Schlagwort-Archive: Artenschutz

Jäger als “qualifizierte Bambi-Mörder”

Eines Tages zeigte eine Mitschülerin mit dem Finger auf Laura Wrede und sagte: “Dein Vater ist ein Mörder, der schießt arme Tiere tot.” In Zeiten von Fridays for Future fühle sie sich mitunter an dieses Schulerlebnis erinnert, schreibt die Jägerin, Falknerin und Autorin in dem in der Welt erschienenen Artikel „Jäger als Bambi-Mörder? Die Wahrheit ist viel komplexer!“.  Wie einfach ist es doch, den “anklagenden Finger” auf Mitmenschen zu richten und sie für alles Böse verantwortlich zu machen, sinniert Wrede und versucht, die Dinge gerade zu rücken, wenn sie betont, dass etwa die Jagd mit dem Falken die natürlichste und nachhaltigste Form der Jagd ist. Oder wenn sie – natürlich zu Recht – darauf hinweist, dass Jäger eine weitaus fundiertere Ausbilder als Naturschützer vorzuweisen haben, als die meisten Aktivisten von Nabu, Bund und Co. oder dass Jagd eine wichtige, ja unentbehrliche Rolle in der Kulturlandschaft spielt. Das haben andere auch schon alles gesagt, oft und in deutlichen Worten, genutzt hat es eher wenig. Es schadet trotzdem nicht, es immer wieder mal zu wiederholen. Deshalb: Leseempfehlung.

Beitragsbild: Falke (Foto: SE)

Die Red. dankt JAWINA-Leser ZE für den Hinweis!

Österreich: Jäger schlagen Alarm – Niederwildbesätze stark rückläufig

Jagdverband fordert Änderung der Förderrichtlinien und mehr Unterstützung für Landwirte

Die Niederwildbesätze sind in Europa seit Jahrzehnten stark rückläufig: Alleine in den letzten zehn Jahren gingen die niederösterreichischen Strecken beim Feldhasen um 62 Prozent und beim Fasan um 75 Prozent zurück, während das Rebhuhn seit langem ein besorgniserregend niedriges Besatzniveau aufweist. Maßnahmen in einzelnen Revieren sorgen zwar lokal für mitunter höhere Niederwilddichten, aber insgesamt ist es durch den Verlust von Lebensräumen und Äsung stark gefährdet. Um dieser alarmierenden Entwicklung entgegenzuwirken, trafen über 350 Entscheidungsträger, Interessenvertreter und Interessierte aus den Bereichen Jagd, Landwirtschaft und Forstwirtschaft sowie der Politik am 10. Oktober 2019 zum Niederwildgipfel des Niederösterreichischen Jagdverbandes am Campus Krems zusammen. Ziel der Veranstaltung war eine Analyse des Status quo durch international anerkannte Experten, eine Bilanz und Evaluierung der bisher durchgeführten Maßnahmen sowie ein Ableiten von notwendigen Impulsen und politischen Forderungen. Das Ergebnis ist ein Forderungskatalog für eine nachhaltige Entwicklung der Niederwildbestände, welcher der Europäischen Kommission, der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP), dem österreichischen Programm zur Förderung einer umweltgerechten, nachhaltigen und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft (ÖPUL) sowie darüberhinausgehenden Politikfeldern als Handlungsanstoß dienen soll.

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Wertvolle Argumentationshilfe: IUCN-Broschüre zur Trophäenjagd

Jagdverbote “sind ein kurzsichtiges Instrument, das die Gefahr birgt, den Nutzen sowohl für den Naturschutz als auch für  die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung zu untergraben, wodurch die eigentliche, große Bedrohung durch Lebensraumverlust und Wilderei verschärft und gar nicht erst angegangen wird”, heißt es in einem Informationsschreiben der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Die Broschüre der IUCN liegt nun auch auf Deutsch vor und ist eine wertvolle Argumentationshilfe für den Umgang mit verunsicherten oder durch unseriöse Berichterstattung zum Thema Trophäenjagd aufgebrachten Mitbürgern. Fanatische Jagdgegner werden die Lektüre wohl verweigern, aber wer Sachargumenten gegenüber noch aufgeschlossen ist, findet hier wertvolle Aufklärung zu häufigen Missverständnissen. Die Broschüre beleuchtet den Hintergrund, also die Situation vieler Wildtiere, denen vor allem durch Bevölkerungswachstum und Habitatverluste Gefahr droht. Durchaus kritisch wird hinterfragt, welche Rolle die Trophäenjagd für den Artenschutz spielen kann und könnte.

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DJV/CIC: “Jagd refinanziert Nashornschutz”

Internationale und nationale Medien berichten von der Erlegung eines Spitzmaulnashorns durch einen US-Amerikaner in Namibia. Aus dieser Jagd fließen umgerechnet 360.000 Euro in den Wildtierschutz Namibias und tragen zu einer der erfolgreichsten Naturschutzstrategien Afrikas bei. Die Tierrechtsszene stellt das in Abrede.

Zuständige US-Behörden haben den Import eines Spitzmaulnashorns aus Namibia genehmigt, das ein US-Amerikaner erlegt hat. Die internationale Tierrechtsszene nimmt die Genehmigung zum Anlass, Forderungen nach Importbeschränkungen für Jagdtrophäen zu stellen. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) stellen fest, dass derartige Forderungen das namibische Erfolgsmodell im Schutz seiner Wildtiere kompromittieren.

Namibia managt seine Spitzmaulnashörner im Rahmen einer Strategie, die zuletzt 2017 aktualisiert wurde. Diese basiert auf drei Empfehlungen führender Nashorn-Experten, darunter die „African Rhino Specialist Group“ der Weltnaturschutzunion (IUCN). Diese sind: die Vergrößerung des Ausbreitungsgebiets, ein jährliches Populationswachstum von mindestens fünf Prozent sowie die Minimierung von Wilderei. Im Rahmen dieser Strategie hat Namibia seinen Bestand an Spitzmaulnashörnern zwischen 1995 und 2015 mehr als verdoppelt. Damit ist Namibias Schutzprogramm für Nashörner und andere Wildtiere einer der größten Artenschutzerfolge Afrikas.

