Schlagwort-Archive: Barbara Hendricks

Märchenstunde über Löwenschutz

DJV kritisiert Aussagen des Umweltministeriums zum Tag des Artenschutzes

Afrika ohne Löwen? Das Bundesumweltministerium verbreitet anlässlich des Weltartenschutztages ein Schreckensszenario. Eine stärkere Regulierung der legalen Trophäenjagd soll’s richten.

Zum diesjährigen Weltartenschutztag hat das Bundesumweltministerium in einer Presseerklärung das Schreckensszenario eines Afrikas ohne Löwen gezeichnet. Schuld an ihrem Rückgang seien Lebensraumzerstörung, Wilderei, Mensch-Wildtier-Konflikte sowie nicht nachhaltige Jagd. Das Ministerium feiert sich anschließend für seine Erfolge bei der stärkeren Regulierung und Kontrolle der Trophäenjagd auf Löwen. Dafür werde das Ministerium weiter kämpfen. Indem das Umweltministerium seinen Kampf gegen die nachhaltige Jagd  als seinen wichtigsten Beitrag zum Löwenschutz hervorhebt, verschleiert es nur seine eigene Ideenlosigkeit und seine ideologische Orientierung in Sachen Auslandsjagd. Dass dieses jagdpolitische Signal kurz vor der Regierungsbildung gesetzt wird, ist sicher kein Zufall, sondern erscheint wie eine Positionsbestimmung für die nächsten vier Jahre. Nach der gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesregierung ist das Landwirtschaftsministerium an Entscheidungen zu beteiligen. Eigentlich. Dies ist in der Vergangenheit oft nicht geschehen.

Weiterlesen

“Jagdrecht keine Lösung” – Gemeinsame Erklärung von BMUB und niedersächsischem Ministerpräsident zum Wolfsmanagement

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) haben eine “Gemeinsame Erklärung” zum Wolfsmanagement bzw. Wolfsschutz veröffentlicht. Darin heißt es u.a. “Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität. Wölfe, die sich Menschen gegenüber auffällig verhalten, sind zu beobachten und gegebenenfalls zu töten. Eine entsprechende Entnahme sei in Niedersachsen bereits einmal vorgenommen worden (Tötung des Wolfes MT-6). Darüber hinaus sei als letzte Konsequenz die Entnahme ganzer Rudel möglich: “Hierzu kann in letzter Konsequenz als Einzelmaßnahme auch die Entnahme eines Rudels gehören, wenn die gemeinschaftliche jagenden Individuen gelernt haben, sämtliche der empfohlenen und zumutbaren Schutzmaßnahmen zu überwinden, so- weit die übrigen Ausnahmevoraussetzungen erfüllt sind.” Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht sei “keine zielführende Aktion”, heißt es weiter.

Weiterlesen

Bundesumweltministerin: “Wolfsjagd hilft nicht gegen Nutztierrisse”

+++ Indien: 15 Menschen getötet – 50 Mann starkes Wildhüter-Team tötet aggressiven Elefanten +++ CDU-Politiker werben für Bündnis mit den Grünen +++

Nachdem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sich bereits mit der Forderung nach einer Abschussquote für Wölfe (JAWINA berichtete) hervorgewagt hat, denkt angesichts wachsender Wolfs-Skepsis in der Bevölkerung nun auch der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) über eine Bejagung von Wölfen nach, wie die Schwäbische Zeitung berichtet. Demgegenüber erteilt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Forderung nach einer Bejagung der Wölfe weiterhin eine klare Absage: Im Interview mit NWZonline erklärte sie, die Forderung nach einer Bejagung sei “rechtlich nicht haltbar.” Zudem helfe “die Jagd nun einmal nicht, Risse bei Nutztieren zu vermeiden”.  Das Ausmaß der Schäden an Nutztieren sei weder von der Größe des Wolfsbestandes noch von der Anzahl der Nutztiere in einem Gebiet abhängig. Entscheidend sei vielmehr, wie gut oder schlecht die Nutztiere geschützt seien. Außerdem kritisierte Hendricks die illegale Tötung des tot aus dem Schluchsee geborgenen Wolfs (JAWINA berichtete): Der illegale Abschuss eines Wolfs sei eine Straftat, […], es gehe nicht, “dass sich Menschen über das Gesetz erheben und damit nach Wild-West-Manier handeln.”

