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In eigener Sache: Warum hier Schluss ist

Als ich Chance wahrnahm, eine Markhor-Jagd in Tadschikistan zu begleiten, stellte das unfreiwillige digitale Detox dort eine immense nervliche Belastung dar. Der Guide hatte uns versichert, dass es kein Problem sei, mit einer vor Ort erworbenen SIM-Karte schnelles mobiles Internet auch im Pamir zu haben. Da dies nach meiner Erfahrung in so ziemlich allen Ländern der Welt – außer in Deutschland natürlich – funktioniert, glaubte ich ihm. Aber dann – nichts. Angeblich hatte ein Schneesturm in den Bergen ein paar Funkmasten gekappt. Tagelang nicht online gehen, keine News bringen, keine Kommentare freischalten zu können nervte mich mehr, als ich gedacht hätte. Denn eigentlich gab es dafür ja keinen Grund. Der Jäger, den ich begleitete, brachte das mit an Brutalität grenzender Klarheit auf den Punkt: “Warum machst du dir denn so einen Stress wegen den Schmarotzern da draußen, die doch nur umsonst lesen wollen?”

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Brandenburg: Nun doch keine Bogenjagd in Stahnsdorf

Antragsverfahren zum Einsatz von Jagdbögen abgebrochen

Nach Mitteilung der Obersten Jagdbehörde (OJB) im Agrar- und Umweltministerium Brandenburg kann der Stahnsdorfer Antrag zur Jagd mit einem Jagdbogen nicht genehmigt werden. Wichtigste Voraussetzung für die Genehmigung dieses Pilotprojekts war für die Behörde die Begleitung durch eine wissenschaftliche Einrichtung. Hierzu gab es im Vorfeld bereits Kontakte zu Interessenten. Die notwendige Ausschreibung, die in dieser Woche abgeschlossen wurde, hat kein zuschlagfähiges Ergebnis gebracht.

Hintergrund des Antrags ist die grassierende Wildschweinplage in den Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow, die bereits zu Sachschäden und immer wieder zu Ängsten bei Bewohnern in beiden Gemeinden geführt hat. Der Einsatz von Schusswaffen bei der Jagd ist in Siedlungsbereichen verboten.

Da in der Bundesrepublik im Gegensatz zu anderen EU-Mitgliedsstaaten bislang noch keine eigenen Erfahrungen mit der Jagdbogenjagd vorliegen, sollte der wissenschaftliche Partner insbesondere Fragen des Tierschutzes, der Streckenentwicklung, der Gefährdungssituation, aber auch der öffentlichen Akzeptanz für diese Jagdmethode untersuchen.

Fachliche Hilfe

Die Oberste Jagdbehörde nimmt die Sorgen der Stahnsdorfer und Kleinmachnower ernst und bietet vor Ort weiterhin ihre besondere Unterstützung an, um hier den Problemen mit den großen Wildschweinrotten Herr zu werden.

Fachleute der Wildökologischen Forschungsstelle Eberswalde werden mit örtlichen Jägern und Kommunalpolitikern prüfen, wie die seit Jahren wachsende Wildschweinpopulation in Siedlungsbereichen wirksamer reduziert werden kann. So sollen Vorschläge, Jagdwaffen mit modifizierter Munition und Schalldämpfer einzusetzen, nochmals diskutiert werden. PM

Beitragsbild: Jagdpfeil. Foto: privat