnahmen sind danach aus vielen Gründen möglich, die Anforderungen an eine solche Entscheidung sind jedoch hoch. Zudem lässt das Urteil Raum für weitere juristische Auseinandersetzungen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in seinem heute veröffentlichten Urteil zur Wolfsjagd in Finnland klargestellt, dass eine behördliche Entscheidung über eine Ausnahme vom strengen Schutz nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) aus vielerlei Gründen möglich ist, aber strengen Anforderungen unterliegt. Finnland hatte eine Ausnahme zugelassen, um illegale Tötungen zu verhindern und der Bevölkerung Handlungsspielraum zu ermöglichen. Der EuGH sieht dieses Vorgehen kritisch.

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Australien: 52 Kängurus in einer Nacht

Es gibt heute weitaus mehr Rote und Graue Riesenkängurus als vor der Besiedlung des Kontinents durch weiße Siedler. Der Grund dafür ist die Landwirtschaft, die das dynamische Gleichgewicht in der Natur zugunsten der Beuteltiere verschiebt, indem sie ihnen nahezu unbegrenzte Mengen an Futter und Wasser zur Verfügung stellt. Das funktioniert bei uns mit Wildschweinen und Hirschen wie in Australien mit Kängurus. Alle Kängurus stehen in Australien unter Schutz, der Gesamtbestand wird auf 50 bis 60 Millionen Tiere geschätzt. Nur fünf der 48 Känguru-Arten in Australien dürfen bejagt werden. Es findet ein aufwändiges Monitoring statt, auf dessen Grundlage Abschussquoten festgelegt werden. Nur speziell ausgebildete und lizensierte Jäger – oftmals kommerzielle Fleischjäger – dürfen die Kängurujagd ausüben. Kängurus leben ein vollkommen artgerechtes Leben in ihrer natürlichen Umgebung und Sozialstruktur (wovon Millionen Tiere in industrieller Intensivmast nicht einmal träumen können), dürfen nur mit gezielten Kopfschüssen schnell und schmerzlos zur Strecke gebracht werden und die bejagten Arten sind keinesfalls gefährdet – dennoch laufen europäische Tierschützer gegen die Bejagung Sturm.

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Rheinland-Pfalz: Schädlingsbekämpfer gesucht

+++ Hessen: Jäger will Wespennest entfernen, fackelt Hochsitz ab +++ Bayern: Seminar zur Kormoranbejagung +++ Saarland: Wildschwein aus Schwimmbecken gerettet +++ Rheinland-Pfalz: Dritter Verhandlungstag im Prozess um tödlichen Jagdunfall bei Dalberg +++ Bayern: Fuchs nach Beißattacke auf Achtjährigen erlegt +++

Das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) sucht schießfreudige Hilfskräfte, die im Fall eines ASP-Ausbruchs in einem “eng begrenzten Gebiet (Kerngebiet mit ca. 3-5 km Radius) oder in einem Streifen entlang der Landesgrenze die Schwarzwildpopulation drastisch […] reduzieren bzw. das Gebiet sogar Wildschwein-frei […] machen (Bejagung bzw. Tötung von Wildschweinen nach Tierseuchenrecht).”

Eine entsprechende Anfrage richtete das MUEEF an den LJV, den ÖJV und Berufsjägerverband Rheinland-Pfalz. Begründet wird die Maßnahme mit den Einbußen, die ein ASP-Ausbruch für die deutsche Landwirtschaft bedeuten würde: “Ein Ausbruch der ASP bei Wildschweinen in Deutschland würde zu erheblichen Auswirkungen, insbesondere für die landwirtschaftlichen Schweinehalter und z.T. auch die vor- und nachgelagerten Bereiche (z.B. Schlachtung und Zerlegung, Futtermittelwirtschaft, Stallbaus) führen. Der deutsche Schweinemarkt käme in den betroffenen Regionen mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Erliegen. Die Handelsrestriktionen und Vermarktungsbeschränkungen für Schweine, Fleisch und Fleischerzeugnisse von Hausschweinen und Wildschweinen wären enorm hoch, würden wahrscheinlich über Jahre andauern und zum Teil auch zu dauerhaften Betriebsaufgaben führen”, heißt es in dem Schreiben.

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Deutsche Wildtier Stiftung und Verein Wildes Bayern verklagen Bayern wegen der Aufhebung von Schonzeiten

+++ NRW: Reh gewildert +++ RLP: Reh misshandelt +++ Bayern: Fuchs an Straßenschild gehängt +++ Niedersachsen: Landvolk fordert “bundesweites, aktives Wolfsmanagement” +++

Am 1. August ist es wieder soweit. Die Jagdzeit auf die Gämse beginnt. Fast 5.000 Gämsen wurden im vergangenen Jagdjahr in Deutschland erlegt. 90 Prozent davon in Bayern. Und den Mammutanteil des Abschusses verantworten die Bayerischen Staatsforste. „Dort wird noch immer der Grundsatz „Wald vor Wild“ mit dem Brecheisen durchgesetzt“, kritisiert Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Dabei reicht den Bayerischen Staatsforsten nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Jagdzeit vom 1. August bis zum 15. Dezember. Allein im Bezirk Oberbayern wird die Schonzeit auf knapp 26.000 Hektar vollständig aufgehoben und das ganze Jahr gejagt. Die Bayerischen Staatsforste erlegen fast jede fünfte Gämse im eigentlich als Schonzeit ausgewiesenen Zeitraum. Gegen die Aufhebung der Schonzeit hat der Verein Wildes Bayern unterstützt von der Deutschen Wildtier Stiftung jetzt beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einen Normenkontrollantrag gestellt. „Damit kommt die wildfeindliche Politik Bayerns auf den juristischen Prüfstand“, erklärt Münchhausen. Selbst im Nationalpark Berchtesgaden gibt es ein Gebiet, in dem die Schonzeit aufgehoben wird. „Jagd während der Schonzeit in einem Nationalpark ist nicht vereinbar mit dem Ziel eines derartigen Schutzgebietes, in dem Natur und Wildtiere Vorrang haben sollen“, so Münchhausen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Sorge vor weiterer Ausbreitung – FDP fordert Jagd auf Nandus

