Schlagwort-Archive: Bejagung

Ukraine: Weniger Jagd, mehr Wolfsangriffe

Aus naheliegenden Gründen kommt die geregelte Jagd in Kriegsgebieten weitgehend zum Erliegen: “Es ist ein gewaltiges Risiko für Zivilisten, in Kriegszeiten mit einem Gewehr durch ein Feld zu laufen. Sie könnten auf eine Mine treten oder von einem Scharfschützen erschossen werden”, erklärt Viktor Storoschenko Leiter der Jagd- und Forstbehörde der ukrainischen Donezk-Region, wo es noch immer zu Gefechten zwischen den von Russland unterstützten Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen kommt. In einem Bereich von 40 Kilometern um die Frontlinie ist die Jagd verboten, um möglicherweise folgenreiche Verwirrungen und Fehlannahmen über die Frage zu vermeiden, wer da schießt und auf wen, heißt es in dem Artikel “A Consequence of Ukraine’s War: Less Hunting, More Wolf Attacks” [Eine Konsequenz des Krieges in der Ukraine: Weniger Jagd, mehr Wolfsangriffe] in der New York Times.

Alexander Podlesnyi wurde “zu einem Extrembeispiel für die unbeabsichtigten Nebenwirkungen des Krieges”, schreib die NYT: Als er eines Morgens aus seinem Haus trat, um die Hühner zu füttern, nahm er wahr, dass etwas auf ihn lossprang, noch bevor er den Umriss als Wolf identifizieren konnte. Sein erster Gedanke sei gewesen, Wo kommt der denn her?, sein zweiter, nachdem der Wolf sich in seinen linken Arm verbissen hatte: Entweder ich töte ihn, oder er tötet mich.

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Polen will Wildschweinbestand “praktisch auf Null” reduzieren

Niedersachsen: Uelzen simuliert ASP-Ausbruch

In Polen soll der Wildschweinbestand praktisch auf Null reduziert werden, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) möglichst zu verhindern. Das berichtet rbb24. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, arbeiten Forstverwaltung und Jägerschaft intensiv zusammen, jeder Fall eines tot aufgefundenen Wildschweins werde überprüft. Im Nordosten Polens, an der Grenze zu Litauen und Weißrussland, wütet die ASP bereits seit Jahren, der Westen Polens ist bislang nicht betroffen. Ein polnischer Förster berichtet im rbb, dass er täglich Wildschweine dabei beobachte, wie sie über die Oder nach Deutschland schwimmen. Ein von dem Radiosender interviewter deutscher Jäger weist indes daraufhin, dass man auch auf deutscher Seite seit langem bestrebt sei, die Wildschweinbestände abzusenken. Trotzdem wachse der Bestand immer weiter an. Die hohe Reproduktionsrate des Schwarzwilds, milde Winter und die praktisch ganzjährig gesicherte Versorgung durch proteinreiches Futter konterkarieren die Bestrebungen der Jäger. Insofern bleibt abzuwarten, ob der polnische Plan einer drastischen Absenkung des Bestands funktioniert. red.

Beitragsbild: Erlegte Wildschweine (u.a.) auf der Strecke. Foto: SE

Hessen: Waschbär darf ab 1. August wieder bejagt werden

LJV: “Hausbesitzer und der Artenschutz können aufatmen”

In den vergangenen knapp 10 Jahren hat sich die bundesweite Jagdstrecke der Waschbären nahezu vervierfacht. Zudem ist der Waschbär seit 2016 als gebietsfremde und invasive Art auf der EU-Liste aufgeführt. Laut Vorgabe der EU sollen invasive Arten, auch die, die sich bereits etabliert haben, an der weiteren Ausbreitung gehindert oder diese verlangsamt werden. „Umso unverständlicher ist es, dass es gerade in Hessen – im Bundesland mit einem der höchsten Waschbärvorkommen – eine Schonzeit für den Kleinbären gibt“, so Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen.

Der LJV fordert ein Umdenken von der Landespolitik und erwartet von den Parteien eine klare Position vor den Landtagswahlen im Oktober. Die Zahlen sind eindeutig und zeigen die rasche Verbreitung der Kleinbären in ganz Deutschland. Hier steht insbesondere Hessen in der Pflicht, die EU-Verordnung umzusetzen. Jedoch wird durch den kürzlich veröffentlichten Managementplan die Aufhebung von Schonzeiten als regionale Artenschutzmaßnahme deutlich erschwert: Denn künftig müssen Artenschutzprojekte zur Populationskontrolle wie in der Wetterau oder der Rhön durch ein aufwendiges Monitoring verpflichtend begleitet und evaluiert werden.

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Rotwildbejagung im Sachsenforst: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen

Wenige Tage nachdem ein Gutachter harsche Kritik an der Bejagungsstrategie im Sachsenforst geäußert hatte und der Leiter des Forstamts Neudorf der Hegegemeinschaft Erzgebirge eine Zusammenarbeit angeboten und Entgegenkommen signalisiert hatte (JAWINA berichtete), wird bekannt, dass der Forst die Eskalationsschraube wieder einige Windungen weitergedreht hat: Mit Schreiben vom 26.06. informiert der Sachsenforst die Hegegemeinschaft, dass der Forstbetrieb einen Antrag auf “Abschussplanerhöhung für Rotwild im Planungszeitraum 2016 bis 2019” um 500 Stück gestellt hat. Die Mitteilung erfolgt gem. § 21, Ziffer 5 des Sächsischen Landesjagdgesetzes zwecks “Herstellung des Benehmens”. In dem Schreiben von Sachsenforst heißt es dazu: “[…] der Forstbezirk Neudorf hat für Rotwild eine Erhöhung des Gruppenabschussplans in Höhe von 500 Stück beantragt. Der Antrag betrifft in wesentlichen Teilen angrenzend den Wirkungsbereich der Hegegemeinschaft Erzgebirge.”

