Schlagwort-Archive: Afrika

CIC: Falschmeldung – Jagdmunition soll in Afrika Geier vergiften

Die Deutsche Presseagentur hat eine Meldung verbreitet, die von Dutzenden Tageszeitungen und anderen Presseorganen nachgedruckt worden ist. Jäger würden in Afrika mit verbleiter Munition auf Elefanten und anderes Wild schießen. Geier würden von den mit Blei verseuchten Kadavern fressen und deshalb sterben. DPA bezieht sich dabei auf eine Studie der Universität Kapstadt. Die Wissenschaftler Rebecca Garbett et al. fanden demnach in dem Land Botswana im südlichen Afrika bei einer Untersuchung von 560 Weißrückengeiern erhöhte Bleigehalte. “Höchstwahrscheinlich” sei bleihaltige Munition Ursache dieser Vergiftungen folgern die Wissenschaftler und fordern ein Verbot bleihaltiger Munition.

Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) begrüßt jede Studie, die die möglichen Auswirkungen bleihaltiger Jagdmunition wissenschaftlich untersucht. Der CIC unterstützt in Übereinstimmung mit der Bundesregierung die Entwicklung von Jagdmunition mit optimaler Tötungswirkung bei gleichzeitiger Bleiminimierung im Wildbret. Gleichzeitig stellt der CIC aber fest, dass die in der Presse behaupteten Tötungswirkungen bei Geiern durch Jagdmunition in Afrika gar nicht festgestellt worden sind. Die zitierte Studie belegt dies in keiner Weise.

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Jagd in Afrika unverzichtbar für Schutz von Wildtieren und Lebensräumen

Auf der Konferenz “Ruhig bleiben und Afrika die Führung übernehmen lassen: Unterstützung von Gemeinschaften bei der Wildtiererhaltung“, betonten Vertreter von Wildbewirtschaftungsbehörden, Parlamenten, Botschaften und Nichtregierungsorganisationen Simbabwes, Südafrikas und Namibias die Rolle der nachhaltigen Jagd für den Natur- und Wildtierschutz in Afrika und verwahrten sich gegen ideologisch motivierte Einmischung europäischer Staaten und Organisationen. Die Konferenz wurde von dem Vorsitzenden der Intergruppe „Biodiversität, Jagd, Ländliche Aktivitäten“ des Europäischen Parlaments, Karl-Heinz Florenz, organisiert.

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Märchenstunde über Löwenschutz

DJV kritisiert Aussagen des Umweltministeriums zum Tag des Artenschutzes

Afrika ohne Löwen? Das Bundesumweltministerium verbreitet anlässlich des Weltartenschutztages ein Schreckensszenario. Eine stärkere Regulierung der legalen Trophäenjagd soll’s richten.

Zum diesjährigen Weltartenschutztag hat das Bundesumweltministerium in einer Presseerklärung das Schreckensszenario eines Afrikas ohne Löwen gezeichnet. Schuld an ihrem Rückgang seien Lebensraumzerstörung, Wilderei, Mensch-Wildtier-Konflikte sowie nicht nachhaltige Jagd. Das Ministerium feiert sich anschließend für seine Erfolge bei der stärkeren Regulierung und Kontrolle der Trophäenjagd auf Löwen. Dafür werde das Ministerium weiter kämpfen. Indem das Umweltministerium seinen Kampf gegen die nachhaltige Jagd  als seinen wichtigsten Beitrag zum Löwenschutz hervorhebt, verschleiert es nur seine eigene Ideenlosigkeit und seine ideologische Orientierung in Sachen Auslandsjagd. Dass dieses jagdpolitische Signal kurz vor der Regierungsbildung gesetzt wird, ist sicher kein Zufall, sondern erscheint wie eine Positionsbestimmung für die nächsten vier Jahre. Nach der gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesregierung ist das Landwirtschaftsministerium an Entscheidungen zu beteiligen. Eigentlich. Dies ist in der Vergangenheit oft nicht geschehen.

