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Jagdunfall bei Nittenau: Tödliche Kugel war kein Querschläger

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

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Im Fall des tödlichen Jagdunfall, bei dem ein Geschoss aus einer Jagdwaffe die Beifahrerscheibe eines auf der B16 bei Nittenau fahrenden PKW durchschlagen und den Insassen getötet hatte (JAWINA berichtete), gibt es neue Erkenntnisse. Wie die Staatsanwaltschaft gegenüber JAWINA bestätigte, hat das ballistische Gutachten ergeben, dass es sich bei dem Projektil entgegen bisheriger Annahmen nicht um einen Querschläger handelt. Der Zustand des Projektils deute nicht darauf hin, dass es von einem harten Gegenstand abgeprallt sei. Nach dem Ermittlungsergebnis hat die Kugel ein weiches Gewebe durchschlagen, aber keine wesentliche Ablenkung dadurch erhalten, so die Staatsanwaltschaft. Und weiter: Bei dem Geschoss handelt es sich um ein H-Mantelgeschoss des Fabrikates RUAG/RWS, Kal. .30-06. Das bejagte Maisfeld lag parallel zur Bundesstraße; Schutzvorrichtungen waren nicht vorhanden; das Projektil durchschlug die Seitenscheibe eines fahrenden Autos und traf den Beifahrer im Brustkorbbereich. Es wurde Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen den schussabgebenden Jäger, der zugleich auch Jagdleiter war, erhoben. SE

Beitragsbild: Projektile (Symbolbild). Foto: SE

Österreich: Treiber durch Geschosssplitter verletzt

Bei einer Drückjagd auf Schwarzwild ist am Samstag im niederösterreichischen Bezirk Korneuburg ein Treiber bei einem Jagdunfall verletzt worden. Wie NÖN.at berichtet, hatte ein Jäger einen Schuss auf eine Sau abgegeben. Dabei ist vermutlich ein Geschosssplitter vom Boden abgeprallt. Der Treiber wurde durch den Splitter am Oberarm verletzt. Nach der Erstversorgung am Unfallort wurde er ins Krankenhaus gebracht und der Splitter entfernt. red.

Beitragsbild: Geschosse mit Geschosssplittern. Foto: SE

Baden-Württemberg: Querschläger durchschlägt Fensterscheibe

“Einen ganz schönen Schrecken” habe eine Anwohnerin von Neuenbürg im Enzkreis am Donnerstag Nachmittag erlitten, meldet die Polizei: Gegen 13.45 Uhr vernahm die Frau in ihrer Wohnung in der Vogelsangstraße ein Schussgeräusch. Tatsächlich konnten die verständigten Beamten des Polizeireviers Neuenbürg ein Einschussloch in einer Fensterscheibe feststellen. Die Ermittlungen führten in den angrenzenden Wald, wo zu diesem Zeitpunkt eine genehmigte Treibjagd im Gange war. Nach bisherigem Kenntnisstand wurde vermutlich das Geschoss eines Jägers abgelenkt und traf unbeabsichtigt die Scheibe. Eine Anzeige wegen einer fahrlässigen Straftat oder Verstoßes gegen das Waffengesetz wird geprüft. PM Polizei

Beitragsbild: Geschosse (Symbolbild). Foto: SE

Österreich: Fuchs erlegt, Balkontür durchschossen

Ein 50-jähriger Mann zeigte am 27. Juni 2018 um 6:40 Uhr bei der Polizei Sankt Georgen im Attergau (Oberösterreich) an, dass jemand in der Nacht mit einer Schusswaffe durch die Balkontür in sein Schlafzimmer im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses in Sankt Georgen im Attergau geschossen haben muss. Er sei nachts gegen 1:30 Uhr aufgewacht, zum Zimmerfenster gegangen und habe von dort aus eine unbekannte, männliche Person mit Stirnlampe in der Wiese vor dem Wohnobjekt erspäht, die gerade die Wiese absuchte. Anschließend fuhr die Person mit einem Auto davon. Als der 50-Jährige gegen 5:45 Uhr erneut aufstand, bemerkte er die Scherben der Balkontür. Weiters wies die Balkontür ein Einschussloch auf.

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BH schützt vor Schussverletzung – Verfahren gegen Jäger eingestellt

Das Verfahren gegen einen Jäger, der im August 2015 einen Schuss auf ein Wildschwein abgab, wobei durch einen Querschläger eine Radfahrerin im Brustbereich verletzt wurde (JAWINA berichtete), ist vom Amtsgericht Wismar gegen eine Geldauflage eingestellt worden. Der Metallbügel in dem BH, den die Radlerin trug, bewahrte sie damals vor schlimmeren Verletzungen. Der 54 Jahre alte Jäger hat die vom Gericht im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs verhängte Geldauflage in Höhe von mehreren hundert Euro bereits an die Geschädigte gezahlt. Damit seien die beschädigte Kleidung und ein Schmerzensgeld für die Radfahrerin berücksichtigt worden, erklärte eine Gerichtssprecher. Dem Jäger war vom Gericht vorgehalten worden, den Schuss ohne ausreichenden Kugelfang abgegeben zu haben. Er hätte auch die Gefahr durch Querschläger berücksichtigen müssen. SE

Beitragsbild: Bustier, Autor: Tranquil Garden, Quelle: Wikipedia, verööfentlicht nach Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 generisch“

BH als Lebensretter – Anklage gegen Jäger

Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat Anklage gegen einen Jäger erhoben, der im August 2015 eine Radfahrerin durch einen Schuss verletzt haben soll. Ein Geschossteil war damals am Metallbügel des BHs der Frau abgeprallt, wodurch möglicherweise weit schlimmeres verhindert wurde (JAWINA berichtete). Der Jäger hatte an einem Rapsfeld in der Nähe ein Wildschwein beschossen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann fahrlässige Körperverletzung vor, weil er ohne ausreichenden Kugelfang geschossen habe. Der Prozess wird voraussichtlich Anfang April am Amtsgericht Wismar geführt werden. SE

Beitragsbild: Bustier, Autor: Tranquil Garden, Quelle: Wikipedia, verööfentlicht nach Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 generisch“