Schlagwort-Archive: Abschuss

Schweden: Forstbehörde will Elchbestand halbieren

Andere Länder, altbekannte Interessenkonflikte: Die schwedische Forstbehörde (Skogsstyrelsen) will die Hälfte des Elchbestands abschießen lassen, um den Verbiss zu mindern. Der schwedische Jagdverband (Jägareförbundet) spricht in SvenskJakt von einem “Propagandakrieg gegen den Elch“: Das nationale Symboltier solle auf dem Altar der Holzindustrie geopfert werden.

In einem von der Forstbehörde in Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden und der Holzindustrie erstellten Report wird das Jagdsystem in Schweden kritisiert: Demnach hätten die Waldbesitzer – das sind oft große Holzfirmen – zu wenig Einfluss auf den “tatsächlich ausgeübten Jagddruck.” Dabei käme den Wäldern eine entscheidende Rolle beim Einstieg in eine Wirtschaft ohne fossile Brennstoffe zu. Um ein “Gleichgewicht” zwischen Schalenwild, verfügbarer Äsung, Waldschäden und Wildunfällen herzustellen, schlägt der Report die Halbierung der Elchpopulation vor. Diese machtvolle Reduktion sei die einzige Möglichkeit, die propagierten Ziele zu erreichen. Der Naturschutzverband Schwedens soll sich SvenskJakt zufolge bereits von diesem Teil des Reports distanziert haben.

Weiterlesen

Baden-Württemberg: Grüner Umweltminister für Wolfsabschüsse

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hat sich in einem Brief an den EU-Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei, Karmenu Vella, gewandt, um ein effizeientes Wolfsmanagement und damit “letale Entnahmen” im Ländle zu ermöglichen – letztlich aus Artenschutzgründen. Denn wenn Weidetierhalter die Nebenerwerbs- oder Hobbyhaltung wegen des Wolfs aufgeben, lassen sich “beweidungsabhängige FFH-Lebensraumtypen” nicht erhalten. Auch werde “von einigen Bevölkerungskreisen eine pauschale Entnahme von Wölfen vermehrt gefordert.” Den Schutzstatus des Wolfs will Untersteller jedoch nicht ändern. Wir dokumentieren das Schreiben Untersteller an die EU im Wortlaut.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Management von Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie

Sehr geehrter Herr Kommissar,

in Baden-Württemberg gibt es zahlreiche natürliche Lebensräume, die ihre Existenz einer jahrhundertelangen Beweidung verdanken. Zu nennen sind hier insbesondere Lebensräume von europaweiter Bedeutung, die innerhalb Deutschlands ihr Hauptvorkommen u.a. in Baden-Württemberg haben. So sind beispielsweise Wacholderheiden (FFH-Code 5130), Kalk-Magerrasen und Kalk-Pionierrasen (FFH-Code 6210 und 6110) kennzeichnend für die Schwäbische Alb, trockene Heiden (FFH-Code 4030) und artenreiche Borstgrasrasen (FFH-Code 6230) haben ein Hauptvorkommen im Schwarzwald. Vielfach liegen diese Lebensräume in Bereichen, die beispielsweise aufgrund ihrer Steilheit oder Kleinparzelliertheit nicht mit Maschinen bewirtschaftbar sind und die deshalb aufgrund ihrer extensiven Bewirtschaftung durch Beweidung einen hohen naturschutzfachlichen Wert für die Biodiversität darstellen. Die Erhaltungszustände dieser FFH-Lebensraumtypen sind ungüstig-schlecht.

Weiterlesen

Backhaus: “Rechtsgrundlage zur Entnahme von Problemwölfen wird unverzüglich geschaffen”

In Bremen ist heute die 91. Umweltministerkonferenz (UMK) zu Ende gegangen. Zentrales Thema war der Wolf neben den Schwerpunktthemen Klima, Energie und saubere Luft.

„Wir sind uns einig, dass die Rückkehr des Wolfes ein großer artenpolitischer Erfolg ist”, verkündete der Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns zum Abschluss der UMK: “Aber: die Erfolgsgeschichte kann nur fortgeschrieben werden, wenn es uns gelingt, hier auch gesellschaftliche Akzeptanz zu finden. Gerade in den betroffenen Regionen und bei den Weidetierhaltern ist dies nicht der Fall. Deshalb begrüße ich es sehr, dass alle Länder mittlerweile eine rechtssichere Grundlage zur Entnahme von problematischen Wölfen fordern und diese bis zur nächsten UMK geschaffen werden soll.“

Weiterlesen

Mecklenburg-Vorpommern: Pürzelprämie bis 2019 verlängert

Aufwandsentschädigungen für Schwarzwildabschüsse und Jagdhundeeinsätze werden fortgesetzt

Seit 1. Dezember 2017 erhalten Jäger in Mecklenburg-Vorpommern für jedes erlegte Wildschwein auf Antrag eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 25 Euro. Die Zahlung ist Bestandteil des Sofortprogramms der Landesregierung zur Reduzierung der Schwarzwildbestände in Mecklenburg-Vorpommern. Die im Sprachgebrauch der Jägerschaft als sog. Pürzelprämie bekannte Aufwandsentschädigung wird bis zum 31. März 2019 in gleicher Höhe gewährt.

Darüber hinaus sieht eine Änderung der diesbezüglichen Verwaltungsvorschrift vor, dass beim Zusammenschluss benachbarter Jagdbezirksinhaber für eine revierübergreifende Drückjagd den beteiligten Jagdhundeführern rückwirkend vom 1. Oktober 2018 bis zum 31. Januar 2019 eine Aufwandsentschädigung in Höhe von jeweils 35 Euro für jeden eingesetzten Jagdhund zu gewähren. „Hierfür soll der mit der Bestandsreduktion einhergehende Mehraufwand der Jagdhundeführer und ihrer vierbeinigen Helfer bei ihrem unermüdlichen Einsatz am wehrhaften Schwarzwild entschädigt werden. Ohne den Einsatz leistungsgeprüfter Jagdhunde lassen sich Wildschweine nicht effektiv bejagen“, sagte Minister Dr. Backhaus.

