Schlagwort-Archive: Afrika

Bundestag: Grüne scheitern mit Antrag auf Importverbot für Jagdtrophäen

+++ Sachsen: Kurzhaar auf Giftköder-Suche +++ Schleswig-Holstein: Nächster Schießstand auf der Kippe? +++ Sachsen: Zaun überwunden – Wolf reißt Mutterschaf +++ Brandenburg: Jungrind fällt mutmaßlichem Wolfsangriff zum Opfer +++

Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit haben am Mittwochmorgen einen Antrag von CDU/CSU und SPD zum Artenschutz (19/10148) mehrheitlich angenommen. Eine Vorlage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/10186), die unter anderem ein Importverbot für Jagdtrophäen vorsah, fand keine Mehrheit. Die abschließende Beratung der Anträge im Plenum ist für Donnerstag ohne Debatte vorgesehen.

Beide Anträge enthalten unter anderem Forderungen zur anstehenden Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES). Die Konferenz hätte eigentlich vom 23. Mai bis 3. Juni 2019 in Sri Lanka stattfinden sollen. Das Treffen wurde aber in Folgen der Terroranschläge am Ostersonntag in dem Land verschoben. Die Konferenz soll nun vom 17. bis 28. August 2019 in Genf stattfinden.

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Kurze Replik zu den Ausführungen von RA Jens Ole Sendke

Ein Beitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Hier zeige ich der geneigten Leserschaft Bilder eines LR, einen „Fels in der Brandung der Zeit“, wie es der von mir hochgeschätzte Rechtsanwalt Jens Ole Sendke ausgedrückt hat. Bei meiner vorerst letzten Jagd in Namibia konnte ich mich von den überragenden Qualitäten dieses Gefährts überzeugen. Allerdings wäre es ehrlicher zu sagen, ich musste mich überzeugen lassen. Denn dieser Fels, auf den Jens Ole Sendke anscheinend einen Großteil seines Privatlebens aufgebaut hat, bescherte uns einen nächtlichen Gewaltmarsch durch die von ihm so eindrucksvoll beschrieben Wildnis des südlichen Afrikas. Ich sage deshalb uns, weil meine Frau, als Ehefrau eines Jägers durchaus einschlägig leidgeprüft, diesen Marsch auch durchstehen musste. Doch der Reihe nach.

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Tansania hebt Jagdverbot auf

Der ostafrikanische Staat Tansania hat das erst im Oktober 2015 verhängte Jagdverbot wieder aufgehoben. Die Regierung Tansanias begründete den Schritt damit, dass die Einnahmen aus nachhaltiger Trophäen- und Fleischjagd für den Arten- und Umweltschutz benötigt würden. Das Jagdverbort war aufgrund massiven Missbrauchs von Jagdlizenzen für Einheimische und Wilderei verhängt worden. Die jetzt wieder zugelassene Jagd solle streng überwacht werden, berichtet The East African. Bürger Tansanias und Inhaber von Jagdlizenzen für Ausländer sollen die Jagd künftig in nach Nutzungsart – Fleisch- oder Trophäenjagd – aufgeteilten Wildreservaten ausüben dürfen. Die Reservate gelten als wildreich. Der Direktor der Jagdbehörde Tansanias (Tanzania Wildlife Management Authority, Tawa), James Wakibara, erklärte gegenüber The East African, dass die Jagdlizenzen für Einheimische in fünf Jagdblocks in fünf verschiedenen Regionen (Manyara in Nord-Tansania, Lindi (Süden), der Küstenzone, Singida (Zentral-Tansania) und Tabora-Katavi (Westen) ausgegeben werden. Dies sei ein Experiment: Es gehe darum, eine neue Naturschutzstrategie zu etablieren, die auf nachhaltige Nutzung des Wildbestands setze. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in The East African (Screenshot)

#findthisbitch: Die Bilderbuchromantik hat wenig mit der Realität in Afrika zu tun

Die Jägerin und Wissenschaftlerin Brittany Longoria wird angefeindet, weil sie einen Leoparden erlegt hat. In einem Interview erklärt sie, was Naturschutzarbeit in Afrika bedeutet. Und warum ein alter Leopard eine Gefahr für Nutztiere ist.

#findthisbitch: Mit diesem Hashtag und einem von einer US-Website kopierten Bild tritt ein amerikanischer Tierrechtler eine Lawine los. Beihilfe erhält der bis dato unbekannte Tierrechtler von Prominenten wie Naomi Campbell, die das illegal kopierte Bild auf Instagram weiter teilen. Blanker Hass ergießt sich über Brittany Longoria, Jägerin und Wissenschaftlerin, die sich lange Jahre im praktischen Artenschutz in Ost- und Südafrika engagiert hat. Ihr Vergehen in den Augen der weltweiten Tierrechtsszene? Longoria hat einen Leoparden erlegt. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) konnten mit der Jägerin sprechen, die sich aktuell einem Phänomen ausgesetzt sieht, das nichts anderes ist als eine mediale Hetzjagd.