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Gegenwind für den Artenschutz

+++ Baden-Württemberg: Jäger schießt entlaufene, aggressive Kuh +++

„Windenergie-Gipfel“ von Bundesminister Altmaier: Deutsche Wildtier Stiftung kritisiert den Angriff der Windlobby auf den Natur- und Artenschutz

Bei dem heute in Berlin stattfindenden „Spitzengespräch zur Zukunft der Windenergie in Deutschland“ fordert der Bundesverband Windenergie (BWE) den Natur- und Artenschutz und die damit verbundene Gesetzgebung dem Ausbau der Windenergie unterzuordnen. Dies ist mit aller Deutlichkeit abzulehnen.

„Die große, politisch anerkannte Herausforderung, die Artenvielfalt auch in Deutschland zu erhalten, darf nicht dadurch erschwert werden, dass – Zitat des BWE – „im Zweifel für die Windenergie entschieden werden muss““, schreibt Prof. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, in einem Brief an Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Ziel des BWE ist offensichtlich, die umfassenden Genehmigungsverfahren für den Bau von Windenergieanlagen auszuhebeln, um nun auch die letzten Refugien der Wildtiere wie große Waldgebiete für die Windenergie nutzbar zu machen. Auch das im Bundesnaturschutzgesetz definierte Tötungsverbot möchte der BWE aufweichen. „Es gibt kaum einen Industriezweig in Deutschland, der so stark in die Populationen von Greifvögeln und Fledermäusen eingreift wie die Windkraft. Wenn – wie vom BWE auch gefordert – beim Bau von Windenergieanlagen keine strikten Abstandsregeln zu den Brutplätzen mehr gelten sollen, riskieren wir Arten wie Rotmilan oder Mäusebussard in Deutschland auszurotten. Schon heute werden jährlich rund 12.000 Greifvögel durch Windenergieanlagen getötet. Bei der Abwägung zwischen Windenergie und Artenschutz muss es heißen: Im Zweifel für die Natur. Deshalb hat Windenergie in Wäldern auch nichts zu suchen“, sagt Prof. Vahrenholt.

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Probleme des angewandten Rattenschutzes

Wenn ein Hof die vom Nabu vergebene Auszeichnung “schwalbenfreundliches Haus” verdient hätte, dann der Hof der pensionierten Landwirtin Erika Mertens (Name v. d. Red. geändert). Allein an einem Nebengebäude haben wir 26 Schwalbennester gezählt, an der Scheune, in den Nebengebäuden und alten Ställen nisten unzählige weitere Mehlschwalben. Die machen ohne Frage viel Dreck, aber bei Frau Mertens sind die eleganten Flieger trotzdem willkommen: Nicht nur, weil sie jede Menge Insekten wegfangen, sondern auch, weil sich die Bäuerin an den Flugkünsten, dem munteren Geschwirr und Geschrei der adrett befrackten Vögel und dem traulichen Getschilpe in den Nestern erfreut. Eine Landwirtin und Naturfreundin, würde man meinen, ganz nach dem Gusto des Nabu – aber auf den ist Frau Mertens nicht gut zu sprechen: “Die Krähen und Elstern lauern in Scharen auf die Jungvögel”, schimpft die Schwalbenfreundin. “Und zu allem Überfluss kommt dann auch noch der Buntsprecht, zerhackt die Nester und frisst die letzten Schwalben, die den Krähen und Elstern entkommen sind. Da kommt nichts hoch!” Früher, meint Frau Mertens, hätte ihr Mann noch zehn Krähen schießen müssen, bevor er einen guten Bock erlegen durfte. Und heute? “Da macht der Nabu nüscht!” Bei der Trockenheit, bedauert Frau Mertens, hätten es die Schwalben zudem schwer, neue Nester zu bauen oder die alten instand zu setzen. “Die tun einem richtig leid.”

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Australien: Jäger riskieren ihr Leben auf der Jagd nach Problemkrokodilen

+++ Thüringen: Ohrdrufer Wölfin hat fünf Hybriden gewölft +++ Tschechien: Wolfsnachwuchs in den Beskiden +++ Österreich: Serie von Wildereifällen in Niederösterreich +++

National Geographic bringt eine lesenswerte Reportage über die Jagd auf ein Leistenkrokodil in Australiens Northern Territory. Unter dem Titel “Das war das härteste Foto, das ich je machen musste” berichtet der Abenteurer und Fotograf Trevor Beck Frost, wie die Jäger ihr Leben aufs Spiel setzten, um ein gigantisches Exemplar zu erbeuten. Bis Ende der 60er Jahre existierten nur noch etwa 5000 der gigantischen Krokodile, die in Salz- und Süßwasser zu finden sind. Kommerzielle Nachstellung für die wertvolle Haut hatte die Art an den Rand der Ausrottung gebracht. Seit der Unterschutzstellung 1971 ist der Bestand wieder auf etwa 100.000 Exemplare angewachsen, was, wie es in dem Artikel heißt, nahe an der ursprünglichen Populationsgröße liegen dürfte: “Vor 50 Jahren, zur Hochzeit der kommerziellen Jagd, schwammen die Einheimischen noch in den Flüssen und Lagunen der Region. Heute würde das niemand mehr wagen.”, heißt es in dem Beitrag. Das Krokodil, dem hier nachgestellt wird, hatte eine Aborigine-Frau angegriffen. Erfreulicherweise kommt der Beitrag ganz ohne wohlfeiles Jäger-Bashing aus: “Ich hingegen habe gelernt, dass Jäger die Tiere, die sie töten, durchaus schätzen und lieben können und sich als Teil einer Lösung für die Rettung der Art begreifen.”, so Trevor Beck Frost. Leseempfehlung! SE

Headline des empfohlenen Beitrags “Das härteste Foto, das ich je machen musste” auf National Geographic. (Screenshot)

Bundestag: Grüne scheitern mit Antrag auf Importverbot für Jagdtrophäen

+++ Sachsen: Kurzhaar auf Giftköder-Suche +++ Schleswig-Holstein: Nächster Schießstand auf der Kippe? +++ Sachsen: Zaun überwunden – Wolf reißt Mutterschaf +++ Brandenburg: Jungrind fällt mutmaßlichem Wolfsangriff zum Opfer +++

Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit haben am Mittwochmorgen einen Antrag von CDU/CSU und SPD zum Artenschutz (19/10148) mehrheitlich angenommen. Eine Vorlage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/10186), die unter anderem ein Importverbot für Jagdtrophäen vorsah, fand keine Mehrheit. Die abschließende Beratung der Anträge im Plenum ist für Donnerstag ohne Debatte vorgesehen.

