Schlagwort-Archive: Abschuss

Sambia: Über tausend Flusspferde zum Abschuss freigegeben

Hippo-Safari zum Schnäppchenpreis

Sambia will mehr als 1000 Hippos am Luangwa-Fluss zum Abschuss durch Trophäenjäger freigegeben. Es sollen jährlich 250 Flusspferde über einen Zeitraum von fünf Jahren geschossen werden. Die Behörde für Nationalparks und Wildtiere Sambias begründet die geplante Culling-Aktion mit der Überbevölkerung von Teilen des Luangwa-Flusses durch Nilpferde, die das Ökosystem durch Überweidung zu schädigen drohe. Überbevölkerung in Verbindung mit ungewöhnlich geringen Niederschlägen lassen die Behörde zudem einen Milzbrand-Ausbruch befürchten. Erst vor wenigen Monaten sind ca. 100 Hippos einem Anthrax-Ausbruch in Namibia zum Opfer gefallen. Das Jagdreise-Unternehmen Umlilo-Safaris bietet einem Bericht des Independent zufolge bereits fünftägige  Hippo-Safaris an. Ein Abschuss kostet vergleichsweise günstige 10.500 Pfund, jeder Jagdgast soll bis zu fünf Flusspferde schießen dürfen. Die Stoßzähne dürfen die Jäger behalten.

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Bayern: Herdenschutzzonen gegen Wölfe?

+++ Brandenburg: Zwei Wölfe in Strausberg gesichtet +++ Niedersachsen: Kein Schutz, kein Geld +++ DJV: Bereits über 1000 Wölfe in Deutschland +++

Das bayerische Landwirtschaftsministerium plant die Einrichtung großflächiger “Herdenschutzzonen gegen den Wolf”. Zu diesem Zweck soll “mit Fachleuten aus Umwelt- und Landwirtschaftsbehörden paritätisch besetzte Herdenschutzkommission eingerichtet werden, die entsprechende Gebiete in Absprache mit Weidetierhaltern und Naturschutzbehörden festlegt. Das ließ die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in einem Interview mit dem Monatsmagazin Südplus verlauten. In Gebieten, in denen Weidetiere nicht vor Wolfsangriffen geschützt werden können, sollen Kaniber zufolge “einzelne Tiere oder ganze Rudel” entnommen werden können. Die Entscheidung über den Abschuss solle das bayerische Umweltministerium treffen, da dieses für das Artenschutzrecht zuständig sei. Für Weidetierhalter außerhalb der Herdenschutzzone sollen Beratungs- und Förderprogramme aufgelegt werden.

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USA: “Rätselhafter Canide” ist ein Wolf

Der Ende Mai von einem Farmer bei Denton, Montana, geschossene “rätselhafte Canide” (JAWINA berichtete) ist ein Wolf. Das haben DNA-Untersuchungen des Kadavers ergeben. Für Verwirrung hatten Fotos gesorgt, auf denen das Tier auffallend kurze Beine und große Ohren zu haben schien. Untersuchungen durch Experten der Wildtierbehörde von Montana (Montana Fish, Wildlife and Parks, MFWP) in einem Labor in Bozeman ergaben, dass es sich um einen “relativ normal aussehenden, dunkelbraunen Wolf” handle, wie MFWP in einer Pressemitteilung feststellt. Physische Variationen seien nicht unüblich bei Wildtieren, erklärte MFWP-Genetikerin Mary Curtis in der Veröffentlichung. Innerhalb einer Art gebe es Variabilität, das sei alles andere als überraschend, so die Wissenschaftlerin. Bei dem Wolf handle es sich um ein zwei bis drei Jahre altes, nicht laktierendes Weibchen. Dies bedeute, dass durch den legalen Abschuss keine verwaisten Welpen zurückbleiben. Die Wölfin wog 84,5 US-Pfund, das entspricht 38,3 Kilogramm.

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Schwedische Umweltbehörde: 340 bis 360 Wölfe für Schweden und Norwegen

Problemwolf geschossen – trotz fortgeschrittener Räude noch über 45 kg schwer

Die schwedische Umweltbehörde Naturvårdsverket strebt eine Wolfspopulation von 340 bis 360 Individuen für Schweden und Norwegen zusammen an. Das geht aus einem Bericht des schwedischen Jagdportals SvenskJakt hervor. In dem Bericht geht es um die Forderung des schwedischen Jagdverbands Jägareförbundet nach einem gemeinsamen Wolfsmanagement von Schweden und Norwegen. Weil es kein gemeinsames Wolfsmanagement gebe, würden die Wölfe im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet nicht bejagt. Dies sei aber “absolut notwendig”, erklärte ein Sprecher Jagdverbands. In einer in dem Bericht zitierten Pressemitteilung der Umweltbehörde heißt es, dass es zwar keine expliziten Ziele für eine gesamtskandinavische Wolfspopulation gebe, rechne man die Ziele für die schwedische und norwegische Population jedoch zusammen, so ergebe sich eine Zielgröße von 340 bis 360 Wölfen – für beide Länder.

