Schlagwort-Archive: Bären

Niederösterreich ändert Jagdgesetz, um Abschuss und Vergrämung von Wölfen zu erleichtern

Auf Antrag der Abgeordneten der Abgeordneten Schulz, Ebner, Edlinger, Hogl, Heinreichsberger und Mold vom 13. 9. wird der niederösterreichische Landtag in der kommenden Woche über eine Änderung des Landesjagdgesetzes abstimmen. Die Zustimmung zu dem Gesetzesentwurf gilt als sicher. Dabei geht es vor allem um die Ergänzung des § 100a des niederösterreichischen Landesjagdgesetzes (NOeLJG) um konkrete Handlungsbefugnisse, die Vergrämung oder Abschuss von “Großhaarraubwild” wie Luchs, Bär oder Wolf ermöglichen und beschleunigen sollen. Das öffentliche Interesse an der öffentlichen Sicherheit müsse das öffentliche Interesse am Artenschutz überwiegen, heißt es in der Begründung des Antrags. Und weiter: Da sich die bestehenden Regelungen zum Schutz von Menschen und Viehbeständen als nicht ausreichend erwiesen hätten, solle nun vor allem zum Schutz der Bevölkerung eine Präzisierung geschaffen werden. Dies solle durch eine Neufassung des § 100a geschehen. Da auch die FFH-Richtlinie Maßnahmen zum Schutz der Menschen und der öffentlichen Sicherheit zulässt, entspricht sie daher auch dieser Richtlinie. Die Antragsteller weisen darauf hin, dass es Art. 16 der FFH-Richtlinie auch gestatte, “andere öffentliche Interessen wie beispielsweise solche wirtschaftlicher Art (z.B. Tourismus) einer Interessensabwägung zu unterziehen.”

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Österreich: Steuerungsgruppe Herdenschutz und große Beutegreifer in Tirol konstituiert

+++ Niedersachsen: Ahmstorfer Jäger begeistern Kinder für die Jagd +++ Hessen: Nilgänse werden in Rüsselsheim zur Plage +++ Niedersachsen: 20 Nutriafallen an sieben Hegeringe verteilt +++ Hessen: Landwirt wegen Ausmähen von Kitzen zu 7500 Euro Geldstrafe verurteilt +++ Tschechien: Wolf nach Schafsriss in Schafsgehege im Riesengebirge entdeckt – “Gutachter”: Wolf kann Schafe nicht gerissen haben, da Gehege “zu nahe an Menschen” +++ Schweiz: Calanda-Wölfe haben Nachwuchs +++ Schleswig-Holstein: Radfahrer stirbt nach Wildunfall +++ Bayern: Kalb im Oberallgäu von Wolf gerissen? +++ Sachsen-Anhalt: Jäger tränken Wildtiere wegen Trockenheit +++ Österreich: 16 Prozent aller Füchse Im Bundesland Salzburg mit Fuchsbandwurm infiziert +++ Brandenburg: Zu wenig Spannung am Weidezaun: Schäfer wird nach Wolfsriss nicht entschädigt +++ Russland: Elch-Trophäe geklaut +++ Baden-Württemberg: Schäfer hadern mit staatlich verordneten Herdenschutzmaßnahmen im Wolfsgebiet +++

Tirol will maßgeschneiderte Maßnahmen zum Schutz der Alm- und Weidewirtschaft

Die kurz vor der Sommerpause von der Landesregierung eingesetzte Steuerungsgruppe Herdenschutz und große Beutegreifer hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie besteht aus Experten aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Veterinärwesen, Umwelt und Jagd. Zentrale Aufgabe der neu gegründeten Steuerungsgruppe ist es, zu erarbeiten, wie Herdenschutzmaßnahmen wie Behirtung, Elektrozäune oder Schutzhunde in alpinen und hochalpinen Gebieten angewendet werden können und wo bzw. wie sie überhaupt funktionieren.

