Schlagwort-Archive: Bayerischer Gebirgsschweißhund

Sachsen: Polizei beschlagnahmt 35 BGS

Die Polizei hat bei einer Razzia in Lauter-Bernsbach (Erzgebirgskreis) 35 Hunde der Rasse Bayerischer Gebirgsschweißhund (BGS) beschlagnahmt und auf umliegende Tierheime verteilt. Die Hunde waren bei einer Hausdurchsuchung entdeckt worden, bei der einem Bericht der Freien Presse zufolge Waffen sichergestellt werden sollten. Es habe sich sich um eine “Vollstreckungsmaßnahme im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens im Waffenrecht” gehandelt, erklärte ein Behördenvertreter gegenüber der Zeitung. Die Tochter des Justizvollzugsbeamten, bei dem die Hausdurchsuchung stattfand, soll einen Handel mit Jagdwaffen betreiben. Die Hunde waren zufällig bei der Hausdurchsuchung entdeckt worden und laut Amtstierarzt “erheblich vernachlässigt”, so ein weiterer Bericht der Freien Presse. Eine Mitarbeiterin eines Tierheims sagte, die BGS seien zwar relativ gut genährt, aber, im Verhalten aber auffällig: Sie können “so gut wie nichts” und  reagierten ängstlich auf Menschen. In dem Haus sei unbestätigten Berichten zufolge eine “Jagdhundezucht” betrieben worden.

Beitragsbild: BGS-Porträt. Foto: Robert Saemann-Ischenko

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS für den Hinweis!

Sie nennen mich Willi – ein Schweißhundwelpe erzählt

Eine Kolumne von Robert Saemann-Ischenko

14. Folge: Büchsenöffner

Neulich hat mich eine Frau aus Hamburg Büchsenöffner genannt. Keine Ahnung, was sie meint, ich habe fürs Büchsenöffnen eigentlich Personal. Also habe ich meine Freundin Melli gefragt, die ist in einem rumänischen Waisenhaus aufgewachsen und kennt das Leben. Melli sagt, der Spruch bedeutet, ich sei ein sehr hübscher Kerl, auf den die Frauen dermaßen was von abfahren würden, dass man mich gezielt einsetzen könnte, um welche kennenzulernen, und in Hamburg würden Hosen Büchsen heißen, ich wüßte schon, dass ich mir darauf aber nichts einbilden solle, sonst würde sie mich gleich mal auf den Rücken drehen und in die nächste Mistpfütze tauchen, bis ich nicht mehr wüßte wo oben und unten und ob ich Männlein oder Weiblein wäre.

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Bewertung der Diskussion um das Nachsuchewesen aus der Sicht eines BGS-Führers

Ein Gastbeitrag von Reinhard Scherr, 1. Vorsitzender des Klubs für Bayerische Gebirgsschweißhunde 1912 e.V. (KBGS)

In den letzten Wochen und Monaten wurde sehr ausführlich über das Nachsuchewesen in der Jagdpresse berichtet. Ausgelöst wurde die Berichterstattung durch die Gründung des
“Deutschen Schweißhundeverbandes”. Alle Artikel und Lesermeinungen habe ich zusammengetragen und versucht objektiv auszuwerten, um evtl. herauszufinden, wo für die traditionellen Vereine Handlungsbedarf besteht und wo man antiquierte Vereinsvorstellungen über Bord werfen kann. Aber auch um zu erkennen, an welchen Gepflogenheiten man im Sinne einer gerechten Nachsuche und zum Wohle der Jagd und des Tierschutzes unbedingt festhalten muss.

Die Schweißhunde sind ohne Zweifel angenehme, gut zu haltende Familienhunde, die bei entsprechender Führung einen hohen Grad an Spezialisierung erlangen können. Die Nachfrage stieg durch die Veränderung der jagdlichen Bedingungen, Rückgang des Niederwildes und permanenter Anstieg der Schalenwildstrecken, sprunghaft an.