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Grüne agitieren gegen Trophäeneinfuhr aus Afrika

Einige Abgeordnete der Grünen-Bundestagsfraktion um die Abgeordnete Steffi Lemke haben ihre alljährliche Anfrage an die Bundesregierung gerichtet, den Import von Jagdtrophäen aus Afrika betreffend. Die Antwort der Bundesregierung nutzen die Grünen, um in bekannter Manier gegen Jagd und Trophäenimport zu agitieren. Ob dies aus Unkenntnis oder Leugnung der Fakten infolge ideologischer Voreingenommenheit erfolgt, ist unerheblich. Bekanntlich ist die Situation des Großwilds in Ländern mit intensivem Jagdtourismus – bestes Beispiel ist Namibia, das Lieblings-Jagreiseland vieler deutscher Auslandsjäger – weitaus besser als in Ländern, in denen die Großwildjagd auf Druck der Tierschutzlobby verboten wurde, wie etwa in Kenia: Dort ist der Bestand vieler Wildarten seit dem Jagdverbot um zwei Drittel eingebrochen.

Unbeeindruckt von Sachkenntnis ereifert sich Lemke auf ihrer Internetseite: Es sei “völlig absurd, dass ganz legal jede Menge Jagdtrophäen von streng geschützten Tieren auch nach Deutschland importiert werden dürfen.” Viele dieser Tiere seien durch Wilderei und den Verlust von Lebensräumen durch die Auswirkungen der Klimakrise ohnehin schon vom Aussterben gefährdet. Dass ausgerechnet diese bedrohten Arten mit ihren Hörnern, Häuten oder Ohren als Souvenirs herhalten müssen, mache fassungslos. Angesichts der dramatischen Situation beim Artenschwund sollten Deutschland und Europa diese Praxis bei Jagdtrophäen überdenken und stoppen, fordert Lemke. Hier müsse eine neue Bundesregierung dringend handeln.

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Ostafrika: Luftbilder-Analyse deckt Zusammenarbeit von Rangern und Elefanten-Wilderern auf

Internationales Forscherteam hat Muster von Wilderei in Tansania aufgedeckt

Eine internationale Forschergruppe hat Luftaufnahmen eines Naturreservats in Ostafrika analysiert und dabei Muster der illegalen Jagd auf Elefanten aufgedeckt. Die Analyse zeigt, dass sich auf dem Höhepunkt der Wilderei-Krise in Tansania von 2013 bis 2015 eine Häufung von Elefantenkadavern in der Nähe von drei Rangerstationen befand. Das lege an manchen Orten in der Region Ruaha-Rungwa eine Verbindung zwischen den Wilderern und Parkaufsehern nahe. „Es gibt schon seit längerer Zeit die Vermutung, dass sich manche Wilderer mit manchen Rangern abgesprochen haben könnten. Unsere Studie untermauert diese Bedenken und bringt sie mit der extrem aktiven Wilderei zu der Zeit in Zusammenhang“, sagt Severin Hauenstein von der Abteilung für Biometrie und Umweltsystemanalyse der Universität Freiburg. Die Studienergebnisse haben Hauenstein und seine Kollegen von der University of York/England und dem Tansania Wildlife Research Institute (TAWIRI) in der Fachzeitschrift „Biological Conservation“ veröffentlicht.

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AAA in Afrika

Im Neumann-Neudamm-Verlag ist eine deutsche Übersetzung des Afrika-Klassikers “The Last of Old Africa” von Brian Nicholson unter dem Titel “Großwildjagd im alten Afrika” erschienen. In dem Buch schildert Nicholson seine Zeit als Berufsjäger und Wildhüter vor allem im Wildreservat Selous in Tansania. Es war, wie Nicholson selbst bekundet, “die große Zeit der Afrikajagd”. Monatelang war Nicholson mit Trägern in dem urwüchsigen, dünn besiedelten und kaum erschlossenen Wildparadies unterwegs. Er schoss Wild und angelte, um sich und seine Leute mit Fleisch zu versorgen, erlegte menschenfressende Löwen und Schadelefanten en masse. Dabei dienten seine Expeditionen auch der Sicherung und dem Erhalt des Selous, er erweiterte die Grenzen des Reservats, bekämpfte Wilderer, schuf eine funktionierende Verwaltung und erschloss mit der Trophäenjagd die wichtigste Geldquelle. “Zu Recht gilt er deshalb als einer der Väter dieses Reservats, das unter seiner Ägide zum größten Naturschutzgebiet in Afrika wurde”, schreibt Herausgeber Rolf Baldus in seinem Vorwort zu dem Werk. Bei allem Idealismus war natürlich auch “die Sucht nach Erleben und Abenteuer” eine starke Motivation – und es ist ein großes Vergnügen, sich von Schreibtisch und Couch hinwegzuträumen und Nicholson und seine Mannen beim Triple A (Aimlessly Arseing Around) im Busch zu begleiten. Dass man den mit vielen Fotos und Abbildungen opulent ausgestatteten dicken Schmöker gebannt in einem Zug durchliest, dazu trägt entscheidend die hervorragende und sorgfältige Übersetzung bei, die Rolf Baldus (nach einer Arbeitsübersetzung von Gert G. von Harling) erarbeitet hat.