Weiterlesen

Herdenschutz gescheitert: Wölfe reißen 34 Schafe trotz Grundschutz und Herdenschutzhunden

+++ Schleswig-Holstein: Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) will “verhaltensauffällige Wölfe” töten lassen +++

In der Nacht zum 31. Oktober 2018 ereignete sich im Landkreis Ludwigslust-Parchim (M-V) im Bereich der Rögnitz ein Wolfsangriff auf eine ca. 600-köpfige Herde tragender Mutterschafe. Das teilt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt mit. Dabei wurden 34 Schafe getötet und mindestens elf weitere verletzt. Einige Tiere wurden heute Mittag noch vermisst. Der von dem Schäfer herbeigerufene Rissgutachter bestätigte, dass es sich um einen Wolfangriff handelte.

Ein Teil der nach Grundschutzvorgaben eingezäunten und von Herdenschutzhunden begleiteten Schafe hatte bei dem Angriff den Zaun niedergedrückt, war ausgebrochen und über etwa sieben Kilometer entlang des Flusses Rögnitz geflüchtet.

In dem Gebiet sind zwei Wolfsansiedlungen nachgewiesen, beide sind genetisch erfasst. Neben dem Kallißer Rudel kommt auch ein im Amt Neuhaus ansässiges Wolfspaar als Verursacher des Rissvorfalls in Betracht. Der Rissgutachter sicherte Spuren und Genetikproben. Die Untersuchungen dauern gegenwärtig noch an. PM

NRW: Schafzuchtverband fordert besser Prävention und Abschuss von “Problemwölfen”

Der Schafzuchtverband Nordrhein-Westfalen fordert verbesserte Präventionsförderung und den Abschuss von Problemwölfen. Die Weidetierhalter seien “nicht mehr bereit, die dauernden Risse zu akzeptieren.” In einer Pressemitteilung des Verbandes heißt es dazu:

“In Hünxe sind wiederum zwei Schafe gerissen worden, in Dinslaken zehn Stück Damwild in einem Gehege mit 2 m hohen Zäunen, aus in den Boden eingelassenem Knotengeflecht (JAWINA berichtete). Die endgültige Klärung der Risse steht noch aus, die Risse wurden vom LANUV aufgenommen und die Proben befinden sich zur Untersuchung im Senckenberg-Institut.

Die Weidetierhalter in den betroffenen Gebieten sind nicht mehr bereit, die dauernden Risse zu akzeptieren.

Im Wolfsmanagementplan für NRW wird der Schutz der Weidetiere gefordert, im ersten ausgewiesenen Wolfsgebiet wird der Herdenschutz seit 1.10.2018 nun auch auf Antrag mit Zuschüssen zu Präventionsmaßnahmen gefördert. Leider sorgt die Praxis, Prävention erst nach sechsmonatiger Anwesenheit desselben Wolfes zu fördern, in diesem Gebiet dafür, dass die territoriale Wölfin dort ein halbes Jahr Zeit zum Üben und Trainieren des Überwindens von Zäunen hatte. Die Weidetierhalter sind oft nicht imstande, Prävention über den normalen Grundschutz hinaus aus eigener Tasche zu finanzieren.

Zudem stellt sich den Weidetierhaltern immer häufiger die Frage ob und welche Präventionsmaßnahmen überhaupt geeignet sind, Schutz vor bestimmten Wölfen zu bieten. So ist die territoriale Wölfin im Kreis Wesel nun offensichtlich in ein Gehege in Ortstrandlage eingedrungen, das der Wolfsrichtlinie für den Grundschutz entspricht – in den Boden eingelassenes Knotengeflecht, 2 m hoch. Der Zaun sei nicht untergraben worden. Es scheint Wölfe zu geben, die nach entsprechendem Training in der Lage sind auch Zäune zu überwinden, die den Grundanforderungen zum Herdenschutz genügen. Allgemein setzt sich mittlerweile die Erkenntnis durch, dass Problemwölfe zu entnehmen sind. Jedoch gibt es bisher keine anerkannte Definition des Problemwolfs, die auch den Schutz der Weidetiere einbezieht.

Daher fordert der Schafzuchtverband:

1. Frühzeitige Präventionsförderung bei begründetem Verdacht der Ansiedlung von Wölfen – was eine Situation wie diese möglicherweise hätte verhindern können.

2. Einstufung von Wölfen, die mehrfach Herdenschutzmaßnahmen überwinden und Nutziere reißen als Problemwölfe und als Konsequenz Entnahme dieser Wölfe.” PM

Beitragsbild: Von Wolf gerissene Schafe (Archivbild)

Dänischer Jagdverband schliesst Wolfsschützen aus

Der Dänische Jagdverband (Danmarks Jægerforbund) hat ein Verbandsmitglied mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen. Das teilte der Verband am Freitag mit. Der 66 Jahre alte Jäger hatte am 16. April einen Wolf auf einem Feld bei Ulfborg illegal geschossen. Seltsamerweise waren bei dem Vorfall Wolfsschützer zugegen, die den Vorfall filmten. Der Jäger wurde von einem Gericht in Herning zu einer Haftstrafe von 40 Tagen auf Bewährung verurteilt. Seine Jagdwaffen wurden eingezogen, außerdem muss er die Kosten des Verfahrens tragen. Seinen Jagdschein darf der Mann jedoch behalten. Der Dänische Jagdverband wollte diese Entscheidung vorerst nicht kommentieren, sondern die Entscheidung der Berufungsinstanz abwarten. Erst dann werde sich zeigen, ob die derzeitige Rechtsprechung funktioniere oder nicht. Der Verband äußerte jedoch die Auffassung, dass ein grober und vorsätzlicher Verstoß gegen die Jagdgesetze einen Jäger seine Jagdlizenz kosten solle. Das ausgeschlossene Mitglied wird über die Entscheidung des Verbands informiert. Die Anklage hatte in dem Verfahren eine dreimonatige Haftstrafe ohne Bewährung gefordert, der Verteidiger des Jäger einen Freispruch seines Mandanten verlangt. red.