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Reinhold Messner: Wölfe gezielt abschießen

+++ Brandenburg: Wölfe reißen zahlreiche Tiere in Damwildgatter +++ Niedersachsen: Gelebte Öffentlichkeitsarbeit – Jäger schießt Katze vor den Augen der Besitzer +++ Österreich: 80jähriger Jäger schießt 25jährigen an – Geldstrafe +++

Der Extrembergsteiger und Umweltaktivist Reinhold Messner warnt im Interview mit ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) vor falscher Romantik im Umgang mit Wölfen. Messner: “Ich warne seit Jahren, dass sich Wölfe in die Nähe von Städten wagen werden. Man muss endlich wieder ein Gleichgewicht herstellen. Wölfe müssen wieder Angst vor Menschen haben, das haben sie verloren. Das geht aber nur, wenn jene Wölfe, die Schafe töten, vom Menschen entnommen werden.” Auf die Frage, ob das den Abschuss von Wölfen bedeuten würde, antwortet Messner: “Ja, gezielt abschießen, aber die EU verbietet das ja. Man kann sie nicht einfangen und in einen Tierpark bringen, das funktioniert nicht. Auch können wir die Schafe nicht ständig hinter doppelte Zäune sperren. Die Wölfe sind Jäger. Sie richten ihre Opfer fürchterlich her, bringen auch zehn um, nur um die Innereien von einem Schaf zu fressen.”

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Sachsen: “Keinesfalls zu viel Rotwild, aber falsche Bejagung”

Prof. Herzog: “Wenn wir so weitermachen wie bisher, jagen wir in 20 Jahren nicht mehr.”

Ein Gutachten des Wildökologen Prof. Dr. Dr. Sven Herzog von der TU Dresden stützt einem Bericht der Freien Presse (FP)  zufolge die von der Hegegemeinschaft Erzgebirge gegen den Sachsenforst erhobenen Vorwürfe. Demnach gebe es “keinesfalls zu viel Rotwild” in den Wäldern Sachsens, es werde jedoch falsch bejagt. Herzog kritisiere zu hohen Jagddruck, heißt es in der FP, durch Drückjagden im Januar und die Jagd in Wiesengebieten werde das Rotwild überhaupt erst aus seinem Lebensraum in den Wald gedrängt. Schälschäden seien die Folge einer falschen Bejagung. Der Sachsenforst steht auch wegen weiterer fragwürdiger Jagdmethoden in der Kritik, so wurden 2017 Anzeigen wegen angeblicher Drückjagden erstattet (JAWINA berichtete). Sachsenforst und das Landratsamt haben sich der Mitarbeit an der Herzog-Studie der FP zufolge verweigert, was massive Zweifel an der Bereitschaft der Forstpartie aufkommen lässt, Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse überhaupt zur Kenntnis zu nehmen und eine mit zäher Borniertheit verteidigte Jagdideologie zu überdenken.

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Österreich: Bejagung von Rabenvögeln in Kärnten kann fortgesetzt werden

LR Gruber: Neue Verordnung zur Verkürzung der Schonzeit beschlossen – Ziel ist Reduktion der Population auf eine tragbare Zahl für die Landwirtschaft

Aaskrähen, Eichelhäher und Elster – die so genannten Rabenvögel – zählen laut Kärntner Jagdgesetz zu den ganzjährig geschonten Tierarten. Aufgrund der andauernd hohen Schäden, die durch sie vor allem in der Landwirtschaft verursacht wurden, hat das Land Kärnten 2010 damit begonnen, die Schonzeit für die Rabenvögel zu verkürzen. Das teilt die Landesregierung Kärnten mit. Auf der Internetseite der Landesregierung heißt es dazu weiter: “Mittels Verordnungen, die jeweils auf die Dauer von zwei Jahren beschränkt waren, wurde die Bejagung ermöglicht, um die Bestände deutlich zu reduzieren. Mit 15. Juli 2018 tritt die aktuell geltende Verordnung nun außer Kraft, weshalb eine gesetzliche Neuregelung notwendig wurde.

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Bundesregierung beschliesst Maßnahmen zur ASP-Prophylaxe

Verstärkte Bejagung durch andere Personen als den Jagdausübungsberechtigten” kann im Seuchenfall angeordnet werden

Die Bundesregierung hat in ihrer Sitzung vom 06.06. den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und des Bundesjagdgesetzes beschlossen.

Dazu erklärt die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner:

“Ziel ist es, im Fall eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest, schnell Maßnahmen ergreifen zu können, um eine Verbreitung zu verhindern. Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft und für sie tödlich sein kann. Für den Menschen ist sie ungefährlich. Bisher gibt es noch keinen Fall in Deutschland. Es besteht allerdings nach wie vor die Gefahr, dass die Krankheit nach Deutschland eingeschleppt wird. Dies hätte, neben den Auswirkungen auf die Tiere, schwere wirtschaftliche Folgen. Deshalb steht Prävention für mich an erster Stelle. Hier ist insbesondere Aufklärung gefragt, denn es sind vor allem Menschen, die einer Seuchenverbreitung Vorschub leisten, indem sie zum Beispiel Speisereste mit ASP-kontaminierten Schweinefleischerzeugnissen unachtsam entsorgen – eine Infektionsquelle für Wildschweine. Deshalb haben wir eine mehrsprachige Aufklärungskampagne gestartet. Hier informieren wir online und mit Flyern und Plakaten an Tank- und Rastplätzen.

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DJV fordert Stärkung der Bejagung invasiver Prädatoren

Der DJV stellt anlässlich der Umweltministerkonferenz ein 5-Punkte-Papier vor: Die Jagd auf invasive Arten mit Falle und Waffe ist wirkungsvoll und tierschutzgerecht. Absurde Kastrationspläne der Tierschutzlobby für den Waschbär haben in Managementplänen keinen Platz.