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USA heben Importverbot für Elefantentrophäen auf

Die US-amerikanische Natur- und Artenschutzbehörde US Fish and Wildlife Service (USFWS) hat das unter der Obama-Administration verhängte Importverbot für Trophäen von afrikanischen Elefanten teilweise aufgehoben. Trophäen von in Simbabwe und Sambia erlegten Dickhäutern dürfen nun wieder importiert werden. Die Entscheidung des USFWS wurde im Rahmen eines Wildtier-Forums in Tansania verkündet, das unter anderem vom Safari Club International (SCI) veranstaltet wurde. Der SCI ist eine international tätige Organisation, die sich für den Erhalt von Jagdrecht und Wildtieren einsetzt. Die Entscheidung des USFWS hat, wie zu erwarten, wütende Proteste von Tierschützern hervorgerufen. Kritisiert wurde die angeblich “ungute Nähe” der Trumps zu Pro-Jagd-Organisationen wie dem SCI, wie u.a. der Guardian berichtet: Die Trump-Söhne Donald Jr. und Eric gelten als passionierte (Großwild-)Jäger. US-Präsident Trum verteidigte indes die Entscheidung: Das Geld, das Trophäenjäger für die Erlegung von Wildtiere bezahlten, komme dem Schutz der Wildtiere und ihrer Habitate zugute, so Trump. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels im Guardian (Screenshot).

Hühner retten Wildtiere

Über einen so interessanten wie pragmatischen Ansatz, afrikanische Wildtiere vor der lokalen Ausrottung zu bewahren, berichtet Richard Conniff in der New York Times. In “Chickens Can Help Save Wildlife” beschreibt er den durch die rasante Bevölkerungszunahme enorm gestiegenen Druck auf Wildtierpopulationen in vielen afrikanischen Ländern. Nicht nur, dass menschliche Siedlungen, Weiden und Anbauflächen immer mehr Wildnisflächen und damit Habitate beanspruchen – für viele Menschen in Afrika stellen durch Fallen, Schlingen oder Schusswaffen illegal erbeutete Wildtiere, das sogenannte Bushmeat, die einzige oder hauptsächliche Proteinquelle dar. Modernere Waffen, Kraftfahrzeuge, kommerzielle Vermarktung und das Bevölkerungswachstum hätten zu einem regelrechten Overkill geführt, schreibt Conniff. 15 Millionen Wildtiere werden pro Jahr im brasilianischen Amazonasgebiet gewildert, 579 Millionen in Zentralafrika. 301 terrestrische Säugetier-Spezies sind durch die Bushmeat-Produktion von Ausrottung bedroht, darunter Bonobos und Gorillas.

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Artenschutz: Wildtierbestände in Kenia drastisch zurückgegangen

Giraffe, Gnu und Warzenschwein sind in Gefahr: In Kenia sind die Bestände an Wildtieren seit 1977 um durchschnittlich 68 Prozent gesunken, wie die Universität Hohenheim in einer Pressemitteilung feststellt. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommen Biostatistiker der Universität Hohenheim, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität. Sie werten jahrzehntealte Datenbestände statistisch aus. Als Ursachen für die Misere haben sie Klimawandel, Viehhaltung, Bevölkerungswachstum und Versagen von Politik, Institutionen und Markt identifiziert. Jetzt mahnen sie dringenden Handlungsbedarf an. Rund 597.600 Euro Förderung erhält das Projekt von der EU. Es zählt damit zu den Schwergewichten der Forschung an der Universität Hohenheim. Was die Uni in der Pressemitteilung verschweigt: 1977 trat in Kenia ein umfangreiches Jagdverbot in Kraft.