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CMKCHB-Skandal: Warum die Deutschen gehen mussten

Jawina berichtete über den Rauswurf deutscher Mitglieder aus dem tschechischen Schweißhundeverband CMKCHB. Schon damals hieß es, dass der Rauswurf “auf Druck der deutschen Zuchtverbände Klub Bayerischer Gebirgsschweißhund (KBGS) und Verein Hirschmann (VH)” erfolgt sei. Infolge der Berichterstattung sind Insider an die Redaktion herangetreten, die uns weitere Informationen und Dokumente zugespielt haben, so dass wir jetzt präziser angeben können, wie die Tschechen zu dem heftig umstrittenen Schritt gebracht wurden:

Demnach wollte ein tschechischer Züchter seine tschechische HS-Hündin von dem HS-Rüden Ayk vom Gamsfleck decken lassen. Die Verpaarung wurde vom Zuchtleiter des VH zunächst genehmigt. Im März 2015 nahmen ein tschechischer Züchter und der Besitzer des Rüden Kontakt miteinander auf, Hundebesitzer und Hunde lernten sich kennen.

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Kommentar: “Sogenannte Spielregeln”

Der Jawina-Bericht über den Rausschmiss deutscher Mitglieder aus dem tschechischen Schweißhundeverband CMKCHB hat den Schweißhundeführer Dettmar Delbos veranlasst, uns einen ausführlichen Kommentar zu schreiben, den wir im folgenden ungekürzt wiedergeben.

“Wer gibt unseren in Ehren ergrauten deutschen Schweißhundeverbänden eigentlich das Recht, Verbandsmonopolismus zu betreiben? Wer gibt ihnen das Recht, festzulegen, wer welchen Hund zur Jagd führen darf und mit darüber zu bestimmen, in welchem Verband ein Jäger Mitglied sein darf, unabhängig vom Alter, Herkunft, Hautfarbe oder Geldbeutel?”

“Betr.: JAWINA „Skandal: Tschechischer Schweißhundeverband schmeisst deutsche Mitglieder raus

Sehr geehrter Herr Elison,

bitte gestatten Sie mir, dass ich zu dem oben genannten Artikel einige Gedanken äußere.
Ich bin seit vielen Jahren im Besitz eines Jagdscheins und führe einen nun fast schon 10-jährigen BGS-Rüden slowakischer Zucht, ausgestattet mit allen gültigen FCI-Papieren. Vorprüfung wurde seiner Zeit erfolgreich bestanden und die Jagdtauglichkeit durch erfolgreiche tierschutzgerechte Nachsuchen bestätigt.

Bedingt durch Eigenkündigung per 31.12.2015 war ich mehrere Jahre Mitglied im CMKCHB, dem tschechischen Schweißhundeverband. Diese Mitgliedschaft wurde angestrebt, weil eine Mitgliedschaft in den traditionellen deutschen Schweißhundeverbänden und die Aussicht jemals einen BGS/HS Welpen zu bekommen aufgrund meines Alters, Jahrgang 1950, schlichtweg unmöglich war. Die von mir betreute Gebirgs-Hochwildjagd jedoch erforderte einen Spezialisten um eine tierschutzgerechte Nachsuche sicherzustellen.

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Die Reifeprüfung: Schweiß-Spezialisten auf der Fährte

Am 30. Mai fand im Thüringer Harz die erste Vorprüfung des Schweißhundevereins Deutschland (SHVD) in diesem Jahr statt. Jawina war dabei und zeigt Impressionen von der Fährtenarbeit des Suchensiegers – und vom Drumherum. Sechs Hunde waren zur Vorprüfung angetreten, die in vielen Bundesländern als Brauchbarkeitsprüfung für die Nachsuche anerkannt ist. Suchensieger Andreas Wilkens errang mit seinem 15 Monate alten BGS Huber den ersten Preis, drei Hunde landeten im dritten Preis, zwei mussten ohne Preis nach Hause fahren (sprich: fielen durch).