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Schweiz: Hitzige Debatte um Jagdgesetz-Novellierung im Ständerat

+++ Italien: Südtirol erarbeitet Regeln für Wolfsabschüsse +++

Erleichterter Wolfsabschuss beschlossen – Verbände drohen mit Referendum

Die geplante Novellierung des eidgenössischen Jagdgesetzes (JAWINA berichtete) ist im Schweizer Ständerat in einer mehr als vierstündigen Sitzung hitzig diskutiert worden. Nicht in allen Punkten wurde daher eine abschließende Entscheidung erreicht. Die Debatte soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Die Kernpunkte der Novellierung wurden vom Ständerat jedoch bereits mit 25 zu 20 Stimmen Mehrheit beschlossen: So dürfen Schweizer Behörden künftig nicht nur einzelne Individuen geschützter Arten zum Abschuss freigeben, sondern die Dezimierung ganzer Bestände erlauben. Die Bedingungen dafür sollen festgeschrieben werden. Wölfe sollen auch dann geschossen werden können, wenn sie zuvor keinen großen Schaden angerichtet haben, es soll zudem “keine absolute Pflicht zu Herdenschutzmassnahmen” geben. Auch Biber und Luchse können in der Schweiz in Zukunft einfacher zum Abschuss freigegeben werden.

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Niedersachsen: Wolfsregulierung nach französischem Modell vorgeschlagen

Im Vorfeld des ab morgen (06.06.) in Bremen stattfindenden “Wolfsgipfels” (Umweltministerkonferenz) hat sich der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) für eine Regulierung der Wolfspopulation nach französischem Vorbild ausgesprochen. Voraussetzung dafür sei, dass der günstige Erhaltungszustand der Wolfspopulation erreicht sei. “In Frankreich erfolgen eine Populationsgrößenabschätzung sowie eine Abschätzung der Wachstumsrate”, heißt es zur Erläuterung des französischen Modells in der Antwort des Umweltministeriums auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Abgeordneten Jörg Hillmer (CDU): “Der Erhaltungszustand wird als günstig angesehen. Auf dieser Basis werden Quotenberechnungen und die Freigabe von Abschüssen in „Hot Spots“ durchgeführt. Dieses Vorgehen wird von der EU-Kommission intensiv beobachtet. Bislang ist noch kein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet worden.”

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Schweiz: Erleichterter Abschuss von Wolf, Luchs, Schwan und Biber

In der Schweiz steht die Novellierung des Jagdgesetzes an, diskutiert wird vor allem über die Herabsetzung des Schutzstatus und den in Folge erleichterten Abschuss von bislang streng geschützten Tierarten. Dabei geht es, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, in erster Linie um den Wolf, dessen Bestand auch in der Schweiz ansteigt und eine zunehmende Zahl von Nutztierrissen (ca. 150 pro Jahr) zur Folge hat. Vier Wolfsrudel, insgesamt etwa 40 bis 50 Tiere, soll es laut NZZ aktuell in der Schweiz geben. In der Schweiz sind Abschüsse von Wölfen möglich und wurden in des Vergangenheit auch schon mehrfach bewilligt, wenn ein Wolf eine bestimmte Zahl von Nutztieren gerissen hat. Dem Schafzüchterverband reicht das nicht, er fordert eine Neuverhandlung des Schutzstatus, damit Wölfe “unbürokratisch reguliert” werden können.

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Wolf: Kanton Wallis will Wolfshybriden abschießen lassen

Das Parlament des Schweizer Kantons Wallis hat am 15. Mai zwei Postulate gutgeheißen, die sich mit Wolfshybriden beschäftigen: In dem Postulat “Werden die Wolfshybriden entnommen?” geht es um  genetische Untersuchungen der Wolfspopulation in Frankreich: Bei Medienkonferenz am 22. November 2017 in Grenoble präsentierte die französische Landwirtschaftskammer demnach die Resultate von DNA-Analysen, die das deutsche Institut für forensische Genetik und Rechtsmedizin ForGen durchgeführt hatte. Von den entnommenen Proben konnten 60% ausgewertet werden. Es seien bei den verwertbaren Resultaten ausschliesslich Wolfs-Hunde-Mischlinge festgestellt worden, so der Text des Postulats.

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Bayern: Kabinett diskutiert “Aktionsplan Wolf”

Das bayerische Kabinett hat in seiner heutigen Sitzung den “Bayerischen Aktionsplan Wolf” diskutiert. Im Bericht von der Kabinettssitzung heißt es dazu: “Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität. Trotz internationalem Schutzstatus können nach geltender Rechtslage verhaltensauffällige Wölfe entnommen werden. Die Bayerische Staatsregierung bekennt sich zu einer flächendeckenden und dauerhaften Weidetierhaltung in Bayern. Um die Gefahr für die Bevölkerung, aber auch für Tiere auf ein Minimum zu reduzieren, soll durch den Bayerischen Aktionsplan Wolf die Größe der Wolfspopulation auf das artenschutzrechtlich Erforderliche begrenzt werden. Die Weidetierhaltung muss auch bei Wolfsanwesenheit ohne unzumutbare Mehraufwendungen flächendeckend und dauerhaft erhalten bleiben.”