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CIC: Falschmeldung – Jagdmunition soll in Afrika Geier vergiften

Die Deutsche Presseagentur hat eine Meldung verbreitet, die von Dutzenden Tageszeitungen und anderen Presseorganen nachgedruckt worden ist. Jäger würden in Afrika mit verbleiter Munition auf Elefanten und anderes Wild schießen. Geier würden von den mit Blei verseuchten Kadavern fressen und deshalb sterben. DPA bezieht sich dabei auf eine Studie der Universität Kapstadt. Die Wissenschaftler Rebecca Garbett et al. fanden demnach in dem Land Botswana im südlichen Afrika bei einer Untersuchung von 560 Weißrückengeiern erhöhte Bleigehalte. “Höchstwahrscheinlich” sei bleihaltige Munition Ursache dieser Vergiftungen folgern die Wissenschaftler und fordern ein Verbot bleihaltiger Munition.

Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) begrüßt jede Studie, die die möglichen Auswirkungen bleihaltiger Jagdmunition wissenschaftlich untersucht. Der CIC unterstützt in Übereinstimmung mit der Bundesregierung die Entwicklung von Jagdmunition mit optimaler Tötungswirkung bei gleichzeitiger Bleiminimierung im Wildbret. Gleichzeitig stellt der CIC aber fest, dass die in der Presse behaupteten Tötungswirkungen bei Geiern durch Jagdmunition in Afrika gar nicht festgestellt worden sind. Die zitierte Studie belegt dies in keiner Weise.

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Jagd in Afrika unverzichtbar für Schutz von Wildtieren und Lebensräumen

Auf der Konferenz “Ruhig bleiben und Afrika die Führung übernehmen lassen: Unterstützung von Gemeinschaften bei der Wildtiererhaltung“, betonten Vertreter von Wildbewirtschaftungsbehörden, Parlamenten, Botschaften und Nichtregierungsorganisationen Simbabwes, Südafrikas und Namibias die Rolle der nachhaltigen Jagd für den Natur- und Wildtierschutz in Afrika und verwahrten sich gegen ideologisch motivierte Einmischung europäischer Staaten und Organisationen. Die Konferenz wurde von dem Vorsitzenden der Intergruppe „Biodiversität, Jagd, Ländliche Aktivitäten“ des Europäischen Parlaments, Karl-Heinz Florenz, organisiert.

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Märchenstunde über Löwenschutz

DJV kritisiert Aussagen des Umweltministeriums zum Tag des Artenschutzes

Afrika ohne Löwen? Das Bundesumweltministerium verbreitet anlässlich des Weltartenschutztages ein Schreckensszenario. Eine stärkere Regulierung der legalen Trophäenjagd soll’s richten.

Zum diesjährigen Weltartenschutztag hat das Bundesumweltministerium in einer Presseerklärung das Schreckensszenario eines Afrikas ohne Löwen gezeichnet. Schuld an ihrem Rückgang seien Lebensraumzerstörung, Wilderei, Mensch-Wildtier-Konflikte sowie nicht nachhaltige Jagd. Das Ministerium feiert sich anschließend für seine Erfolge bei der stärkeren Regulierung und Kontrolle der Trophäenjagd auf Löwen. Dafür werde das Ministerium weiter kämpfen. Indem das Umweltministerium seinen Kampf gegen die nachhaltige Jagd  als seinen wichtigsten Beitrag zum Löwenschutz hervorhebt, verschleiert es nur seine eigene Ideenlosigkeit und seine ideologische Orientierung in Sachen Auslandsjagd. Dass dieses jagdpolitische Signal kurz vor der Regierungsbildung gesetzt wird, ist sicher kein Zufall, sondern erscheint wie eine Positionsbestimmung für die nächsten vier Jahre. Nach der gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesregierung ist das Landwirtschaftsministerium an Entscheidungen zu beteiligen. Eigentlich. Dies ist in der Vergangenheit oft nicht geschehen.