Beitragsbild: Mitteilung über Ausschluss des Mitglieds auf der Internetseite des Dänischen Jagdverbands (Screenshot, Ausschnitt)

BMEL befürwortet Abschuss “auffälliger” Wölfe

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) Michael Stübgen (CDU) hat sich gegenüber RPonline  dafür ausgesprochen, “auffällige Wölfe und auch Rudel, die regelmäßig Weidetiere reißen oder sich Siedlungen nähern”, zu entnehmen. Man sei “unzufrieden” mit dem Bundesumweltministerium (BMU), das hier bremse. In Ost- und Norddeutschland gebe es “regional eine Wolfspopulation, die größer sei, als es eine Kulturlandschaft verträgt.” Weidetierhaltung werden “zum Teil unmöglich.” Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer beschwere sich zu Recht über die zu hohe Wolfspopulation, bescheinigte Stübgen seinem Parteikollegen. Wölfe dürften geschossen werden, wenn ein günstiger Erhaltungszustand erreicht sei – dass 1000 ausgewachsene Wölfe in Deutschland leben müssten, um diese Vorgabe zu erfüllen, wie das BMU behauptet, hält das BMEL für falsch. Nötig sei ein Wolfsmanagement, wie es in anderen Ländern auch betrieben werde. Dadurch werde der Wolf nicht ausgerottet. Ansonsten laufe man Gefahr, die Akzeptanz der Bevölkerung für den Wolf zu verlieren. Stübgen erklärte, das BMEL wolle “kurzfristig eine bundesweite Auslegung der bestehenden Gesetze erreichen”, die den Bundesländern Rechtssicherheit bei der Entnahme von Wölfen biete. Dabei sei das Umweltministerium federführend und müsse jetzt liefern. red.

Beitragsbild: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Quelle: CDU

Sachsen: Nach Wolfsriss – Landratsamt prüft Entnahme von Wölfen

+++ Brandenburg: Rothirsch aus Gehege befreit – Bundesstraße 5 bei Berlin voll gesperrt +++

Mindestens vier Wölfe an Angriff beteiligt

Nach dem Wolfsriss, bei dem am Dienstag mehr als 40 Schafe und fünf Ziegen der Naturschutzstation “Östliche Oberlausitz” von Wölfen gerissen worden sind (JAWINA berichtete), prüft das Landratsamt des Landkreises Görlitz die “Möglichkeit einer Entnahme”, wie es in einer Mitteilung des Landratsamts heißt. Derzeit untersuchten Mitarbeiter des Kreisforstamtes des Landkreises Görlitz den “größeren Wolfsriss”. Der Halter der Herde habe “seine Weideflächen vorschriftsmäßig mit Flexinetz-Elektrozäunen in einer Höhe von 1,10 Meter gesichert”, so das Landratsamt. Die Rissbegutachtung erfolge derzeit, so dass noch keine endgültigen Zahlen hinsichtlich toter Tiere genannt werden können. Es werde davon ausgegangen, dass mindestens vier Wölfe an dem Angriff beteiligt waren. Das Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) wurde über den Vorfall informiert. PM

Beitragsbild: Wolfsentnahme (Symbolbild). Foto: SE

Brandenburg: “Wolfsfutter am Elbedeich”

Wölfe reißen Schafe trotz vorschriftsmäßiger Schutzzäune und Herdenschutzhunden

Zum dritten Mal haben Wölfe eine Herde des Schäfers Marc Mennle bei Lenzen in der Prignitz angegriffen. Drei Schafe sind verschwunden, drei weitere so schwer verletzt, dass sie getötet werden mussten. Die Weide ist an allen vier Seiten – auch zum Wasser hin – vorschriftsmäßig eingezäunt, zusätzlich kamen Herdenschutzhunde zum Einsatz. Er habe “jeden zumutbaren Aufwand betrieben”, erklärt der Schäfer gegenüber der MAZ: “Was soll ich denn noch tun?” Er sei mit seinem Latein am Ende. Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbunds Brandenburg, forderte die Politik in der MAZ auf, “endlich die Genehmigung zur Entnahme des Wolfes an diesem Standort” zu erteilen. Dass das Landesumweltamt die Abschussgenehmigung trotz wiederholter Nutztierrisse hartnäckig verweigere, beweist für Jung, “dass die Wolfsverordnung nichts taugt und den Naturschutzbürokraten die Weidetierhalter völlig egal sind.” red.

Beitragsbild: Existenzbedrohend für den Schäfer, aber was juckt es die Umweltbürokratie: Von Wolf gerissenes Schaf. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser DF für den Hinweis!

 

Brandenburg: Calau und Kyritz erklären sich zu wolfsfreien Zonen

Die brandenburgischen Städte Calau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) und Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) haben sich zu wolfsfreien Zonen erklärt. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Stadtverordnetenversammlung der Städte am Mittwoch. In den entsprechenden Beschlüssen wird die Landesregierung aufgefordert, die Städte als “für die Besiedlung durch Wölfe nicht geeignete Gebiete” auszuweisen, da dieser “überwiegende öffentliche Interessen” entgegen stünden. Genannt werden in der Calauer Beschlussvorlage etwa die der Schutz der Bevölkerung, die “unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus, und die natur- und artgerechte Weidetierhaltung. Die Stadt Calau fordert die Landesregierung desweiteren dazu auf, sich bei der EU für eine Lockerung des Wolfsschutzes einzusetzen, da der Wolf keine bedrohte Art (mehr) ist. Außerdem wird die Aufnahme des Wolfs ind Jagdrecht gefordert.

Weiterlesen

Sachsen: CDU-Landesverband startet Kampagne für erleichterten Wolfsabschuss

Der Landesverband der CDU Sachsen hat eine Internetkampagne gestartet, die zum Ziel hat, den Abschuss von Wölfen zu erleichtern. Mit einem Klick auf den entsprechenden Button können Besucher der Seite ihre Unterstützung für das Vorhaben zum Ausdruck bringen. “Wir setzen uns dafür ein, dass Deutschland im Umgang mit der Ausbreitung des Wolfes klare und handhabbare Regelungen durch das Bundesumweltministerium verabschiedet”, heißt es auf der Seite. Und weiter: “Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren mit Nachdruck auf europäischer und Bundesebene mit einer Vielzahl von Initiativen für eine rechtsichere und konfliktfreie Änderung der Rahmenbedingungen im Umgang mit dem Wolf eingesetzt.”