Abgesehen davon, dass es doch zunehmend drollig wirkt, wenn Vertreter einer Bundesregierung, die sich z.B., in der Euro- und Flüchtlingskrise seit Jahren leichthändig über geltendes Recht und geschlossene Verträge hinwegsetzt (und somit durchaus als Vorreiter und Vorbild im Handeln nach Wild-West-Manier gelten kann), an die Rechtstreue der Bevölkerung appelliert, abgesehen auch davon, dass Hendricks’ Behauptung, dass die Jagd auf Wölfe Nutztierrisse nicht vermeide, klar kontrafaktisch ist – schließlich hat die lokale Ausrottung des Wolfs in Deutschland die Anzahl der Nutztierrisse durch diese Art nachweislich auf null gesenkt – abgesehen davon bleibt die Frage bestehen, warum die Bejagung der Wölfe gegen Nutztierrisse nicht helfen soll.

Die Begründung dafür bleibt Hendricks schuldig, weshalb wir hier eine wissenschaftlich fundierte Begründung nachliefern – und damit zugleich ein schönes Beispiel für die Nutzbarmachung sorgsam selektierter wissenschaftlicher Erkenntnisse im politischen Tagesgeschäft bringen.

Weiterlesen

Deutschland: Dramatischer Insektenschwund

Seit 1982 hat sich der Bestand von Insekten in Deutschland um 80 Prozent verringert. Das geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums (BMUB) auf eine Anfrage der Grünen hervor, wie die FAZ berichtet. Ursache für den Insektenschwund ist dem BMUB zufolge die intensive Landwirtschaft: Es würden zu viele Pestizide eingesetzt und gebe zu wenig Blühstreifen und Hecken, erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Da sich keine Änderung der Situation abzeichne, werde sich die Bestandsabnahme fortsetzen. Besonders gefährdet seien Falter, Heuschrecken und Schwebfliegen, einige Arten seien vom Aussterben bedroht. Das BMUB wies auf die dramatischen Konsequenzen des Insektenschwunds hin, durch den auch die Nahrungsgrundlage vieler Vögel und Fledermäuse gefährdet sei.

Da sich diese Entwicklung erst seit 1982 abzeichnet, stellt sie für die Politik vermutlich noch “Neuland” dar, vermutlich fehlte bisher schlicht die Zeit, etwas daran zu ändern, schließlich kann niemand erwarten, dass unser riesiger und Unsummen verschlingender Apparat von Politik- und Verwaltungskräften innerhalb so weniger Jahrzehnte geeignete Maßnahmen umsetzt, wie etwa die Vergabe der vielen Milliarden an Agrarsubventionen nach ökologischen Kriterien auszurichten… SE

Beitragsbild: Falter. Foto: SE

Gemeinsame Erklärung von DJV und CIC: Politik von Umweltministerin Hendricks stoppen

Erneut hat das Bundesumweltministerium versucht, auf europäischer Ebene die Einfuhr von legalen Jagdtrophäen zu erschweren. Ohne Abstimmung innerhalb der Bundesregierung. Erfolglos, wie sich jetzt herausstellte. Bereits im Vorfeld haben Landwirtschaftsministerium sowie die EU-Direktoren für Wildtiermanagement und Jagd den Vorstoß abgelehnt.

Der deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rats zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) zeigen sich erfreut, dass ein erneuter Vorstoß von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD), die Einfuhr legaler Jagdtrophäen weiter zu erschweren, bei der EU gescheitert ist. Mit großer Mehrheit lehnten die anderen EU-Staaten ab, Trophäen nicht gefährdeter Wildarten (Anhang B) genau so zu behandeln wie die gefährdeter Tierarten und einer Einzelfallprüfung zu unterziehen.