Eingeschleppte Arten wie Waschbär, Mink oder Marderhund bedrohen die heimische Artenvielfalt und sollen nach EU-Vorgaben reduziert werden. Anlässlich der in dieser Woche stattfindenen Umweltministerkonferenz fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) von der Politik ein wissensbasiertes und praxisorientiertes Vorgehen bei der Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten. Dies kann nur auf Basis bundeseinheitlicher Standards gelingen, da Tiere keine Ländergrenzen kennen. Der DJV hat heute dazu ein 5-Punkte-Papier vorgelegt. Demnach ist die Jagd mit Falle und Waffe das wirkungsvollste tierschutzgerechte Instrument, um die Ausbreitung von Waschbär, Marderhund, Mink und Co. einzudämmen. Die Jagd auf diese Tiere sollte laut DJV vereinfacht werden: Keine Verbote in Siedlungs- und Schutzgebieten und keine Schonzeiten. Der Elterntierschutz muss allerdings erhalten bleiben.

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Schweiz: Erleichterter Abschuss von Wolf, Luchs, Schwan und Biber

In der Schweiz steht die Novellierung des Jagdgesetzes an, diskutiert wird vor allem über die Herabsetzung des Schutzstatus und den in Folge erleichterten Abschuss von bislang streng geschützten Tierarten. Dabei geht es, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, in erster Linie um den Wolf, dessen Bestand auch in der Schweiz ansteigt und eine zunehmende Zahl von Nutztierrissen (ca. 150 pro Jahr) zur Folge hat. Vier Wolfsrudel, insgesamt etwa 40 bis 50 Tiere, soll es laut NZZ aktuell in der Schweiz geben. In der Schweiz sind Abschüsse von Wölfen möglich und wurden in des Vergangenheit auch schon mehrfach bewilligt, wenn ein Wolf eine bestimmte Zahl von Nutztieren gerissen hat. Dem Schafzüchterverband reicht das nicht, er fordert eine Neuverhandlung des Schutzstatus, damit Wölfe “unbürokratisch reguliert” werden können.

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Gemeinsame Presseerklärung zum Aktionsplan Wolf: Rückkehr des Wolfes geht nur mit Akzeptanz und Regulierung

Breites Verbändebündnis legt zur Umweltministerkonferenz Aktionsplan Wolf vor

Die zunehmende Ausbreitung des Wolfes in Deutschland führt im ländlichen Raum zu wachsenden Konflikten und stellt gleichzeitig die Haltung von Weidetieren grundsätzlich in Frage. Anlässlich der Umweltministerkonferenz vom 6. bis 8. Juni 2018 in Bremen legt daher ein breites Bündnis von 18 Verbänden des ländlichen Raums – das Aktionsbündnis Forum Natur und die Verbände der Weidetierhalter – einen gemeinsamen Aktionsplan Wolf vor. Gemeinsam fordern die Verbände von den Umweltministern von Bund und Ländern, dass der Schutz des Menschen eindeutig Priorität vor der Ausbreitung des Wolfes in Deutschland haben und die Weidetierhaltung flächendeckend möglich bleiben muss. Es sei nicht länger vertretbar, der Bevölkerung und den betroffenen Tierhaltern mit bewusst kleingerechneten Wolfsbeständen die realen Verhältnisse in Deutschland vorzuenthalten. Die Verbände gehen davon aus, dass in Deutschland im Jahr 2018 eine Wolfspopulation von über 1.000 Tieren lebe und die Population jährlich um über 30 Prozent exponentiell wachse.

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Gemeinsamer Aktionsplan Wolf: Verbände fordern Regulierung

“Regulierung des Wolfes zum Schutz der Weidetierhaltung erforderlich”

Die im Aktionsbündnis Forum Natur zusammengeschlossenen Verbände haben einen “Gemeinsamen Aktionsplan Wolf (GAW)” vorgelegt, in dem unter anderem Maßnahmen gegen die weitere uneingeschränkte Ausbreitung des Wolfs gefordert werden. “Der Wolf als Bestandteil der biologischen Vielfalt Deutschlands stellt eine enorme Herausforderung dar. Das Zusammenleben kann nur dort dauerhaft gelingen, wo hierfür die Akzeptanz in der Gesellschaft und vor allem auch im ländlichen Raum vorhanden ist”, heißt es im GAW: Und weiter: “Die zunehmende Ausbreitung des Wolfes in Deutschland führt im ländlichen Raum zu wachsenden Konflikten und stellt gleichzeitig die Haltung von Weidetieren grundsätzlich in Frage. Die Verbände des Aktionsbündnisses Forum Natur und die Verbände der Weidetierhalter fordern, dass der Schutz des Menschen eindeutig Priorität vor der Ausbreitung des Wolfes in Deutschland haben und die Weidetierhaltung flächendeckend möglich bleiben muss.

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Schweiz: Weniger Schutz für Wölfe

Umweltkommission will Abschüsse ermöglichen, auch wenn die Wölfe zuvor keine großen Schäden angerichtet haben – Schutzmaßnahmen sollen nicht mehr verpflichtend sein – Biber und Luchs in Bestandesregulierung aufgenommen

Die Umweltkommission im Schweizer Parlament hat die Detailberatung zur Änderung des Jagdgesetzes (17.052) abgeschlossen und der Vorlage mit 6 zu 4 Stimmen zugestimmt. An der Liste der geschützten Tiere (gemäß Berner Konvention) werden keine Änderungen vorgenommen. Im Kernstück der Vorlage, dem Artikel 7a, soll hingegen die Regulierung des Bestandes von gewissen geschützten Tierarten neu gehandhabt werden. Mit der Umsetzung der Motion (Mo.) 14.3151 «Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung» sollen gemäß der Vorlage des Bundesrates neu auch Wolfbestände regulierbar sein, damit ein großer Schaden oder eine Gefährdung von Menschen verhindert werden kann. Eine Mehrheit der Kommission will nun weitergehen als der Bundesrat vorschlägt. Mit 6 zu 5 Stimmen hat sie beschlossen, die Bedingungen für einen regulierenden Eingriff in den Bestand etwas milder auszugestalten: Der Begriff des «großen» Schadens soll aus Absatz 2 gestrichen werden und Schutzmaßnahmen sollen nicht mehr absolute Pflicht sein.