Weiterlesen

Österreich: FPÖ-Politiker will “ausländische” Wölfe abschiessen lassen

+++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Lüneburg überfahren +++ Schweiz: Nachtzielgeräte für Jäger im Kanton Aargau +++ Schweiz: Waffenrecht wird verschärft, um Schengen nicht zu gefährden +++

Der niederösterreichische Landesrat und FPÖ-Politiker Gottfried Waldhäusl hat sich dafür ausgesprochen, “ausländische Wölfe” abschießen zu lassen. Bei der Veranstaltung “Nacht der Wölfe” habe Waldhäusl “erste Gespräche mit Experten über das Leben mit dem Wolf in Niederösterreich geführt” jetzt sei “die Thematik vertieft” worden, so dass “nunmehr eine Lösung präsentiert” werden könne, heißt es in einer Pressemitteilung Waldhäusls: “Die Tiere finden am Truppenübungsplatz (TÜPL) Allentsteig entsprechenden Lebensraum, dort sollen sie auch bleiben dürfen”, so Waldhäusl. “Nur: Laut Wolfsexperten Dr. Rauer kommen fast alle Tiere, die in unserem Land derzeit Schaden anrichten, aus Deutschland bzw. Polen. Diese sollen entnommen werden dürfen!” Auch die jetzt den TÜPL Allentsteig bevölkernden Wölfe sind freilich vor nicht allzu langer Zeit aus Nachbarländern Österreichs eingewandert. Man mag über Waldhäusls “Lösung” den Kopf schütteln, der Vorschlag entspricht aber mit einiger Konsequenz seiner Denkweise – schließlich hat der FPÖ-Mann bereits den schwerwiegenden Missstand thematisiert, dass “Hunde mit Migrationshintergrund” einheimischen Hunden die Tierheimplätze streitig machen würden

Weiterlesen

Niederösterreich ändert Jagdgesetz, um Abschuss und Vergrämung von Wölfen zu erleichtern

Auf Antrag der Abgeordneten der Abgeordneten Schulz, Ebner, Edlinger, Hogl, Heinreichsberger und Mold vom 13. 9. wird der niederösterreichische Landtag in der kommenden Woche über eine Änderung des Landesjagdgesetzes abstimmen. Die Zustimmung zu dem Gesetzesentwurf gilt als sicher. Dabei geht es vor allem um die Ergänzung des § 100a des niederösterreichischen Landesjagdgesetzes (NOeLJG) um konkrete Handlungsbefugnisse, die Vergrämung oder Abschuss von “Großhaarraubwild” wie Luchs, Bär oder Wolf ermöglichen und beschleunigen sollen. Das öffentliche Interesse an der öffentlichen Sicherheit müsse das öffentliche Interesse am Artenschutz überwiegen, heißt es in der Begründung des Antrags. Und weiter: Da sich die bestehenden Regelungen zum Schutz von Menschen und Viehbeständen als nicht ausreichend erwiesen hätten, solle nun vor allem zum Schutz der Bevölkerung eine Präzisierung geschaffen werden. Dies solle durch eine Neufassung des § 100a geschehen. Da auch die FFH-Richtlinie Maßnahmen zum Schutz der Menschen und der öffentlichen Sicherheit zulässt, entspricht sie daher auch dieser Richtlinie. Die Antragsteller weisen darauf hin, dass es Art. 16 der FFH-Richtlinie auch gestatte, “andere öffentliche Interessen wie beispielsweise solche wirtschaftlicher Art (z.B. Tourismus) einer Interessensabwägung zu unterziehen.”

Weiterlesen

Frankreich erlaubt Tötung von Wölfen zur Bestandsregulierung

+++ Heute: Informationsveranstaltung für Jäger zur ASP in Dresden +++

Schleswig-Holstein: AfD scheitert mit Antrag, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen

Im französischen Département Alpes-de-Haute-Provence ist ab 1. September das Erlegen von Wölfen zum Zweck der Bestandsregulierung erlaubt.  Dies habe der für das Wolfsmanagement zuständige Präfekt Stéphane Bouillon entschieden, nachdem er bei einer Ortsbegehung Wolfsschäden im Département besichtigt hatte, wie die Landwirtschaftszeitung Schweizer Bauer berichtet. Bisher habe der Wolfsmanagementplan der lediglich den Abschuss von 40 Wölfen “zur unmittelbaren Verteidigung” vorgesehen. Schäfer und Landwirtschaftsverbände begrüßten den Schritt als einen “ersten Erfolg”, dem weitere Schritte folgen müssten. Die Verbände fordern, dass Weidetierhaltern in Frankreich ermöglicht werden solle, ihre Herden ohne Einschränkungen mit der Schusswaffe gegen Wölfe zu verteidigen. Dies soll nach dem Willen der Verbände auch in Nationalparks gelten. Eine weitere Forderung ist die Freigabe von Nachtzielgeräten. Der Zeitung zufolge haben Wolfsangriffe auf Nutztiere in Frankreich von 2016 bis 2017 um 18 Prozent zugenommen. Der Wolfsbestand in Frankreich wird auf insgesamt ca. 430 Tiere geschätzt.

Weiterlesen

Bayern: “Gefährdung der Weidewirtschaft durch Wölfe in Bayern verhindern!”

+++ Niedersachsen: Umweltminister warnt vor Selbstjustiz beim Wolf +++

Die Beweidung der bayerischen Almen beziehungsweise Alpen prägt ganz wesentlich die vielfältige Landschaft im Alpenraum. Auch weite Teile der bayerischen Mittelgebirge werden durch das Beweiden mit Vieh – vor allem mit Rindern, Schafen und Ziegen – offen gehalten. „Diese Weidewirtschaft darf durch den Wolf nicht unzumutbar erschwert oder gar unmöglich gemacht werden“, sagt Angelika Schorer, die Vorsitzende des Landwirtschaftsausschuss im Bayerischen Landtag. Gemeinsam mit Dr. Otto Hünnerkopf, dem umweltpolitischen Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, unterstützt sie die Entnahme des Wolfes aus der Landschaft unter bestimmten Voraussetzungen. Wenn diese Möglichkeit nicht geschaffen wird, könnte womöglich ein erheblicher Rückgang der Weidewirtschaft mit gravierenden Folgen drohen.

