Schlagwort-Archive: Abschussplan

LJV Sachsen und Hegegemeinschaften im Erzgebirge verabschieden gemeinsames Positionspapier

Der Landesjagdverband Sachsen (LJVSN) und die Hegegemeinschaften im Erzgebirge haben ein gemeinsames Positionspapier verabschiedet. Darin verleihen die Unterzeichner ihrer “großen Sorge um den Erhalt eines nachhaltigen und gesunden Rotwildbestandes” Im Land Ausdruck. In dem Positionspapier werden 10 Forderungen an die politischen Entscheidungsträger formuliert. Konkret geht es u.a. um die “Gruppenabschusspläne für ganze Forstbezirke” im Staatsbetrieb Sachsenforst. Diese seien kontraproduktiv und müssten durch revierweise zu beantragende und nach Wildart sowie Geschlecht und Altersklasse aufzugliedernde Abschusspläne ersetzt werden. Die Obere Jagdbehörde müsse aus dem Staatsbetrieb Sachsenforst herausgelöst werden, die Jagdzeit für wiederkäuendes Schalenwild soll nach dem Willen der Unterzeichner am 31.12. enden. Gefordert wird desweiteren ein Ende von Hetz- und Lappjagden – in der Vergangenheit waren mehrfach Ablappungen an Straßen als angebliche Verkehrssicherungsmaßnahme angebracht worden – sowie eine Pflichtmitgliedschaft in Hegegemeinschaften

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Sachsenforst: OJB lehnt Erhöhung des Gruppenabschussplans für Rotwild im Forstbezirk Eibenstock ab

Die Obere Jagdbehörde (OJB) hat die beantragte Erhöhung des Gruppenabschussplans für die Verwaltungsjagdbezirke des Forstbezirks Eibenstock für den Planungszeitraum 2016 bis 2019 abgelehnt. Eine entsprechende “innerdienstliche Weisung” hat die OJB am 3.9. erlassen.

Das Referat Verwaltungsjagd im Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) hatte die Erhöhung des Abschussplans mit der Begründung beantragt, dass im Forstbezirk Eibenstock zwar “ein insgesamt tolerierbares Schälschadensniveau bei gleichzeitig stetiger Rotwildpräsenz” bestehe. Desweiteren wurde angeführt: Der “Anteil der Neuschäle liege nach wie vor deutlich unter 2%. Um diesen Zustand aufrecht zu erhalten, müsse die Rotwilddichte kontinuierlich auf geringem Niveau gehalten werden.” Die Untere Jagdbehörde des Erzgebirgskreis versagte auf diesen Antrag hin die Herstellung des Benehmens, da “eine Abschussplanerhöhung bei einem selbst eingeschätzten Bestand von 2,25 Stück 100/ha […] §1 BJagdG unterlaufen” würde. Auch die Hegegemeinschaft Erzgebirge hatte das Benehmen verweigert, da Rotwild im Forstbezirk Eibenstock “bestenfalls noch als Wechselwild” vorkomme.

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“Im Sachsenforst greift der Wildtierhass von ÖJV und ANW um sich”

Unbeirrt von wissenschaftlicher Kritik, die dem Sachsenforst “keinesfalls zu viel Rotwild, aber falsche Bejagung” attestierte und vor einer Ausrottung des Rotwilds warnt, setzt der Staatsbetrieb weiterhin auf eine Jagdstrategie, die sich mit wenigen Worten umschreiben lässt: Totschießen, was geht. Einer ahnungslosen Politik wird die der Ertragssteigerung dienende rücksichtslose Schädlingsbekämpfung als angebliche Notwendigkeit im Zuge des “ökologischen Waldumbaus” verkauft. Wir haben mit Karsten Bergner gesprochen, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Erzgebirge und profiliertester Kritiker des Staatsbetriebs Sachsenforst (SBS).

JAWINA: Herr Bergner, Sie kritisieren die sächsische Landesforst für deren Bejagungsstrategie – was werfen Sie dem Forst konkret vor?