Großvogel soll ins Jagdrecht – Politiker warnt: Suchen sich schnell bundesweit Lebensraum

Die FDP im Bundestag fordert die Bejagung der frei lebenden Nandus in Mecklenburg-Vorpommern, bevor diese sich weiter in Deutschland ausbreiten. Karlheinz Busen, jagdpolitischer Sprecher seiner Fraktion, warnte in der “Neuen Osnabrücker Zeitung”: “Wenn sich die Population jährlich mehr als verdoppelt, suchen sich die Nandus schnell bundesweit Lebensräume.” Das Landwirtschaftsministerium in Schwerin bezifferte den Bestand im Herbst vergangenen Jahres auf 566 Tiere, wobei 294 der Vögel noch Jungtiere waren. Das Bundesumweltministerium bestätigte auf Anfrage des FDP-Politikers: “Der Nandu hat ein hohes Ausbreitungspotenzial, und daher ist eine Abwanderung in benachbarte Regionen potenziell möglich.”

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Der Rothirsch in der Überzahl – Wege zu einer tierschutzgerechten Rotwildreduktion

Ein Beitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Der Rothirsch in der Überzahl – Wege zu einer tierschutzgerechten Rotwildreduktion – diesen Titel trägt der Tagungsband des 9. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtierstiftung, das im Juni 2018 in Bad Driburg stattfand. Gerade im Zeitalter neuer Bejagungsrichtlinien in Hessen und Brandenburg, wo der qualifizierte Abschussplan für wiederkäuendes Schalenwild de facto abgeschafft und damit einer erbarmungslosen Reduktion von Wildbeständen der Weg bereitet wurde, ist die Lektüre des Tagungsbandes eine tröstliches Signal: es gibt auch heute noch Jäger, Verbände und Institutionen, die sich ernsthaft und im besten Sinne weidgerecht um eine Reduktion von Rotwildbeständen Gedanken machen bzw. diese bereits erfolgreich und tierschutzgerecht in verschiedenen Regionen Deutschlands praktiziert haben. Dabei wird durchaus anerkannt, dass manchenorts die Rotwildbestände in den letzten Jahrzehnten aus dem Ruder gelaufen sind. Die Notwendigkeit der Reduktion dort wird also keineswegs in Zweifel gezogen. Der Weg dorthin wird aber anders gesehen, als das in mancher hessischen oder brandenburgischen ministeriellen Schreibstube der Fall ist. Die Frage, wann ein Rotwildbestand zu hoch ist, kann je nach Ziel des Jagdausübungsberechtigten und nach Habitatkapazität durchaus unterschiedlich beantwortet werden. Um Reduktionsziele zu formulieren, bedarf es zuvor demnach einer Formulierung von (waldbaulichen) Zielen und einer möglichst guten Einschätzung des aktuellen Wildbestandes. Auch dazu gibt es praxisrelevante Hinweise im Tagungsband.

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Diskussion über den Wolf: Pfannenstiel vs. Fuhr

Im Deutschlandsfunk diskutierten der Wildbiologe Prof. Dr. Pfannenstiel und der Journalist und Brandenburger ÖJV-Vize Eckhard Fuhr über den Wolf. Die Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?” steht in der Mediathek des Senders zum Nachhören bereit. Die Wolfspopulation, die Aufwendungen für den Herdenschutz und die Zahl der gerissenen Nutztiere steigen parallel an – angesichts dieses eindeutigen Zusammenhangs hält Prof. Pfannenstiel die Strategie, ausschließlich auf Herdenschutzmaßnahmen zu setzen, für gescheitert und plädiert für eine reguläre, maßvolle Bejagung des Wolfs. Dies würde die Scheu des Wolfs vor dem Menschen, menschlichen Siedlungen und Nutztieren wiederherstellen und die Situation der Weidetierhalter entschärfen. Fuhr bestreitet, dass eine Bejagung des Wolfs zu einer Lösung der Probleme beitragen würde. Eine spannende Diskussion – Hörempfehlung! SE

Beitragsbild: Internetseite des Deutschlandfunks zur Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?”(Screenshot, Ausschnitt)

Stadt Braunschweig unterstützt Jäger bei der “Schwarzwildreduzierung”

50 Euro Aufwandsentschädigung für Erlegung von Frischlingen bis 50 Kilo

Um der stark gestiegenen Schwarzwildbestände im Stadtgebiet und der dadurch verursachten erheblichen Flurschäden Herr zu werden, schlägt die Verwaltung dem Rat die Anschaffung einer mobilen Kastenfalle für Wildschweine aus städtischen Mitteln vor, die an die Jägerschaft ausgeliehen wird. Außerdem soll den Jägern künftig für im Stadtgebiet erlegte Jungtiere, so genannte Frischlinge bis 15 Kilogramm Gewicht eine Aufwandsentschädigung von je 50 Euro gezahlt werden.