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Thüringen: Wolfshybriden “letal entnommen”

Zwei der auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf nachgewiesenen Wolfs-Hybriden – Mischlinge zwischen Wolf und Haushund – sind einem Bericht des MDR Thüringen zufolge geschossen worden. Es sei unklar, was aus einem weiteren Hybriden geworden sei. Auf Aufnahmen von Fotofallen seien nur noch drei von ursprünglich sechs Wolfsmischlingen zu sehen. Der vom Thüringer Umweltministerium festgelegte Plan, die Hybriden bis Ende Februar zu entnehmen, ist damit fehlgeschlagen. Es blieben jetzt nur noch wenige Tage, bis die Schäfer die Beweidung des Truppenübungsplatzes wieder aufnähmen, so der MDR. Bis dahin sollen die restlichen Hybriden nach Möglichkeit entnommen oder lebend gefangen werden. Die Fangaktion wird immer wieder durch Tierschützer behindert, die die Fallen auslösen. Die Kosten für Fang und Entnahme der sechs Hybriden sollen sich bislang auf mehr als 100.000 Euro belaufen. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags auf MDR Thüringen (Screenshot).

Nach Hunderissen: Schweden entnimmt Wolfsrudel

Die Bezirksregierung der schwedischen Provinz Värmland hat am Mittwoch einer erweiterten Schutzjagd auf Wölfe des Rackland-Rudels zugestimmt. Ziel der Schutzjagd ist die Eliminierung der Leittiere und damit die Auflösung des gesamten Rudels. Ursache für die Entscheidung sind die fortgesetzten Angriffe auf Hunde durch das Wolfsrudel: Allein seit dem 15. Oktober habe es fünf Angriffe auf Hunde durch das Rudel gegeben, berichtet SvenskJakt, insgesamt seien vier Hunde getötet und drei verletzt worden. Die Bezirksverwaltung hatte festgestellt, dass die Gefahr fortdauernder Angriffe auf Hunde groß ist, da die Wölfe gelernt hätten, Hunde als Nahrung anzusehen. Trotz vorhergehender Schutzjagden, bei denen vier Welpen des Rudels erschossen worden waren, hätten sich die Angriffe fortgesetzt. Die Bezirksregierung hielt fest, dass die Wölfe des Rackstadter Rudels eher Hunde angriffen als andere Rudel. Dies liege an den Leittieren und werde so bleiben, solange diese nicht entnommen würden.

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Wolfsangriff: Tierschutzpartei zeigt Kontaktbüro und Besitzer von getöteter Bracke an

Die “Tierschutzpartei Ethia” hat nach Darstellung auf der Internetseite der Organisation Strafanzeige erstattet bzw. eine wegen eines Wolfsabschusses bereits erstattete Strafanzeige erweitert, indem auch gegen das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen und den Besitzer der von einem Wolf gerissenen Deutschen Bracke, Jan Prignitz, Anzeige erstattet wurde. Die Anzeige erfolge aufgrund angeblicher Verstöße “gegen das Tierschutzgesetz, das Jagdgesetz, sowie des Verdachts der Falschaussagen und weiterer in Betracht kommender Straftatbestände”.

Begründet wird dies damit, dass der getötete Hund “im Gegensatz zur Ursprungsbehauptung auf der Jagd eingesetzt” gewesen sei, und “dieses im Wolfsgebiet zur Ranzzeit”. Als “Zeuge” wird die Darstellung durch den Besitzer des getöteten Hundes auf JAWINA angeführt. Die Tierfreunde von Ethia vertreten die Auffassung, damit habe sich der Jäger “gegenüber seines eigenen Hundes sowie des getöteten Wolfes [sic!]im Sinne des Tierschutzgesetzes strafbar gemacht.”

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Niedersachsen: CDU-Politiker will Wölfe “konsequent töten”

Die massive Wolfspopulation erfordere eine Regulation der Tiere, meint der niedersächsische CDU-Landtagsabgeordnete Martin Bäumer. In Deutschland lebten zurzeit 1000 Wölfe, 2022 werden es über 4000 und 2030 über 40 000 Wölfe sein”, sagte Bäumer nach einem Treffen mit Weidetierhaltern am Donnerstag in Uelzen. Der jährliche Zuwachs von rund 30 Prozent werde es notwendig machen, auch in Niedersachsen Wölfe konsequent zu töten. Die Ablehnung gegen den Wolf nehme in Teilen des Landes deutlich zu, erkannte Bäumer. Bei seiner Bereisung im Landkreis Uelzen habe er feststellen müssen, dass der Wolf inzwischen die Lebensgewohnheiten der Menschen diktiere”, so Bäumer. Der Spaziergang im Wald, die Fahrradtour mit den Kindern oder die sonst übliche Nordic-Walking-Tour unterblieben aus Furcht vor Wolfsbegegnungen. red.

Beitragsbild: Facebook-Seite von Martin Bäumer (Screenshot)

Sachsen: “Problemwolf” geschossen

Der “auffällige” Wolf, der im Landkreis Görlitz (mindestens) zwei Hunde getötet hat (JAWINA berichtete) ist gestern (2.2.) Mittag “entnommen” worden. Das teilt der Landkreis Görlitz mit. Der Kadaver werde nun dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin zur weiteren Untersuchung übergeben, hieß es weiter. Der Wolf litt an einem fortgeschrittenen Befall mit Räude. Das Tier ist mehrfach in der Nähe von Grundstücken oder auch auf Grundstücken gesichtet und dabei von Wildkameras fotografiert worden. Ob der Riss eines Jagdhundes vor wenigen Tagen auch auf das Konto dieses Wolfs geht, steht noch nicht fest. Der nun erlegte Wolf ist in Sachsen der erste und bundesweite der zweite (nach “Kurti”), der aufgrund auffälligen Verhaltens geschossen wurde. SE

Beitragsbild: Die Mitteilung über die Wolfsentnahme auf der Internetseite des Landkreises Görlitz (Screenshot).