Beide Anträge enthalten unter anderem Forderungen zur anstehenden Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES). Die Konferenz hätte eigentlich vom 23. Mai bis 3. Juni 2019 in Sri Lanka stattfinden sollen. Das Treffen wurde aber in Folgen der Terroranschläge am Ostersonntag in dem Land verschoben. Die Konferenz soll nun vom 17. bis 28. August 2019 in Genf stattfinden.

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Mecklenburg-Vorpommern: Landwirte und Jäger unterstützen Wiederansied­lung von Wiesenbrütern

Im Odermündungsgebiet will die Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V (StUN) im Rahmen eines EU-Projektes Lebensräume für wiesenbrütende Watvögel erhalten bzw. wiederherstellen. Gestern (20.06.) hat sich der Staats­sekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Jürgen Buchwald, in Bugewitz bei Anklam (Vorpom­mern-Greifswald) über Stand und zukünftige Maßnahmen dieses LIFE-Projektes Limicodra informiert.

In drei Poldern des Gebietes zwischen Rosenhagen und Mönkebude sollen Strategien zur Wiederherstellung von Bruthabitaten für Watvögel wie Kiebitze, Rotschenkel, Uferschnepfen, Bekassinen sowie in Mecklenburg-Vorpommern vom Aussterben bedrohte Arten wie den Kampfläufer entwickelt und erprobt werden.

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Luxemburg: Rotmilan geschreddert – Windräder abgeschaltet

Österreich: Jäger in Oberösterreich dürfen Schalldämpfer ohne Ausnahmebewilligung nutzen +++

Im Windpark Weiler in der luxemburgischen Gemeinde Wincrange ist am Mittwoch ein toter Rotmilan zehn Meter von Fuß einer Windkraftanlage gefunden worden. Die Verletzungen des Tiers und der Fundort wiesen eindeutig darauf hin, dass der Vogel von den Rotoren des Windrads “durchtrennt” wurde, teilt die Naturschutzorganisation natur&ëmwelt mit. Dies sei kein Einzelfall, so natur&ëmwelt, bereits im vergangenen Jahr sei ein toter Rotmilan gemeldet worden. Bei dem gefundenen Tier handele es sich höchstwahrscheinlich um ein Elternteil einer nahegelegenen Brut, befürchten die Naturschützer. Dem “verwitweten Milan” werde es alleine kaum gelingen die Jungvögel durchzufüttern, so dass es nicht bei einem toten Milan bleiben werde. Windkrafträder dürften “an naturschutzfachlich kritischen Standorten, wie beispielsweise in der Nähe von Rotmilan-, Schwarzstorch- oder Uhu-Brutplätzen nicht genehmigt werden”, stellt natur&ëmwelt klar: Denn laut diversen Untersuchungen sei es kaum möglich, die Anlagen so zu gestalten […], dass keine Gefahr von ihnen ausgehe. Wenn sich “windkraftsensible Arten nach dem Bau von Anlagen ansiedeln, so müssen diese während der Brutzeit von Mitte März bis Mitte August abgeschaltet werden.” Folgerichtig forderte die Organisation die Abschaltung der Windräder in dem genannten Zeitraum. Klimaschutz dürfe nicht auf Kosten des Naturschutzes praktiziert werden.

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Schleswig-Holstein: Für den Artenschutz unentbehrliche Betonrohrfallen zerstört

Einzige Lachseeschwalben-Kolonie Deutschlands akut gefährdet

1980 gab es in Niedersachsen und Schleswig-Holstein laut Wikipedia noch 150 Kolonien der Lachseeschwalbe, inzwischen gibt es nur noch eine letzte Kolonie im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer mit nur 31 Brutpaaren. Diese Kolonie ist nun akut gefährdet, weil fünf Betonrohrfallen, die dem Schutz der seltenen Vögel vor Prädatoren dienen sollten, zerstört wurden. Die Fallen gewährleisten im Zusammenwirken mit anderen Schutzmaßnahmen wie Elektrozäunen und jagdlichen Maßnahmen das Überleben der Lachseeschwalben-Kolonie, die sonst dem Prädatorendruck zum Opfer fallen würde. Eine Falle wurde zerschlagen, bei jeweils zwei weiteren wurden die Eingänge mit Bauschaum verschlossen bzw. die Fangvorrichtungen entwendet. Die Fallen sind an abgelegenen Orten aufgestellt und gut getarnt. Wie ein Mitarbeiter des Nationalparks gegenüber JAWINA erklärte, wird die Kolonie zudem durch Ranger und Kameras überwacht. Trotzdem wurden die Täter nicht beobachtet, weshalb ein Ranger gegenüber Boyens Medien den Verdacht äußert, das hier Insider am Werk waren.

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Jagdverbände fordern: Artenschutz als Ziel der Agrarpolitik

+++ Bayern: Auto kollidiert auf A93 mit Wildschweinrotte – Fahrer erleidet Schock +++

Weniger Bürokratie und mehr Flexibilität: Jäger und Falkner fordern eine Agrarpolitik, die Artenvielfalt als Produktionsziel hat. Landwirte sollten für Trittsteine auf dem Acker für bedrohten Arten fair entlohnt werden.

Derzeit laufen die Verhandlungen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU, die ab 2021 direkte Auswirkungen auf Deutschland hat. An die Teilnehmer der gestern gestarteten Agrarministerkonferenz in Landau richten Jäger und Falkner den Appell, Artenvielfalt künftig als landwirtschaftliches Produktionsziel festzuschreiben und Landwirte dafür fair zu entlohnen. Deutscher Jagdverband (DJV), Deutscher Falkenorden (DFO) und Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) haben dazu heute in Mainz auf dem Niederwildsymposium ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht. Darin fordern die drei Verbände konkrete Maßnahmen, von denen Artenvielfalt langfristig profitiert. Dies sind unter anderem mehrjährige Brachen mit heimischen Wildkräutern und Gräsern, Blühstreifen in großen Mais- oder Rapsfeldern sowie Wildpflanzenanbau statt Mais zur Biogasproduktion.