„Die hohen Populationszahlen beim Schwarzwild sind mittlerweile ein erhebliches Problem“, stellt der für die Jagdaufsicht zuständige Ordnungsdezernent Claus Ruppert fest. Die Zahl der pro Jahr erlegten Tiere hat sich von 74 im Jahr 2013 auf 329 in 2018 mehr als vervierfacht. Insbesondere in den vergangenen drei Jahren wuchs sie erheblich an. Hohe Reproduktionszahlen und ein milder Winter taten ein Übriges: Die noch vorläufige Strecke für 2019 liegt bereits bei 246 Stück Schwarzwild.

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Der Rothirsch als die „arme Sau“ unserer Wälder

Unter dem Titel „Der Rothirsch im Erzgebirge – Naturschützer oder Waldschädling?“ fand am 07.05.2019 in Schneeberg eine vom NABU Kreisverband Aue-Schwarzenberg e.V. organisierte Veranstaltung zur aktuellen Situation des letzten uns noch gebliebenen großen Pflanzenfressers statt. Ein Beitrag von Matthias Scheffler, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbands Aue-Schwarzenberg.

Etwa 150 Gäste waren nach Schneeberg gekommen und erlebten einen langen, interessanten und aufgeregten Abend. „Von seiner Natur aus ist er ein Tier offener Landschaften und der Wald nur sein Lebensraum dritter Wahl. … Tatsächlich ist er darum ein bejammernswertes Geschöpf – eher eine arme Sau, mit der niemand tauschen möchte.“

Mit diesem Zitat von Wilhelm Bode aus dessen Buch „Hirsche“ begann Matthias Scheffler vom NABU Kreisverband Aue-Schwarzenberg e.V. den Abend und forderte einen (art)gerechteren Umgang mit dem Rotwild. In seiner Einführung stellte er seine Sicht auf die aktuelle Situation von Wald und Wild im Erzgebirge und die dabei hervor tretenden Konflikte zwischen den verschiedenen Interessengruppen dar. Außerdem zeigte er, welche Vorstellungen der NABU zur Zukunft unserer Wälder hat, in denen vor allem natürliche Entwicklungen eine größere Rolle spielen sollten als gegenwärtig.

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Aktionsbündnis Forum Natur: Bisherige Wolfspolitik gescheitert

+++ Schweiz: Wolf soll jagdbar werden +++ Österreich: Jagdunfall bei Hahnenjagd – Jäger durch Schuss leicht verletzt +++

Nach realistischen Schätzungen leben bereits jetzt zwischen 1.000 und 1.300 Wölfe in Deutschland, eine Verdopplung innerhalb von drei Jahren ist anzunehmen. Die Probleme mit dem Wolf nehmen mit seiner Ausbreitung in Deutschland stetig zu. Das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) sowie die Verbände der Halter von Weidetieren fordern deshalb anlässlich der Konferenz der Umweltminister von Bund und Ländern in Hamburg den Einstieg in ein geregeltes Management für den Wolf. „Zur Akzeptanz des Wolfes bei unseren Mitgliedsbetrieben ist ein aktives Wolfsmanagement wichtig, wobei eine notwendige Entnahme dabei nur über den jeweiligen Jagdausübungsberechtigten erfolgen kann. Ohne ein gezieltes Eingreifen ist sowohl die Haltung von Rindern, Schafen, Ziegen, Pferden und landwirtschaftlichen Wildtieren als auch die Akzeptanz der Menschen im ländlichen Raum für den Wolf in Frage gestellt“, so Max Frhr. von Elverfeldt, Vorsitzender des AFN.

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“Ökojagd”: Dutzendweise verhungerte Kälber im Nationalpark Berchtesgaden

+++ Deutsche Wildtier Stiftung: “Bayern ist das Bundesland mit der wildfeindlichsten Politik” +++

Beitrag aktualisiert

“Im Nationalpark Berchtesgaden wird jede freiwerdende Förster- oder Berufsjägerstelle von ÖJV-Kadern besetzt”, beklagt die Wildbiologin Dr. Christine vom Verein Wildes Bayern e.V. Die Tätigkeit der sogenannten Öko-Jäger entzieht sich jeder Kontrolle, weil “der Nationalpark als seine eigene UJB” fungiere, so Dr. Miller. Nachfragen würden nicht beantwortet oder deren Beantwortung verweigert: “Sie haben uns schon so viel gefragt”, sagte Dr. Miller zufolge ein Nationalpark-Verantwortlicher voller Häme auf ihre Bitte um Übersendung der Abschuss-Statistiken: “Sie kriegen gar nichts.” Jetzt hat die Biologin schockierende Zustände im Nationalpark aufgedeckt: Kadaver verhungerter Rotwild-Kälber liegen dutzendweise neben den Wanderwegen im Nationalpark – verwaist, weil die Tiere geschossen wurden, vermutet Miller.

In einer Pressemitteilung des Vereins Wildes Bayern heißt es dazu:

Tausende von Urlaubsgästen und Besuchern wanderten am Osterwochenende im Nationalpark Berchtesgaden entlang der Ufer von König- und Oberersee. Doch was sie nicht sahen waren die Überreste von knapp einem Dutzend verhungerter Rotwild-Kälber, die erschöpft nur Wochen zuvor am Ufer der beiden Gewässer qualvoll gestorben sind. Die Kadaver liegen meist in kleinen Gruppen direkt am Ufer des Sees. Ein Hinweis darauf, dass es sich hier nicht um einen zwar grausamen aber normalen Vorgang in der Natur handelt.

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Sachsen-Anhalt: Abstimmung zum Wolf – jagen oder nicht?