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LJV Hessen: Kein “schwangeres” Wild bejagen

Landesjagdverband appelliert an HessenForst Rotwild im Lebensraum zu lenken und tierschutzgerecht zu bejagen

In einem Fernsehbericht vom 19. März 2018 beklagt HessenForst im Forstbetrieb Frankenberg eine jährliche Beschädigung der Fichten in Höhe von 3 %. Nach dem Bericht des Hessischen Rundfunks soll es bereits ab Mai wieder „große Treibjagden“ geben, „damit sich der Wald langsam erholen und gesund nachwachsen kann.“

„Gerade im Mai sind Rot- und Rehwild hochträchtig. Die ersten Rotwildkälber werden bereits Ende Mai geboren. Es kann nicht sein, dass schwangere Rotwildkühe bei Treibjagden durch den Wald gehetzt werden, gerade in der Zeit, wo sie dringend Ruhe benötigen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen. Statt großer Treibjagden im Mai, gilt es das Wild gezielt durch Ruhe und Nahrung zu „lenken“.

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Otte-Kinast: Wie man Wölfe erzieht

+++ Sachsen: Räude – Toter Wolf im Pferdestall +++ Brandenburg: Wolf reißt trächtiges Mutterschaf +++

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) begann ihre Rede beim Schwaneweder Kreisjägertag mit einem Seitenhieb auf ihren Amtsvorgänger: Bei “so einem Vorgänger” – angesprochen fühlen darf sich der Grüne Christian Meyer – sei der Redebedarf mit den Verbänden groß. Die “wahren Grünen”, seien ohnehin die Jäger, stellte Otte-Kinast fest, denn sie erhielten die Kulturlandschaft, wie sie ist. Kein Wunder, dass die Ministerin von den Jägern “mit stehenden Ovationen” verabschiedet wurde, wie der Weserreport berichtet. Als Beispiel für Pflege und Erhalt der Kulturlandschaft durch Jäger führte die Ministerin die intensive Bejagung der Nutrias an, die in Niedersachsen massive Schäden an Deichen anrichten: Während die Streckenliste für den Kreis Osterholz im Jagdjahr 2013/14 nur ein einziges Nutria verzeichne, sei die Strecke 2016/17 schon auf 282 und 2017/18 bereits auf 400 der invasiven Nager angewachsen, so der Weser-Kurier.

Otte-Kinast appellierte an die Jäger, einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch intensive Bejagung der Wildschweine vorzubeugen und kündigte an, dies durch Änderung des Jagdgesetzes erleichtern zu wollen. Die Verbraucher forderte die Ministerin auf, mehr Wildschweinfleisch zu essen. Sie selbst gehe mit gutem Beispiel voran, indem sie angeordnet habe, in der Kantine des Ministeriums jeden Mittwoch ein Wildschweingericht auf der Speisekarte stehen solle, wie der Weserreport berichtet.

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Südtirol: Petition fordert Senkung des Schutzstatus von Wölfen

Der Südtiroler Politiker (SVP) und Landtagsabgeordnete Arnold Schuler hat eine Petition gestartet, in der die EU aufgefordert wird, den Schutzstatus der Wölfe zu senken und eine geregelte Entnahme zu ermöglichen. Im Petitionstext heißt es:

Wir fordern:

auf EU-Ebene, dass unverzüglich Maßnahmen getroffen werden, um den Schutzstatus des Wolfes zu senken;

auf nationaler Ebene, dass unverzüglich Maßnahmen getroffen werden, im Rahmen der EU-Richtlinien die geregelte Entnahme von Wölfen in Südtirol zu ermöglichen.

Begründung:

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Schwarzwildbejagung: DJV stellt 6-Punkte-Katalog für Vereinfachungen vor

Anlässlich der heutigen “Nationalen ASP-Präventionskonferenz” im Bundeslandwirtschaftsministerium stellt der DJV seine Forderungen für eine Vereinfachung der Wildschweinjagd vor.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat für heute Vertreter aus Forschung, Ministerien und Jagd nach Berlin geladen zur “Nationalen ASP-Präventionskonferenz”. Der Deutsche Jagdverband (DJV) weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass eine Einschleppung des Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch verstärkte Jagd allein nicht verhindert werden kann. Vielmehr müssen insbesondere Fernfahrer aus europäischen Risikogebieten stärker kontrolliert werden, ebenso wie Raststätten entlang von Transitstrecken: Laut Experten haben achtlos weggeworfene Reste von verseuchter Rohwurst maßgeblich zur bisherigen Verbreitung der ASP beigetragen, Sprünge von mehreren 100 Kilometern in kürzester Zeit sind dokumentiert. Im Sinne der Prävention hält der DJV eine weitere Reduzierung der Wildschweinbestände für notwendig: Sollte das ASP-Virus den Sprung nach Deutschland schaffen, wäre dann zumindest die natürliche Ausbreitung reduziert. Diese beträgt etwa 20 Kilometer pro Jahr.

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Die Sau als Sündenbock

Zunehmend regt sich Kritik an der beabsichtigten Dezimierung der Wildschweine zwecks Eindämmung der ASP-Gefahr – und an den fragwürdigen Methoden, die dabei zur Anwendung kommen sollen.