„Was die rechtlichen Regelungen für die Entnahme von auffälligen Wölfen und Bären oder auch das Prozedere bei von großen Beutegreifern verursachten Rissen anlangt, sind wir in Tirol weiter als viele unserer Nachbarn. Der Schutz der Alm- und Weidewirtschaft ist uns in Tirol aber ein besonderes Anliegen. Die Präsenz von Wölfen ist gerade in der Landwirtschaft ein Riesenthema“, erklärt LHStv Josef Geisler. Dies auch deshalb, weil eine rechtliche Änderung der Schutzbestimmungen für große Beutegreifer auf europäischer und internationaler Ebene nicht realistisch scheint.

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Schweden: 12,4 Millionen Entschädigung für Raubtierschäden in 2017

Im Jahr 2017 fielen in Schweden 44 Hunde Großraubtieren zum Opfer

Der schwedische Staat zahlte im Jahr 2017 für Entschädigungen an die betroffenen Eigentümer und Notfallmaßnahmen 12,4 Millionen Schwedische Kronen (SEK, ca. 1,2 Mio. Euro). Das berichtet die schwedische Jagdseite SvenskJakt. Demnach wurden in 2017 44 Hunde von großen Raubtieren getötet oder verletzt, wobei nur die Hunde gezählt werden, die nicht zur Jagd auf die Prädatoren eingesetzt wurden: 29 Hunde wurden von Wölfen getötet, 12 von Luchsen, zwei von Bären, in einem Fall ist der Verursacher unbekannt.

Die meisten Angriffe durch Raubtiere auf Hunde ereigneten sich in der schwedischen Provinz Värmland, dort wurden zehn Hunde attackiert, neun davon von Wölfen. 2017 wurden an Entschädigungen für von geschützten Raubtieren gerissene Hunde 354.000 SEK und weitere 516.000 SEK für Präventivmaßnahmen bezahlt. Die Zahl der gerissenen und getöteten Hunde schwankt in Schweden von 1997 bis 2017 zwischen 0 und 70 Stück. SE

Beitragsbild:

 

Schweiz: Region will Herdenschutzhunde verbieten

Gemeindepräsident: “Wir haben jetzt zwei Probleme: den Wolf und die Hunde.”

In der Region Andermatt im Schweizer Kanton Uri ist eine Initiative gestartet worden, die ein Totalverbot von Herdenschutzhunden in der Gemeinde anstrebt. Anlass sind Konflikte mit Wanderern und Mountainbikern, die nach Angaben des Talammanns (Gemeindepräsidenten) Hans Regli von den Hunden verängstigt, zur Umkehr gezwungen und mitunter auch gebissen worden seien. Gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) erklärte Regli: “Solange hier Touristen nicht sicher wandern können, sondern von Herdenschutzhunden angegriffen werden, können wir nicht ruhig schlafen.”

Die Interessengemeinschaft “Keine Herdenschutzhunde” fordert ein Verbot der Herdenschutzhunde im Urserental, laut NZZ eine Fläche von 175 Quadratkilometern. Der Präsident der IG, Columban Russi, beklagte in der NZZ, dass die Hunde die Touristen von den Wegen vertreiben, die mit viel Geld unterhalten werden. Sie richteten mehr Schaden an, als sie nützten. Ein Herdenschutzexperte bestritt laut NZZ, dass es die Probleme im geschilderten Ausmaß gebe, räumte jedoch ein, dass in anderen Kantonen wegen der Herdenschutzhunde bereits Wanderwege gesperrt oder verlegt werden mussten. In Andermatt wird jetzt über Alternativen zu einem Totalverbot beraten. SE

Beitragsbild: Herdenschutzhunde. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JE für den Hinweis!