Weiterlesen

Österreich: Petition zur erleichterten Entnahme von “Problemwölfen” gestartet

Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich (LK NOe) hat eine Petition gestartet, die das Ziel verfolgt, die Entnahme von sogenannten Problemwölfen gemäß Artikel 16 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG) zu erleichtern. Unter dem Titel “Mit der Petition Wolf zu mehr Sicherheit” heißt es auf der Internetseite der LK NOe: “Wiederholte Vorfälle in Niederösterreich führen vermehrt zur Unsicherheit in der Bevölkerung. Mit der Petition Wolf können Sie ab sofort ein Zeichen setzen um Siedlungsgebiete sowie Raum für Weidetiere in Zukunft wieder sicherer zu machen.” Die Wölfe seien europarechtlich mehrfach streng geschützt. Das dürfe nicht dazu führen, dass dadurch der Schutz der Menschen in den Siedlungsgebieten unserer Kulturlandschaft und die öffentliche Sicherheit verloren gehen.

Weiterlesen

Nürnberg: Proteste wegen Gänseabschuss dauern an

Mangelnde Tötungswirkung? Beim Gänseabschuss wurde Stahlschrot verwendet

Den ganzen Montag habe ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Fragen von aufgebrachten Bürgern und Medienvertretern wegen des Gänseabschusses in einer Nürnberger Grünanlage beantworten müssen, berichtet nordbayern.de. Nach dem, was ein Behördenmitarbeiter auf nordbayern.de beschreibt, ist die Vergrämungsaktion indes ziemlich vorbildlich abgelaufen: Mit fünf Schüssen und einem Nachschuss seien fünf Gänse – zwei Kanada- und drei Graugänse – tödlich getroffen worden. Es ist also eine nahezu hundertprozentige Trefferquote zu vermelden, die beteiligten Schützen verstehen offenbar ihr Handwerk. Ein brauchbarer Jagdhund war dem Bericht zufolge dabei, wurde aber nicht eingesetzt, da niemand die angeblich krank geschossene und nicht nachgesuchte Gans bemerkt hat.

Bisher liegen übrigens keine Berichte darüber vor, dass die angeblich krank geschossene Gans untersucht worden wäre. Ob diese tatsächlich angeschossen wurde, ist daher bislang als unbewiesene Behauptung zu werten. Dass sich die Jäger nicht die Zeit genommen haben, alle Seebereiche nach der Jagd mit dem Hund abzusuchen, dürfte auch der Anwesenheit filmender und vermutlich lauthals protestierender Tierschützer zuzuschreiben sein. Schließlich will sich niemand freiwillig zur Zielscheibe fanatischer Tierschützer machen und in YouTube-Videos öffentlich an den Pranger gestellt werden. Wie berechtigt solche Befürchtungen sind, zeigen die Morddrohungen gegen den Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel (JAWINA berichtete). Von der Stadt wäre demnach zu verlangen, dass die Bereiche, in denen Vergrämungsmaßnahmen erfolgen sollen, weiträumig und lange genug abgesperrt werden, um eine ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahme und den Schutz der beteiligten Jäger zu gewährleisten.

Weiterlesen

Nürnberg: Morddrohungen gegen Bürgermeister nach Gänseabschuss

+++ Baden-Württemberg: Schluchsee-Wolf-Ermittlungsverfahren eingestellt +++ China: Zweiter ASP-Fall in Großschlachthof – infizierte Schweine über 2300 km transportiert +++ Bayern: Ansprechpartnerin für Wolfsmanagement im Oberallgäu vorgestellt +++ Niederösterreich: Mehr Jäger als je zuvor +++

Am 18. August sind in einer Nürnberger Grünanlage sechs (in Ziffern: -6-) Gänse als Vergrämungsmaßnahme abgeschossen worden (JAWINA berichtete). Wegen der Bejagung und weil eine krank geschossene Gans angeblich nicht nachgesucht wurde, hatten das Tierheim Nürnberg und weitere Organisationen und Privatpersonen schwere Anschuldigungen gegen den Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel und die beteiligten Jäger erhoben. In den sozialen Netzen wurde der übliche Empörungssturm entfacht und der stets lynchbereite Mob angestachelt. Mit Erfolg: Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, hat Bürgermeister Vogel über 1000 Briefe, Mails und Anrufe erhalten, die ihm “teilweise auch nach dem Leben trachteten”, wie es auf BR24 heißt. Auch im Briefkasten seines Privathauses fand er Drohbriefe vor, was seine Familie belaste. Man wisse, wo er wohne, wann er aus dem Haus gehe und habe “den richtigen auf ihn angesetzt”, dräuen die anonymen Verfasser.

Weiterlesen

Bayern: Streit um Bejagung von Nilgänsen in Nürnberg

Am Samstag, dem 18. August wurden in den frühen Morgenstunden in einer Nürnberger Grünanlage, genauer gesagt an der Norikusbucht des Unteren Wöhrder Sees, zwei Kanadagänse und drei Graugänse geschossen. Am Sandstrand des Unteren Wöhrder Sees wurden eine Kanadagans und zwei Graugänse geschossen. Das teilt die Stadt Nürnberg mit. Die Bejagung begann um 6:15 Uhr und war um 6:45 Uhr beendet. Ziel der Bejagung ist eine Vergrämung der Wildgänse von den Freizeitflächen am Unteren Wöhrder See. Tierschützer kritisieren die Aktion vehement und werfen den Jägern vor, eine krankgeschossene Gans nicht nachgesucht zu haben. Im Internet ist ein Video zu sehen, das, kommentiert durch eine empörte Aktivistin, die sterbende Gans zeigen soll.