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Herausforderung Elefantenwilderei

Der Deutsche Jagdverband (DJV) kritisiert Tierrechtsorganisationen, die mit Kampagnen gegen die legale Elefantenjagd Spenden sammeln. Vielmehr müssten die Hauptursachen des Elefantenrückgangs – Habitatverlust und Wilderei – effektiv bekämpft werden. Pragmatischer Naturschutz schließt die nachhaltige Nutzung von Wildtieren ein.

Afrikas Elefanten sind weiter im Abwind. Das ergab die erste afrikaweite Zählung, deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden. Demnach gibt es noch etwa 350.000 bis 400.000 Savannen-Elefanten. Der Rückgang zwischen 2007 und 2014 betrug etwa 150.000 Tiere. Derzeit sinkt die Population jährlich weiter um circa acht Prozent. Die Zählungen wurden im Wesentlichen als standardisierte Stichproben von Kleinflugzeugen aus durchgeführt. Sie geben den Stand von 2014 wieder. Einzelne Staaten haben zwischenzeitlich ernsthafte Bemühungen im Kampf gegen die Wilderei eingeleitet. Auch Afrikas Waldelefanten, deren Bestände mit anderen Verfahren geschätzt werden, sind weiter im Rückgang begriffen. Sie sind seit Anfang des Jahrtausends um etwa zwei Drittel gefallen. Gleichzeitig ist ihr Lebensraum um ein Drittel zurückgegangen.

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Umstrittene Trophäenjagd

Umweltorganisation WWF befürwortet Trophäenjagd unter strengen Auflagen

Befürworter der Trophäenjagd auf bedrohte Spezies in Afrika verteidigen diese mit dem Argument, dass die mit der Trophäenjagd generierten Einnahmen dem Schutz der Tierarten, ihrer Habitate und der Bevölkerung vor Ort zugute kämen. Die Autoren einer neuen Studie des Komitees für erneuerbare Ressourcen des U.S.-Kongresses (U.S. House Committee on Natural Resources) hegen Zweifel an dieser These, wie die New York Times berichtet. Demnach verhinderten zügellose Korruption und das schlechte Management der entsprechenden Wildtierprogramme in der Regel, dass die Einnahmen den erhofften Nutzen brächten. Die Studienautoren folgern, dass unter den real existierenden Bedingungen die Trophäenjagd eher zur Ausrottung bedrohter Tierarten beitragen könnte.

Die global agierende Umweltschutzorganisation WWF vertritt auf ihrer Internetseite eine andere Auffassung: “In bestimmten und rigoros kontrollierten Fällen sei es wissenschaftlich erwiesen, dass Trophäenjagd auch für bedrohte Arten eine effiziente Schutzmaßnahme als Teil eines größeren Maßnahmenbündels darstellt”, so die Organisation. (In certain limited and rigorously controlled cases, including for threatened species, scientific evidence has shown that trophy hunting can be an effective conservation tool as part of a broad mix of strategies.)

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DJV: Aufregung um Löwenjagd nicht gerechtfertigt

Nachhaltige Jagd dient dem Schutz der Löwen

Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt eine Erklärung der afrikanischen Staaten mit Löwenvorkommen zum Schutz dieser Großkatzen. “Es ist wichtig, dass die Afrikaner selbst Stellung beziehen und das Feld nicht den sogenannten Tierrechtlern überlassen“, sagte DJV-Präsident Fischer. „Selbsternannte Experten haben im letzten Jahr mit einer Vielzahl von Unterstellungen und Unwahrheiten Stimmung gegen die Jagd gemacht und bemühen sich weiterhin, die Jagd in Afrika verbieten zu lassen.“

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Lesefrüchte 3: Jagdverbot entzieht Dorf die Existenzgrundlage