Laut DJV und CIC ist der deutsche Vorstoß wissenschaftlich nicht begründet und führt nur zu unnötiger Bürokratie. Die Bonner Abgesandten des Bundesumweltministeriums haben derweil in Brüssel angekündigt, sich weiter für eine Erschwerung der Trophäeneinfuhr einzusetzen. DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Dirk-Henner Wellershoff sagte: „Die ständigen Versuche des Umweltministeriums, den Jagdtourismus in Afrika einzuschränken, sind ideologisch motiviert. Es ist bedauerlich, dass im SPD-geführten Umweltministerium über Jagd, Artenschutz und nachhaltige Naturnutzung ohne Einbeziehung der Betroffenen und im Sinne von Klientelinteressen entschieden wird.“

Weiterlesen

EU-Staaten lehnen Einfuhrverbot für Jagdtrophäen ab

Die Dachorganisation der europäischen Jagdverbände, FACE, äußerst sich erleichtert darüber, dass die Mehrheit der EU-Staaten die vom deutschen Bundesumweltministerium vorgeschlagenen massiven Einfuhrbeschränkungen für Jagdtrophäen nicht-bedrohter CITES-Arten (CITES Anhang B) mehrheitlich abgelehnt hat. Der deutsche Vorschlag sei von den CITES-Beauftragten der Mitgliedsstaaten vom 20. bis 21. Juni in nicht-öffentlichen Gesprächen in Brüssel diskutiert worden, so FACE in einer Pressemitteilung. Der deutsche Vorstoß sei wegen des offensichtlichen Mangels an wissenschaftlichen Belegen abgelehnt worden, so FACE. Der Vorschlag sei allem Anschein nach nur eingebracht worden, um die Tierschutz-Lobby zufrieden zu stellen, die im Mai 2017 eine entsprechende Petition an die deutsche Regierung gerichtet habe.

Weiterlesen

Umweltminister: Wolf wird nicht bejagt

Eine alte Lebensweisheit empfiehlt: “Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.” So geschehen auf der Umweltministerkonferenz (UMK), die am Freitag im brandenburgischen Bad Saarow stattfand. Greifbare Resultate waren bei den Themen Wolf und Biber nicht erzielt worden, was wohl auch keiner ernstlich erwartet hat. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) wiederholte seine Forderung nach beschränkter Abschussfreigabe von Wölfen (JAWINA berichtete), der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) drang, wie auch Bauern- und Schäferverbände, auf eine Obergrenze für die anwachsende Wolfspopulation.

Demgegenüber erteilte der Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns Till Backhaus (SPD) allen “radikalen” Lösungsvorschlägen dieser Art eine Absage: “Der Wolf ist in Deutschland willkommen”, lautete sein auf der UMK vorgetragenes Mantra. Backhaus’ Brandenburger Amtskollege Jörg Vogelsänger (SPD) pflichtete ihm bei, indem er daran erinnerte, dass der Wolf vor 150 Jahren hierzulande “brutal ausgerottet” worden sei, wozu die Menschen kein Recht gehabt hätten, wie die Lausitzer Rundschau zitiert, jetzt werde man Wege finden, mit dem Wolf zu leben. In postfaktischer (schließlich wird der Wolf in etlichen europäischen Ländern, darunter den EU-Mitgliedern Schweden, Rumänien und Slowakei regulär bejagt) Alternativlosigkeit postulierte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (ebenfalls SPD): “Der Wolf kann nicht zur Jagd freigegeben werden.” Dem apodiktischen Diktum der Bundesumweltministerin ist natürlich unbedingt zuzustimmen, sofern damit der sächsische Umweltstaatssekretär Herbert Wolf (CDU) gemeint sein sollte.

Weiterlesen

Umweltministerin lehnt “beschränkte Abschussfreigabe” von Wölfen ab

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat auf die Forderung des Bundesagrarministers Christian Schmidt (CSU) nach einer beschränkten Abschussfreigabe für Wölfe (JAWINA berichtete) reagiert. Gegenüber den Ruhr-Nachrichten erklärte die Umweltexpertin (Hendricks studierte Geschichte und Sozialwissenschaften auf Lehramt und promovierte über die Entwicklung der Margarineindustrie am unteren Niederrhein), die zuletzt mit Forderungen nach einer Elektroauto-Quote und Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge in Erscheinung getreten war, dass die Entnahme einzelner Wölfe, die immer wieder Nutztiere rissen oder sich Menschen gegenüber auffällig verhielten, “ja bereits erlaubt” sei. Die geltende Rechtslage reiche daher völlig aus, eine “wie auch immer beschränkte Abschussfreigabe” sei nicht erforderlich. SE

Weiterlesen