Schlagwort-Archive: Ausbruch

Neue pseudowissenschaftliche Erkenntnisse: Helfen Wölfe gegen ASP?

Schon lustig: Vor kurzem wurde die Frage diskutiert, ob Wölfe an der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) beteiligt sind (z.B. hier), das schrie förmlich nach einer Retourkutsche: Jetzt hat eine Verena Gruber auf der Internetseite einer Organisation namens “European Wildlife Society” einen Beitrag mit dem Titel “Wolfpacks manage disease outbreaks” veröffentlicht, in dem ein Zusammenhang hergestellt wird zwischen dem Vorkommen von Wolfsrudeln in bestimmten Gebieten der Slowakei und Ausbrüchen der Klassischen Schweinepest bei Wildschweinen in den Jahren 1994 bis 1998 und 2001 bis 2003. Karten, auf denen die Wolfsterritorien in der Slowakei (siehe Beitragsbild) und die Orte eingezeichnet sind, an denen es zu Ausbrüchen der Schweinepest kam:

Ausbrüche Klassischer Schweinepest 1994 bis 2003 in der Slowakei. Grün eingezeichnet: Die Wolfsterritorien. Quelle: The wolf in Slovakia, Slavomír Finďo, Robin Rigg & Michaela Skuban

scheinen eindeutig zu belegen: Wölfe helfen gegen Schweinepest (stoppen sie, halten Ausbrüche unter Kontrolle, wie andere Medien begeistert (ab)schreiben) also vermutlich auch gegen die gefürchtete ASP. Oder?

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Polen: ASP-Ausbruch in Grossbetrieb

In Szczyty-Nowodwory, einem Dorf im Powiat Bielski in der polnischen Woiwodschaft Podlachien an der Grenze zu Weißrussland ist es zu einem neuen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gekommen. Betroffen ist eine Schweinemastanlage mit 5909 Schweinen. 21 Schweine sind bisher erkrankt, zwei gestorben, wie aus einer Meldung der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) hervorgeht. Der neue ASP-Fall ereignete sich somit in einem Gebiet, in dem bereits strenge Restriktionen wegen der ASP in Kraft sind. Wie der Erreger in die Schweinemastanlage eingeschleppt wurde, konnte noch nicht festgestellt werden. Unter Landwirten wächst die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der ASP. red.

Beitragsbild: OIE-Meldung über den neuen ASP-Ausbruch in Polen. (Screenshot)

Niedersachsen: Wolfsangriff? Panische Pferde durchbrechen Koppelzaun

Bei Selsingen (Landkreis Rotenburg) sind am Dienstag Abend 28 Pferde vermutlich durch einen Wolfsangriff in Panik versetzt worden. Die Tiere durchbrachen den Koppelzaun und stürmten davon. Die Polizei sicherte die nahe gelegene Bundesstraße B71 und stellte Warnschilder auf, auch im Verkehrsfunk wurde vor der Gefahr durch freilaufende Pferde gewarnt. Bis zum Einbruch der Dunkelheit waren Pferdehalter und Helfer beschäftigt, die entflohenen Pferde wieder einzufangen. Doch die Tiere waren derart verängstigt, dass sie nicht auf der Weide bleiben wollten und gleich wieder ausbrachen. Dem Online-Portal nord24 zufolge hat ein Jäger beobachtet, wie Wölfe aus dem angrenzenden Wald auf die Weide liefen und “regelrecht Jagd auf die Pferde” machten. Der Vorfall habe Verunsicherung bei den Pferdehaltern in der Region ausgelöst, berichtet nord24. Es sei schwierig, die weitläufigen Koppeln wolfssicher einzuzäunen. Dem zuständigen Wolfsberater ist es gelungen, einige Fellreste sicherzustellen. Durch DNA-Analysen soll nun ermittelt werden, ob es sich bei den Angreifern tatsächlich um Wölfe handelte. red.

Beitragsbild: Pferde (Archivbild). Foto: privat

Erster ASP-Fall in Ungarn

Wie die Generaldirektion Gesundheit und Nahrungsmittelsicherheit der EU-Kommission (Directorate-General Health and Food Safety) bestätigte, ist am 19. April ein Wildschwein im Komitat Heves im Südosten Ungarn tot aufgefunden worden. Das Tier war an Afrikanischer Schweinepest (ASP) erkrankt. Es ist der erste ASP-Fall in Ungarn. Von dem verendeten Wildschwein sei eine Probe genommen und  ins nationale Referenzlabor geschickt worden, das die Infektion am 21.April bestätigte. Als wahrscheinliche Infektionsquelle wird Abfall von illegal importierten Schweinefleischprodukten angenommen. In den im Komitat Heves angesiedelten Fabriken ist eine große Anzahl von Arbeitern aus der Ukraine beschäftigt, die in Hostel-artigen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind, so die EU Kommission. Im betroffenen Gebiet ist eine Sperrzone eingerichtet worden. Die Kernzone des Infektionsgebiets wird mit einem doppelreihigen Elektrozaun abgesichert. Bis der Zaun errichtet ist, gilt absolutes Jagdverbot. Sobald der Zaun steht, werden speziell trainierte Jäger mit “diagnostischen Abschüssen” beginnen. Zusätzlich wird mit Hilfe von Saufängen die lokale Wildschweinpopulation so weit wie möglich eliminiert. red.

Beitragsbild: Kopf der Infektionsmeldung der Generaldirektion Gesundheit und Nahrungsmittelsicherheit der EU-Kommission des ASP-Falls in Ungarn.

Waren es Wölfe? Gutachten zum schweren Unfall auf der B6

Der schwere Verkehrsunfall auf der B6 bei Zehren Landkreis Diera-Zehren, Sachsen) am 10. Dezember 2013, bei dem zwei Menschen schwer verletzt wurden und neun Pferde starben, war das Initial für eine gemeinsame Beratung von Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde der Landkreisverwaltung Meißen, eines Wildtierbeauftragten des sächsischen Landesjagdverbandes wie des Kreisjagdverbandes Meißen.

Der Dialog zum Arbeitsthema „Wölfe im Landkreis Meißen“ wurde von Andreas Herr, Beigeordneter des Landkreises und Dezernent für Technik und damit auch zuständig für den Naturschutz, geleitet.
In den zurückliegenden Wochen gab es öffentliche Irritationen zu einer Spurenrecherche zwei Tage nach dem Unglück durch Wernher Gerhards, freier Wissenschaftsjournalist und Fachbuchautor. Der Kreisjagdverband Meißen e.V. hatte in einem „Brandbrief“ an den sächsischen Innenminister auf die „Gefahren für die innere Sicherheit durch den unkontrollierten Bestandszuwachs des Wolfes“ hingewiesen. Das von Wernher Gerhards in Eigenregie gefertigte Gutachten blieb jedoch unter Verschluss, was wiederum zu Spekulationen in den Medien führte.

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