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Am Anschuss. Fotos: SE

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Thüringen: SHVD wählt neuen Vorstand

Der Schweißhundeverein Deutschland e.V. (SHVD) hat auf seiner turnusmäßigen Jahreshauptversammlung, die am 31. Mai in Sophienhof im Harz (Thüringen) stattfand, einen neuen Vorstand gewählt. Zugleich feierten die Rüdemänner das 25jährige Bestehen des Vereins. Neuer 1. Vorsitzender ist Tino Fiedler, 2. Vorsitzender wurde Jörg Schubel. Zuchtwartin ist nach wie vor Dagmar Röhler-Scheler, Prüfungswart Dirk Tänzler. Die Delegierten wählten Jana Hörig zur Schriftführerin und Jens-Peter Tzschoppe zum Schatzmeister. “Bei uns kriegt jeder Jäger einen Hund, der Freude an der Hunde- und Schweißarbeit hat”, versprach Tino Fiedler in seiner Antrittsrede als 1. Vorsitzender des SHVD.

Der langjährige 1. Vorsitzende und “Gründungsinitiator” des SHVD, Klaus Richter, wurde nach 25jähriger Vereinsmitgliedschaft unter stehenden Ovationen der Mitglieder zum Ehrenmitglied ernannt. SE

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Hat sich um das Nachsuchen- und Schweißhundewesen verdient gemacht: Nach 25 Jahren im SHVD wurde der langjährige 1. Vorsitzende Klaus Richter unter den stehenden Ovationen der Mitglieder (81 von 275 waren anwesend) zum Ehrenmitglied ernannt. Foto: SE

Beitragsbild: Der neue Vorstand des SHVD (v.l.n.r): Jörg Schubel, Jens-Peter Tzschoppe, Jana Hörig, Dagmar Röhler-Scheler, Tino Fiedler, Dirk Tänzler – und Ehrenmitglied Klaus Richter.

Sie nennen mich Willi – ein Schweißhundwelpe erzählt

Eine Kolumne von Robert Saemann-Ischenko

13. Folge: Total im Hier und Jetzt

Es ist ja bekannt, dass Menschen keinen Zeitbegriff haben und total im Hier und Jetzt leben. Weiter als bis zu meiner nächsten Mahlzeit denken auch der Sergeant und seine Frau normalerweise nicht. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass sie was vorhaben. Das könnte mir natürlich an meinem kleinen haarigen Hintern vorbeigehen, nur haben die beiden leider etwas mit MIR vor.

Am Anfang waren es nur kleine Zeichen, doch die Hinweise haben sich verdichtet, und mittlerweile gibt es leider keinen Zweifel mehr: Die Menschen haben längst über meine Karriere, ja mein ganzes Leben entschieden: Man zwingt mich tatsächlich, Schweißhund zu werden. Nur wegen meiner Rasse – als würden Münsterländer im Münsterland leben und Wachtel Wachtel jagen. Tschüs Saunameister, servus Profisamenspender, ade Matratzentester und all die anderen Traumberufe – mein Lebensinhalt soll darin bestehen, zu unmöglichen Zeiten an unwirtlichen Orten Tieren hinterherzuschnüffeln, die völlig zu Recht stinksauer sind und deren größter und meist auch letzter Wunsch darin besteht, mir mein seidenweiches Fell über die Schlappohren zu ziehen.

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Eine Kolumne von Robert Saemann-Ischenko

Folge 12: Permanent im Stadium des Schlafentzugs

Mein großes Vorbild sind Löwen, weil: Die schlafen zwanzig Stunden am Tag. ZWANZIG Stunden! Das könnte ich auch, ich darf nur nicht. Weil ich ständig geweckt werde und zu Tätigkeiten gezwungen werde, die Löwen aus guten Gründen meiden: sinnlos durch Wälder laufen, sinnlos schwimmen, sinnlos vor Supermärkten warten. Das ist aber kein Grund, es nicht zu versuchen. Das mit den zwanzig Stunden, meine ich. Würden ja immerhin ungefähr vier Stunden für alles andere bleiben.

Meine Traumaufteilung für diese Zeit wäre: zwei Minuten strullern und so, zehn Minuten Dinge zerstören und/oder vergraben, drei Stunden achtundvierzig Minuten fressen.

