Schlagwort-Archive: Alpenraum

Österreich: Neue Studie zur Rückkehr des Wolfs in den Alpenraum

Wildtierbiologe spricht sich für Management aus – Herabstufung des Status in der FFH Richtlinie angestrebt

Durchziehende Wölfe in Salzburg, Rudel in anderen Bundesländern und zahlreiche Risse von Nutztieren in den vergangenen Jahren sorgen für Verunsicherung, vor allem in der Almwirtschaft, sowie für emotionale Diskussionen quer durch alle Gesellschaftsschichten. Auf Initiative des Salzburger Landesrats Josef Schwaiger hat Klaus Hackländer von der Universität für Bodenkultur Wien ein Gutachten über die Auswirkungen der Rückkehr dieses Beutegreifers erstellt. Darin spricht sich der Wildtierbiologe für ein Wolfs-Management aus.

Das Ziel ist für Landesrat Josef Schwaiger klar: „Die traditionelle, alpenländische Landwirtschaft muss auch künftig ohne aufwendige Begleitmaßnahmen möglich sein. Zudem muss die Artenvielfalt erhalten bleiben und übermäßige Wildschäden, vor allem in Schutzwäldern, verhindert werden. Dafür sind derzeit die Gesetzte der EU ungeeignet. Wie müssen uns daher um eine Änderung des Schutzstatus des Wolfs bemühen. Wenn sich diese in großer Zahl bei uns ansiedeln, wird sich das Gesicht unseres ganzen Landes ändern.“

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Südtirol: Wölfe reissen Hund

+++ Sachsen: Entscheidung über Rotwild-Petition steht an +++ Bayern: Stöberhunde hetzen verletzten Fuchs in Vorgarten +++ Niedersachsen: Fellwechsel-Standort in Altona (Dötlingen) +++ NRW: Wölfin am Niederrhein gesichtet +++ Brandenburg: Reh bei Wildunfall in Windschutzscheibe geschleudert – Fahrer schwer verletzt +++ Bayern: Hund reißt Reh bei Coburg +++ Österreich: Jäger bei Wildfütterung schwer verletzt +++

In dem Bergdorf Scaparina im Apennin haben Wölfe einen Hund gerissen. Der Hund sei im Morgengrauen von Wölfen angegriffen und “regelrecht zerfleischt” worden, berichtet Südtirolnews. Zuvor habe es Angriffe auf Kühe und Schafherden gegeben und Anwohner beobachteten “immer öfter, dass Wolfsrudel um Häuser und Ställe streichen.” Der getötete Hund wies Südtirolnews zufolge die für Wolfsangriffe typischen Verletzungen an der Kehle auf. Von dem Hund blieb nur der Kopf und einige Knochen übrig. Gegenüber dem Nachrichtenportal warnt der Hundebesitzer vor Selbstjustiz: “Entweder die Behörden greifen ein oder die Leute könnten beginnen, sich selbst zu verteidigen.” Die Wölfe vermehrten sich “ohne Kontrolle.” Im Alpenraum beginne “die Stimmung zu kippen”, konstatiert Südtirolnews: “Immer mehr Menschen, die von der Viehwirtschaft leben, fordern Maßnahmen, den Wolfsbestand zu reduzieren.” red.

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags auf Südtirolnews (Screenshot).

Arge Alp fordert Absenkung des Schutzstatus von Wölfen

Die Regierungschefs der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer (Arge Alp) haben auf der 49. Regierungschefkonferenz der Arge, die  am 29.06. in Scuol (Schweiz, Kanton Graubünden) stattfand, eine dritte Resolution zum Thema Regulierung der Wolfspopulation im Alpenraum verabschiedet. In der Resolution stellt die Arge Alp fest, dass sich der “europäische Wolfsbestand […] rasant im Steigen” befinde: Der Alpenraum zähle mittlerweile mehr als 100 Wolfsrudel, rund die Hälfte davon im italienischen Alpenanteil. Davon abgeleitet ergebe sich aus Muttertieren, weiteren Rudelmitgliedern und abwandernden Einzelwölfen eine Gesamtpopulation von rund 600 Individuen.”

Die Zunahme der Wolfspopulation führe in den Alpen zu Konflikten, die Bewirtschaftung von Berghöfen und Almen werde infrage gestellt. Dies könne auch durch Unterstützung von Herdenschutzmaßnahmen nicht gänzlich verhindert werden. Die Regierungschefs der Alpenländer fordern daher “zum Schutz der Berglandwirtschaft und für den Erhalt eines lebendigen ländlichen Raums” die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen auf europäischer Ebene. Die Arge Alp weist außerdem darauf hin, “dass in Teilen des Alpengebiets für den Wolf ein günstiger Erhaltungszustand gegeben ist und fordert die EU-Ebene auf, den Schutzstatus des Wolfes für diese Gebiete durch folgende Maßnahme zu senken: die Übertragung des Wolfes aus dem Anhang 4 der Richtlinie 92/43/EWG (höchster Schutzstatus), in den Anhang 5.”

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Österreich: Ministerium empfiehlt wolfsfreie Alpen

Herabsetzung des Schutzstatus und ganzjährige Bejagung gefordert

Der vom österreichischen Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) herausgegebene “Grüne Bericht 2016” spricht sich für einen wolfsfreien Alpenraum aus. Die entsprechende Empfehlung “betreffend Wolf und Almweiden” der §7-Kommission kam mit qualifizierter Mehrheit zustande, wie es im Grünen Bericht heißt. Die sogenannte §7-Kommission ist mit Vertretern der politischen Parteien und weiterer Institutionen wie der Landwirtschaftskammer, der Wirtschaftskammer, der Bundesarbeitskammer und des österreichischen Gewerkschaftsbundes besetzt. Sie hat u.a. die Aufgabe, an der “Schaffung von Programmen zur Entwicklung des ländlichen Raums” mitzuwirken und “Empfehlungen an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft” zu erstatten.

In Empfehlung 3 heißt es, man wisse aus den Nachbarländern der Alpenregion, “dass Weidehaltung und Wolf nicht kombinierbar sind.” In Deutschland, Frankreich, Kroatien, Slowenien, Schweiz und Italien gebe es viele Versuche, ein Miteinander von Wolf und Weidetieren zu gestalten, die alle gescheitert seien. Nicht einmal die Entschädigungsfrage habe in diesen Ländern zufriedenstellend gelöst werden können.

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