Sachsen: LAGJE begrüsst bewilligte Wolfsentnahme

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (LAGJE) Sachsen hat die vom Umweltministerium Sachsen und dem Landratsamt Görlitz genehmigte Entnahme eines Wolfs begrüßt. Der aus einem polnischen Rudel stammende Wolf hat im Landkreis Görlitz zwei Hunde getötet (JAWINA berichtete). Die LAGJE Sachsen äußerst sich in einer Pressemitteilung lobend über die Entscheidung zur Entnahme des Wolfs: Die geplante Entnahme signalisiere die Handlungsfähigkeit der Politik: Nur so werde es gelingen, eine Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung zu erlangen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Das Tier verdeutliche die Gefahr, die von Wölfen ausgehe, meint die LAGJE. Die Jagdgenossen kritisieren indes , dass es noch immer keine Regelungen gebe, wie mit Problemwölfen umgegangen werden soll. Im aktuellen Fall müsse auch unter dem Aspekt des Tierschutzes schnell gehandelt werden, um das Tier von seinen Leiden zu erlösen. Der Wolf soll an Räude leiden. SE

Beitragsbild: Munition (Symbolbild) Foto: SE

Brandenburg: Landwirt beantragt Wolfsentnahme

+++ In Schweden beginnt die Wolfsjagd – 22 Wölfe können im Rahmen der Lizenzjagd erlegt werden +++ Immer weniger Schäfer und Schafe in Deutschland – “Begrenzung der Wolfspopulation unausweichlich” +++

Die Brandenburger Wolfsverordnung steht vor ihrem “ersten Praxistest”, berichtet die Lausitzer Rundschau (LR). Ein Landwirt aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark habe beim Landesumweltamt einen Antrag auf “Entnahme” des Dobbrikower Wolfsrudels eingereicht. Zur Begründung führt der Landwirt an, dass es wiederholt zu Wolfsrissen unter seinen Rinderherden gekommen sei, obwohl diese durch Schutzmaßnahmen gemäß der Brandenburger Wolfsverordnung geschützt seien. Sollte dem Antrag stattgegeben werden, so müssten die Wölfe getötet oder umgesiedelt werden, so die LR. SE

Beitragsbild: Rind. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

 

 

Bauernverband fordert Abschuss von 70 Prozent aller Wildschweine

Sachsen-Anhalt: Schweinezüchter sponsern Trichinen-Untersuchungen für Jäger

Jetzt brechen alle Dämme: Der Bauernverband hat Medienberichten zufolge den Abschuss von 70 Prozent der deutschen Schwarzwildpopulation gefordert, um einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorzubeugen. Auch der Abschuss von “Muttertieren und Frischlingen” müsse erlaubt werden, forderte der Vizepräsident des Bauernverbandes, Werner Schwarz, in der Rheinischen Post. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) unterstützt die Forderung der Bauern nach Schonzeitaufhebungen für Wildschweine. Denn bei einem Ausbruch der ASP werde über ganz Deutschland eine Exportsperre für Schweinefleisch verhängt, wodurch der Schweinefleischpreis um bis zu 30 Prozent fallen könnte und “Milliardenverluste für die Fleischindustrie” entstünden. Das Tierleid bei einer Jagd sei deutlich geringer als durch die ASP, tröstete Bauern-Vize Schwarz laut RP-online: Durch die Schweinepest würden die Schweine “elendig verenden”.

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Hessen: Elstern attackieren Rinder

Nicht mal bei Elstern ist es mit der angeblich “natürlichen Scheu” noch weit her: In der Gemeinde Knüllwald im hessischen Schwalm-Eder-Kreis hat ein Schwarm Elstern über Wochen eine Rinderherde attackiert und mehrere Tiere schwer verletzt. Die Vögel landen auf den Mutterkühen und picken das rohe Fleisch aus den Eutern der Tiere, berichtet die Hessische Niedersächsische Allgemeine (HNA). Eine Kuh wurde so schwer verletzt, dass sie geschlachtet werden musste. Ihr Euter sei von Wunden derart übersät gewesen, dass sie ihr Kalb vor Schmerzen nicht mehr säugen konnte. Der Landwirt und Besitzer der Kühe wandte sich an diverse Ämter und Behörden, schrieb E-Mails und versandte Fotos von bluüberströmten Eutern. Lange wollte ihm niemand glauben, statt Hilfe erhielt er dann gute Ratschläge von den Behörden – er solle doch einen Falkner engagieren (doch der Falkner lehnte den Auftrag als wenig erfolgversprechend ab) – dann wies, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, das Veterinäramt den Bauern an, dass er seine Kühe einstallen solle. Allerdings, so die HNA, nimmt der Landwirt mit seinen Kühen an einem Grünlandprogramm teil – und hat gar keinen Stall.