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Eine Kolumne von Robert Saemannn-Ischenko

10. Folge: Berufliche Zukunft

Jetzt bin ich sechzehn. Nicht Jahre, nur Wochen, jedoch immerhin. Zeit, über meine berufliche Zukunft nachzudenken. Ich weiß nicht, was der Sergeant und seine Frau mit mir vorhaben, die reden zwar den ganzen Tag, aber nicht über die wichtigen Sachen, jedenfalls nicht mit mir. Aber denen werde ich das mit der Berufswahl keinesfalls überlassen, die Zeiten sind vorbei, in denen man über Hunde einfach so hinwegentschieden hat. Wir sind auch Menschen!

Ich habe ausführlich mit meinen Kumpels aus der Welpengruppe der Forchheimer Jägerschaft geredet und blicke jetzt durch. Diese ganzen kalbsgroßen Deutsch Irgendwashaar sagen, dass sie Vorstehhunde werden müssen, weil sie sonst nix beigebracht bekommen. Ein paar von denen haben richtig Angst vor der Zukunft, weil sie sagen, dass es bald nix mehr vorzustehen gibt, und sie dann umschulen müssen auf Brauereigaul oder Türsteher oder sonst was ihrer Größe Angemessenes.

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Eine Kolumne von Robert Saemannn-Ischenko

9. Folge: Gemüsescheiß im Essen

Kein schlechtes Wort über meine Heimat! Hey, liebe Familie/die Stunde hat geschlagen/es lebe Mutter Sláva!

Aber was ich hier zu fressen bekomme, das ist schon unglaublich. Fast habe ich ein schlechtes Gewissen. Am Anfang gab’s ja die selben Stinkpellets wie daheim. Getrocknete Kaninchenköttel, haben wir immer gescherzt. Nach denen gab’s andere Pellets, die haben leider weniger gestunken, aber auch okay geschmeckt.

Dann aber ging’s los: Fleisch gab’s! Von der Kuh! Von irgendjemandem in mühevoller Arbeit vorgekaut! Sie nennen es Hackfleisch, vermutlich weil es nur für Hunde ist, die in der Rudelhackordnung ganz oben stehen so wie ich. Kannte ich gar nicht, und ich muß sagen: geiles Zeug.

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Eine Kolumne von Robert Saemannn-Ischenko

6. Folge: Her mit dem Käse!

Mein Fazit der ersten Tage in diesem Deutschland: Wäre ich doch in der Slowakei geblieben!

Ich hatte sozusagen kaum meinen Koffer ausgepackt, als es schon losging. Gleich am allerersten Morgen sind wir spazierengegangen. Dachte ich jedenfalls. Das war aber kein Spaziergang, das war ein Überlandmarsch! Das waren klar über 100 Meter! Noch dazu tickt der Typ nicht ganz sauber: Hier hat’s überall 1a Wege, sogar im letzten Waldzipfel – und was macht er? Marschiert ungerührt durchs Dicke. Sogar durch die Himbeeren ist er gestiefelt, vor denen Mama uns immer gewarnt hat. Ihren Merkspruch konnten wir alle schon mit zwei Wochen aufsagen: Ein BGS geht bloß durch Beeren/wenn er sich nicht mehr kann wehren/Dornen nimmt er nur für schwarzes Wild in Kauf/sonst führt weit außenrum des Schweißis Lauf!

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Eine Kolumne von Robert Saemannn-Ischenko

4. Folge: Verdammt, das ist Gemüse!

Schon wieder eine Pause. Mann, die müssen aber auch wirklich ständig pinkeln, diese Menschen!

Ach nee, ist gar keine Pause, wir sind da, meinen die. Und dass das nun 1200 Kilometer waren. Keine Ahnung, ob das viel ist, aber fest steht auf jeden Fall: Ich habe selten so gut geschlafen!

Aber auch selten so einen Kohldampf geschoben!

Immerhin das merken die mal. Schon kommt der große Kerl mit dem Napf, in dem er mir bisher immer diese Pinscherportionen gegeben hat. Los, das muß schneller gehen! Mal schauen, was es gibt. Und vor allem, wieviel.

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Eine Kolumne von Robert Saemann-Ischenko

3. Folge: Zurücktrampen kann ich immer noch…

Gääääähn! Woah, habe ich gut geschlafen auf diesem Wunderbett. Und zwar, ohne dass ich ständig eine Pfote im Auge hatte oder einer mir genau ins Ohr schnarcht.