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NABU kritisiert desaströse Abstimmung im EU-Agrarausschuss zur künftigen Agrarpolitik

+++ NRW: Wolf auf A2 bei Porta Westfalica überfahren +++ Südtirol: Von 6 auf 13 – Anzahl der Wölfe innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt +++ Niedersachsen: Nabu will Kitze retten +++ NRW: Jäger findet vermissten Jungen +++ NRW: Jäger überführt Kabeldiebe +++

Der NABU kritisiert die gestrige Abstimmung des EU-Agrarausschusses zur künftigen Agrarpolitik ab 2021 scharf und fordert einen grundsätzlichen Neustart der Verhandlungen nach der Europawahl. “Heute hat die Mehrheit der Abgeordneten im Agrarausschuss klar gemacht: Sie wollen keine umweltverträgliche Landwirtschaft. Sie wollen weiter Subventionen an die Agrarindustrie verteilen wie seit Jahrzehnten”, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Mit ihrem Votum ignorierten die meisten Ausschussmitglieder das alarmierende Insektensterben, die Kritik des Europäischen Rechnungshofs an den flächenbasierten Direktzahlungen sowie die klare Forderung der EU-Bürger nach mehr Umweltschutz in der Agrarpolitik. Nach Ansicht des NABU sind damit die schwachen Versuche der EU-Kommission, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2021 in eine naturverträglichere Richtung zu lenken, vorerst gescheitert.

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Hessen: Proteste und Pöbeleien gegen Fuchswoche

Hubertus-Fuchswoche 2019 dennoch erfolgreich: 23 waidgerecht erlegten Füchse

Der Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung e.V. hatte seine Mitglieder und die Hegegemeinschaften im Kreis Gießen zur Teilnahme an der traditionellen Fuchswoche aufgerufen. Unter großer Beteiligung seitens der Jägerschaft war intensiv dem Fuchs und Waschbär nachgestellt worden. Der 1. Vorsitzende Dieter Mackenrodt konnte eine große Zahl an Vereinsmitgliedern am Vereinshaus zum Streckelegen begrüßen und die Erlegung von beachtlichen 23 Füchse und 5 Waschbären bekannt geben. Wie üblich waren einige Demonstranten angetreten, um gegen die Jagdveranstaltung zu protestieren. Vereinzelt kam es zu Pöbeleien und “kleinen Schubsern”, wie die Gießener Allgemeine berichtet. Mackenrodt nahm die Situation zum Anlass, die Raubwildbejagung ausführlich zu verteidigen.

Bei der Begrüßung hinterfragte der Hubertus-Chef, wer oder was – außer der Jagd – überhaupt in der Lage sei, die hohen Fuchspopulationen unter den gegebenen Umweltbedingungen zu kontrollieren bzw. zu reduzieren?! Der Fuchs sei der absolute Gewinner der Kulturlandschaft – das Niederwild in den Agrarsteppen der Verlierer. Während die heimische Jägerschaft schon seit Jahren die Jagd auf Rebhuhn und Hase in vielen Revieren freiwillig eingestellt habe, dezimiere Reinecke Fuchs diese Wildarten weiter. Die Populationsdichte des Fuchses werde zumindest regional noch immer weit unterschätzt, denn nur ein mehr oder minder geringer Teil der Gesamtpopulationen Reineckes sei für uns sichtbar. Dies werde nicht zuletzt immer wieder an den Strecken-Ergebnissen aus Revieren sichtbar, in denen intensiv Fuchsjagd betrieben wird.

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DJV/CIC: Jagd auf Schraubenziege ist Erfolg für Artenschutz

+++ Niedersachsen: Aggressiver Marderhund beißt Menschen und Hunde in Braunschweig +++ Niedersachsen: Aujeszkysche Krankheit im Landkreis Northeim nachgewiesen +++

Ein amerikanischer Jäger hat legal eine seltene Schraubenziege in Pakistan erlegt. Der Aufschrei von Tierrechtlern war groß. CIC und DJV fordern mehr Sachlichkeit: Dank Jagd haben die Bestände um das 70-fache in 30 Jahren zugenommen. Von Einnahmen aus Jagdlizenzen profitieren weitere seltene Arten wie Schneeleopard und die Bevölkerung.

Ein US-Amerikanischer Jäger hat kürzlich in Pakistan anlässlich einer kontrollierten Jagd eine seltene Schraubenziege (Markhor) für 100.000 Dollar erlegt. Der Aufschrei in den Medien war groß, Tierrechtler bezeichneten die Erlegung als „Schande“. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) fordern eine sachliche Bewertung der Situation: Die Einnahmen aus der streng reglementierten nachhaltigen Jagd auf die Schraubenziege haben überhaupt erst deren Wiederansiedlung in weiten Teilen des ursprünglichen Verbreitungsgebietes ermöglicht. Lag der Bestand des Markhor Mitte der 1980er-Jahre bedingt durch massive Wilderei noch bei unter 100 Tieren, leben heute dank der Einnahmen aus der Jagd weit über 7.000 Schraubenziegen in Pakistan, so ein IUCN- Spezialist. Diese Entwicklung führte dazu, dass der Markhor in der Roten Liste der IUCN seit 2015 nicht mehr als „bedrohte Art“ geführt wird.

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Mit Drohne und WBK auf Rebhuhnsuche

+++ Österreich: Lebendes Reh entsorgt +++ Niedersachsen: Landkreis Lüneburg will drei Berufsjäger zur Nutriabekämpfung einstellen +++

 Forscher in Göttingen setzen neueste Technik für den Artenschutz ein

Langsam zieht das unbemannte Flugobjekt an einem grauen Nachmittag am Göttinger Stadtrand seine Bahnen. Seine Mission: Rebhühner mit einer Wärmebildkamera aufspüren, die sich in den extra angelegten Blühstreifen in der Feldflur verstecken. Ziel der Mission: den Bruterfolg der Rebhuhn-Paare aus diesem Sommer messen. Denn erst jetzt, wenn die Felder abgeerntet sind, besteht überhaupt eine Chance, die gut getarnten Rebhühner zu finden. „Rebhühner sind in Deutschland sehr selten geworden und in manchen Regionen bereits ausgestorben“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. „Umso wichtiger ist es für uns, mit neuester Technik herauszufinden, wie viele Küken es bis in den Winter geschafft haben.“

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Tansania hebt Jagdverbot auf