Aufmerksame Jawina-Leser haben ähnliche Geschichten schon gehört, aber das macht nichts: Manche unliebsame Wahrheit kann man nicht oft genug verbreiten: Vor zwei Jahren hat Botswana die umstrittene Trophäenjagd verboten, die New York Times hat sich in dem abgelegenen Dorf Sankuyo im Okawango-Delta umgesehen und die verheerenden Folgen des Jagdverbots dokumentiert: “A Hunting Ban Saps a Village’s Livelihood” ist der Artikel von Norimitsu Onishi überschrieben. Ein Dorfbewohner bringt es auf den Punkt: “Früher, als es die Jagd gab, wollten wir diese Tiere beschützen, weil wir gut an ihnen verdient haben – heute haben wir keinen Nutzen von ihnen. Die Elefanten und Büffel zerstören unsere Felder und nachts kommen die Löwen in unsere Kraals.” Großraubwild wird zudringlicher, wenn es dunkel wird, trauen sich die verängstigten Dorfbewohner nichts mehr ins Freie.

Auch die Einkommenssituation der Dorfbewohner hat sich drastisch verschlechtert: Über Jahre hinweg haben die Abschuss- und Lizenzgebühren der Trophäenjäger und die Einnahmen für Tracking, Trophäenaufbereitung und andere Dienstleistungen Geld nach Sankuyo gebracht – Geld, das verwendet wurde, um Toiletten und Brunnen zu bauen und Häuser für die Ärmsten. Die Erlöse aus der Tropäenjagd finanzierten Stipendien für die Jungen und Renten für die Alten. Im Jahr 2010 hat Sankuyo 600.000 Dollar an der (nachhaltigen!) Erlegung von gerade einmal 120 Tieren verdient – das ist vorbei. “Das war das, was den Leuten den Schutz der natürlichen Ressourcen nahebrachte: Wir haben ihnen gesagt, dieser Löwe oder Elefant hat deine Toilette oder deinen Brunnen bezahlt”, sagt Sankuyos Bürgermeister.

Der Artikel liefert auch eine (von vielen) Begründungen dafür, warum Foto-Tourismus kein Ersatz für die Trophäenjagd ist: Foto-Touristen kommen meist nur an spektakuäre, gut erschlossene Orte – abgelegene Käffer wie Sankuyo, die für Jäger gerade interessant sind, lassen sie links liegen. Jäger benötigen weniger Infrastruktur, wenige Jäger bringen mehr Geld als ein ganzes Rudel Touristen, weshalb Jagdreisende nicht die üblen Auswirkungen des Massentourismus mit sich bringen.

Die Jagd dient den zwei großen Zielen, Einkommen zu generieren und die Tiere zu schützen, resümiert ein im Artikel zitierter Experte für Wildtiermanagement: Ironischerweise wurden weniger Tiere getötet, als es die Jagd gab. In Folge des Jagdbanns kehrt der Hass auf die Tiere zurück. SE

Beitragsbild: Der zitierte Artikel in der New York Times.

“In Simbabwe weinen wir nicht um Löwen”

In der wie üblich hysterisch, lobbyistengesteuert und sachkenntnisfrei geführten Diskussion um die Erlegung des Löwen “Cecil” durch einen amerikanischen Zahnarzt, ragt ein Beitrag heraus, schon weil er aus der Perspektive eines Einheimischen geschrieben wurde: Der Biochemiker und Musiker Goodwell Nzou wuchs in Zimbabwe auf, heute lebt und arbeitet er in Rochester im US-Bundesstaat New York. Den meisten Lesern dürfte er unbekannt sein, deshalb zuerst ein paar Informationen über den Autor: Goodwell Nzou wuchs in dem Dörfchen Chitsungo im Tal des Sambesi auf. Eines Tages, er war elf Jahre alt, ging er mit seinem Bruder zum einem Fluss in der Nähe, um sich abzukühlen. Eine Puffotter, eine der gefährlichsten Giftschlangen Afrikas, biss den Jungen ins Bein. Das gelbe Gift der Puffotter zerstört Gewebe und Blut und löst massive Nekrosen aus. Goodwell Nzous Bein schwoll sofort an, die Schmerzen müssen entsetzlich gewesen sein. Seine Familie hatte kein Geld für einen Krankentransport, so setzten sie das Kind in eine Schubkarre und brachten ihn in die nächste, zwölf Meilen entfernte Klinik. Sechs Wochen lang wurde er von Krankenhaus zu Krankenhaus gekarrt (wortwörtlich, wie in seiner Lebensbeschreibung auf der Internetseite des Nazareth College in Rochester, NY, betont wird) – doch der Zustand von Bein und Fuß verschlimmerte sich zusehends. Als seine Familie endlich das Geld zusammen bekommen hatte, um ihn in ein großes, 250 Meilen von seinem Wohnort entferntes Krankenhaus zu bringen, hatte bereits Wundbrand eingesetzt. Die Ärzte hatte keine Wahl, sie mussten amputieren: “Goodwell Nzou war froh, dass der schlimmste Schmerz vorbei war, aber der schwerste Teil seiner Reise sollte noch kommen”, heißt es in seiner Lebensbeschreibung.