Es geht in erster Linie darum, dass Sachsenforst weniger eine Bejagungs- als vielmehr eine „Hau- drauf- Strategie“ verfolgt. Er handelt nicht auf dem aktuellen Stand der ökologischen und wildbiologischen Erkenntnisse. Ein Grundbesitzer hat kein Recht, “Bewirtschaftungshindernisse” auf Kosten der Allgemeinheit zu entfernen. In dem Sinn kann der SBS nicht einfach sagen, Wirtschaften ohne Pflanzenfresser geht leichter (glauben wir) und deshalb beseitigen wir die erst mal. Das ist nicht zulässig und es ist auch nicht sinnvoll. Artgerechte und dem Lebensraum angepasste (nicht einem betriebswirtschaftlichem Ziel angepasste) Wilddichten stehen einer ordnungsgemäßen Waldwirtschaft, dem Artenreichtum von Sachsens Wäldern nicht entgegen. Man muss sein Handwerk eben beherrschen und Wildtiere artgerecht lenken und steuern. Beispiele, dass das geht, gibt es zu Hauf- auch aus dem SBS! Hier sei nur Berufsjäger Friedrich genannt, der mit vernünftigen Strategien die Wildschäden im Revier Steinbach innerhalb von zwei Jahren auf ein absolut akzeptables Maß senkte. Herr Friedrich kam auch zu der Überzeugung, dass 75% der Wildschäden des SBS hausgemacht sind – ein Umstand, der dazu führte, dass Herr Friedrich heute kein Angestellter des Staatsbetrieb Sachsenforst mehr ist. Bereits Cäsar hatte ja schon die Angewohnheit, die Überbringer schlechter Botschaften zu töten…

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Rotwildbejagung im Sachsenforst: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen

Wenige Tage nachdem ein Gutachter harsche Kritik an der Bejagungsstrategie im Sachsenforst geäußert hatte und der Leiter des Forstamts Neudorf der Hegegemeinschaft Erzgebirge eine Zusammenarbeit angeboten und Entgegenkommen signalisiert hatte (JAWINA berichtete), wird bekannt, dass der Forst die Eskalationsschraube wieder einige Windungen weitergedreht hat: Mit Schreiben vom 26.06. informiert der Sachsenforst die Hegegemeinschaft, dass der Forstbetrieb einen Antrag auf “Abschussplanerhöhung für Rotwild im Planungszeitraum 2016 bis 2019” um 500 Stück gestellt hat. Die Mitteilung erfolgt gem. § 21, Ziffer 5 des Sächsischen Landesjagdgesetzes zwecks “Herstellung des Benehmens”. In dem Schreiben von Sachsenforst heißt es dazu: “[…] der Forstbezirk Neudorf hat für Rotwild eine Erhöhung des Gruppenabschussplans in Höhe von 500 Stück beantragt. Der Antrag betrifft in wesentlichen Teilen angrenzend den Wirkungsbereich der Hegegemeinschaft Erzgebirge.”

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Annaburger Heide: Abschussplan für Rotwild “nach unten korrigiert”

Die Rotwildbestände in der Annaburger Heide sind drastisch reduziert worden. Dies ergibt sich aus einem Bericht über die Mitgliedsversammlung der Rotwild-Hegegemeinschaft Annaburger Heide in der Torgauer Zeitung (TZ). Die Annaburger Heide ist ein großes, überwiegend als Truppenübungsplatz genutztes Waldstück, dass sich über die Landesgrenzen von Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt erstreckt. Dem Bericht zufolge ist der Abschlussplan für Rotwild deutlich abgesenkt worden. Die 444 ursprünglich vorgesehenen Stück Rotwild zu erlegen, sei ohnehin utopisch gewesen, erklärte der Vorsitzende der Hegegemeinschaft, Maik Zaydler, gegenüber der TZ. Das zeige ja bereits die nur 65prozentige Erfüllung des vorigen Abschussplans. Jahrelang, so die Zeitung, hätten Forst und Landwirtschaft aufgrund der Wildschäden mehr Abschüsse gefordert, jetzt herrsche Einigkeit, dass man “mit den dezimierten Wildbeständen gut leben” könne. Die “Gefahr übergroßer Wildschäden im Wald und auf dem Acker scheine erst einmal gebannt.” Neben der intensiven Bejagung und Sturmschäden habe wohl auch die “im Drei-Länder-Eck überaus dichte Population des Wolfs” einen Anteil an der Reduktion des Rotwildbestands. SE

Beitragsbild: Zusammengeschossen und aufgefressen – Rotwild in der Annaburger Heide (Symbolbild). Foto: SE

Bayern: CSU-Bundestagsabgeordneter wirft Staatsforsten “Ausrottungsstrategie” vor