Der ostafrikanische Staat Tansania hat das erst im Oktober 2015 verhängte Jagdverbot wieder aufgehoben. Die Regierung Tansanias begründete den Schritt damit, dass die Einnahmen aus nachhaltiger Trophäen- und Fleischjagd für den Arten- und Umweltschutz benötigt würden. Das Jagdverbort war aufgrund massiven Missbrauchs von Jagdlizenzen für Einheimische und Wilderei verhängt worden. Die jetzt wieder zugelassene Jagd solle streng überwacht werden, berichtet The East African. Bürger Tansanias und Inhaber von Jagdlizenzen für Ausländer sollen die Jagd künftig in nach Nutzungsart – Fleisch- oder Trophäenjagd – aufgeteilten Wildreservaten ausüben dürfen. Die Reservate gelten als wildreich. Der Direktor der Jagdbehörde Tansanias (Tanzania Wildlife Management Authority, Tawa), James Wakibara, erklärte gegenüber The East African, dass die Jagdlizenzen für Einheimische in fünf Jagdblocks in fünf verschiedenen Regionen (Manyara in Nord-Tansania, Lindi (Süden), der Küstenzone, Singida (Zentral-Tansania) und Tabora-Katavi (Westen) ausgegeben werden. Dies sei ein Experiment: Es gehe darum, eine neue Naturschutzstrategie zu etablieren, die auf nachhaltige Nutzung des Wildbestands setze. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in The East African (Screenshot)

Birkwild: Ornithologen üben scharfe Kritik an Sachsenforst

Der Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) stellt sich gerne als ökologischen Muster- und Vorzeigebetrieb dar. Was von dergleichen Lippenbekenntnissen zu halten ist, offenbart nicht nur der Umgang mit dem Rotwild im Landesforst, sondern auch die an den Tag gelegte Gleichgültigkeit gegenüber dem Birkwild. In Deutschland steht das imposante Raufußhuhn auf der Roten Liste, Kategorie 1: Es ist vom Aussterben bedroht. Im Westerzgebirge ist der Bestand seit Ende der 90er Jahre von 200 auf nur noch 20 Tiere geschrumpft, wie die Freie Presse (FP) berichtet. Viele der Flächen, auf denen die letzten sächsischen Birkhähne leben, werden vom SBS bewirtschaftet: “Obwohl der Sachsenforst dazu verpflichtet ist, den Lebensraum der seltenen Vögel zu erhalten, geschieht das Gegenteil”, so die FP. Bei einer Anhörung im Umweltausschuss im sächsischen Landtag am 2.11. haben Ornithologen scharfe Kritik am Sachsenforst geübt und Sofortmaßnahmen gefordert.

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Projekt Fellwechsel informiert zum Start der Raubwildsaison

Die Fellwechsel GmbH ist ein Projekt von Deutschem Jagdverband (DJV) und Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV BW). Ziel ist, die “Nutzung von Bälgen aus der Jagd aktiv zu fördern.” Zum Beginn der neuen Saison hat Fellwechsel die wichtigsten Informationen für interessierte Jäger zusammengestellt: Dazu heißt es auf der Internetseite von Fellwechsel: “Ab Mitte November sind die Bälge der Raubsäuger reif und es kann wieder gesammelt werden.” Und das geht so:

Was und Wie?

Angenommen wird (nach dem jeweiligen Landesjagdrecht) alles Raubwild, Nutria (ab ca. 4-5 Kilo) und Bisam erlegt von Mitte November 2018 bis zum 3. Februar 2019 mit verwertbaren Bälgen. Tiere aus der Fangjagd oder mit Schrot erlegte sind in der Regel gut zu verwerten. Bei der „kleinen Kugel“ sollte der Ausschuss nicht größer als ein 2 Euro Stück sein! Fall- und Unfallwild wird grundsätzlich nicht angenommen.

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Der Wolf in unserer Kulturlandschaft

Ein Beitrag von Prof. Dr. rer. nat. Hans-Dieter Pfannenstiel, Diplom-Biologe

Deutschland ist Wolfsland

Deutschland gehört zum angestammten Vorkommensgebiet der Art Canis lupus. Der Wolf breitet sich in einer Kulturlandschaft aus, die sich seit seiner Ausrottung erheblich verändert hat: z. B. stark gewachsene Zahl von Menschen und Siedlungsräumen, extreme Verdichtung von Verkehrswegen. Ohne Begrenzung der Zahl der Wölfe bzw. Festlegung von Gebieten, in denen Konflikte mit Menschen sehr wahrscheinlich sind, wird die Situation in absehbarer Zeit unbeherrschbar werden.

Der Wolf – eine bedrohte Art?

Die Art Canis lupus ist weder gefährdet noch gar vom Aussterben bedroht, trotz häufiger gegenteiliger Bekundungen. Im nördlichen Eurasien und in Nordamerika gibt es seit jeher große vitale Populationen. Der Artenschutz liefert keine wildbiologischen oder populationsökologischen Gründe, weswegen der Wolf nicht in Deutschland planmäßig bejagt werden könnte, wie es viele unsere Nachbarn in Europa tun, ohne ihren jeweiligen Wolfsbeständen zu schaden. Artenschutz wird gelegentlich mit Tierschutz verwechselt. Diese Verwechslung führt dazu, dass der ideologisch motivierte Naturschutz hierzulande den Wolf unter allen nur denkbaren Umständen für unantastbar hält. Dieser Einstellung liegt auch eine weitere Verwechslung zu Grunde. Oft werden Population und Bestand nicht sauber definiert und auseinandergehalten. Dieser Unterschied ist aber deshalb sehr wichtig, weil die EU-Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, genannt Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-R) von Populationen im Sinne der biologischen Definition und nicht von lokalen Beständen spricht.

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Namibia: Uneingeschränktes Bekenntnis zur Bedeutung der Jagd

„Die Annahme ist völlig falsch, dass andere Tourismusformen die Jagd ersetzen könnten“: In einem Brief wendet sich die Namibische Staatsregierung gegen das von Kalifornien geplante Importverbot bestimmter Trophäen. CIC und DJV begrüßen, dass sich die Namibische Regierung uneingeschränkt zur Bedeutung der Jagd für die Biodiversität des Landes bekennt.