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„Auf Safari“ erhält CIC-Literaturpreis

Auf der 62. Generalversammlung in Bulgarien hat der Internationale Rat für die Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) seinen Literaturpreis für 2015 an Rolf D. Baldus und Werner Schmitz verliehen. Ausgezeichnet wurden die beiden Herausgeber für ihr im Kosmos-Verlag erschienenes Buch „Auf Safari – Legendäre Afrikajäger von Alvensleben bis Zwilling“. CIC-Präsident Bernard Lozé: „Auf Safari ist ein unterhaltsames und informatives Buch, gründlich recherchiert und daher nicht unkritisch. Ein Meilenstein der internationalen Jagdliteratur.“

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Deutschland engagiert sich für den Selous

Zehn Jahre nach dem Auslaufen eines erfolgreichen Schutzprogramms für den Selous in Tansania erneuert Deutschland sein Engagement für das Wildschutzgebiet.

Rund 25.000 Elefanten fallen aktuell in Afrika der Wilderei zum Opfer. Jedes Jahr. Das Be­un­ru­hi­gen­de daran ist, dass diese Anzahl über die letzten Jahre stetig an­ge­stie­gen ist. Auch für Nas­hör­ner ist die Lage dra­ma­tisch. Die immensen Schwarz­markt­preise für das Elfenbein der Elefanten und das Horn der Nas­hörner vor allem treiben die Wilderei in ganz Afrika kata­stro­phal in die Höhe. Die meisten afri­ka­ni­schen National­park­ver­wal­tun­gen haben nicht die ent­spre­chen­de Aus­rüs­tung und finanziellen Mittel, gegen die pro­fes­sio­nell or­ga­ni­sier­te Wilderei angehen zu können.

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Der Löwenanteil

Amerikanischer Jagdverband enttarnt dubiose Spendenpraktiken von Tierschutzverbänden

Nur 0,03 Prozent der für den “Schutz” von Löwen eingesammelten Spendengelder gibt die nach eigenen Angaben “größte und effektivste” amerikanische Tierschutzorganisation Humane Society of the United States (HSUS) für Projekte in Afrika aus. Das berichtet der amerikanische Jagdverband Safari Club International Foundation. Die vier Tierschutzorganisationen HSUS, Humane Society International (HSI), International Fund for Animal Welfare (IFAW), and Born Free USA sammelten demnach 151 Milliionen Dollar Spendengelder für den Löwenschutz ein – von denen insgesamt nur ein Penny pro Spendendollar  nach Afrika ging. Ein großer Teil des Geldes werde gar nicht erst an Löwenschutz-Projekte weitergeleitet.

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Großwildjäger zu Besuch

Ein Gespräch über Jagd und Naturschutz in Afrika

“…Es ist leicht, von Hamburg oder München aus den Erhalt gefährlichen Großwilds zu fordern. Die Menschen vor Ort, die von Löwen gefressen oder deren Felder von Elefantenherden zertrampelt werden, denken anders darüber. Da zahlt übrigens keiner Wildschaden, da geht es um die Existenz. Über Tiere gut zu denken und zu reden, hilft den Tieren nicht, Tierfilme im Fernsehen zu gucken auch nicht. Aber wer in Afrika viel Geld dafür zahlt, einen Leoparden zu schießen, der hilft den Tieren…”

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