Wenn es ans Eingemachte – also ums Geld – geht, scheinen bei manchen Zeitgenossen alle Hemmungen zu fallen. Um der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorzubeugen werden Forderungen laut, die in ihrer Gesamtheit nur Entsetzen hervorrufen können. Es ist sicherlich geboten und sinnvoll, die ohnehin überhöhte Wildschweindichte abzusenken – nicht nur wegen der ASP, sondern auch wegen der Wildschäden und den ökologischen Auswirkungen, die die gewaltige Vermehrung der Schwarzkittel hat. Abschussprämien für Wildschweine, wie sie in Brandenburg gezahlt werden, oder die Reduzierung der Gebühr für Trichinenuntersuchungen stellen sinn- und wirkungsvolle Unterstützungsmaßnahmen und Gesten der Anerkennung für die Bemühungen der Jäger dar, insbesondere angesichts zunehmender Schwierigkeiten bei der Vermarktung des Wildschweinfleischs. Die Forderung des Bauernverbands, 70 Prozent der Wildschweinpopulation abzuschießen, lässt einen mittelgradigen Realitätsverlust bei den Bauernfunktionären befürchten – und im Gegenzug die Forderung laut werden, die durch industrielle Massentierhaltung verursachten Probleme doch vielleicht lieber direkt an der Quelle – bei den Massentierhaltern selbst – zu bekämpfen.

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Petition fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Heute ist eine bereits im September an den Bundestag gerichtete Petition zur Unterzeichnung / Mitzeichnung freigegeben worden. Darauf weist Mario Borchert hin, der als unabhängiger Direktkandidat bei der Bundestagswahl 2017 im Brandenburger Wahlkreis 56 (Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Havelland) antrat. Bis zum 31. Januar 2018 müssen 50.000 Bürger die Petition zeichnen, damit der Bundestag gezwungen ist, sich dazu zu äußern.

Inhalt der Petition und Antrag zur Beschlussfassung im Deutschen Bundestag:

1 Der Bundestag möge beschließen, dass die Tierart Wolf in das Bundesjagdgesetz (BJagdG) aufgenommen wird und gemäß § 2 Abs.1. BJagdG als jagdbare Wildart dem Jagdrecht unterliegt.

2 Der Bundestag möge beschließen, dass der zuständige Fachausschuss ein Gutachten zum günstigen Erhaltungszustand der Wildart Wolf beauftragt, welches die Wolfsbestände der Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern populationsübergreifend wildbiologisch beurteilt.

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Brandenburg: Verbot von künstlichen Lichtquellen soll ausgesetzt werden

Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) hat den Entwurf einer Allgemeinverfügung vorgelegt, mit dem das Verbot der Verwendung künstlicher Lichtquellen bei der Bejagung von Schwarzwild zeitweise außer Kraft gesetzt werden soll. Einen entsprechenden Schritt gab das Ministerium am 6. November bekannt. In dem Entwurf der Verfügung heißt es: “Zur Erlegung von Schwarzwild wird gemäß § 26 Absatz 2 des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg (BbgJagdG) eine Ausnahme vom Verbot der Verwendung von künstlichen Lichtquellen (allgemein gebräuchlichen Taschenlampen oder [Hand-]Scheinwerfern) gemäß § 19 Absatz 1 Nummer 5a des Bundesjagd-gesetzes (BJagdG) für alle Jagdbezirke in Brandenburg zugelassen.”

Die Verfügung soll zunächst bis 31. März 2021 befristet sein. Anlass ist die drohende Gefahr eines ASP-Ausbruchs. Die Allgemeinverfügung wird voraussichtlich am 29. November 2017 im Amtsblatt für Brandenburg veröffentlicht werden.

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EU-Parlament stimmt für flexibleres Naturschutzrecht

Schutzstatus von Arten, die einen günstigen Erhaltungszustand erreicht haben, soll geändert werden – Management von Großprädatoren wie Wölfen wird damit ermöglicht

Mit einer überwältigenden Mehrheit von 612 Ja- gegen 33 Nein-Stimmen hat das Europäische Parlament gestern den Aktionsplan für Natur, Menschen und Wirtschaft (Action plan for nature, people and economy) angenommen. Der Aktionsplan ist Teil des sogenannten “Fitness-Checks” der EU-Naturschutzgesetzgebung, die in den vergangenen Monaten die EU-Institutionen beschäftigte. Der Dachverband der europäischen Jagdverbände, FACE, wertet die Abstimmung als Entscheidung für eine pragmatischere Herangehensweise der EU an den Naturschutz.

In dem Antrag heißt es unter Punkt 35: [Das EU-Parlament] stellt fest, dass Spezies, die in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie als besonders schutzbedürftig aufgeführt sind, in einigen Regionen Europas einen günstigen Erhaltungszustand erreicht haben und so andere Wild- und Haustiere gefährden, wodurch das natürliche Gleichgewicht des Ökosystems gestört wird, [das EU-Parlament] ruft die EU-Kommission auf, eine Bewertungsprozedur zu entwickeln, um zu ermöglichen, dass der Schutzstatus von Spezies in bestimmten Regionen angepasst werden kann, sobald der gewünschte Erhaltungszustand erreicht ist.

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Backhaus fordert “klare Bewirtschaftungsmöglichkeiten” für Kormoran

Der Landwirtschafts- und Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus (SPD), fordert die Bundesregierung auf, „klare Bewirtschaftungsmöglichkeiten“  für die Kormoranpopulation aufzuzeigen.  “Der gute Erhaltungszustand ist meiner Meinung nach längst erreicht. Das belegen die wissenschaftlich fundierten Bestandserhebungen“, sagte der Minister im Landtag. Eine  Bewirtschaftung des Kormoranbestandes könne aber nur durchgesetzt werden, „wenn sich die Bundesregierung endlich erfolgreich bei der EU-Kommission für die Zuordnung des Kormorans zu Anhang II der Vogelschutzrichtlinie einsetzt“.