Auf MDR Sachsen-Anhalt findet eine Umfrage zum Thema “Wie soll Sachsen-Anhalt mit dem Wolf umgehen?” statt. Zur Auswahl stehen die Antworten:  Der Wolf muss konsequent geschützt werden!, Der Wolf darf gejagt werden! und: Ich bin mir unschlüssig. Zum Zeitpunkt, da dieser Artikel erstellt wurde (29.04., 19.32 Uhr) liegen die Befürworter einer Bejagung des Wolfs mit 67 Prozent deutlich vorn. SE

Beitragsbild: Vorläufiges Abstimmungsergebnis zum Wolf auf MDR Sachsen-Anhalt (Screenshot).

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

Sachsen: Reden übers Rotwild

+++ Sachsen-Anhalt: Rotwildpopulation im Westharz soll halbiert werden +++ Österreich: 64-jähriger verkauft selbstgemachte Einsteckläufe – Polizei stellt Waffenarsenal sicher +++

Auf Initiative des Landesjagdverbandes Sachsen e. V. fand am 01.04.2019 ein Gespräch mit Vertretern von SMUL und SBS statt. Das Gespräch sollte Verbesserungspotenziale in der Zusammenarbeit zwischen dem Staatsbetrieb Sachsenforst und den Jägern im Landesjagd-verband aufzeigen. Die ursprüngliche Idee zu diesem Gespräch stammt von Herrn Minister Schmidt.

Es wurde deutlich, dass Änderungen am Jagdgesetz zwingend notwendig sind.
So ist beispielsweise darauf hinzuarbeiten, dass bei der Abschussplangestaltung künftig wieder das Einvernehmen statt des gegenwärtigen Benehmens zwischen den beteiligten Akteuren erzielt werden muss.

Differenzen gab es hinsichtlich folgender Aspekte:

1. Fütterungskonzepte:

Fütterungskonzepte sind eigentumsübergreifend zu erstellen. Sie müssen eine Erhaltungs-fütterung zur Wildschadensabwehr enthalten. Hierfür sind die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen.

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Schweiz: Walliser Kantonsparlament will Wolfsjagd für alle

+++ Sachsen-Anhalt: Wegen Wolf – Damwildzüchter gibt auf +++

Das Kantonsparlament des Wallis hat am gestrigen Dienstag einem Postulat mit dem Titel “Erhöhung der Chancen für einen Wolfsabschuss” zugestimmt. Das Postulat war von den Abgeordneten Gregory Logean (SVP) und Alex Schwestermann (CVP) im November 2018 eingerecht worden. Zur Begründung des Postulats führten die Abgeordneten an: “Das Zeitfenster für den Abschuss von zwei Wölfen im Val d’Anniviers und im Goms ist ungenutzt verstrichen. Das ist angesichts der von diesen zwei Raubtieren verursachten Schäden sehr bedauerlich. In der Zwischenzeit gehen die Angriffe weiter: Vergangene Woche wurden drei Ziegen in Hérémence gerissen und weitere sind spurlos verschwunden.

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Wölfe: Klöckner für “präventive” Abschüsse

+++ Wolfsjagd historisch – mit der Hasenklage auf Isegrimm +++ Sachsen: Wachsende Wolfspopulation – Betreiber von Wildgattern und Jäger schlagen Alarm +++ Wolfsburg: Schonzeitverkürzung für Rehwild zwecks Wildunfallprävention +++

In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die Vorschläge von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zur Erleichterung von Wolfsabschüssen (JAWINA berichtete) als ungenügend kritisiert. Es sei gut, dass das Bundesumweltministerium (BMU) nun endlich bereit sei, “Gesetze anzupacken” und angesichts der zu erwartenden Schäden erkannt habe, dass es so nicht weitergehen könne mit den Wolfsrissen, erklärte Klöckner. Der Vorschlag der “Kollegin” springe jedoch zu kurz und greife nur einen Teil der in den bisherigen Gesprächen erzielten Ergebnisse aus. Um Weidetierhaltung auch in Zukunft zu ermöglichen, seien über die vom BMU angekündigten Gesetzesänderungen hinausgehende Maßnahmen erforderlich. Der Wolfsbestand und die Größe der Rudel müssten unabhängig von einer konkreten Gefahr präventiv kontrolliert werden können, “europarechtskonform und rechtssicher für die Jäger”, so Klöckner weiter.

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Wie viele Wölfe verträgt Sachsen?

Ein Gastbeitrag von Christoph Egert

Ich habe gute Beziehungen nach Estland und weiß, wie dort die Wölfe gejagt werden. Die Esten und die Schafzüchter leben schon immer mit dem Wolf. Sicher, Estland ist in der EU und darf, wie alle baltischen Länder, die Wölfe jagen. Mich stört aber, dass immer die Regelungen in Schweden, Frankreich usw. angeführt werden, um zu Aussagen über Abschussregulierungen zu kommen und keine Angaben zu finden sind, wie die baltischen Länder mit den Wölfen umgehen. In den baltischen Ländern beispielsweise ist der Wolf in Anhang V der FFH-Richtlinie gelistet und darf regulär gejagt werden. In Schweden, Frankreich und Deutschland wird der Wolf in Anhang IV eingeordnet und ist streng geschützt. In den EU Staaten, in denen der Wolf im Anhang IV gelistet ist, darf nur in Ausnahmetatbeständen von Artikel 16 der FFH-Richtlinie vorgegangen und in Ausnahme Fällen Einzelexemplare entnommen werden. Diese Entnahme ist keine Jagd. Die Jäger können angesprochen werden, sind aber nicht verpflichtet den Wolf zu schließen. Häufig lehnen Jäger aus Furcht vor Repressalien durch Wolfsbefürworter diese Entnahme ab. So wurde vor einiger Zeit ein ehrenamtlicher Wolfsberater durch das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als ehrenamtlicher Wolfsberater des Landkreises Nienburg entbunden. Er hatte dieses Ministerium darüber informiert, dass ihn eine Email von dritter Seite erreicht hatte, deren Inhalt Bedrohungspotential gegen ihn in seiner Funktion als Wolfsberater enthält (JAWINA berichtete).