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Sachsen: Nabu kritisiert genehmigten Wolfsabschuss

Drohungen gegen “Entnahme-Beauftragte”

Der Nabu Sachsen kritisiert scharf den vom sächsischen Umweltministerium genehmigten Abschuss (JAWINA berichtete) eines Wolfes. In den vergangenen Wochen wurden im Bereich des Rosenthaler Rudels immer wieder von Wölfen sämtliche Herdenschutzmaßnahmen überwunden und zahlreiche Nutztiere gerissen. Der Abschuss darf nur bei der Annäherung eines Wolfs an Nutztiere erfolgen und soll der Erzeugung erlernter Scheu dienen. Die Entscheidung sei “fachlich unbegründet sowie rechtlich nicht haltbar”, befindet hingegen der Nabu Sachsen auf seiner Internetseite. Der Verband prüfe “zeitnah eine Klage” gegen die Abschussgenehmigung.

Derweil ist unklar, wer die geplante Wolfs-Entnahme überhaupt durchführen soll. Nachdem die örtliche Jägerschaft erklärt hat, dass sie sich an Wolfsabschüssen wegen der Drohungen militanter Tierfreunde nicht mitwirken wolle, muss die zuständige Verwaltung des Landkreises Bautzen nun Verantwortliche benennen.

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Sachsen: Umweltministerium genehmigt Wolfsabschuss

Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft erteilt Einvernehmen zur Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes Bautzen zur Entnahme eines Wolfes

Das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) hat gestern zu der beabsichtigten artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes Bautzen zur Entnahme eines Wolfes das Einvernehmen erteilt. Mit dem Erlass dieser Ausnahmegenehmigung kann im Bereich des Rosenthaler Rudels ein Wolf aus der Natur entnommen werden. Die Genehmigung gilt nur für mit der Entnahme beauftragte Personen und nur für einen Wolf, der entsprechend geschützte Weidetiere angreift. Über die sach- und rechtskonforme Entscheidung wurden das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) sowie eine Reihe von Naturschutzverbänden informiert.

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Niedersachsen: Wolfsberater empfiehlt Abschuss von fünf Jungwölfen

+++ Sachsen-Anhalt: Wölfe reißen acht Schafe bei Burg +++ Italien: Region Toskana will 26 Wölfe entnehmen lassen +++ Sachsen-Anhalt: Gutachter bestätigen: 39 bei Wittenberg gerissene Schafe sind Wolfsopfer – Landesumweltamt: Schäfer haben Mitschuld +++

Der Wolfsberater Hermann Kück hat den Abschuss von fünf Jungwölfen im Kreis Cuxhaven empfohlen. Die Elterntiere der im Mai 2016 geborenen Welpen seien frühzeitig gestorben, so dass die Jungtiere nie gelernt hätten, Wild zu erbeuten. Stattdessen hätten sie gelernt, wie einfach es sei, Nutztiere zu reißen. In wenigen Monaten würden die Wölfe geschlechtsreif werden und ihr Wissen an ihre Jungtiere weitergeben, warnt Kück. Es bliebe nicht viel Zeit zum Handeln. Der Abschuss der Tiere sei zumindest zu diskutieren, so Kück. red.

Beitragsbild: Leichte Beute – gerissenes Schaf. (Archivbild) Foto: SE

Thüringen: Sechs Wolfshybrid-Welpen sollen “entnommen” werden

Der Verdacht, die standorttreue Wölfin auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf sei nicht mehr allein, hat sich bestätigt. Fotofallen-Aufnahmen der vergangenen Tage zeigen die bekannte Wölfin mit sechs Jungtieren beim Streifzug durch das Revier. Bei den Nachkommen handelt es sich nach Information der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zweifelsfrei um Hybride – also eine Kreuzung aus Wolf und Haushund. Die vier weiblichen und zwei männlichen Jungtiere werden auf ein Alter von rund 5 Monaten geschätzt.

Das Thüringer Umweltministerium (TMUEN) hat das weitere Vorgehen eng mit der DBBW abgestimmt. Die Empfehlung der Experten ist eindeutig. Aus Artenschutzgründen müssen die Jungtiere aus der Natur entnommen werden. Damit wird die Wildtierpopulation Wolf vor dem Eindringen von Haushund-Genen geschützt. Eine Vermischung der Gene würde den Fortbestand der Wolfspopulation gefährden. Da der Aktionsradius der Tiere schnell wächst und sie bereits im Winter geschlechtsreif werden, d.h. eigene Reviere suchen, empfehlen die Experten eine möglichst schnelle Tötung.

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Mecklenburg-Vorpommern: CDU und SPD fordern Obergrenze – für Wölfe

+++ Brandenburg: Elch in Templin narkotisiert +++ Zu einem – angesichts der Konflikte erstaunlichen – Ergebnis kommt eine WWF-Umfrage: Österreicher sehen Wolf angeblich positiv +++

