Südtirol: Wanderer begegnet Bär

Bär soll entnommen werden

In der Bletterbachschlucht nahe Aldein (Provinz Bozen), einem bei Wanderern beliebten Gebiet des UNESCO Weltnaturerbes Dolomiten, ist ein 64 Jahre alter Spaziergänger am Sonntag einem Bär begegnet. Erst vor wenigen Wochen ist in der Slowakei ein Fotograf von einem Bären attackiert worden (JAWINA berichtete). Einem Bericht der Tageszeitung Dolomiten zufolge wollte sich der Mann auf dem Wanderweg die Jacke ausziehen, als er “in umittelbarer Nähe ein Fletschen” und weitere eindeutige Drohgeräusche vernahm. Als er aufblickte, entdeckte er den Bären in einer Entfernung von nur 30 Metern. Der Wandersmann versteckte sich hinter einem Baum und versuchte, den Bär durch lautes Singen, Pfeifen und Rufen zu verscheuchen, was schließlich auch gelang: Nach einigen Drohgebärden suchte der Bär das Weite, wie es in dem Bericht heißt. Nach Einschätzung von Experten dürfte es sich bei dem Bären um den “Problembär” M49 gehandelt haben. M49 wurde nach mehreren Angriffen auf Nutztiere am 15. Juli in ein Tierpflegezentrum bei Trient verbracht, wo ihm gleich in der ersten Nacht der Ausbruch über einen meterhohen Elektrozaun gelang.

Am Montag nach der Begegnung mit dem Wanderer wurde auf der Gurndinalm ein gerissenes Kalb gefunden, das der Bär mit einem einzigen Prankenhieb getötet hatte. In der Nacht zuvor soll sich M49 bereits einem Wohnwagen angenähert haben, der zwei rumänischen Schafhirten als Unterkunft dient. Nach diesen Vorfällen will der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher die Entnahme von M49 anordnen. Eine solche Verfügung besteht bereits im benachbarten Trentino. Der Bär soll nach Möglichkeit eingefangen und in einem Gehege untergebracht werden. Im Notfall darf er jedoch auch erschossen werden.

Im Trentino leben zur Zeit etwa 50 Braunbären. Der drei Jahre alte M49 ist aus dem Wiederansiedlungsprogramm Life Ursus hervorgegangen, durch das 1999 mit Unterstützung der Europäischen Union zehn Bären aus Slowenien in die Region Trentino eingeführt wurden. SE

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