In einem Schreiben wendet sich Theofilus Nghitila, seit Neuem Staatssekretär des Namibischen Umwelt- und Tourismusministeriums, an den Gouverneur des Staates Kalifornien, Edmund G. Brown. Darin bringt Nghitila zum Ausdruck, welche weitreichenden negativen Konsequenzen der von der kalifornischen Regierung geplante „Iconic African Species Protection Act“ für sein Land, seine Bevölkerung und den Artenschutz hätte. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßen die offenen Worte der Namibischen Regierung und das klare Bekenntnis eines ganzen Landes zu nachhaltiger Jagd.

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“Waschbären kennen keine Ländergrenzen”

Jäger fordern anlässlich der Agrarministerkonferenz einheitliche Standards für die Eindämmung von Waschbär und Co. Unnötige Beschränkungen für die Jagd mit Falle und Waffe sollen fallen. Kastration ist keine Alternative zur Jagd.

Auf seiner heutigen Tagung hat das Präsidium des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ein 5-Punkte-Papier zum Umgang mit invasiven gebietsfremden Arten verabschiedet. Zentrale Forderung: Jäger sind die ersten Ansprechpartner, denn die Eindämmung von Waschbär, Mink oder Nutria ist mit Falle und Waffe wirkungsvoll und tierschutzgerecht. An die Teilnehmer der heute beginnenden Agrarministerkonferenz in Bad Sassendorf hat der DJV die Forderung gerichtet, auf bundeseinheiltiche Standards für die Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten zu drängen.

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#findthisbitch: Die Bilderbuchromantik hat wenig mit der Realität in Afrika zu tun

Die Jägerin und Wissenschaftlerin Brittany Longoria wird angefeindet, weil sie einen Leoparden erlegt hat. In einem Interview erklärt sie, was Naturschutzarbeit in Afrika bedeutet. Und warum ein alter Leopard eine Gefahr für Nutztiere ist.

#findthisbitch: Mit diesem Hashtag und einem von einer US-Website kopierten Bild tritt ein amerikanischer Tierrechtler eine Lawine los. Beihilfe erhält der bis dato unbekannte Tierrechtler von Prominenten wie Naomi Campbell, die das illegal kopierte Bild auf Instagram weiter teilen. Blanker Hass ergießt sich über Brittany Longoria, Jägerin und Wissenschaftlerin, die sich lange Jahre im praktischen Artenschutz in Ost- und Südafrika engagiert hat. Ihr Vergehen in den Augen der weltweiten Tierrechtsszene? Longoria hat einen Leoparden erlegt. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) konnten mit der Jägerin sprechen, die sich aktuell einem Phänomen ausgesetzt sieht, das nichts anderes ist als eine mediale Hetzjagd.

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Tierrechtler hetzen gegen Artenschützerin, weil sie nachhaltige Jagd befürwortet

Tierrechtsorganisationen machen in sozialen Medien mit prominenter Unterstützung Stimmung gegen nachhaltige Jagd in Afrika. CIC und DJV verurteilen die mediale Hetzjagd gegen die Jägerin Brittany Longoria: Als Wissenschaftlerin entwickelt sie ökologische Tourismuskonzepte in Afrika, die Jagd einschließen.

Das Bild zeigt eine junge Jägerin, die einen toten Leoparden hält: „Wut über Jagdtrophäe: Frau erlegt riesigen Leoparden und grinst in die Kamera – Tierschützer laufen Sturm“, titelt der Stern dazu. Das Bild hat die Jägerin nicht selbst auf Instagram eingestellt, es wurde von einem amerikanischen Tierrechtler gepostet. Mediale Aufmerksamkeit erzielt der Beitrag, seit Prominente wie das Modell Naomi Campbell das Bild in ihren persönlichen Netzwerken teilen. Zwischenzeitlich bedrohen Tierrechtler die Jägerin mit Hassmails, die zu Mord und Vergewaltigung aufrufen. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband betrachten diese Hetzjagd mit Sorge. „Ich finde es befremdlich, dass sich Teile unserer Gesellschaft aufgrund eines Fotos anmaßen, eine ausgewiesene Artenschützerin derart zu diskreditieren. Sie echauffieren sich über die regulierte Bejagung eines Wildtieres, dessen Management international gültigen Quoten und Kriterien folgt. Wir fordern eine faktenbasierte Berichterstattung“, so Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der deutschen Delegation des CIC.

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Fangjagd: Tu es für die Rohrdommel

Vier Kursziele wollte Revieroberjäger Axel Nitschke bei seinem Fangjagd-Seminar erreichen, das am 1.9. von der Landesjagdschule des Landesjagdverbands Brandenburg veranstaltet wurde: Grundkenntnisse der Fallenjagd-Praxis vermitteln, mit den Rechtsgrundlagen bekannt machen, Sinn und Notwendigkeit der Fallenjagd aufzeigen, vor allem aber: “HEISS MACHEN AUF EINE ART DES HANDWERKS JAGD.” Es ist ihm gelungen.

Nitschke, der auch Vorsitzender der Brandenburger Berufsjägerverbands ist, betreut ein Revier in Brandenburg mit Feldanteil. “Wir legen dort sehr großen Wert auf Niederwildhege, obwohl wir kaum jagdbare Niederwildbesätze haben”, sagt er. Und warum? “Ich möchte auch meinem Sohn noch eine Rohrdommel zeigen können. Das ist meine Motivation.” Als Jäger hege er Wildtiere, aber nicht jagdbare, wild lebende Tiere von der Rohrdommel über den Feldhamster bis zur Trauerseeschwalbe befinden sich auch im Blickpunkt der Hege, werden sozusagen mitgehegt, um sie zu erhalten: “Es ist eine Illusion zu glauben, dass man in unserer Agrarsteppe jagdbare Bestände des Rebhuhns hochbringen könnte”, erklärt Nitschke. “Aber es ist schön, wenn es noch da ist. Außerdem: “Wenn wir nur noch an der Kirrung rumsitzen, womöglich noch mit Nachtsichttechnik, geht uns viel verloren. Es ist schade um die Jagd, bei der es doch ums große Ganze gehen sollte.”

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Hessen: OJB begründet Ablehnung der Schonzeitaufhebung für Waschbären

Ignoranz und Tatsachenleugnung als Entscheidungsgrundlage?