Die Landtagsfraktionen von CDU und SPD in Mecklenburg-Vorpommern werden diese Woche einen Antrag im Landtag einbringen, der eine Begrenzung der Wolfspopulation in dem Bundesland fordert. Außerdem soll der Abschuss von Problemwölfen erleichtert werden. Die Landtagsabgeordnete Beate Schlupp (CDU) sagte gegenüber der Ostsee-Zeitung, es sei nötig, die Wolfspopulationen in Deutschland, Polen und dem Baltikum “zusammen zu betrachten”. Es sei davon auszugehen, dass diese Populationen “mittlerweile verschmolzen” seien. Damit wäre hohe Schutzstatus nicht mehr erforderlich und eine Regulierung des Wolfsbestandes möglich. Es brauche 250 Wölfe in Deutschland, um von einem gesicherten Bestand auszugehen, erklärte Schlupp, alle “über diese Obergrenze hinausgehenden Tiere könnten zur Bejagung freigegeben werden.” Eine Sprecherin des Naturschutzvereins BUND wies die Forderung nach einer Obergrenze gegenüber der Ostseezeitung zurück: Man müsse lernen, mit dem Wolf zu leben. SE

Beitragsbild: Beate Schlupp (CDU). Quelle: CDU MV

Bison-Jäger gesucht

Körperlich fit und ein guter Schütze? Dann ist es vielleicht Zeit für einen Trip nach Arizona, regt die NRA, die amerikanische Interessenvereinigung für den Legalwaffenbesitz an: Wie die NRA-Jagdseite American Hunter berichtet (unter Berufung auf eine Meldung der Nachrichtenagentur Associated Press (AP)), sucht die Nationalparkverwaltung des amerikanischen Bundesstaats freiwillige Schützen, die dabei mithelfen sollen, die Bisonpopulation im Grand Canyon auf ein verträgliches Maß zurückzuführen. Über 600 Bisons leben AP zufolge in dem Gebiet, und Biologen befürchten, dass die Population innerhalb der nächsten zehn Jahre auf 1500 Stück anwachsen könnte, wenn nichts geschieht. Schon jetzt sorgt die Überpopulation im nördlichen Grand Canyon für massive ökologische Probleme: Die Herden zertrampeln die Vegetation, fördern so die Erosion und verunreinigen die Wasservorräte. “Wenn du hier herumfährst, kannst du die Bisons riechen”, erklärt ein Mitarbeiter der Grand-Canyon-Nationalpark-Verwaltung gegenüber American Hunter. Ziel ist, die Population innerhalb von drei bis fünf Jahren auf unter 200 Exemplare zurückzuführen.

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Tschechien: Wolfs-Hybride soll “entnommen” werden

Die Wölfe im Schluckenauer Zipfel, einer Region im Norden Tschechiens an der Grenze zu Deutschland, sind Mischlinge. Das berichtet die Sächsische Zeitung unter Berufung auf das Kontaktbüro “Wölfe in Sachsen.” Demnach ist nur das Muttertier des Rudels eine reinrassige Wölfin, der Vater war ein Hund. Zwei der drei Nachkommen sind bereits tot, einer wurde überfahren, ein weiterer erschossen. Auch der dritte und letzte soll nun “entnommen” werden, damit sich die Hundegene nicht weiter unter der Wolfspopulation ausbreiten. Das tschechische Umweltministerium hat die Jäger vor Ort mit dem Abschuss des Tiers beauftragt. Die dazu erforderliche artenschutzrechtliche Sondergenehmigung wurde bereits erteilt. SE

Beitragsbild: Waldgebiet im Schluckenauer Zipfel. Foto: SE

Schweiz: Abschussverfügung für Wolf M75 in weiterem Kanton

Der Schweizer Kanton Appenzell Ausserrhoden schliesst sich den Kantonen Graubünden, Tessin und St. Gallen an und erlaubt den Abschuss des schadenstiftenden Wolfes M75 auf dem Kantonsgebiet.

Der Wolf M75 hat seit Beginn des Jahres in mehreren Kantonen eine große Anzahl von Schafen getötet. In seinem Streifgebiet wurden innerhalb der letzten vier Monate mindestens 55 Schafe gerissen. Betroffen waren betreute Herden, die sich auf elektrisch gesicherten Weiden und in der Nähe von Häusern befanden. Die Risse konnten mit DNA-Analysen eindeutig dem Wolfsrüden M75 zugeordnet werden. Auch der Riss von zwei Schafen am 25. Februar 2017 auf einer Heimweide im Gebiet Wässern, Heiden, wurde zweifelsfrei von diesem Wolf verursacht. In Appenzell Ausserrhoden sind seit 2014 insgesamt sechs Schafe von verschiedenen Wölfen gerissen worden.

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Niedersachsen: Katze angeschossen und in Maisfeld geworfen – 3500 Euro Geldstrafe

Vor dem Landgericht Oldenburg musste sich am Freitag ein 56 Jahre alter Jäger verantworten, der in Höltinghausen (Landkreis Cloppenburg) eine Katze beschossen und noch lebend in ein Maisfeld geworfen hat. Die Katze soll “friedlich” auf einer Böschung gegenüber der Hofeinfahrt ihrer Besitzer gesessen haben, als der Schuss abgegeben wurde. Die Besitzer der Katze konnten das weitere Vorgehen verfolgen. Einem Bericht der Nordwest-Zeitung (NWZ) zufolge, musste der Besitzer der Katze mit ansehen, wie der Jäger das krank geschossene Tier ins Maisfeld schleuderte. Er habe ihn daraufhin “ermahnt”, dass die Katze doch noch leben würde – was wohl die denkbar mildeste Reaktion auf den solcherart erfolgten Abschuss eines Haustiers darstellen dürfte. Darauf soll der Jäger laut NWZ geantwortet haben, dass sich das mit dem Noch-Leben bald erledigt habe. Womit er Recht behalten sollte: Die Familie, der die Katze gehörte, barg sie aus dem Maisfeld und brachte sie zum Tierarzt, wo sie eingeschläfert werden musste. Der Kopf des Tiers sei von 50 Schrotkugeln getroffen worden. Der Jäger war in der Vorinstanz, dem Amtsgericht Cloppenburg, zu 70 Tagessätzen à 70 Euro, also 4900 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Dies hätte, da hiermit die im Waffengesetz § 2, Buchstabe c, festegelegte Grenze von 60 Tagessätzen überschritten gewesen wäre, den Verlust der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit und eine Entziehung von WBK und Jagdschein für mindestens fünf Jahre zur Folge gehabt.

