Schlagwort-Archive: Alpen

Österreich: Diskussionen um Studie zu Rotwild-Winterfütterung

In Österreich sorgt eine Studie des Büros für Wildökologie und Forstwirtschaft Horst Leitner für Diskussionen. Die Studie “Wildmanagement Gailtaler Alpen II” untersucht, wie sich die Beendigung der seit Jahrzehnten erfolgenden Winterfütterungen auf den Wald und die Rotwildbestände auswirkt. Das laut ORF “erstaunliche Resultat” war, dass sowohl die Fallwildzahlen, als auch die Schälschäden zurückgingen. In einer PowerPoint-Präsentation werden die Studienergebnisse wie folgt zusammengefasst:

Füttern mindert die Wildschäden in den Gailtaler Alpen nicht
Die Fütterungsauflösung war bei einem Wildbestands von rd. 5 Stück auf 100ha aus betrieblicher Sicht erfolgreich
Schälschäden treten in Wintern mit lang andauernder Schneebedeckung vermehrt auf
Die Rotwildsterblichkeit nimmt ohne Fütterung in Normalwintern im Vergleich zu Gebieten mit Fütterung nicht zu
Ungestörtes Rotwild passt Raumverhalten rasch auf Verhältnisse ohne Fütterung an

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Natur- und Tierschutzverbände fordern Stopp der Bergjagd

+++ Niedersachsen: Taubenjagd für den guten Zweck +++ Bayern: Hund reißt Reh an Fütterung +++ Bayern: Wilderei? Jäger erlöst angeschossenes Reh +++ Bayern: Waschbärenstrecke steigt rasant +++ Baden-Württemberg: “Jäger vor Ort sollen außen vor bleiben” – SEK für den Wolf +++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf bei Marlow gefilmt +++

Wiener Tierschutzverein: Fütterungsverbote ignorieren

In seltener Einigkeit fordern Natur-, Tierschutz- und Jagdverbände Sofortmaßnahmen zum Schutz des Bergwilds aufgrund der Witterungssituation in den Alpen.

“Die plötzlich einsetzenden, massiven Schneefälle der vergangenen Woche haben ein weißes Leichentuch über die Wälder und Berggebiete der Alpen gelegt, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins Wildes Bayern: “Gerade die langbeinigen Pflanzenfresser stecken zum Teil wie einbetoniert in den nassen Schneemassen fest, ohne Chance irgendwie Nahrung zu erreichen. Zuvor hatte bereits der Bayerische Jagdverband (BJV) einen Jagdstopp auf das Bergwild gefordert (JAWINA berichtete).

Deshalb haben in einer ungewöhnlichen Allianz zwei Tierschutz- und zwei Naturschutzvereine einen Eilantrag an Regierung und Ministerium gestellt. Mit von der Partie sind der Deutsche Tierschutzbund (DTB), Landesverband Bayern, der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) und der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB). Die Federführung übernahm der Verein „Wildes Bayern“.

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Bayern: “Gefährdung der Weidewirtschaft durch Wölfe in Bayern verhindern!”

+++ Niedersachsen: Umweltminister warnt vor Selbstjustiz beim Wolf +++

Die Beweidung der bayerischen Almen beziehungsweise Alpen prägt ganz wesentlich die vielfältige Landschaft im Alpenraum. Auch weite Teile der bayerischen Mittelgebirge werden durch das Beweiden mit Vieh – vor allem mit Rindern, Schafen und Ziegen – offen gehalten. „Diese Weidewirtschaft darf durch den Wolf nicht unzumutbar erschwert oder gar unmöglich gemacht werden“, sagt Angelika Schorer, die Vorsitzende des Landwirtschaftsausschuss im Bayerischen Landtag. Gemeinsam mit Dr. Otto Hünnerkopf, dem umweltpolitischen Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, unterstützt sie die Entnahme des Wolfes aus der Landschaft unter bestimmten Voraussetzungen. Wenn diese Möglichkeit nicht geschaffen wird, könnte womöglich ein erheblicher Rückgang der Weidewirtschaft mit gravierenden Folgen drohen.