Weiterlesen

Sambia: Über tausend Flusspferde zum Abschuss freigegeben

Hippo-Safari zum Schnäppchenpreis

Sambia will mehr als 1000 Hippos am Luangwa-Fluss zum Abschuss durch Trophäenjäger freigegeben. Es sollen jährlich 250 Flusspferde über einen Zeitraum von fünf Jahren geschossen werden. Die Behörde für Nationalparks und Wildtiere Sambias begründet die geplante Culling-Aktion mit der Überbevölkerung von Teilen des Luangwa-Flusses durch Nilpferde, die das Ökosystem durch Überweidung zu schädigen drohe. Überbevölkerung in Verbindung mit ungewöhnlich geringen Niederschlägen lassen die Behörde zudem einen Milzbrand-Ausbruch befürchten. Erst vor wenigen Monaten sind ca. 100 Hippos einem Anthrax-Ausbruch in Namibia zum Opfer gefallen. Das Jagdreise-Unternehmen Umlilo-Safaris bietet einem Bericht des Independent zufolge bereits fünftägige  Hippo-Safaris an. Ein Abschuss kostet vergleichsweise günstige 10.500 Pfund, jeder Jagdgast soll bis zu fünf Flusspferde schießen dürfen. Die Stoßzähne dürfen die Jäger behalten.

Weiterlesen

Bayern: Herdenschutzzonen gegen Wölfe?

+++ Brandenburg: Zwei Wölfe in Strausberg gesichtet +++ Niedersachsen: Kein Schutz, kein Geld +++ DJV: Bereits über 1000 Wölfe in Deutschland +++

Das bayerische Landwirtschaftsministerium plant die Einrichtung großflächiger “Herdenschutzzonen gegen den Wolf”. Zu diesem Zweck soll “mit Fachleuten aus Umwelt- und Landwirtschaftsbehörden paritätisch besetzte Herdenschutzkommission eingerichtet werden, die entsprechende Gebiete in Absprache mit Weidetierhaltern und Naturschutzbehörden festlegt. Das ließ die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in einem Interview mit dem Monatsmagazin Südplus verlauten. In Gebieten, in denen Weidetiere nicht vor Wolfsangriffen geschützt werden können, sollen Kaniber zufolge “einzelne Tiere oder ganze Rudel” entnommen werden können. Die Entscheidung über den Abschuss solle das bayerische Umweltministerium treffen, da dieses für das Artenschutzrecht zuständig sei. Für Weidetierhalter außerhalb der Herdenschutzzone sollen Beratungs- und Förderprogramme aufgelegt werden.

Weiterlesen

USA: “Rätselhafter Canide” ist ein Wolf

Der Ende Mai von einem Farmer bei Denton, Montana, geschossene “rätselhafte Canide” (JAWINA berichtete) ist ein Wolf. Das haben DNA-Untersuchungen des Kadavers ergeben. Für Verwirrung hatten Fotos gesorgt, auf denen das Tier auffallend kurze Beine und große Ohren zu haben schien. Untersuchungen durch Experten der Wildtierbehörde von Montana (Montana Fish, Wildlife and Parks, MFWP) in einem Labor in Bozeman ergaben, dass es sich um einen “relativ normal aussehenden, dunkelbraunen Wolf” handle, wie MFWP in einer Pressemitteilung feststellt. Physische Variationen seien nicht unüblich bei Wildtieren, erklärte MFWP-Genetikerin Mary Curtis in der Veröffentlichung. Innerhalb einer Art gebe es Variabilität, das sei alles andere als überraschend, so die Wissenschaftlerin. Bei dem Wolf handle es sich um ein zwei bis drei Jahre altes, nicht laktierendes Weibchen. Dies bedeute, dass durch den legalen Abschuss keine verwaisten Welpen zurückbleiben. Die Wölfin wog 84,5 US-Pfund, das entspricht 38,3 Kilogramm.

Weiterlesen

Schwedische Umweltbehörde: 340 bis 360 Wölfe für Schweden und Norwegen

Problemwolf geschossen – trotz fortgeschrittener Räude noch über 45 kg schwer

Die schwedische Umweltbehörde Naturvårdsverket strebt eine Wolfspopulation von 340 bis 360 Individuen für Schweden und Norwegen zusammen an. Das geht aus einem Bericht des schwedischen Jagdportals SvenskJakt hervor. In dem Bericht geht es um die Forderung des schwedischen Jagdverbands Jägareförbundet nach einem gemeinsamen Wolfsmanagement von Schweden und Norwegen. Weil es kein gemeinsames Wolfsmanagement gebe, würden die Wölfe im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet nicht bejagt. Dies sei aber “absolut notwendig”, erklärte ein Sprecher Jagdverbands. In einer in dem Bericht zitierten Pressemitteilung der Umweltbehörde heißt es, dass es zwar keine expliziten Ziele für eine gesamtskandinavische Wolfspopulation gebe, rechne man die Ziele für die schwedische und norwegische Population jedoch zusammen, so ergebe sich eine Zielgröße von 340 bis 360 Wölfen – für beide Länder.

Weiterlesen

Schweiz: Hitzige Debatte um Jagdgesetz-Novellierung im Ständerat

+++ Italien: Südtirol erarbeitet Regeln für Wolfsabschüsse +++

Erleichterter Wolfsabschuss beschlossen – Verbände drohen mit Referendum

Die geplante Novellierung des eidgenössischen Jagdgesetzes (JAWINA berichtete) ist im Schweizer Ständerat in einer mehr als vierstündigen Sitzung hitzig diskutiert worden. Nicht in allen Punkten wurde daher eine abschließende Entscheidung erreicht. Die Debatte soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Die Kernpunkte der Novellierung wurden vom Ständerat jedoch bereits mit 25 zu 20 Stimmen Mehrheit beschlossen: So dürfen Schweizer Behörden künftig nicht nur einzelne Individuen geschützter Arten zum Abschuss freigeben, sondern die Dezimierung ganzer Bestände erlauben. Die Bedingungen dafür sollen festgeschrieben werden. Wölfe sollen auch dann geschossen werden können, wenn sie zuvor keinen großen Schaden angerichtet haben, es soll zudem “keine absolute Pflicht zu Herdenschutzmassnahmen” geben. Auch Biber und Luchse können in der Schweiz in Zukunft einfacher zum Abschuss freigegeben werden.