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CWD: Norwegen ordnet Abschuss ganzer Rentierherde an

Um die weitere Ausbreitung der Chronischen Auszehrungskrankheit (Chronic Wasting Disease, CWD) zu verhindern, hat das norwegische Landwirtschaftsministerium am Montag den Abschuss einer ganzen Rentierherde von ca. 2200 Stück angeordnet. Das berichtet das Onlineportal hjortevilt.no. Die Herde lebt im Nordfjell, einer Hochfläche zwischen Oslo und Bergen. Der Abschuss soll bis Mai 2018 abgeschlossen sein. Im April 2016 ist CWD erstmals bei einem Rentier in Norwegen nachgewiesen worden (JAWINA berichtete). CWD ist laut Wikipedia “eine ansteckende Erkrankung des zentralen Nervensystems bei Hirschen, die zu den spongiformen Enzephalopathien gerechnet wird. Sie ähnelt der Bovinen spongiformen Enzephalopathie (BSE) des Rindes und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen.” Seit dem ersten Fall wurden in Norwegen 11.000 weitere Proben von Rentieren und erlegten Elchen und Hirschen genommen und untersucht. Zwei Rentiere auf dem Nordfjell und zwei Elche in der Provinz Sør-Trøndelag (deutsch Süd-Tröndelag) wurden positiv getestet. Weitere Fälle sind in Europa bislang nicht bekannt.

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Schäferin fordert: “Wölfe wie jedes andere Wild jagen!”

Verbände wollen Entnahme von Problemwölfen erschweren

Immer wieder interessant, wie schnell und gründlich sich Standpunkte ändern können, wenn man selbst betroffen ist: “Meine Einstellung zum Wolf hat sich grundlegend geändert”, bekannte die niedersächsische Schäferin Gabriele Lebermann gegenüber der Kreiszeitung Wochenblatt. Grund für den plötzlichen Sinneswandel ist ein Wolfsangriff auf ihre Schafherde im Landkreis Harburg, dem innerhalb von zwei Tagen zwei ihrer Schafe zum Opfer fielen. Wölfe kämen den Ortschaften immer näher, hätten keine natürlichen Feinde und vermehrten sich jedes Jahr um 30 Prozent, lauten die neuen Erkenntnisse der Schäferin. Fazit: Sie sollten “wie jedes andere Wild” bejagt werden.

Die Verbände Nabu und International Fund for Animal Welfare (IFAW) wollen derweil die Entnahme von Problemwölfen erschweren. Die Bundesländer müssten mehr für Vorbeugung und Monitoring tun, in einem offenen Schreiben fordern sie einen “einheitlichen Umgang mit auffälligen Wölfen.” Vor der Abschussfreigabe verhaltensauffälliger Wölfe solle in jedem Fall die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW) konsultiert werden. Ein zentraler Baustein des DBBW, so Nabu und IFAW, sei ein Expertengremium, das die Bundesländer im Umgang mit auffälligen Wölfen berät.

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Thema Wolf heute bei Plasberg

Wolf bei Stolpe überfahren – Petition gegen Abschuss des Görlitzer Problemwolfs

In der von Frank Plasberg moderierten Talkshow “Hart aber fair” im ersten Programm (WDR) des deutschen Staatsfunks geht es am heutigen Montag Abend ab 21.00 Uhr um das Thema “Mensch raus, Wolf rein – wieviel Naturschutz verträgt unser Land?”. In Anbetracht der hochkarätig besetzten Gästeliste – angekündigt sind Bestsellerautor und Baumstreichler Peter Wohlleben, Nabu-Präsident Tschimpke, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sowie, in der Funktion des Buhmanns Roland Tichy und Antipathieträger Franz zu Salm-Salm – ist die übliche total ausgewogene Diskussion auf höchstem intellektuellen Niveau zu erwarten. Deshalb rufen interessierte Kreise dazu auf, die Sendung zu verfolgen und von der Möglichkeit der Publikumsbeteiligung, soweit möglich, Gebrauch zu machen.