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M-V: Backhaus verteidigt Zehn-Punkte-Programm gegen Wildschweine und Jagdrechtsanpassung

Nachdem einige Jäger in Mecklenburg-Vorpommern dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium des Landes die Gefolgschaft bei der Eindämmung der Wildschweinpopulation wegen eines zu befürchtenden ASP-Ausbruchs verweigern, hat Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) die Maßnahmen verteidigt: „Die angekündigten Maßnahmen zur Reduzierung des Schwarzwildbestandes im Land sind nicht Ausdruck einer aufgeheizten Hysterie, sondern angesichts des unvorstellbaren Schadenspotenzials der Afrikanischen Schweinepest unumgänglich.“ Das sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus gestern im Schweriner Landtag. Der Minister verwies auf einen jährlichen Zuwachs an Wildschweinen von 200 bis 300 Prozent gegenüber dem Frühjahrsbestand. Schwarzwild gilt als potenzieller Überträger der Afrikanischen Schweinepest ASP, gegen die noch kein wirksamer Impfstoff auf dem Markt ist. Die Krankheit war 2017 in die drei baltischen Staaten und Polen vorgedrungen; die Zahl der Ausbrüche bei Wild- und Hausschweinen in den betroffenen Gebieten der Ukraine, im Baltikum, in Polen, Tschechien und Rumänien hatte sich mit 2632 Fällen gegenüber 2016 mehr als verdoppelt.

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Backhaus: Wölfe haben maximale Populationsgröße erreicht

+++ Stadtjäger schießen neun Sauen im Hamburger Stadtgebiet +++

Der Umwelt- und Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus (SPD) hat gestern beim deutsch-polnischen Bauerntag in Pasewalk erklärt, dass die Wolfspopulation in Deutschland die angestrebte Bestandsgröße von 1000 Tieren bereits erreicht habe. Es gebe in Deutschland 62 bis 64 Rudel, damit sei ein der gemäß der FFH-Richtlinie der EU geforderte günstige Erhaltungszustand gegeben. In Polen gebe es nochmals 62 Wolfsrudel. Der Wolf solle, wie in Schweden, Estland, Russland und Frankreich auch, regulär bewirtschaftet, d.h. bejagt werden. Der Wolfsbestand steige jährlich um 30 Prozent an, so Backhaus. Er erwarte “konkrete Antworten” auf der Umweltministerkonferenz, die ab 16. November in Potsdam stattfindet. Es müsse geklärt werden, was günstiger Erhaltungszustand bedeute und wie mit Problemwölfen umgegangen werden solle. Sollte es auf diese Fragen keine zufriedenstellenden Antworten geben, so werde Mecklenburg-Vorpommern eigenständige Lösungen anstreben.

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Hessen: Elstern attackieren Rinder

Nicht mal bei Elstern ist es mit der angeblich “natürlichen Scheu” noch weit her: In der Gemeinde Knüllwald im hessischen Schwalm-Eder-Kreis hat ein Schwarm Elstern über Wochen eine Rinderherde attackiert und mehrere Tiere schwer verletzt. Die Vögel landen auf den Mutterkühen und picken das rohe Fleisch aus den Eutern der Tiere, berichtet die Hessische Niedersächsische Allgemeine (HNA). Eine Kuh wurde so schwer verletzt, dass sie geschlachtet werden musste. Ihr Euter sei von Wunden derart übersät gewesen, dass sie ihr Kalb vor Schmerzen nicht mehr säugen konnte. Der Landwirt und Besitzer der Kühe wandte sich an diverse Ämter und Behörden, schrieb E-Mails und versandte Fotos von bluüberströmten Eutern. Lange wollte ihm niemand glauben, statt Hilfe erhielt er dann gute Ratschläge von den Behörden – er solle doch einen Falkner engagieren (doch der Falkner lehnte den Auftrag als wenig erfolgversprechend ab) – dann wies, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, das Veterinäramt den Bauern an, dass er seine Kühe einstallen solle. Allerdings, so die HNA, nimmt der Landwirt mit seinen Kühen an einem Grünlandprogramm teil – und hat gar keinen Stall.

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Tschechien: Wegen ASP – Polizei-Scharfschützen jagen Wildschweine

16 mit Wärmebildkameras und Nachtsichtgeräten ausgerüstete Präzisionsschützen der tschechischen Polizei beteiligen sich an der Dezimierung des Schwarzwilds im Südosten des Landes, wo die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen ist. Die Scharfschützen hätten bereits 38 Stück Schwarzwild erlegt, meldete die tschechische Nachrichtenagentur CTK. Die erlegten Sauen seien zur Untersuchung auf das ASP-Virus in ein Labor transportiert worden. Die Spezialkräfte würden vor allem nachts den Wildschweinen nachstellen, hieß es. Aufgrund ihrer Ausrüstung und ihrer technischen Ausstattung seien sie in der Lage, auch in der Dunkelheit auf weite Entfernungen Ziele sicher zu treffen. Der Einsatz soll noch bis Ende Januar fortgeführt werden. red.

Beitragsbild: Wildschwein (Archivbild). Foto: SE

Niedersachsen: CDU fordert strikte Begrenzung der Wolfspopulation

Oesterhelweg: “Wolf gehört nicht ins Cuxland”

Nach Gesprächen mit zahlreichen Weidetierhaltern und Deich-Verantwortlichen aus dem Cuxland wirft der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Frank Oesterhelweg, Umweltminister Wenzel vor, die Sorgen der Menschen im Zusammenhang mit den zunehmenden Wolfsrissen noch immer nicht ernst zu nehmen. „Mittlerweile macht der Wolf auch vor tragenden Rindern nicht mehr Halt. Die empfohlenen Schutzmaßnahmen an den Deichen verhallen wirkungslos, und Nutztierrisse werden auch nach mehreren Monaten nicht entschädigt. Das Versprechen der rot-grünen Landesregierung, den Betroffenen schnell und unbürokratisch helfen zu wollen, ist eine politische Mär. Während Minister Wenzel das Problem klein redet, gehen Frauen und Kinder aus Angst vor Wölfen nicht mehr allein in die Gemarkung – das ist die Realität im Cuxland.“

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Frankfurt: Tierrechtler zeigen Nilgans-Jäger an

+++ Niedersachsen: Goldenstedter Wölfe reißen zwei Kälber und vier Stück Damwild in gesicherten Gehegen +++