Der bayerische CSU-Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein hat den Bayerischen Staatsforsten eine “Ausrottungsstrategie” und einen “überzogenen Abschuss von Gams- und Rehwild” vorgeworfen. Die Vorwürfe stehen in Zusammenhang mit einer Drückjagd im Staatsforstbetrieb Forchheim im Januar, bei der sechs Sauen und 61 Rehe erlegt worden waren, obwohl der Abschussplan für dieses Jahr nur 22 Rehe vorsah, von denen 19 bereits zum Zeitpunkt der Jagd bereits gestreckt waren. Der Jägerausschuss Oberfranken hat mittlerweile beantragt, dem Leiter des Forstbetriebs, Stephan Keilholz, sowie dem Jagdleiter wegen “schwerer Verstöße gegen die Grundsätze der deutschen Weidgerechtigkeit” den Jagdschein zu entziehen. Der Bayerische Jagdverband (BJV) und ein Tierschutzverband haben in seltener Einmütigkeit Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz erstattet, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Der Forstbetriebsleiter nimmt dem Bericht zufolge für sich in Anspruch, “dass er den dreijährigen Abschussplan bereits im ersten Jahr erfüllen könne.” Dieser Auffassung habe sich das bayerische Landwirtschaftsministerium in einem Schreiben an die zuständige untere Jagdbehörde angeschlossen: Diese Variante sei rechtlich grundsätzlich zulässig, in der Praxis aber eher selten.”

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Wunschdenken und Wirklichkeit: Das Rotwild und der Wolf

Die Rückkehr des Wolfs wurde von Teilen der Forstpartie geradezu euphorisch begrüßt. Die Hoffnung war, dass der Wolf bei der Reduktion der verbeißenden Schädlinge fleißig mithelfen und Wildschäden minimieren würde. Inzwischen zeichnet sich ab, dass sich diese Hoffnungen nicht so ganz erfüllen werden. In den Wolfsgebieten schließt sich das Rotwild zu großen Angstrudeln zusammen, die schwer zu bejagen sind und in den Einständen massive Schälschäden verursachen, auch das Raumnutzungsverhalten des Rotwilds ändert sich durch die Anwesenheit des Wolfs. Ein Artikel in der Mai-Ausgabe der österreichischen Jagdzeitschrift “Anblick” hat die Situation auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig im niederösterreichischen Waldviertel analysiert.

Im Vorjahr ist erstmals ein Wolfspaar auf dem 16.000 Hektar großen Areal des Truppenübungsplatzes nachgewiesen worden, sieben Wölfe ziehen zur Zeit auf dem Platz ihre Fährte, wie Redakteur Stefan Maurer berichtet. Den Rudeln von Rot- und Muffelwild kommt auf dem Truppenübungsplatz – ähnlich wie etwa im bayerischen Grafenwöhr –  die wichtige Aufgabe zu, die für die Schießübungen benötigten Freiflächen offen zu halten. Mahd oder Beweidung kommen wegen der von Blindgängern ausgehenden Gefahr nicht in Frage. Doch seit der Wolf auf den Offenflächen jagt, zieht sich das Wild in den Wald zurück – und geht dort zu Schaden. Die Wiederbewaldung von Kahlflächen, die durch Sturm, Borkenkäferbefall oder Eisbruch verursacht wurden, sei “zunehmend unmöglich”, stellt Maurer fest.

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Urteil: Abschussentgelt kein Maßstab für Bußgeld bei Überschießen des Abschussplans

In einem Urteil vom 1. Juni 2016 hat das Amtsgericht Gelnhausen (Az. 44 OWi – 2250 Js 368/16) befunden, dass das Bußgeld für den fahrlässigen Abschuss eines Rothirschs von der Jagdbehörde sich nicht nach dem Preis richten darf, der im Staatsforst für den Abschuss eines entsprechenden Hirschs aufgerufen wird. Das Bußgeld wurde deutlich herabgesetzt. Die zuständige Behörde hatte nach dem Abschuss eines Rothirschs der Klasse 1 (Hirsche ab 10 Jahre gem. hessischer Schalenwildrichtlinie) außerhalb des Abschussplans das Bußgeld als “fiktives Abschussentgelt” gemäß der Jagdnutzungsanweisung der HessenForst bemessen.

