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“Jagd darf durchaus ein bisschen sexy sein”

Lodenkotze und Trachtenjanker – das muss nicht sein, wie die die stilvolle Neudefinition des Jägerinnenlooks zeigt, den Jungjägerin Katja bei der Freisprechung ihres Jägerlehrgangs trug.

Viele Gemeinschaften, Gruppierungen und Gangs haben und pflegen Aufnahmerituale, entwickeln Codes und Chiffren, Riten der Zugehörigkeit, an denen die Eingeweihten sich erkennen: Seeleute bescheren den Anfängern unter ihnen durch das Beinahe-Ersäuft-werden bei der Äquatortaufe ein unvergessliches Nahtoderlebnis, Spezialeinheiten der Kölner Polizei zwingen Neuankömmlinge, Zaziki-Eis von fremden Körpern zu essen, Rekruten bei der Bundeswehr werden in Metallspinde gesperrt und durch die Gegend gekollert – wobei die Spind-Insassen fröhliche Lieder singen müssen – oder kriegen den Hintern mit einer Bohnermaschine massiert.

Es ist, wie man sieht, ein zentrales Kriterium bei diesen Aufnahmeritualen, dass es dabei gern entwürdigend, schmerzhaft und unbedingt auch ein bisschen eklig zugehen darf. So auch bei uns Jägern. Wer dazugehören will, muss nicht nur seine bloßen Hände in den möglichst noch dampfenden Eingeweiden eines toten Tiers versenken, mit Gleichmut komisches Getröte anhören und zumindest vorgeben, die Erzeugung der misstönenden Kakophonie unbedingt selbst erlernen zu wollen oder bibbernd bei Dreckswetter auf wackligen Gestellen im Wald ausharren.

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