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Grüne agitieren gegen Trophäeneinfuhr aus Afrika

Einige Abgeordnete der Grünen-Bundestagsfraktion um die Abgeordnete Steffi Lemke haben ihre alljährliche Anfrage an die Bundesregierung gerichtet, den Import von Jagdtrophäen aus Afrika betreffend. Die Antwort der Bundesregierung nutzen die Grünen, um in bekannter Manier gegen Jagd und Trophäenimport zu agitieren. Ob dies aus Unkenntnis oder Leugnung der Fakten infolge ideologischer Voreingenommenheit erfolgt, ist unerheblich. Bekanntlich ist die Situation des Großwilds in Ländern mit intensivem Jagdtourismus – bestes Beispiel ist Namibia, das Lieblings-Jagreiseland vieler deutscher Auslandsjäger – weitaus besser als in Ländern, in denen die Großwildjagd auf Druck der Tierschutzlobby verboten wurde, wie etwa in Kenia: Dort ist der Bestand vieler Wildarten seit dem Jagdverbot um zwei Drittel eingebrochen.

Unbeeindruckt von Sachkenntnis ereifert sich Lemke auf ihrer Internetseite: Es sei “völlig absurd, dass ganz legal jede Menge Jagdtrophäen von streng geschützten Tieren auch nach Deutschland importiert werden dürfen.” Viele dieser Tiere seien durch Wilderei und den Verlust von Lebensräumen durch die Auswirkungen der Klimakrise ohnehin schon vom Aussterben gefährdet. Dass ausgerechnet diese bedrohten Arten mit ihren Hörnern, Häuten oder Ohren als Souvenirs herhalten müssen, mache fassungslos. Angesichts der dramatischen Situation beim Artenschwund sollten Deutschland und Europa diese Praxis bei Jagdtrophäen überdenken und stoppen, fordert Lemke. Hier müsse eine neue Bundesregierung dringend handeln.

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Ostafrika: Luftbilder-Analyse deckt Zusammenarbeit von Rangern und Elefanten-Wilderern auf

Internationales Forscherteam hat Muster von Wilderei in Tansania aufgedeckt

Eine internationale Forschergruppe hat Luftaufnahmen eines Naturreservats in Ostafrika analysiert und dabei Muster der illegalen Jagd auf Elefanten aufgedeckt. Die Analyse zeigt, dass sich auf dem Höhepunkt der Wilderei-Krise in Tansania von 2013 bis 2015 eine Häufung von Elefantenkadavern in der Nähe von drei Rangerstationen befand. Das lege an manchen Orten in der Region Ruaha-Rungwa eine Verbindung zwischen den Wilderern und Parkaufsehern nahe. „Es gibt schon seit längerer Zeit die Vermutung, dass sich manche Wilderer mit manchen Rangern abgesprochen haben könnten. Unsere Studie untermauert diese Bedenken und bringt sie mit der extrem aktiven Wilderei zu der Zeit in Zusammenhang“, sagt Severin Hauenstein von der Abteilung für Biometrie und Umweltsystemanalyse der Universität Freiburg. Die Studienergebnisse haben Hauenstein und seine Kollegen von der University of York/England und dem Tansania Wildlife Research Institute (TAWIRI) in der Fachzeitschrift „Biological Conservation“ veröffentlicht.

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AAA in Afrika

Im Neumann-Neudamm-Verlag ist eine deutsche Übersetzung des Afrika-Klassikers “The Last of Old Africa” von Brian Nicholson unter dem Titel “Großwildjagd im alten Afrika” erschienen. In dem Buch schildert Nicholson seine Zeit als Berufsjäger und Wildhüter vor allem im Wildreservat Selous in Tansania. Es war, wie Nicholson selbst bekundet, “die große Zeit der Afrikajagd”. Monatelang war Nicholson mit Trägern in dem urwüchsigen, dünn besiedelten und kaum erschlossenen Wildparadies unterwegs. Er schoss Wild und angelte, um sich und seine Leute mit Fleisch zu versorgen, erlegte menschenfressende Löwen und Schadelefanten en masse. Dabei dienten seine Expeditionen auch der Sicherung und dem Erhalt des Selous, er erweiterte die Grenzen des Reservats, bekämpfte Wilderer, schuf eine funktionierende Verwaltung und erschloss mit der Trophäenjagd die wichtigste Geldquelle. “Zu Recht gilt er deshalb als einer der Väter dieses Reservats, das unter seiner Ägide zum größten Naturschutzgebiet in Afrika wurde”, schreibt Herausgeber Rolf Baldus in seinem Vorwort zu dem Werk. Bei allem Idealismus war natürlich auch “die Sucht nach Erleben und Abenteuer” eine starke Motivation – und es ist ein großes Vergnügen, sich von Schreibtisch und Couch hinwegzuträumen und Nicholson und seine Mannen beim Triple A (Aimlessly Arseing Around) im Busch zu begleiten. Dass man den mit vielen Fotos und Abbildungen opulent ausgestatteten dicken Schmöker gebannt in einem Zug durchliest, dazu trägt entscheidend die hervorragende und sorgfältige Übersetzung bei, die Rolf Baldus (nach einer Arbeitsübersetzung von Gert G. von Harling) erarbeitet hat.

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