In der Urteilsbegründung heißt es dazu: “Den Erwägungen der Bußgeldbehörde, welche im Bußgeldbescheid eine Geldbuße von 3.195 Euro festgesetzt hat und dabei das Abschussentgelt für den gestreckten Hirsch zu Grunde gelegt hat, ist nicht zu folgen. Diese verstoßen gegen das Doppelverwertungsverbot.

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Müritz-Nationalpark: Ehemaliger Jagdleiter zu Geldbuße verurteilt

Der ehemalige Jagdleiter des Müritz-Nationalparks, Falk Jagszent, ist gestern in einem Zivilprozess vor dem Amtsgericht Neubrandenburg zu einer Geldbuße in Höhe von 1450 Euro verurteilt worden. Jagszent hatte gegen eine gegen ihn verhängte Geldbuße der Unteren Jagdbehörde in Höhe von 5000 Euro geklagt. Ihm wird vorgeworfen, auf Großjagden Ende 2012 im Müritz-Nationalpark das Überschießen des Abschussplans für Damwild in Kauf genommen zu haben. So wurden auf Drückjagden noch 74 Stücke Damwild erlegt, obwohl der Abschuss mit 160 Stück bereits erfüllt war. Es kamen über 230 Stück zur Strecke. Außerdem sollen Stöberhunde eingesetzt worden sein, deren Brauchbarkeit in Mecklenburg-Vorpommern nicht anerkannt war, in einigen Fällen soll krank geschossenes Wild nicht ordnungsgemäß nachgesucht worden sein. Der Jagdleiter, der Mitglied im ÖJV ist, wurde aufgrund der Vorwürfe seines Amtes enthoben.

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Brandenburg: Protestbrief an Agrarausschuss

Protestbrief wegen Durchführungsverordnung zum Landesjagdgesetz an Abgeordnete – Oberster Jagdbehörde Rechtsbruch vorgeworfen – Prof. Pfannenstiel feiert 70. Geburtstag.

Anfang Dezember versendete der Brandenburger Wildbiologe und ehemalige stellvertretende Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg, Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, einen Protestbrief an die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder des Agrarausschusses im Brandenburger Landtag. Anlass ist der durch die kürzlich geänderte Durchführunsverordnung zum Landesjagdgesetz entfallene Abschussplan für Rehwild und die Verlängerung der Jagdzeit für Rehböcke. In dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, heißt es:

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Abschussplan nicht erfüllt – 19.000 Euro Strafe

Weil er zu wenig geschossen hat, muss ein Oberstdofer Jäger jetzt tief in die Tasche greifen: Statt 85 Stück Rotwild hatte der Pächter zweier Reviere nur neun zur Strecke gebracht. Nachdem Anfang Dezember 2013, also nach gut der Hälfte des Jagdjahrs, der Abschussplan nicht einmal ansatzweise erfüllt war, hatte das Landratsamt in Sonthofen zunächst ein Ordnungsgeld in Höhe von 250 Euro pro nicht erlegtes Stück Rotwild angedroht. Gegen den Bescheid hatte der Jäger geklagt, doch das Verwaltungsgericht Augsburg wies die Klage jetzt ab – wie auch weitere Klagen des Jägers, mit denen er eine Reduzierung des festgesetzten Abschusses erreichen wollte.

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Brandenburg: Änderung des Landesjagdgesetzes beschlossen

Rehböcke dürfen künftig im Winter geschossen werden, Abschusspläne für Rehwild entfallen.  Landesjagdverband kritisiert Änderungen.

Gegen die Stimmen der CDU-Fraktion ist heute im Brandenburger Landtag in Potsdam die Änderung des Landesjagdgesetzes beschlossen worden. Das neue Gesetz schafft die Ermächtigung für den zuständigen Minister, Jagdzeiten für Wild abweichend vom Bundesjagdgesetz verlängern und nach Jagdarten unterscheiden zu dürfen. Der zuständige Ausschuss muss lediglich informiert werden, ein Einvernehmen ist nicht herzustellen. Begründet wird dies mit dem Wunsch, künftig Rehböcke auch auf Treibjagden im Herbst und Winter schießen zu dürfen. Noch ist dies verboten. Der Gesetzgeber erhofft sich von der Jagdzeitverlängerung, dass mehr Rehe geschossen werden, um den Waldbau profitabler zu machen. Rehe fressen unter anderem die Triebe von Bäumen und mindern aufgrund teilweise hoher Populationen mancherorts den Ertrag.

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