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Bundestag lehnt Anträge von AfD und FDP zur Regulierung der Wolfspopulation ab

In seiner gestrigen (21.02.) Sitzung hat sich der Deutsche Bundestag mit Anträgen von AfD und FDP beschäftigt, die eine Bejagung des Wolfs ermöglichen sollten. Beide Anträge wurden abgelehnt.

In dem Antrag der AfD “Herdenschutz und Schutz der Menschen im ländlichen Raum – Wolfspopulation intelligent regulieren” hatte die Fraktion u.a. gefordert, bestehende gesetzliche Grundlagen zur Entnahme von Problemtieren und Wolfsmischlingen konsequent umzusetzen, auf Landes- und Regionalebene spezifische Obergrenzen für Wolfspopulationsdichten festzulegen und die Bejagung des Wolfs zu ermöglichen, wenn diese Obergrenzen erreicht sind. “Eine bürokratische Einzelfallprüfung soll bei Überschreitung dieser Obergrenzen entfallen”, heißt es in dem Antrag.

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Schweiz: Deutliche Mehrheit für stärkere Bejagung von Großprädatoren

Der Kanton Uri sei am Sonntag wieder einmal “Testkanton” für die Schweiz gewesen, schreibt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ): Erstmals durften die Urner an der Wahlurne über eine Volksinitiative abstimmen, die eine stärkere Bejagung von Großprädatoren wie Wolf, Luchs oder Bär fordert. Insgesamt stimmten 70,2 Prozent der Wahlberechtigten für die Initiative des Schweizer Bauernverbandes “Zur Regulierung von Großraubtieren”, in manchen Gemeinden lag die Zustimmung bei weit über 90 Prozent (z.b. Unterschächen 96,1 Prozent, Isenthal 93,2 Prozent). Der klare Wahlausgang zeige, dass “insbesondere der Wolf in den Alpenkantonen, zu denen auch das Wallis und Graubünden gehören, ein unerwünschter Gast” sei, schreibt die NZZ: Landwirte, insbesondere Schafzüchter, Touristiker und eine klare Mehrheit der Bevölkerung hielten nichts davon, dass die Raubtiere ihre ursprünglichen Jagdreviere zurückerobert hätten. Die Abstimmung zeigt aber auch, wie wenig die lautstarke Pro-Wolfs-Propaganda einschlägig bekannter Organisationen und Akteure die tatsächliche Stimmung insbeondere der ländlichen Bevölkerung widerspiegelt. Außer der Regierung, Naturschutzorganisationen und der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz hätten praktisch alle Parteien und Organisationen das Volksbegehren zur Annahme empfohlen.

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Prof. Dr. Christoph Stubbe: Der Wolf in Russland – historische Entwicklung und Probleme

Der Aufsatz “Der Wolf in Russland – historische Entwicklung und Probleme” von Prof. Dr. Christoph Stubbe beruht auf der Auswertung amtlicher Statistiken und wissenschaftlicher Studien zum Wolf in Russland. Bei einem einjährigen Studienaufenthalt an der jagdlichen Hochschule Irkutsk hat sich Stubbe intensiv mit der Thematik befasst. Sein Aufsatz macht die wissenschaftlichen Erkenntnisse “hunderter studierter Jagdwirtschafter und Wissenschaftler” zugänglich, die sich in Russland “in Theorie und Praxis mit dem Wolf befassen” – und die aufgrund der Sprachbarriere, unzugänglicher Publikationsorte und womöglich weiterer Gründe in der hiesigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Wolf weitgehend ignoriert werden. Es sei “mehr als verwunderlich, dass man über Erfahrungen und Probleme aus dem Mutterland der Wölfe, aus Russland, überhaupt nichts liest, obwohl unsere Wölfe zur osteuropäischen/asiatischen Population gehören”, konstatiert Stubbe.

Als Folge dieser Unkenntnis wird manch ein Leser nach Lektüre der Studie verwundert feststellen, dass Rotkäppchen es mit der Wahrheit ziemlich genau nahm – zumindest im Vergleich zu der von gewissen Wolfsfreunden und Vertretern der Wolfsindustrie ingrimmig verteidigten Glaubenslehre z.B. von der “natürlichen Scheu” des Wolfs und seiner Ungefährlichkeit für Mensch und Weidetier oder dem Märchen vom konfliktfreien und harmonischen Zusammenleben von Wolf und Mensch in Osteuropa (wobei dahingestellt sei, ob jene Wolfsfreunde ihrem Schützling damit mittelfristig einen Gefallen erweisen). Was Stubbe vom Wolf in Russland berichtet, lässt sich mit solchen naturromantischen Vorstellungen schlechterdings nicht in Einklang bringen. In manchen Jahren töteten Wölfe in Russland hunderttausende Rinder, Schafe, Ziege, Pferde und Fohlen – und hunderte Menschen.