Die militante Tierrechtler-Organisation Peta hat Anzeige gegen einen Jäger erstattet, der im Auftrag der Behörden und mit einer amtlichen Sondergenehmigung versehen Nilgänse im Frankfurter Brentano-Bad bejagt. Die Gänsepopulation in dem Freizeitbad verkotet Wiesen und Gewässer. Weil Salmonellen im Kot der Tiere nachgewiesen wurden, Gesundheitsgefahren befürchtet wurden und andere Vergrämungsmethoden erfolglos waren, wurde die Bejagung beschlossen. Peta meint jedoch, dass es einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstelle, Gänse zu töten, weil sie zu viel Kot hinterließen, wie die hessenschau.de berichtet. Dies stelle keinen “vernünftigen Grund” dar, der nach dem Tierschutzgesetz zur Tötung eines Wirbeltiers erforderlich sei. Nicht nur gegen den Jäger, sondern auch gegen die zuständige Jagdbehörde wurde Anzeige erstattet. Der betroffene Jäger sagte gegenüber hessenschau.de, dass er von der Anzeige aus den Medien erfahren habe und die Sache gelassen sehe: Jagd produziere hochwertiges Wildbret, die im Brentanobad erlegten Gänse habe er zum Teil selbst verspeist. SE

Beitragsbild: Gänse – es gibt mehr als genug davon. Foto: SE

Mecklenburg-Vorpommern: CDU und SPD fordern Obergrenze – für Wölfe

+++ Brandenburg: Elch in Templin narkotisiert +++ Zu einem – angesichts der Konflikte erstaunlichen – Ergebnis kommt eine WWF-Umfrage: Österreicher sehen Wolf angeblich positiv +++

Die Landtagsfraktionen von CDU und SPD in Mecklenburg-Vorpommern werden diese Woche einen Antrag im Landtag einbringen, der eine Begrenzung der Wolfspopulation in dem Bundesland fordert. Außerdem soll der Abschuss von Problemwölfen erleichtert werden. Die Landtagsabgeordnete Beate Schlupp (CDU) sagte gegenüber der Ostsee-Zeitung, es sei nötig, die Wolfspopulationen in Deutschland, Polen und dem Baltikum “zusammen zu betrachten”. Es sei davon auszugehen, dass diese Populationen “mittlerweile verschmolzen” seien. Damit wäre hohe Schutzstatus nicht mehr erforderlich und eine Regulierung des Wolfsbestandes möglich. Es brauche 250 Wölfe in Deutschland, um von einem gesicherten Bestand auszugehen, erklärte Schlupp, alle “über diese Obergrenze hinausgehenden Tiere könnten zur Bejagung freigegeben werden.” Eine Sprecherin des Naturschutzvereins BUND wies die Forderung nach einer Obergrenze gegenüber der Ostseezeitung zurück: Man müsse lernen, mit dem Wolf zu leben. SE

Beitragsbild: Beate Schlupp (CDU). Quelle: CDU MV

LJVB: “Der Wolf darf nicht das „goldene Kalb“ sein”

Der Landesjagdverband Brandenburg e.V. (LJVB) geht mit klaren Forderungen in die Fachgespräche zum Wolfsmanagement.

Der Landtagsausschuss für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hat für den morgigen Mittwoch zu einem Fachgespräch „Wolfsmanagement“ eingeladen. Auch der LJVB ist als ein Anzuhörender dazu geladen. Der Geschäftsführer des LJVB, Matthias Schannwell, wird den Standpunkt der Jägerinnen und Jäger Brandenburgs vertreten. „Brandenburg ist flächendeckend Wolfsland. Der Süden ist komplett von Wölfen besiedelt und über die Kyritz-Ruppiner Heide breitet sich Canis lupus weiter unbegrenzt Richtung Norden und Nordwesten aus. Schätzungen besagen, dass sich die Wolfspopulation alle drei Jahre verdoppelt.“, so Schannwell. Die damit verbundenen Probleme drohen unbeherrschbar zu werden. Der Wolfsbestand muss reguliert werden. Dies kann aus Sicht des LJVB nur über die ordnungsgemäße Jagd erfolgen. Das heißt: Senkung des Schutzstatus, Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und Festlegung einer Jagdzeit. Ziel muss es sein, dass die Wölfe wieder eine natürliche Scheu gegenüber dem Menschen und seinen Einrichtungen entwickeln, die dann an die nächste Generation weitergegeben wird. Eine relativ schnell umsetzbare Alternative wären Schutzjagden nach dem skandinavischen Beispiel. Das würde die Tierhalter kurzfristig entlasten.

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Elche jagen, um Karibus zu schützen?

Ein Team von Wildbiologen von der Universität Alberta in Kanada hat in einem Experiment die Wirksamkeit einer ungewöhnlichen Artenschutz-Taktik unter Beweis gestellt: In dem von Robert Serrouya​, Bruce N. McLellan, Harry van Oort, Garth Mowat, Stan Boutin im Online-Wissenschaftsjournal PeerJ veröffentlichten Aufsatz “Experimental moose reduction lowers wolf density and stops decline of endangered caribou” geht es um die gefährdete Population von Bergkaribus (Wildren, woodland caribou, Rangifer tarandus) in der kanadischen Provinz British Columbia. Der übliche Ansatz besteht darin, die Wolfspopulation in dem Gebiet zu bekämpfen, da Wölfe, wie andere Studien zeigten, jährlich 10 bis 15 Prozent einer Karibu-Population töten. Doch diese Maßnahmen zeigten jeweils nur einen saisonal und örtlich beschränkten Erfolg, vermutlich weil es gerade in den abgelegenen Regionen im Gebirgsregenwald, in denen das Wildren beheimatet ist, nicht möglich ist, die Wolfspopulation ausreichend stark zu dezimieren. Wolfsmanagement bekämpfe das Symptom, erklärte Studienautor Dr. Robert Serrouya gegenüber der New York Times, “wir haben versucht, die Ursache anzugehen.”

