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Aufhebung des Jagdverbots: “Botswana ist kein Großwildreservat!”

Die Ankündigung der botswanischen Regierung, das seit 2014 bestehende Jagdverbot aufzuheben, sorgt für internationale Furore. Tierrechtsorganisationen werden nicht müde die botswanische Regierung anzugreifen. Medien beteiligen sich an der emotional geführten Debatte.

Im Interview mit CIC und DJV erläutert der Tiermediziner und Wildtierspezialist Dr. Erik Verryenne, der seit 2002 in Botswana forscht und arbeitet, die Hintergründe für die Wiedereinführung der Jagd. Er ist kein Jäger, sieht in der Jagd aber ein wichtiges Artenschutz-Instrument.

DJV/CIC: Botswana ist das elefantenreichste Land der Welt. Was hat man sich darunter vorzustellen?

Dr. Erik Verreynne: Die Zahl der Dickhäuter stieg von 55.000 im Jahr 1990 auf über 120.000 im Jahr 2012. 17 Prozent Botswanas sind als Nationalpark ausgewiesen, in denen mindestens 25.000 Elefanten leben. Weitere 72.000 Elefanten leben in sogenannten „Wildlife Management Areas“, die 32 Prozent der Landesfläche ausmachen. Nochmals 27.000 Elefanten bewegen sich außerhalb dieser Gebiete. Rechnerisch ergibt das 1,2 Elefanten pro Quadratkilometer, die sich Wasser und Land mit Menschen teilen müssen, die von der Landwirtschaft abhängig sind. Die Bauern Botswanas leben im Durchschnitt 400 bis 500 Meter von einem Elefanten entfernt. 40 Menschen wurden in den vergangenen zehn Jahren von Elefanten getötet, die meisten in der Zeit des Jagdverbots. Fakt ist: Botswana hat mehr Elefanten, als wir vertragen.

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Botswana erwägt Aufhebung des Jagdverbots für Elefanten

Nur vier Jahre nach dem Inkrafttreten erwägt die Regierung Botswanas die Wiederaufhebung des Jagdverbots für Elefanten. Grund sind die zunehmenden Konflikte durch die wachsende Elefantenpopulation.

Kurz nach seiner Amtsübernahme im April 2018 hat Präsident Mokgweetsi Masisi die Minister aufgefordert, das von seinem Vorgänger Ian Khama 2014 Jagdverbot für Elefanten zu überprüfen. Die auf 130.000 Tiere geschätzte Elefantenpopulation gilt als die größte der Welt. Monatelang wurde der Plan in öffentlichen Sitzungen und Konsulationen erörtert, berichtet die BBC, Organisationen, Gemeinden und Einzelpersonen wurden um Stellungnahme gebeten. In dem jetzt vorliegenden Abschlussbericht wird empfohlen, das Jagdverbot aufzuheben und die Elefantenpopulation in ihrem historischen Streifgebiet zu “managen”. Wanderrouten der Wildtiere, die den Naturschutzbemühungen des Landes nicht zuträglich sind (“not beneficial to the country’s conservation efforts”) sollen geschlossen werden, Jagdfarmen als Pufferzonen zwischen Gemeinde- und Wildnisgebieten dienen. “Regelmäßiges aber begrenztes Culling von Elefanten” – also die Keulung überzähliger Tiere – solle eingeführt werden. Der Ministerrat empfahl überdies, Verarbeitungskapazitäten für die Konservenherstellung aufzubauen, um das anfallende Elefantenfleisch zu Haustierfutter zu verarbeiten.

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Bayern: Kritik an Aufhebung der Schonzeit für Bergwild

Am Freitag, dem 23. November 2018 endete die Frist, Einwände gegen die Aufhebung der Schonzeit – übrigens in über 90 Gebieten – für Bergwild in Bayern vorzubringen. Mit einem virtuellen “Adventskalender” macht der Verein Wildes Bayern e.V. auf seiner Internetseite darauf aufmerksam, “wie es unseren Wildtieren an den Kragen geht.” Denn: “In den lebensnotwendigen Überwinterungsgebieten dürfen dann die Tiere von Mitte Dezember bis Anfang August abgeschossen werden”, beklagt der Verein. “Sie sollen sogar abgeschossen werden. Und danach beginnt dann die „reguläre“ Jagdzeit.” Das Argument der oberbayerischen Forstbetriebe für diesen schonungslosen Abschuss bestehe darin, dass sie keine Forstwirtschaft betreiben können, wenn sie nicht rund um die Uhr Pflanzenfresser verfolgen und vernichten dürfen, so Wildes Bayern e.V.: Die Regierung von Oberbayern habe den Antrag der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) so schnell und geräuschlos wie möglich durchwinken wollen. Dieser Hinterzimmerpolitik mache der “Adventskalender” einen Strich durch die Rechnung, indem die Tatsachen und Fakten an die Öffentlichkeit gebracht werden. Der Adventskalender Wildes Bayern informiert über Ausmaß, Absicht und Folgen für Gams, aber auch Auer- und Birkwild, Steinadler und andere geschützte, aber im Staatsforst schutzlose, Naturschätze der bayerischen Bergwelt. PM

Beitragsbild: Gams. Quelle: M.Baudrexl / Archiv Wildes Bayern e.V.