Oder haben die mir was gegeben? Man hört ja viel von diesen K.o.-Tropfen, und ich kenne diese Menschen hier kaum. Die hören sich nicht an, als wären sie von hier, da geht’s ja schon los. Außerdem flüstern sie immerzu, wenn ich schlafe – was die wohl zu verbergen haben?

Hm, hm, hm. Riechen tue ich allerdings keine Gefahr.

Also sind sie entweder harmlos. Oder gute Schauspieler…

Naja, ich bleibe erst mal bei ihnen und schaue, was sie mir zu bieten haben. Zurücktrampen kann ich immer noch.

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Eine Kolumne von Robert Saemann-Ischenko

2. Folge: Boah, habe ich Hunger!

Ich bin dann wohl doch eingeschlafen, glaube ich. Nicht richtig natürlich, eher so dösmäßig, schließlich halte ich den Haufen hier ja zusammen, ne. Als ich wieder aufgewacht bin, war jedenfalls Mama immer noch weg. Und die anderen Pupsis auch, wobei die mir in letzter Zeit schon ganz schön auf die Rute gegangen sind. Nie haben die mich in Frieden fressen lassen, nie durfte ich in Ruhe unsere Decke zernagen, immer kam mindestens einer dieser Rüpel und hat gestört. Ein Benehmen wie bei Terriers unterm Sofa! Ich habe denen empfohlen, mal die Vaterschaft klären zu lassen, aber das gab gleich eine Rüge von Mama, dabei stimmt’s.

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Sie nennen mich Willi – ein Schweißhundwelpe erzählt

Eine Kolumne von Robert Saemann-Ischenko

1. Folge: Weg von Mama, verdammt!

Wau, hier geht’s ja ab! Gestern abend kamen neue Menschen vorbei und haben mich besucht. Meine Geschwister schon auch, aber vor allem mich, das habe ich genau gemerkt. Die haben mich voll genau angeschaut und überall begrabbelt und ständig hochgehoben, und dazu haben sie gequietscht, als würde ihnen jemand auf die Pfoten treten. Mama fand die nett, aber Mama findet immer alle nett. Tante Jolana ist da schon kritischer, die bellt immer erst mal wie wild. Aber wenn man genau hinhört, merkt man, dass sie auch nur auf den Schoß will. Wobei es mit dem Hinhören bei den Menschen so eine Sache ist, die merken ja nicht viel. Wenn ich mit meinen sechs Schwestern und Brüdern in der Vorzeigekiste bin (Mama nennt sie immer „Catwalk“, keine Ahnung warum), wissen die Menschen nach ein paar Wuseleinheiten nicht mehr, wer wer ist, obwohl wir uns ja nun echt total unterschiedlich anhören und -riechen. Und von tiefer Nase haben diese Zweibeiner auch noch nichts gehört, das sagt ja schon alles.

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Nachsuche im Mais: Wie im Dschungel

Hundert Hektar Mais und irgendwo in der grünen Hölle ein krank geschossener und überaus schlecht gelaunter Keiler? Nachsuchen im Mais sind ein Job für Spezialisten. Nachsuchenführer Dirk Thielke verrät, worauf es dabei ankommt.

„Keiner klatscht vor Freude in die Hände, wenn er zur Nachsuche auf einen 100-Kilo-Keiler im Mais gerufen wird“, räumt auch der Brandenburger Nachsuchenführer Dirk Thielke ein. „Denn jeder dieser Einsätze kann zum Drama werden, wenn man Hunde auf die Sauen loslässt, die nicht mit deren Raffinessen vertraut sind.“ Thielke ist schwerpunktmäßig in weitem Umkreis rund um seinen Wohnort im Havelland im Einsatz und hat sich mit seinem Gespann – der neunjährigen BGS-Hündin Ronja vom Rumpelsberg und der fünfjährigen Drahthaar-Hündin Anna von der Peterhofer Heide – auf schwierigen Nachsuchen einen exzellenten Ruf erworben.

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