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUKLV) hat den Antrag des Jagdpächters Helmut Nickel, die Schonzeit für Waschbären aus Artenschutzgründen aufzuheben, abgelehnt (JAWINA berichtete). Die Begründung lautete im Wesentlichen, dass die Oberste Jagdbehörde (OJB) des Landes “keine Erkenntnisse” habe, die Nickels Einschätzung bestätigen. Wir haben beim MUKLV nachgefragt:

“In dem Bescheid heißt es, die Oberste Jagdbehörde (OJB) habe keine Erkenntnisse, die die allgemeine Einschätzung des Antragstellers bestätigen”, schrieb die JAWINA-Redaktion an das Ministerium. Und weiter: “Dies dürfte sich auf die vom Antragssteller zur Begründung seines Antrags vorgebrachte Einschätzung beziehen, dass die “Schonzeit für Prädatoren zum Verhängnis für bedrohte Arten” werde, da “gerade im Frühjahr, wenn Feldhase, Rebhuhn und Fasan ihre Jungen aufziehen”, […] “diese Jungtiere von den Prädatoren als Futter für die eigenen Jungen benötigt” würden.

Wenn der OJB tatsächlich keine Erkenntnisse vorliegen, die diese Einschätzung bestätigen, so stellt sich uns die Frage, wie das sein kann, und ob ein derartiges Nicht-Erkennen oder Nicht-Erkennen-wollen nicht als schuldhaft vorsätzlich oder zumindest grob fahrlässig qualifiziert werden muss.

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Hessen: LJV kritisiert zu Beginn der Jagdsaison Einschränkungen der Fuchsjagd

Im zweiten Jahr nach dem Inkrafttreten der neuen hessischen Jagdverordnung und der eingeführten Schonzeit für den Fuchs (vom 01.03.-14.08.) zeigt sich die Jägerschaft besorgt um das Niederwild, so der LJV Hessen in einer aktuellen Pressemitteilung. Denn während der Sommermonate darf der Fuchs nicht bejagt werden. Doch gerade in dieser Zeit ziehen viele bodenbrütenden Arten wie Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche aber auch Junghasen und Feldhamster ihren Nachwuchs groß. „Die hessischen Jägerinnen und Jäger können ihren gesetzlichen Hegeauftrag nicht mehr erfüllen, da uns durch die Jagdverordnung die Hände gebunden sind und wir den Jungfuchs erst ab dem 15. August bejagen dürfen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen.

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“Lachs-Wiederansiedlung ist systematische Kormoranfütterung”

Viele Artenschutzprojekte sind zum Scheitern verurteilt, weil die eher unpopuläre Prädatorenkontrolle vernachlässigt wird. Ein schönes Beispiel dafür bringt die FAZ: Unter dem schon fast beschönigenden Titel “Kaum einer kehrt zurück” berichtet Oliver Bock über den Versuch, Lachse in der Wisper, einem Nebenfluss des Rheins, wieder anzusiedeln. 420.000 Lachse wurden seit 1999 in verschiedenen Entwicklungsstadien ausgesetzt, weniger als drei Dutzend kehrten zum Laichen zurück. Mit dieser doch sehr kümmerlichen Rate gilt das Wisper-Projekt als hessenweit erfolgreichstes, wie Bock schreibt. Bei den anderen Projekten konnte eine erfolgreiche Vermehrung der Lachse nicht einmal dokumentiert werden. Neben illegalem Fang und Verluste durch Wasserkraftturbinen ist es vor allem der Kormoran, der den Lachsen zusetzt. Die Kormoranpopulation hat sich in den letzten 20 Jahren verzigfacht, die FAZ zitiert Zahlen der Bundesregierung, nach denen der Bestand allein von 2010 bis 2016 von 5300 auf knapp 49.000 Stück angewachsen ist. “Vor allem zu viele Kormorane sind offenbar der Lachse Tod”, resümiert Bock, stellte aber zugleich fest, dass ein “Populationsmanagement von Kormorankolonien, das in der Praxis auf begrenzte Jagd hinauslaufen würde”, politisch kaum durchsetzbar erscheint. So laufe der Versuch der Lachs-Wiederansiedlung “auf systematische Kormoran-Fütterung” hinaus.

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Hessen: Waschbär darf ab 1. August wieder bejagt werden

LJV: “Hausbesitzer und der Artenschutz können aufatmen”

In den vergangenen knapp 10 Jahren hat sich die bundesweite Jagdstrecke der Waschbären nahezu vervierfacht. Zudem ist der Waschbär seit 2016 als gebietsfremde und invasive Art auf der EU-Liste aufgeführt. Laut Vorgabe der EU sollen invasive Arten, auch die, die sich bereits etabliert haben, an der weiteren Ausbreitung gehindert oder diese verlangsamt werden. „Umso unverständlicher ist es, dass es gerade in Hessen – im Bundesland mit einem der höchsten Waschbärvorkommen – eine Schonzeit für den Kleinbären gibt“, so Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen.

Der LJV fordert ein Umdenken von der Landespolitik und erwartet von den Parteien eine klare Position vor den Landtagswahlen im Oktober. Die Zahlen sind eindeutig und zeigen die rasche Verbreitung der Kleinbären in ganz Deutschland. Hier steht insbesondere Hessen in der Pflicht, die EU-Verordnung umzusetzen. Jedoch wird durch den kürzlich veröffentlichten Managementplan die Aufhebung von Schonzeiten als regionale Artenschutzmaßnahme deutlich erschwert: Denn künftig müssen Artenschutzprojekte zur Populationskontrolle wie in der Wetterau oder der Rhön durch ein aufwendiges Monitoring verpflichtend begleitet und evaluiert werden.

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Hessen: Umweltministerium lehnt Schonzeitaufhebung für Waschbären ab

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUKLV) hat den Antrag auf Schonzeitaufhebung für Waschbären abgelehnt, den der 1. Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen, Helmut Nickel, als betroffener Jagdpächter gestellt hatte (JAWINA berichtete). Nickel hatte in dem Antrag darauf hingewiesen, dass “nach Art. 19 der EU-Verordnung Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten die Mitgliedstaaten innerhalb von 18 Monaten nach der Aufnahme einer invasiven gebietsfremden Art in eine Unionsliste über wirksame Managementmaßnahmen für diejenigen Arten zu verfügen haben, die in ihrem Hoheitsgebiet weit verbreitet sind.” Der Waschbär sei in der Listung ab dem 3. August 2016 erfasst. Bereits ab Februar 2018 wären daher entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung bzw. zur Populationskontrolle vorzusehen gewesen. Stattdessen bleibe es in Hessen unverändert bei der Schonzeitfestlegung durch die im Jahr 2015 verabschiedete Jagdverordnung, stellt Nickel fest.

