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Brandenburg: Unbekannte setzen Tularämie-infizierten Biber aus

Unbekannte Täter haben einen Biber in einem Gewerbegebiet bei Königs Wusterhausen ausgesetzt, der vermutlich mit Tularämie infiziert ist. Ein Pförtner beobachtete die Freilassung und verständigte die Potsdamer Tierrettung, die den Biber einfingen und untersuchen ließen. Einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zufolge, wies das Tier deutlich erkennbar Krankheitssymptome auf: Er zeigte keine Fluchtreaktion und konnte kaum atmen, da “die Nase mit Eiter verklebt, der Rachenraum entzündet, die Kopflymphknoten geschwollen, teilweise aufgegangen”, waren, wie die Tierretter auf ihrer Facebook-Seite schreiben. Tularämie oder Hasenpest ist eine auf meldepflichtige Tierkrankheit  und eine Zoonose, also auf den Menschen übertragbar: “Der Verlauf der Erkrankung beim Menschen ist schwer und häufig lebensbedrohlich (die Letalität wird ohne Behandlung mit etwa 33 % angegeben), weshalb eine rechtzeitige Diagnosestellung von größter Bedeutung ist”, heißt es auf Wikipedia. Der Fahrer des Lieferwagens, in dem der Biber transportiert wurde, wird daher dringend aufgefordert, sich bei der Polizei zu melden und sich ärztlich behandeln zu lassen. red.

Beitragsbild: Von Biber gefällter Baum. Foto: SE

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern LS und SG für ihre Hinweise!

Neues Wolfs-Fake: Wildpark Schorfheide erstattet Strafanzeige wegen angeblich ausgesetzter Wolfswelpen

Im Internet und auf Whatsapp kursiert derzeit ein Tondokument: Eine Frauenstimme erzählt von einer Nachsuche, die sie “heute morgen mit einem Förster aus Görlsdorf vom Schweißhundeverein” gehabt habe. Bei der Nachsuche, so erzählt die Stimme, habe der Förster, “einen Typen vom Wildpark Schorfheide mit einem Pickup” getroffen. “Wenn ich wüsste, wo der nochmal stand. Irgendwo stand der.” Hinten auf dem Pickup seien Transportkisten gewesen mit Wolfswelpen drin. Als der Förster hinging, um die süßen Wolfswelpen zu streicheln, habe der Mann vom Wildpark gesagt, “Nee,nee, bloß nicht streicheln, die sollen ausgesetzt werden.” “Verquatscht” habe der sich. “Stell dir das mal vor!”

Die eifrig geteilte und weitergeleitete Geschichte ist abwegig genug und weist die typischen Merkmale eines Fakes auf: Einige konkrete Angaben (Görlsdorf, Förster, Wildpark Schorfheide), die Authentizität suggerieren, werden kombiniert mit Abstrusitäten: Der “Mitarbeiter” fährt also, vermutlich in Dienstkleidung in seinem mit großen Wildpark-Schorfheide-Aufklebern gekennzeichneten Dienst-Pickup über die Dörfer in den Wald, um ausgerechnet Wolfswelpen auszusetzen, die in freier Wildbahn ohne die Elterntiere keine Überlebenschance haben? Die, wenn ein anderes Wolfsrudel in dem Bereich sein Revier hat, sofort platt gemacht werden? Der Förster, in dessen Revier sich die Sache angeblich abspielt, nimmt die Geschichte lediglich zur Kenntnis ohne den Vorfall zu melden, Anzeige zu erstatten oder Nachfragen zu stellen?

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