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Reinhold Messner: Wölfe gezielt abschießen

+++ Brandenburg: Wölfe reißen zahlreiche Tiere in Damwildgatter +++ Niedersachsen: Gelebte Öffentlichkeitsarbeit – Jäger schießt Katze vor den Augen der Besitzer +++ Österreich: 80jähriger Jäger schießt 25jährigen an – Geldstrafe +++

Der Extrembergsteiger und Umweltaktivist Reinhold Messner warnt im Interview mit ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) vor falscher Romantik im Umgang mit Wölfen. Messner: “Ich warne seit Jahren, dass sich Wölfe in die Nähe von Städten wagen werden. Man muss endlich wieder ein Gleichgewicht herstellen. Wölfe müssen wieder Angst vor Menschen haben, das haben sie verloren. Das geht aber nur, wenn jene Wölfe, die Schafe töten, vom Menschen entnommen werden.” Auf die Frage, ob das den Abschuss von Wölfen bedeuten würde, antwortet Messner: “Ja, gezielt abschießen, aber die EU verbietet das ja. Man kann sie nicht einfangen und in einen Tierpark bringen, das funktioniert nicht. Auch können wir die Schafe nicht ständig hinter doppelte Zäune sperren. Die Wölfe sind Jäger. Sie richten ihre Opfer fürchterlich her, bringen auch zehn um, nur um die Innereien von einem Schaf zu fressen.”

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Der Anwalt der Hirsche

+++ Niederlande: Im Wildpark ausgestiegen – Geparde jagen Familie +++ “Lex Schweiz”: Tschechien verklagt Schweiz wegen Ausnahme im EU-Waffenrecht +++ Thüringen: Schäfer halten Wolfs-Mahnwachen +++

Fütterungen von Wildtieren sind umstritten: Verantwortungsloses Heranhegen überhöhter Bestände oder notwendige Artenschutzmaßnahme, weil etwa beim Rotwild in Bergregionen Lebensraumverluste durch Bebauung und geändertes Freizeitverhalten die natürlichen Wanderungen der Tiere und damit die Futtersuche im Winter unmöglich machen? Auf salzburg24 stellt ein überzeugter Fütterer und “Anwalt der Hirsche” seine Motivation für die Fütterung der Tiere dar.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf salzburg24 (Screenshot)

Italien: Region Venetien steigt aus europäischem Wolfsprojekt aus

Die norditalienische Region Venetien zieht sich aus dem europäischen Wolfsprojekt “Life Wolfalps” zurück. Die Wölfe würden zunehmend als Störfaktor empfunden, berichtet der ORF: Der Schutz der Herdentiere auf den Sommerweiden und die Verträglichkeit mit dem Tourismus würden zunehmend zum Problem. Nachdem in den 70er Jahren der Wolfsbestand in Italien auf etwa 100 Tiere abgesunken war, leben nun dank strenger Schutzmaßnahmen wieder etwa 2000 Wölfe in dem Land. Wie viele davon in Venetien lebten, sei unklar, fest stehe jedoch, dass sie große Schäden anrichteten, so der ORF. Es hagele Klagen von Viehzüchtern. Insbesondere auf den schwer zu schützenden Dolomiten-Hochebenen machen Wölfe den Schäfern zu schaffen. “Wir prüfen, welche Maßnahmen wir gegen die Wölfe ergreifen können, die nicht gejagt werden können. Jede Nacht gibt es Angriffe auf Schafe und andere Tiere, die ebenfalls das Recht zu leben haben“, zitiert der ORF den Präsidenten der Region Venetien, Luca Zaia.

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Österreich: Ruhezonen für Wildtiere

Die Aktion “Respektiere deine Grenzen” fördert rücksichtsvolles Verhalten in der Natur

Im österreichsichen Bundesland Land Salzburg hat der Winter im Hochgebirge schon ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Damit beginnt für Wildtiere eine der anstrengendsten Jahreszeiten, heißt es auf der offiziellen Homepage des Bundeslandes. Es gibt wenig Nahrung, und die Tiere müssen mit ihren Kräften haushalten. Ein Skifahrer oder Wanderer, der ein Tier aufschreckt und eine kräfteraubende Flucht auslöst, gefährdet das Leben von Reh, Hirsch und Co. “Aus diesem Grund weisen wir gemeinsam mit Grundeigentümern, Seilbahnunternehmen und Sportorganisationen Ruheräume aus. Es kann nicht sein, dass wir rücksichtslos quasi mit Ski oder Snowboard durch das Wohnzimmer der Tiere preschen”, erklärte Landesrat Dr. Josef Schwaiger heute, Freitag, 22. November, zur Aktion “Respektiere deine Grenzen”. “Wir wollen mit Information für ein faires Miteinander von Mensch und Tier sorgen. Bereits bei der Tourenplanung kann man sich im Internet schlaumachen, wo in Salzburg solche Ruhezonen ausgewiesen wurden. Viele Seilbahn-Betreiber schildern diese Bereiche in den Skigebieten ebenfalls vorbildlich aus. Wir machen Gäste darauf aufmerksam, dass sie abseits der Pisten neben dem eigenen Leben auch das von Wildtieren aufs Spiel setzen”, so Landesrat Schwaiger.

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