Weiterlesen

Niedersachsen: Wolfsregulierung nach französischem Modell vorgeschlagen

Im Vorfeld des ab morgen (06.06.) in Bremen stattfindenden “Wolfsgipfels” (Umweltministerkonferenz) hat sich der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) für eine Regulierung der Wolfspopulation nach französischem Vorbild ausgesprochen. Voraussetzung dafür sei, dass der günstige Erhaltungszustand der Wolfspopulation erreicht sei. “In Frankreich erfolgen eine Populationsgrößenabschätzung sowie eine Abschätzung der Wachstumsrate”, heißt es zur Erläuterung des französischen Modells in der Antwort des Umweltministeriums auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Abgeordneten Jörg Hillmer (CDU): “Der Erhaltungszustand wird als günstig angesehen. Auf dieser Basis werden Quotenberechnungen und die Freigabe von Abschüssen in „Hot Spots“ durchgeführt. Dieses Vorgehen wird von der EU-Kommission intensiv beobachtet. Bislang ist noch kein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet worden.”

Weiterlesen

Schweiz: Erleichterter Abschuss von Wolf, Luchs, Schwan und Biber

In der Schweiz steht die Novellierung des Jagdgesetzes an, diskutiert wird vor allem über die Herabsetzung des Schutzstatus und den in Folge erleichterten Abschuss von bislang streng geschützten Tierarten. Dabei geht es, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, in erster Linie um den Wolf, dessen Bestand auch in der Schweiz ansteigt und eine zunehmende Zahl von Nutztierrissen (ca. 150 pro Jahr) zur Folge hat. Vier Wolfsrudel, insgesamt etwa 40 bis 50 Tiere, soll es laut NZZ aktuell in der Schweiz geben. In der Schweiz sind Abschüsse von Wölfen möglich und wurden in des Vergangenheit auch schon mehrfach bewilligt, wenn ein Wolf eine bestimmte Zahl von Nutztieren gerissen hat. Dem Schafzüchterverband reicht das nicht, er fordert eine Neuverhandlung des Schutzstatus, damit Wölfe “unbürokratisch reguliert” werden können.

Weiterlesen

Wolf: Kanton Wallis will Wolfshybriden abschießen lassen

Das Parlament des Schweizer Kantons Wallis hat am 15. Mai zwei Postulate gutgeheißen, die sich mit Wolfshybriden beschäftigen: In dem Postulat “Werden die Wolfshybriden entnommen?” geht es um  genetische Untersuchungen der Wolfspopulation in Frankreich: Bei Medienkonferenz am 22. November 2017 in Grenoble präsentierte die französische Landwirtschaftskammer demnach die Resultate von DNA-Analysen, die das deutsche Institut für forensische Genetik und Rechtsmedizin ForGen durchgeführt hatte. Von den entnommenen Proben konnten 60% ausgewertet werden. Es seien bei den verwertbaren Resultaten ausschliesslich Wolfs-Hunde-Mischlinge festgestellt worden, so der Text des Postulats.

Weiterlesen

Bayern: Kabinett diskutiert “Aktionsplan Wolf”

Das bayerische Kabinett hat in seiner heutigen Sitzung den “Bayerischen Aktionsplan Wolf” diskutiert. Im Bericht von der Kabinettssitzung heißt es dazu: “Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität. Trotz internationalem Schutzstatus können nach geltender Rechtslage verhaltensauffällige Wölfe entnommen werden. Die Bayerische Staatsregierung bekennt sich zu einer flächendeckenden und dauerhaften Weidetierhaltung in Bayern. Um die Gefahr für die Bevölkerung, aber auch für Tiere auf ein Minimum zu reduzieren, soll durch den Bayerischen Aktionsplan Wolf die Größe der Wolfspopulation auf das artenschutzrechtlich Erforderliche begrenzt werden. Die Weidetierhaltung muss auch bei Wolfsanwesenheit ohne unzumutbare Mehraufwendungen flächendeckend und dauerhaft erhalten bleiben.”

Weiterlesen

Thüringen: Wolfshybriden “letal entnommen”

Zwei der auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf nachgewiesenen Wolfs-Hybriden – Mischlinge zwischen Wolf und Haushund – sind einem Bericht des MDR Thüringen zufolge geschossen worden. Es sei unklar, was aus einem weiteren Hybriden geworden sei. Auf Aufnahmen von Fotofallen seien nur noch drei von ursprünglich sechs Wolfsmischlingen zu sehen. Der vom Thüringer Umweltministerium festgelegte Plan, die Hybriden bis Ende Februar zu entnehmen, ist damit fehlgeschlagen. Es blieben jetzt nur noch wenige Tage, bis die Schäfer die Beweidung des Truppenübungsplatzes wieder aufnähmen, so der MDR. Bis dahin sollen die restlichen Hybriden nach Möglichkeit entnommen oder lebend gefangen werden. Die Fangaktion wird immer wieder durch Tierschützer behindert, die die Fallen auslösen. Die Kosten für Fang und Entnahme der sechs Hybriden sollen sich bislang auf mehr als 100.000 Euro belaufen. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags auf MDR Thüringen (Screenshot).

Nach Hunderissen: Schweden entnimmt Wolfsrudel

Die Bezirksregierung der schwedischen Provinz Värmland hat am Mittwoch einer erweiterten Schutzjagd auf Wölfe des Rackland-Rudels zugestimmt. Ziel der Schutzjagd ist die Eliminierung der Leittiere und damit die Auflösung des gesamten Rudels. Ursache für die Entscheidung sind die fortgesetzten Angriffe auf Hunde durch das Wolfsrudel: Allein seit dem 15. Oktober habe es fünf Angriffe auf Hunde durch das Rudel gegeben, berichtet SvenskJakt, insgesamt seien vier Hunde getötet und drei verletzt worden. Die Bezirksverwaltung hatte festgestellt, dass die Gefahr fortdauernder Angriffe auf Hunde groß ist, da die Wölfe gelernt hätten, Hunde als Nahrung anzusehen. Trotz vorhergehender Schutzjagden, bei denen vier Welpen des Rudels erschossen worden waren, hätten sich die Angriffe fortgesetzt. Die Bezirksregierung hielt fest, dass die Wölfe des Rackstadter Rudels eher Hunde angriffen als andere Rudel. Dies liege an den Leittieren und werde so bleiben, solange diese nicht entnommen würden.

