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Brisantes Urteil: Jagdpachtminderung wegen Durchforstung

Das Amtsgericht Dillenburg hat in einem aktuellen Urteil einem Jagdpächter aus dem Raum Herford eine Minderung der Jagdpacht zugestanden, weil nach einer Durchforstung die jagdliche Nutzung des Reviers eingeschränkt war. Brisant daran: Das Gericht erkannte die Berechtigung der Pachtminderung wegen eines “Mangels der Pachtsache” nicht nur für den Zeitraum (Januar bis März 2011) an, in dem der entsprechende Revierteil während der Durchforstung für den Besucherverkehr gesperrt war, sondern auch für das anschließende Pachtjahr.

Demnach “führten die durchgeführten Waldbaumaßnahmen im 1. Quartal 2011 auch im folgenden Pachtjahr zu Beeinträchtigungen bei der Jagdausübung […].” Der für den Jagdpächter tätige Gutachter habe “insbesondere überzeugend ausgeführt, dass die wald- und forstwirtschaftlichen Maßnahmen negative Auswirkungen auf die Wilddichte, die Sicherheit bei der Schussabgabe, die Erreichbarkeit bzw. das Vorhandensein von Einständen, Dickungen, Brunftplätzen sowie Setz und Brutflächen gehabt habe. Infolge des Einsatzes von schweren Maschinen sei auch die Erschließung des Jagdbezirkes im Folgejahr in Bezug auf die betroffenen Flächen erschwert gewesen.”

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