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Naturschutzverbände kritisieren geplanten Wolfsabschuss

Die Naturschutzverbände Nabu, WWF und IFAW kritisieren die vom sächsischen Umweltministerium erteilte Abschussgenehmigung (JAWINA berichtete) für einen vermeintlichen Problemwolf in der Umgebung von Görlitz. Das Tier, das als Welpe von Menschen gefüttert worden sein soll, war immer wieder in Ortschaften gesehen worden, wo er beispielsweise an Komposthaufen nach Nahrung suchte. In einer gemeinsamen Stellungnahme der Verbände heißt es: “Uns liegen derzeit keine Hinweise vor, dass der Wolfsrüde eine akute Gefahr für den Menschen darstellt. Auch wurden offenbar die Experten der extra dafür eingerichteten Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW) nicht angehört. Die Einschätzung der in Deutschland führenden Wolfsforscher vom LUPUS Institut in Sachsen wurde sogar offensichtlich bewusst ignoriert.

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Sachsen: Problemwolf im Landkreis Görlitz soll entnommen werden

Umweltministerium erteilt Einvernehmen für Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes Görlitz

Im Landkreis Görlitz soll ein Wolf aus der Natur entnommen werden, der sich in den letzten Wochen auffällig verhalten hat. Das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hat zu der sach- und gesetzkonformen Entscheidung des Landratsamtes Görlitz, nach der eine entsprechende artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung getroffen wurde, das Einvernehmen erteilt.

Das betreffende Tier war in den vergangenen Monaten immer wieder in Siedlungsbereichen des Landkreises Görlitz aufgetaucht und hatte nach Futter gesucht. Durch genetische Untersuchungen von gefundenen Haaren konnte die Identität des Wolfes ermittelt werden. Es handelt sich um einen knapp zweijährigen Wolfsrüden, der aus dem polnischen „Ruszow-Rudel“ stammt, dessen Territorium sich direkt angrenzend an Sachsen etwa auf der Höhe von Rothenburg/O.L. befindet.

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Norwegen: Weniger Wölfe zum Abschuss freigegeben

Norwegen gibt weniger Wölfe zum Abschuss frei, als ursprünglich geplant war. Ursprünglich wollte Norwegen fast zwei Drittel der einheimischen Wolfspopulation von ca. 70 Stück abschießen lassen (JAWINA berichtete). Nun gab der norwegische Umweltminister Vidar Helgesen jedoch bekannt, dass nur 15 Wölfe freigegeben werden. Eine weitergehende Dezimierung würde nationale Gesetze, aber auch die Berner Konvention zum Erhalt von Wildtieren und ihrer natürlichen Lebensräume verletzen, sagte Helgesen der österreichischen Tageszeitung Der Standard zufolge. Eine Sprecherin des norwegischen WWF wird vom Standard mit der Aussage zitiert, die Herabsetzung der Abschussquote sei “unser schönstes Weihnachtsgeschenk.”

Lesenswert ist der auch vom Standard verlinkte Statusbericht zur Skandinavischen Wolfspopulation im Erfassungszeitraum Winter 2015 – 2016, den P. Peuker zusammengefasst und übersetzt hat (und auf den wir bereits von anderer Seite hingewiesen wurden, vielen Dank dafür!). SE

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Schweiz Kanton Wallis will Wölfe “regulieren”

Abschuss von Jungtier(en) geplant – Bauern in Brandenburg beklagen zunehmende Schäden durch Wölfe

Der Schweizer Kanton Wallis will den Abschuss eines Jungtiers aus dem Walliser Wolfsrudel beim Bund beantragen. Die Voraussetzungen für eine Regulierung seien erfüllt, heißt es in einer Medienmitteilung des Kantons: “Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) hat für die Zeit zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober 2016 eine Schadensbilanz der Wolfpräsenz im Wallis erstellt. Im besagten Zeitraum wurden im Kanton neun Wölfe, darunter mindestens drei Jungtiere gezählt. Gleichzeitig wurden 187 Nutztiere gerissen. Der Schaden beläuft sich auf 83.680 Franken. In der Augstbordregion ist die Präsenz eines Rudels bestätigt.  Dort sind gemäss Einschätzungen der kantonalen Behörden die Voraussetzungen für eine Regulierung erfüllt. Der Kanton wird deshalb beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) einen Regulationsantrag stellen. Die ergriffenen Herdenschutzmassnahmen auf den Heim- und Sömmerungsbetrieben haben zu einem verbesserten Schutz der Herdentiere beigetragen.

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Norwegen will zwei Drittel seiner Wolfspopulation abschießen lassen

47 der 68 in Norwegen wild lebenden Wölfe sollen einem Plan der Regierung zufolge abgeschossen werden. Dies berichtet die englische Zeitung The Guardian. Naturschutzgruppen protestieren vehement gegen den geplanten Abschuss. Die Regierung begründet die Maßnahme mit den ausufernden Schäden, die Schafhalter durch Wolfsangriffe erlitten. Es wäre die größte Abschussquote für Wölfe in Norwegen seit 1911. Im letzten Jahr haben sich mehr als 11.000 Jäger um Lizenzen für die 16 zum Abschuss freigegebenen Wölfe in Norwegen bemüht. Eine Quote von mehr als 700 zu 1, wie der Guardian schreibt. 24 der zur Erlegung vorgesehenen Wölfe leben in Wolfsgebieten, also Wildnisarealen, die als Lebensräume für Wölfe vorgesehen sind. 13 Wölfe leben in Gegenden, die an die Wolfsgebiete angrenzen, zehn weitere in anderen Regionen Norwegens. SE

Beitragsbild: Der zitierte und verlinkte Artikel im Guardian. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)