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Sogar der Nabu befürwortet Nilgans-Jagd

+++ Österreich: Gestürzt und an Wurzel hängen geblieben – Bergwacht rettet 79-jährigen Jäger +++ Bayern: Wildernder Hund tötet Rehkitz +++ Hessen: Wildschwein-Alarm im Gewerbegebiet Heppenheim +++

In den Siebzigerjahren sind vor allem in den Niederlanden einige als Ziervögel gehaltene Nilgänse aus der Gefangenschaft entkommen. Seitdem breitet sich die invasive Art in Mitteleuropa aus. Der DJV meldet aktuell eine Vergrößerung des Verbreitungsgebiets um 71 Prozent in den vergangenen acht Jahren. In allen deutschen Bundesländern mit Ausnahme von Berlin ist die Nilgans als Brutvogel nachgewiesen. Problematisch an den Vögeln ist, dass sie während der Brut zum Beispiel Weißstorchennester, Wanderfalkenhorste und Schleiereulennistplätze übernehmen und diese Arten so beim Brutgeschäft stören. Außerdem sin Nilgänse während der Brut territorial und vertreiben andere Entenarten aggressiv aus ihrem Revier. “Attacken auf Junge führende Stockenten enden manchmal mit dem Tod von Stockentenküken”, heißt es auf Wikipedia.

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DJV fordert bundesweite Jagd auf Nilgänse

Die afrikanische Nilgans hat ihr Verbreitungsgebiet in Deutschland innerhalb von acht Jahren um 71 Prozent ausgedehnt. Bei der nordamerikanischen Kanadagans sind es sogar plus 91 Prozent. Der DJV fordert für die invasive Nilgans eine einheitliche flächendeckende Bejagung, um heimische Arten zu schützen.

Die ursprünglich aus Afrika stammende Nilgans erobert Deutschland: 2017 meldeten deutlich mehr als ein Drittel der Reviere ein Vorkommen – das sind 71 Prozent mehr als acht Jahre zuvor. Mehr als verdoppelt hat sich im selben Zeitraum der Anteil der Reviere mit Brutpaaren auf 23 Prozent. Die aus Nordamerika stammende Kanadagans  – die größte in Mitteleuropa lebende Gänseart – breitet sich sogar noch schneller aus: 2017 meldeten Jäger ihr Vorkommen in knapp einem Viertel der Reviere – ein Plus von 91 Prozent gegenüber 2009. Die Zahl der Reviere mit Brutpaaren hat sich um das 1,3-fache erhöht und lag 2017 bei 8 Prozent. Insgesamt haben sich am Monitoring Reviere mit einer Gesamtfläche von 12,5 Millionen Hektar beteiligt – das entspricht  knapp 40 Prorzent der gesamten Jagdfläche Deutschlands. Damit ist das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) einzigartig in seiner Dimension. Initiiert hat es der Deutsche Jagdverband (DJV) gemeinsam mit seinen Landesjagdverbänden vor fast zwei Jahrzehnten.

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DJV: Graugans breitet sich aus in Deutschland

Jäger haben 2017 aus 40 Prozent der Reviere das Vorkommen von Graugänsen gemeldet – ein Anstieg von 58 Prozent in acht Jahren. Die Zahl der Reviere mit Brutvögeln hat sich sogar verdoppelt auf 19 Prozent. Der DJV fordert eine nachhaltige Bejagung statt Begasung wie in den Niederlanden.

2017 meldeten Jäger aus knapp 40 Prozent der Reviere ein Vorkommen der Graugans – das sind 58 Prozent mehr als 2009. Das Hauptvorkommen liegt in den norddeutschen Bundesländern mit vielen Gewässern, Küstenlandschaften und geringem Waldanteil. Dort meldeten sogar die Hälfte der Reviere die Anwesenheit der Graugans. Nahezu verdoppelt hat sich der Anteil von Revieren mit Brutvögeln: von 10 (2009) auf 19 Prozent (2017). In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen meldeten sogar ein Drittel und mehr Brutvorkommen.

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Bayern: Bergwild in Not – BJV fordert Jagdstopp

Wildtiere in den bayerischen Bergen sind den Schneemassen ausgeliefert. Der Bayerische Jagdverband (BJV) appelliert an die Politik, jetzt Artenschutz ernst zu nehmen und fordert Taten statt Worte: Jagd muss jetzt bedingungslos eingestellt werden.

Gams, Steinbock, Rot- und Rehwild kämpfen jetzt ums Überleben. Der dramatische Wintereinbruch in den Bergen mit riesigen Schneemengen stellt in vielen Bergregionen Bayerns eine lebensgefährliche Bedrohung für viele Wildtieren dar. Sie finden keine Nahrung und sind vielerorts in den Schneemassen gefangen. Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), appelliert an die bayerische Staatsregierung: „Helfen Sie jetzt den Wildtieren in den Bergregionen, denn auch sie unterliegen dem Artenschutz. Den gilt es aktiv anzupacken, so wie es sich unser Ministerpräsident in seiner Neujahrsansprache auf die Fahnen geschrieben hat. Zumal zumindest in Oberbayern die Bergregionen vielerorts in der Hand der Bayerischen Staatsforsten liegen. Lassen sie den guten Worten Taten folgen!“ Vorstellbar ist etwa der Abwurf von Heuballen aus dem Hubschrauber, wie er früher unter solchen schwierigen Bedingungen schon einige Male praktiziert wurde.