Wolfsburg: Schonzeit für Schwarzwild aufgehoben

In den Jagdbezirken der Stadt Wolfsburg wird die Schonzeit für Keiler und Bachen für den Zeitraum vom 1. Februar bis 15. Juni 2018 aufgehoben. Frischlinge führende Bachen sind von der Schonzeitaufhebung nicht betroffen und dürfen weiterhin nicht bejagt werden. Als Elterntiere gelten Bachen, deren Frischlinge noch gelbe Längsstreifen aufweisen.

Die Stadt Wolfsburg folgt hiermit einem aktuellen Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Es handelt sich um eine präventive Maßnahme zur Wildseuchenbekämpfung. Aus dem Baltikum und den osteuropäischen Nachbarländern ist bekannt, dass sich dort Wildschweine mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert haben. Mit der Herabsetzung der Schwarzwildpopulation soll die Gefahr einer Infektion sowohl innerhalb der Schwarzwildbestände als auch in die Hausschweinbestände hinein gemindert werden. PM

Beitragsbild: Erlegter Keiler. (Foto: SE)

NRW: Krefeld erlaubt Fuchsjagd am Kunstbau

Die Stadt Krefeld hat das Verbot aufgehoben, Füchse am Kunstbau zu bejagen. Das berichtet das Internetportal RPonline. Eine entsprechende Anordnung sei im Amtsblatt der Stadt veröffentlicht worden, heißt es dort. Grund für die Aufhebung des Jagdverbots ist dem Bericht zufolge der Rückgang bei diversen Niederwildarten wie Hase und Fasan. Zuvor hatte die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung festgestellt, dass die Aufhebung des Jagdverbots sinnvoll ist. Die Krefelder Jäger dürfen den Fuchs am Kunstbau nun bis zum 28.Februar 2016 bejagen und dann wieder nach dem Ende der Brut- und Setzzeit vom 16. Juli bis 28. Februar 2017. SE

Beitragsbild: Baujagd. Copyright: SE

Simbabwe erlaubt Großwildjagd wieder

Wenige Wochen nach dem Verbot der Großwildjagd in Simbabwe – Anlass war die von Medien gehypte fragwürdige Erlegung eines Löwen durch einen amerikanischen Zahnarzt – hebt das Land das Jagdverbot wieder auf. Allerdings sollen nun strengere Regeln gelten: So müssen Großwildjäger auf ihren Safaris künftig von Nationalpark-Wächtern begleitet werden und die Kosten dafür tragen. In dem an den Hwange-Nationalpark angrenzenden Gebiet, in dem der amerikanische Dentist den Löwen schoss, soll die Jagd noch bis zum Abschluss der Untersuchungen ruhen. SE

Beitragsbild: Kevin Pluck: The King, veröffentlicht auf Flickr. Quelle: Wikipedia. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.0 generisch“ (US-amerikanisch) lizenziert. Das Bild ist eine exzellente Datei bei Wikimedia Commons (Exzellente Bilder) und wird als eine der hervorragendsten Bild-Dateien gewertet.

Norwegisches Parlament hebt Verbot von Bleischroten auf

Am 3. Februar 2015 beschloss das norwegische Parlament mit 79 zu 16 Gegenstimmen die Aufhebung des 2005 eingeführten Verbotes von Bleischrotmunition. Das berichtet das Forum Waffenrecht (FWR) in seinem aktuellen Newsletter. Das Verbot sei seinerzeit “aus rein ideologischen Gründen” eingeführt worden, so das FWR.  Damit dürfen Bleischrote außerhalb von Feuchtgebieten wieder zur Jagd verwendet werden. Wie aus der Begründung hervorgeht, fiel die Entscheidung weil sich nachhaltig bewiesen habe, dass Blei das brauchbarste Material für Jagdmunition ist. Kein anderes Material decke ein ähnlich großes Spektrum von Jagdzwecken ab und funktioniere hierbei so sauber und effizient wie Blei. Die bleifreien Alternativen verursachten oft unnötiges Leid beim zu jagenden Wild und gefährdeten den Jäger. Dagegen konnte die vermutete Gefahr für Umwelt und Gesundheit durch die Verwendung von bleihaltiger Jagdmunition in den bisherigen Studien nicht detailliert nachgewiesen werden.

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