Weiterlesen

Wolfsangriff: Tierschutzpartei zeigt Kontaktbüro und Besitzer von getöteter Bracke an

Die “Tierschutzpartei Ethia” hat nach Darstellung auf der Internetseite der Organisation Strafanzeige erstattet bzw. eine wegen eines Wolfsabschusses bereits erstattete Strafanzeige erweitert, indem auch gegen das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen und den Besitzer der von einem Wolf gerissenen Deutschen Bracke, Jan Prignitz, Anzeige erstattet wurde. Die Anzeige erfolge aufgrund angeblicher Verstöße “gegen das Tierschutzgesetz, das Jagdgesetz, sowie des Verdachts der Falschaussagen und weiterer in Betracht kommender Straftatbestände”.

Begründet wird dies damit, dass der getötete Hund “im Gegensatz zur Ursprungsbehauptung auf der Jagd eingesetzt” gewesen sei, und “dieses im Wolfsgebiet zur Ranzzeit”. Als “Zeuge” wird die Darstellung durch den Besitzer des getöteten Hundes auf JAWINA angeführt. Die Tierfreunde von Ethia vertreten die Auffassung, damit habe sich der Jäger “gegenüber seines eigenen Hundes sowie des getöteten Wolfes [sic!]im Sinne des Tierschutzgesetzes strafbar gemacht.”

Weiterlesen

Niedersachsen: CDU-Politiker will Wölfe “konsequent töten”

Die massive Wolfspopulation erfordere eine Regulation der Tiere, meint der niedersächsische CDU-Landtagsabgeordnete Martin Bäumer. In Deutschland lebten zurzeit 1000 Wölfe, 2022 werden es über 4000 und 2030 über 40 000 Wölfe sein”, sagte Bäumer nach einem Treffen mit Weidetierhaltern am Donnerstag in Uelzen. Der jährliche Zuwachs von rund 30 Prozent werde es notwendig machen, auch in Niedersachsen Wölfe konsequent zu töten. Die Ablehnung gegen den Wolf nehme in Teilen des Landes deutlich zu, erkannte Bäumer. Bei seiner Bereisung im Landkreis Uelzen habe er feststellen müssen, dass der Wolf inzwischen die Lebensgewohnheiten der Menschen diktiere”, so Bäumer. Der Spaziergang im Wald, die Fahrradtour mit den Kindern oder die sonst übliche Nordic-Walking-Tour unterblieben aus Furcht vor Wolfsbegegnungen. red.

Beitragsbild: Facebook-Seite von Martin Bäumer (Screenshot)

Sachsen: “Problemwolf” geschossen

Der “auffällige” Wolf, der im Landkreis Görlitz (mindestens) zwei Hunde getötet hat (JAWINA berichtete) ist gestern (2.2.) Mittag “entnommen” worden. Das teilt der Landkreis Görlitz mit. Der Kadaver werde nun dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin zur weiteren Untersuchung übergeben, hieß es weiter. Der Wolf litt an einem fortgeschrittenen Befall mit Räude. Das Tier ist mehrfach in der Nähe von Grundstücken oder auch auf Grundstücken gesichtet und dabei von Wildkameras fotografiert worden. Ob der Riss eines Jagdhundes vor wenigen Tagen auch auf das Konto dieses Wolfs geht, steht noch nicht fest. Der nun erlegte Wolf ist in Sachsen der erste und bundesweite der zweite (nach “Kurti”), der aufgrund auffälligen Verhaltens geschossen wurde. SE

Beitragsbild: Die Mitteilung über die Wolfsentnahme auf der Internetseite des Landkreises Görlitz (Screenshot).

Sachsen: LAGJE begrüsst bewilligte Wolfsentnahme

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (LAGJE) Sachsen hat die vom Umweltministerium Sachsen und dem Landratsamt Görlitz genehmigte Entnahme eines Wolfs begrüßt. Der aus einem polnischen Rudel stammende Wolf hat im Landkreis Görlitz zwei Hunde getötet (JAWINA berichtete). Die LAGJE Sachsen äußerst sich in einer Pressemitteilung lobend über die Entscheidung zur Entnahme des Wolfs: Die geplante Entnahme signalisiere die Handlungsfähigkeit der Politik: Nur so werde es gelingen, eine Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung zu erlangen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Das Tier verdeutliche die Gefahr, die von Wölfen ausgehe, meint die LAGJE. Die Jagdgenossen kritisieren indes , dass es noch immer keine Regelungen gebe, wie mit Problemwölfen umgegangen werden soll. Im aktuellen Fall müsse auch unter dem Aspekt des Tierschutzes schnell gehandelt werden, um das Tier von seinen Leiden zu erlösen. Der Wolf soll an Räude leiden. SE

Beitragsbild: Munition (Symbolbild) Foto: SE

Brandenburg: Landwirt beantragt Wolfsentnahme

+++ In Schweden beginnt die Wolfsjagd – 22 Wölfe können im Rahmen der Lizenzjagd erlegt werden +++ Immer weniger Schäfer und Schafe in Deutschland – “Begrenzung der Wolfspopulation unausweichlich” +++

Die Brandenburger Wolfsverordnung steht vor ihrem “ersten Praxistest”, berichtet die Lausitzer Rundschau (LR). Ein Landwirt aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark habe beim Landesumweltamt einen Antrag auf “Entnahme” des Dobbrikower Wolfsrudels eingereicht. Zur Begründung führt der Landwirt an, dass es wiederholt zu Wolfsrissen unter seinen Rinderherden gekommen sei, obwohl diese durch Schutzmaßnahmen gemäß der Brandenburger Wolfsverordnung geschützt seien. Sollte dem Antrag stattgegeben werden, so müssten die Wölfe getötet oder umgesiedelt werden, so die LR. SE

Beitragsbild: Rind. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!