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Wolfsgespräche ohne Ergebnis

Das Spitzengespräch zwischen Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat kein greifbares Ergebnis geliefert. Nach dem gestrigen Gespräch teilten die Ministerien in Berlin mit, dass “noch keine schnelle Lösung” gefunden worden sei. Medienberichten zufolge dämpften die Ministerien zudem Erwartungen auf eine schnelle Einigung – falls jemand diese gehegt haben sollte. Man sei noch in Gesprächen, hieß es aus Berlin. Während sich Klöckner für eine Bestandsregulierung der Wolfspopulation einsetzt, will Schulze lediglich sogenannte Problemwölfe entnehmen lassen, die mehrfach Elektrozäune überwunden und Weidetiere gerissen haben. Dies sei “wenig praxistauglich”, erklärte die CDU-Agrarexpertin Beate Schlupp im NDR: “Ein Wolf, der sich einer Siedlung nähere, warte sicher nicht darauf, bis ein zum Abschuss Berechtiger informiert wird und vor Ort ist. Es müsse wolfsfreie Zonen und für eine Bestangsregulierung auch eine Abschussquote geben.”

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Klöckner für erleichterten Wolfsabschuss

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will den Abschuss von Wölfen in Deutschland erleichtern. In einem “Brandbrief” soll Klöckner Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) aufgefordert haben, “alle rechtlichen Möglichkeiten zur Reduzierung des Wolfsbestandes auszuschöpfen, die das internationale und europäische Artenschutzrecht bereithält”, wie RPonline berichtet. Die Wolfspopulation wachse um 25 bis 30 Prozent pro Jahr, entsprechend nähmen Nutztierrisse zu. Es lebten bereits über 600 Wölfe in Deutschland. Die vom Umweltministerium zugesagten Erleichterungen beim Abschuss sogenannter Problemwölfe reichen aus Klöckners Sicht nicht aus: Das Bundesnaturschutzgesetz müsse derart geändert werden, dass eine “gemäßigte Bestandsregulierung selbst für streng geschützte Arten” wie den Wolf ermöglicht werde, schrieb Klöckner laut RPonline. Klöckner fordere, bei der Erarbeitung von Vollzugshinweisen des Umweltministeriums für die Jäger beteiligt zu werden. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf RPonline. (Screenshot)

Sachsen: Streit um Rotwildbejagung setzt sich fort

Der Streit um die Bejagung des Rotwilds in Sachsen geht weiter: Auf das Gemeinsame Positionspapier des Landesjagdverbands Sachsen und der Hegegemeinschaften im Erzgebirge reagieren die einschlägigen Waldbesitzer- und Ökojagdverbände mit einem Offenen Brief an den sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt. Nicht nur das Bündnis Wald und Wild (BWW), sondern auch Grüne Liga Sachsen und Naturschutzverband Sachsen (NaSa) kontern mit Offenen Briefen und kritisieren den Umgang mit dem Rotwild. Im folgenden dokumentieren wir den Schlagabtausch im Wortlaut:

Offener Brief von Nabu, ANW, ÖJV und Co. “zu den Forderungen des Landesjagdverbandes Sachsen und der Hegegemeinschaften bezüglich der Rotwildbejagung vom 18. Oktober 2018

Sehr geehrter Herr Staatsminister Schmidt,

die Instabilität der historisch entstandenen Nadelholzreinbestände ist insbesondere in diesem, von Stürmen und Dürre sowie einer nie dagewesenen Borkenkäferplage bestimmten Jahr 2018 deutlich zutage getreten.

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Sachsenforst: Blitzknallsätze gegen Wildtiere

Zwei Jagden, 137 Schützen, sechs Stück Rotwild

Die Antwort der Sächsischen Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage des Linken-Abgeordneten Klaus Tischendorf vom 27.11.2018 wirft ein bezeichnendes Licht auf die Bejagung des Rotwilds durch den Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) in bestimmten Forstbezirken: “lst es zutreffend, dass zu einer Drückjagd im August 2018 im Revier Markneukirchen Blitzknaller bei bestehender höchsten Waldbrandstufe eingesetzt wurden und falls ja, wie bewertet die Staatsregierung diesen Vorgang?”, hatte Tischendorf u.a. gefragt. Die Staatsregierung räumt ein: “Es ist zutreffend, dass zu einer Bewegungsjagd im August 2018 im Revier Markneukirchen Blitzknaller bei bestehender erhöhter Waldbrandgefahrenstufe eingesetzt wurden.

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CDU/CSU: “Weniger Jagddruck auf Rehe”

Die Deutsche Wildtierstiftung hat das Reh zum Tier des Jahres 2019″ ernannt. Hierzu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Georg Nüßlein: “Es ist höchste Zeit für einen besseren Umgang mit dem Reh. Der massive Jagddruck, der insbesondere von den staatlichen Forstverwaltungen ausgeht, kommt einem Feldzug gegen das Reh gleich. Wer das Reh alleinverantwortlich macht für Verbiss und Waldschaden, will vom eigenen ökonomischen Versagen ablenken.“ PM

Beitragsbild: PM “Weniger Jagddruck auf Rehe” auf der Internetseite der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (Screenshot, Ausschnitt)

Die Red. dankt JAWINA-Leser KB für den Hinweis!

Brandenburg: Forum Natur ruft zur Teilnahme an Kundgebung “Aktives Wolfsmanagement jetzt!” auf

Das Forum Natur Brandenburg (FNB) ruft zur Teilnahme an der Kundgebung unter dem Motto „Aktives Wolfsmanagement jetzt!“ am Samstag, dem 10. November 2018, ab 10:00 Uhr vor dem dem brandenburgischen Landtag in Potsdam stattfindet.