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BJV-Naturschutzpreis: Artenschutz aus Jägerhand

Bayerischer Jagdverband (BJV) ehrt außergewöhnliches Engagement für Natur- und Artenschutz

Für das außergewöhnliche Engagement im Natur- und Artenschutz verleiht der Bayerische Jagdverband (BJV) seit über 20 Jahren seinen Naturschutzpreis. Unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Dr. Marcel Huber wurde die begehrte Auszeichnung gestern im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum gleich an zwei Preisträger vergeben: An den Arbeitskreis „Steinwild an der Benediktenwand“, Oberbayern, und an die Jägerschaft Wegscheider Land, Niederbayern.

Unterwegs für Steinbock und Haselhuhn

Für den Arbeitskreis Steinwild nahmen Anton Krinner von der Hochwild-Hegegemeinschaft Isarwinkel und Franz Steger, der Leiter der unteren Jagd- und Naturschutzbehörde am Landratsamt Bad Tölz, den Preis entgegen. Seit über 25 Jahren führen die Isarwinkler Jäger zusammen mit Franz Steger das Monitoring der Steinbockpopulation durch. Mit großem persönlichem Engagement setzt sich die Jägerschaft dort für das Management zum Erhalt der isolierten Steinwild-Population an der Benediktenwand ein.

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DJV fordert Stärkung der Bejagung invasiver Prädatoren

Der DJV stellt anlässlich der Umweltministerkonferenz ein 5-Punkte-Papier vor: Die Jagd auf invasive Arten mit Falle und Waffe ist wirkungsvoll und tierschutzgerecht. Absurde Kastrationspläne der Tierschutzlobby für den Waschbär haben in Managementplänen keinen Platz.

Eingeschleppte Arten wie Waschbär, Mink oder Marderhund bedrohen die heimische Artenvielfalt und sollen nach EU-Vorgaben reduziert werden. Anlässlich der in dieser Woche stattfindenen Umweltministerkonferenz fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) von der Politik ein wissensbasiertes und praxisorientiertes Vorgehen bei der Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten. Dies kann nur auf Basis bundeseinheitlicher Standards gelingen, da Tiere keine Ländergrenzen kennen. Der DJV hat heute dazu ein 5-Punkte-Papier vorgelegt. Demnach ist die Jagd mit Falle und Waffe das wirkungsvollste tierschutzgerechte Instrument, um die Ausbreitung von Waschbär, Marderhund, Mink und Co. einzudämmen. Die Jagd auf diese Tiere sollte laut DJV vereinfacht werden: Keine Verbote in Siedlungs- und Schutzgebieten und keine Schonzeiten. Der Elterntierschutz muss allerdings erhalten bleiben.

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Schweiz: Erleichterter Abschuss von Wolf, Luchs, Schwan und Biber

In der Schweiz steht die Novellierung des Jagdgesetzes an, diskutiert wird vor allem über die Herabsetzung des Schutzstatus und den in Folge erleichterten Abschuss von bislang streng geschützten Tierarten. Dabei geht es, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, in erster Linie um den Wolf, dessen Bestand auch in der Schweiz ansteigt und eine zunehmende Zahl von Nutztierrissen (ca. 150 pro Jahr) zur Folge hat. Vier Wolfsrudel, insgesamt etwa 40 bis 50 Tiere, soll es laut NZZ aktuell in der Schweiz geben. In der Schweiz sind Abschüsse von Wölfen möglich und wurden in des Vergangenheit auch schon mehrfach bewilligt, wenn ein Wolf eine bestimmte Zahl von Nutztieren gerissen hat. Dem Schafzüchterverband reicht das nicht, er fordert eine Neuverhandlung des Schutzstatus, damit Wölfe “unbürokratisch reguliert” werden können.

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EU-Kommission lehnt Änderung des Schutzstatus von Wölfen ab

Obwohl die europäische Wolfspopulation stark anwächst und sich Nutztierrisse häufen, lehnt die EU-Kommission eine Änderung des Schutzstatus von Wölfen, was eine geregelte Bejagung ermöglichen könnte, weiterhin ab. Der maltesische EU-Umweltkommissar Karmenu Vella erklärte der Tiroler Tageszeitung (tt) zufolge, es gehe um “die Wahrung des Naturerbes.” Wir bräuchten die Koexistenz von Mensch und Wolf. Die Koexistenz funktioniere nicht, widersprach ein Schafzüchter laut tt.

Vella forderte “effizientere Schutzmaßnahmen: Elektrozäune, modernes Weidenmanagement und Schulungen für Landwirte.” Wenn das alles nichts helfe, müsse es finanzielle Kompensation für den Verlust von Nutztieren geben. Die Kommission sei bereit, solche Maßnahmen zu unterstützen. Es gebe diverse Fördertöpfe für solche Zwecke. red.

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in der Tiroler Tageszeitung (Screenshot).

“Grenzgänger Schwein” – WWF warnt vor Schweinezaun an dänisch-deutscher Grenze

In einem gemeinsamen, offenen Brief an Politiker in Dänemark und Deutschland warnen die nationalen WWF-Organisationen der betreffenden Länder vor dem geplanten Schweinezaun an der Grenze. Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, prüft Dänemark derzeit den Bau einer solchen Anlage. So sollen Wildschweine am Grenzübertritt gehindert werden. Der WWF bezweifelt nicht nur die Wirksamkeit dieses Vorhabens, sondern warnt zugleich vor einer gravierenden Barriere für andere Wildtiere und einer Zerschneidung von Schutzgebieten.

„Es kann als wahrscheinlicher angesehen werden, dass die Schweinepest durch menschliche Nachlässigkeit in Zuchtbetriebe gelangt, als durch Wildschweine. Der Zaun wäre lediglich eine Barriere, die mitten durch zahlreiche Naturschutzgebiete führt – inklusive des Wattenmeers, das als UNESCO-Welterbe von internationaler Bedeutung ist. Vom Feldhasen bis zum Rotwild wären zudem zahlreiche Tierarten davon betroffen“, kritisiert Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland und einer der Unterzeichner des Briefes, der auch an Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck geschickt wurde.

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