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Bayern: LBV fordert freiwilligen Verzicht auf Rebhuhn-Bejagung

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) appelliert an die bayerischen Jäger, freiwillig auf eine Bejagung des Rebhuhns zu verzichten. Am 1. September beginnt in Bayern die zweimonatige Jagdzeit auf das Rebhuhn. Die Zahl der früher weit verbreiteten Feldvögel ist in knapp vierzig Jahren europaweit um 94 Prozent gesunken. Hauptgrund ist die intensive Landwirtschaft, wie der LBV feststellt. In Bayern gebe es nur noch 2.300 bis 4.000 Brutpaare, so die Vogelschützer. Dennoch würden pro Saison etwa 1.300 Rebhühner geschossen.

Ein Sprecher des bayerischen Jagdverbands sagte gegenüber der Welt, man teile die Sorge des LBV um das Rebhuhn. Daher verzichteten Jäger seit Jahrzehnten auf die Bejagung in Gebieten, wo es nicht länger nachhaltig sei. Gleichwohl gebe es im Freistaat noch Rebhuhn-Bestände, die eine nachhaltige Nutzung zuließen. Dem Rebhuhn in Ebersberg oder Erding werde es wenig helfen, wenn in Kitzingen oder Würzburg weniger gejagt wird, so der Sprecher des Bayerischen Jagdverbands gegenüber der Zeitung.

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NRW: Kosten für Trichinenuntersuchung werden nur für Frischlinge von max. 20 kg erstattet

Mit einem Pilotprojektes des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) soll eine verstärkte Bejagung von Frischlingen in NRW erreicht werden (JAWINA berichtete). Dieses Projekt soll in der Jägerschaft den Anreiz erhöhen, den Bestand an Schwarzwild in NRW zu verringern. Dies ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen die afrikanische Schweinepest (ASP), die auch über die Wildschweinpopulation eingeschleppt und verbreitet werden kann. Für die Trichinenuntersuchung bei den Kommunen anfallende Gebühren werden mit maximal zehn Euro je untersuchtem Frischling gestützt. Ein entsprechender Erlass vom 11. August 2017 ist am 14. August 2017 an die zuständigen Behörden verschickt worden.

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Bundesumweltministerin: “Wolfsjagd hilft nicht gegen Nutztierrisse”

+++ Indien: 15 Menschen getötet – 50 Mann starkes Wildhüter-Team tötet aggressiven Elefanten +++ CDU-Politiker werben für Bündnis mit den Grünen +++

Nachdem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sich bereits mit der Forderung nach einer Abschussquote für Wölfe (JAWINA berichtete) hervorgewagt hat, denkt angesichts wachsender Wolfs-Skepsis in der Bevölkerung nun auch der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) über eine Bejagung von Wölfen nach, wie die Schwäbische Zeitung berichtet. Demgegenüber erteilt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Forderung nach einer Bejagung der Wölfe weiterhin eine klare Absage: Im Interview mit NWZonline erklärte sie, die Forderung nach einer Bejagung sei “rechtlich nicht haltbar.” Zudem helfe “die Jagd nun einmal nicht, Risse bei Nutztieren zu vermeiden”.  Das Ausmaß der Schäden an Nutztieren sei weder von der Größe des Wolfsbestandes noch von der Anzahl der Nutztiere in einem Gebiet abhängig. Entscheidend sei vielmehr, wie gut oder schlecht die Nutztiere geschützt seien. Außerdem kritisierte Hendricks die illegale Tötung des tot aus dem Schluchsee geborgenen Wolfs (JAWINA berichtete): Der illegale Abschuss eines Wolfs sei eine Straftat, […], es gehe nicht, “dass sich Menschen über das Gesetz erheben und damit nach Wild-West-Manier handeln.”

Abgesehen davon, dass es doch zunehmend drollig wirkt, wenn Vertreter einer Bundesregierung, die sich z.B., in der Euro- und Flüchtlingskrise seit Jahren leichthändig über geltendes Recht und geschlossene Verträge hinwegsetzt (und somit durchaus als Vorreiter und Vorbild im Handeln nach Wild-West-Manier gelten kann), an die Rechtstreue der Bevölkerung appelliert, abgesehen auch davon, dass Hendricks’ Behauptung, dass die Jagd auf Wölfe Nutztierrisse nicht vermeide, klar kontrafaktisch ist – schließlich hat die lokale Ausrottung des Wolfs in Deutschland die Anzahl der Nutztierrisse durch diese Art nachweislich auf null gesenkt – abgesehen davon bleibt die Frage bestehen, warum die Bejagung der Wölfe gegen Nutztierrisse nicht helfen soll.

Die Begründung dafür bleibt Hendricks schuldig, weshalb wir hier eine wissenschaftlich fundierte Begründung nachliefern – und damit zugleich ein schönes Beispiel für die Nutzbarmachung sorgsam selektierter wissenschaftlicher Erkenntnisse im politischen Tagesgeschäft bringen.

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Bundesagrarminister fordert Abschussquote für Wölfe

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat eine Abschussquote für Wölfe gefordert. In einem Interview mit der Samstagausgabe der Bild-Zeitung erklärte Schmidt, es gehe nicht darum, jeden einzelnen Wolf zu bekämpfen. Er gehöre zu unserem Ökosystem und habe ein Existenzrecht. “Aber wir können nicht warten, bis der Wolf zur Gefahr für  Menschen wird. Wir müssen jetzt handeln”, sagte Schmidt. Erforderlich sei ein Wolfsmanagement, um den Bestand so zu regulieren, dass der Wolf auch langfristig seinen Platz in Deutschland behalten könne.

Schmidt erklärte, “Wir kommen an den Punkt, wo wir im Rahmen der Bestandskontrolle über eine begrenzte Abschussfreigabe für Wölfe reden müssen.” In anderen Ländern gäbe es bereits Abschussquoten für Wölfe. So etwas brauche Deutschland auch. SE

Beitragsbild: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Quelle: Christian Schmidt