Die Verbände im „Forum Natur“ erklären sich solidarisch mit den Veranstaltern und möchten diese Demonstration dazu nutzen, um deutlich zu machen, dass die Zukunft von „Mensch, Weidetier und Wolf“ nur gemeinsam gedacht werden kann, heißt es in dem Aufruf des FNB. Momentan verspiele die brandenburgische Landesregierung alle Chancen, die in einem aktiven Wolfsmanagement liegen: “Was mit FFH und NATURA 2000 seinen Anfang nahm, mit Biber und Kormoran immer deutlicher wurde, findet nun seinen Höhepunkt beim Wolf! Die immer weiter gehende Entmündigung des ländlichen Raumes muss gestoppt werden. Naturschutz in der Kulturlandschaft Brandenburgs geht nur mit den Menschen!

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“Schiessen oder Schaufeln”

+++ Bayern: Jäger will höhere Abschussquote für Rehwild vor Gericht erzwingen +++

Der CDU-Politiker Hans-Jürgen Thies fordert nach der Änderung des Bundesjagdgesetzes wegen der ASP (JAWINA berichtete) “außerordentliche Mittel zur Schwarzwildreduktion” wie eine Lockerung des Muttertierschutzes, Saufänge und Nachtzielgeräte.

“Mit dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und Bundesjagdgesetzes (JAWINA berichtete) sind Behörden von Bund und Ländern, im Falle eines Ausbrauchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP), nun gewappnet schneller und effizienter auf die Seuche reagieren zu können”, meint Hans-Jürgen Thies. Doch das dem CDU-Politiker nicht: Der Ausbruch der ASP in Belgien vor zwei Wochen mache deutlich, dass es aller höchste Zeit ist, denn die infizierten Wildschweine wurden lediglich 60 km von der deutschen Grenze entfernt aufgefunden, heißt es in einer von Thies herausgegebenen Pressemitteilung. Somit drohe nun eine Einschleppung des Virus aus westlicher und östlicher Richtung, denn in Polen und Tschechien grassiere sie bereits seit langem. Neben diversen Präventionsmaßnahmen sieht die Gesetzesänderung für den Krisenfall nunmehr zahlreiche behördliche Befugnisse vor:

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Sachsen: CDU-Landesverband startet Kampagne für erleichterten Wolfsabschuss

Der Landesverband der CDU Sachsen hat eine Internetkampagne gestartet, die zum Ziel hat, den Abschuss von Wölfen zu erleichtern. Mit einem Klick auf den entsprechenden Button können Besucher der Seite ihre Unterstützung für das Vorhaben zum Ausdruck bringen. “Wir setzen uns dafür ein, dass Deutschland im Umgang mit der Ausbreitung des Wolfes klare und handhabbare Regelungen durch das Bundesumweltministerium verabschiedet”, heißt es auf der Seite. Und weiter: “Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren mit Nachdruck auf europäischer und Bundesebene mit einer Vielzahl von Initiativen für eine rechtsichere und konfliktfreie Änderung der Rahmenbedingungen im Umgang mit dem Wolf eingesetzt.”

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JAGD ÖSTERREICH UND FACE TREFFEN EU-KOMMISSAR JOHANNES HAHN: “ÜBERARBEITUNG DES SCHUTZSTATUS FÜR WÖLFE UNABDINGBAR”

Die dringende Notwendigkeit pragmatischerer Ansätze für das Wolfsmanagement sowie die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) standen im Vordergrund des Termines zwischen dem EU-Kommissar Dr. Johannes Hahn, dem Dachverband “Jagd Österreich” und der FACE.

Zum Auftakt des Treffens gab der Geschäftsführende Landesjägermeister Dr. Ferdinand Gorton einen Überblick über die klaren politischen Forderungen von Seiten der österreichischen Jägerschaft. Der Generalsekretär der FACE Ludwig Willnegger verwies zudem auf ähnliche Forderungen des Europäischen Parlaments, des Ausschusses der Regionen sowie der Mehrheit der Mitgliedsstaaten und maßgeblicher Interessensvertreter des Ländlichen Raumes hinsichtlich des dringenden Bedarfs nach einer ordnungsgemäßen Anwendung des Artikels 19 der FFH-Richtlinie. Dies würde den Weg für eine Aktualisierung des strengen Schutzstatus des Wolfs bereiten und den Mitgliedsstaaten dadurch größere Flexibilität gewähren.

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CDU Niedersachsen: “Abschuss endlich ermöglichen – Wolfspopulation darf nicht sich selbst überlassen werden”

“Die niedersächsische Wolfspopulation hat mittlerweile eine Größe erreicht, die das Zusammenleben unverträglich macht, erklärt der niedersächsische Fraktionsvize Martin Bäumer. „In Deutschland leben zurzeit 1000 Wölfe. Unseren Hochrechnungen zufolge werden es 2022 über 4000 und 2030 über 40.000 Wölfe sein. Das ist ein jährlicher Zuwachs von rund 30 Prozent.“ Mittlerweile sei der Kontakt zwischen Wölfen und der Bevölkerung fast so wahrscheinlich wie in Kanada, obwohl dort 60.000 Wölfe leben. „Die niedersächsische Wolfspopulationsdichte ist damit im Verhältnis gesehen nur geringfügig kleiner als die in Kanada“, so Bäumer. „In Niedersachsen kommen heute auf 1000 Quadratkilometer 4,2 Wölfe. In Kanada hingegen sind es auf gleicher Fläche 6,01 Wölfe.“ Die Werte seien in den Landkreisen Uelzen und Celle besonders kritisch. „In Uelzen leben derzeit 25 Wölfe auf knapp 135 Quadratkilometern. Auf 1000 Quadratkilometern hochgerechnet sind das 184,1 Wölfe. In Celle leben 45 Wölfen auf einer Fläche von 176 Quadratkilometern– hochgerechnet auf 1000 Quadratkilometern sind das 256,7 Wölfe“, so Bäumer.

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