Schweiz: Braunbär im Kanton Bern gesichtet

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Junger Elchbulle bei Pasewalk – Video bei Twitter +++ Kärnten: Hund beschossen, Anzeige wegen Tierquälerei gegen Jäger +++

Im Genstal oberhalb von Innertkirchen im Schweizer Kanton Bern hat ein Jäger einen Braunbär gesichtet. Er konnte das Tier mehrere Minuten lang beobachten, wie die Nidwalder Zeitung berichtet. Das Tier habe sich unauffällig verhalten. In den vergangenen Monaten waren bereits zwei Bärensichtungen auf Kantonsgebiet gemeldet worden. Aus gegebenem Anlass hat das Berner Jagdinspekoratein ein Merkblatt “Jagen im Bärengebiet” herausgegeben. Es enthält wichtige Hinweise, was bei der Jagd im Bärengebiet zu beachten ist und steht hier zum Download bereit.

Schweiz: “Keine Jagd im Kopf”

Die acht Mitglieder einer Jagdgruppe im Val Bondasca, dem Gebiet, das von dem verheerenden Bergsturz im Bondo betroffen ist, gehen dieses Jahr nicht zur Jagd. Sie haben ihre Jagdpatente zurück nach Chur geschickt, wie das SRF berichtet. Dies geschehe zum einen aus Pietätsgründen, aber auch, weil die meisten Jäger ihre Maiensässe bei dem Unglück verloren hätten. SE

Beitragsbild: Braunbär in Alaska frisst Lachs. Autor: Steve Hillebrand, US Fish & Wildlife Service, National Digital Library, Quelle: Wikipedia

Wie man einen Bärenangriff überlebt

Die New York Times hat einen (weiteren) instruktiven Ratgeber-Artikel veröffentlicht, der sich dem Thema widmet, wie man eine Bärenbegegnung überlebt. Das ist in vielen Gegenden Amerikas, in beliebten Nationalparks und Trails durchaus ein Thema von einiger Relevanz – und wer weiß, vielleicht ja auch bald bei uns. Die Informationen in dem Beitrag “How to Survive a Bear Encounter” von Malia Wollan stammen von John Hechtel, einem pensionierten Wildbiologen, der sich 40 Jahre im Dienst der Fisch- und Wildbehörde Alaskas mit Bären beschäftigt hat (ein Qualifikationsniveau, von dem etliche hiesige “Experten” nur träumen können…).

Biologen, sagt Hechtel, unterteilen Bärenbegegnungen grob in zwei Arten: Defensive und nicht-defensive. Bei den defensiven möchte der Bär einen Angriff auf sich, seine Nahrung oder seine Jungen abwehren. Defensive Bären wirken erregt, scharren mit den Pfoten, brüllen und / oder speicheln. Der nicht-defensive Bär will dich fressen. Er wirkt besonnen und selbstbewusst, aufdringlich, aggressiv und zielstrebig (“pushy”). Entscheidend sei im Fall einer Begegnung, zwischen defensiven und nicht-defensiven Bären zu unterscheiden.

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Slowakei: 1,5 Mio Euro für bärensichere Mülltonne

Der slowakische Umweltminister László Solymos hat einem Bericht der FAZ zufolge 1,5 Millionen Euro an Fördermitteln für die Entwicklung von braunbärensicheren Müllcontainerns ausgelobt. Dies soll die Tiere davon abhalten, in menschlichen Ansiedlungen auf Nahrungssuche zu gehen. In der Slowakei leben zwischen 600 und 900 Braunbären. Es sei “keine einfache Situation, wenn man morgens aus dem Haus geht und zehn Meter vom Eingang entfernt steht ein Bär”, zitiert das Blatt einen Polizisten. In der Slowakei kommt es immer wieder zu gefährlichen Begegnungen zwischen Mensch und Bär, hin und wieder werden sogenannte Problembären geschossen. 2010 warnte das Umweltministerium Wanderer vor Bären, im gleichen Jahr wurde ein Holzfäller von einem Bären schwer verletzt, im April 2016 wurde in einem Dorf in der Hohen Tatra der Ausnahmezustand ausgerufen, weil nach dem Winterschlaf hungrige Bären am hellen Tag durch die Ortschaft marodierten. SE

Beitragsbild: Mülltonne. Foto: SE