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Frischling frisst Frontkämpfer

Echt jetzt? Diverse Medien, darunter auch Jagdmedien, melden dieser Tage, dass Wildschweine drei IS-Kämpfer in den Hamrin-Bergen etwa 70 Kilometer südlich von der nordirakischen Stadt Mossul getötet und fünf weitere verwundet haben sollen. Hektisch gegen entsprechende alarmistische Hinweise in den Nachrichtenkanälen der JAWINA-Redaktion ein. Demnach hätten die Frontkämpfer einen Hinterhalt installiert, um Anti-IS-Kämpfer eines lokalen Stammes anzugreifen. Es sei “wahrscheinlich”, dass die Terrorkämpfer dabei eine Rotte Wildschweine gestört hätten, die die Gegend und die nahegelegenen Kornfelder bewohnten”, wird  ein gewisser Sheikh Anwar al-Assi, vom örtlichen Ubaid Stamm zum Beispiel in USA Today zitiert. Dafür hätten die Wildschweine blutige Rache genommen. Mal abgesehen von der jagdlichen Relevanz – wie “wahrscheinlich” die von Scheich Anwar al-Assi aufgetischte Geschichte wirklich ist, sollten Jäger doch recht zuverlässig beurteilen können. Nach weitgehend übereinstimmenden Erfahrungen ergreifen gestörte Wildschweinrotten eher die Flucht, als zu einem koordinierten Gegenangriff überzugehen. Selbst bei der Nachsuche auf krank geschossene und entsprechend schlecht gelaunte Wildsauen, kommt es relativ selten zu wirklich schweren Verletzungen, dass (unbeschossene) Sauen gleich ganze Jägertrupps dahingemeuchelt hätten, ist historisch nicht belegt. Dass eine im Getreide aufgeschreckte Rotte Sauen einen Trupp bis an die Zähne bewaffneter, fronterfahrener IS-Kämpfer aufmischt, die in den Tagen zuvor mindestens 25 Menschen auf der Flucht aus dem Kampfgebiet exekutiert haben sollen, erscheint vor diesem Hintergrund nicht “wahrscheinlich” – sondern extrem unwahrscheinlich.

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